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Serben!!!!!

Erstellt von Legija, 11.03.2011, 18:13 Uhr · 315 Antworten · 22.524 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Legija

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    19.07.2005
    Beiträge
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    Serben!!!!!

    Der Wortstamm srb lässt sich nach Konstantin Jireček in den meisten slawischen Sprachen wiederfinden, so z. B. im polnischen Pasierb/Pasierbica (Halbbruder/Stiefsohn, Halbschwester/Stieftochter), slowenischen Paserbok (ditto), im ukrainischen priserbiti (sich anschließen) usw. In den ersten beiden Fällen muss bedeutet haben, dass sierb/sierbica bzw. serbok in diesen Sprachen einst für Bruder und Schwester, oder Sohn, Tochter, Kind gestanden hat. Einige Slawisten führen den Wortstamm srb auf den gleichen urslawischen bzw. altindoeuropäischen Ursprung wie das russische reb, Rebenok (Kind, Säugling), aus diesem indoeuropäischen Wortursprung solle auch das deutsche erben, Erbe stammen.
    Der Name dürfte nach Heinz Schuster-Šewc auf den indoeuropäischen Wortstamm srb, welcher ursprünglich „Verwandter, Verbündeter“ oder „zum selben Stamm (Sippe) gehörender“ bedeutete, zurückzuführen sein. [1][2] Die älteren Bezeichnungen dürften nach Šewc Sorab oder Surb gelautet haben. Je nach Mundart wurde Serb um Bautzen bis Cottbus, Sarb nördlich von Cottbus bis nach Köpenick und Sorb um Dresden und westlich der Elbe ausgesprochen. [2][3] [4]
    Historien [Bearbeiten]

    Ptolemaios [Bearbeiten]

    Die Geographie des Claudius Ptolemäus bezeichnet mit Σέρβοι (transkr. Serboi), nach Quelle Serber, einen Stamm im asiatischen Sarmatien, der am Unterlauf der Wolga zwischen dem Keraunischen und Hippischen Gebirge neben den Orinaiern und Valern siedelte.[5][6] Hinweise, dass diese Serboi mit den Slawen etwas gemeinsam hatten, gibt es zurzeit keine. Weiterhin erwähnt Ptol. eine Stadt Σερβίτιον (Serbition) bzw. Σέρβινου (transkr. Serbinou, Serbinos ), dass in lateinischen Übersetzungen zu Servitium umgewandelt wurde. Letztere Deutungen der Koordinaten verschieben die Stadt aus dem heutigen Ungarn nach Gradiška im Nordwesten Bosniens[7].
    Mittelalterliche Erwähnungen [Bearbeiten]

    Die Serben wurden im Mittelalter unterschiedlich benannt. Eine Eigenbezeichnung der Serben bzw. ihrer Herrschaft war Srblje, u. a. im De administrando Imperio als Serbloi (Σέρβλοι) wiedergegeben. Teilweise wurden sie auch Raszier (serb. Rašćani, dt. Raschtschani oder latinisiert Rassani) genannt, benannt nach dem in ihrer Herrschaft zentral gelegenen Gebiet Raška, das in lateinischen Schriftstücken auch als Rassa[8] mit der Burg Ras in dessen Zentrum. erscheint
    Eine bemerkenswerte Bezeichnung oströmischer Chronisten für die Serben ist jedoch Triballer (Τριβαλλῶν).[9] Sich auf die aus dem 5. Jahrhundert vor Christi Geburt durch den Vater der Geschichte Herodot erstmals festgehaltene Erwähnung dieser Triballer beziehend, der in seinen Historien eine Triballische Ebene (πεδίον τὸ Τριβαλλικὸν) erwähnt, die teilweise als Amselfeld (Kosovo polje)[10] oder als Morawatal identifiziert wird, ist diese Bezeichnung für die Serben bis ins späte Mittelalter in Byzanz ganz und gar üblich. Nach byzantinischen Quellen z. B. ließ sich Stefan Uroš IV. Dušan zum Kaiser der Romäer und Triballer ausrufen (βασιλέα έαυτὸν ἁνηγόρευε ῾Ρωμαίων καὶ Τριβαλλῶν).[11] Im 15. Jahrhundert schreibt Laonicus Chalcocondylus über diese Triballer, womit die Serben gemeint waren, sie seien der älteste und größte Stamm des ganzen Erdenkreises.[12] Derart „superativische“ Bezeichnungen werden den Serben von verschiedenen mittelalterlichen Schriftstellern nachgesagt.[13] Das zeigt die Tendenz dieser Chronisten die Serben mit den Slawen als Ganzes gleichzusetzen, als slawischen Urstamm bzw. Überbegriff für alle Slawen.[12]
    Serben und Sorben [Bearbeiten]

    Zweifelsfrei ist die Übereinstimmung des Namens der Serben mit dem Namen der Sorben, woraus auch die Theorie abgeleitet wird, dass die Serben und Sorben vom gleichen Stamm abkommen. Hierzu sind die Wurzeln der erwähnten Namen in den Chroniken des Fredegar ((...) etiam et Dervanus dux gente Surbiorum, que ex genere Slavinorum erant et ad regnum Francorum iam olim aspecserant, se ad regnum Samonis cum suis tradidit. Zu dt.: (...) und es hat sich Dervanus, der Fürst des Stammes der Sorben/Serben, der slawischer Herkunft ist und von alters her unter fränkischer Herrschaft gestanden hat, mit den Seinen der Herrschaft des Samo anvertraut) und bei Cosmas von Prag (Bezeichnung Zribia für die Mark Meißen, Zribin) aufschlussreiche Beispiele.[14]
    Die Annales regni Francorum unterscheiden die Serben der Region Dalmatia und die Sorben in Mitteleuropa namentlich nicht voneinander. Sie werden als Sorabi bezeichnet. Nach Jirecek ist das /a/ in Sorabi das Resultat der Umschreibung eines vokalischen /r/, das im Kirchensl. mit /rъ/ umschrieben wird.[15] Dass es sich beim Namen Sorabi um keine Sammelbezeichnung verschiedener Slawenvölker handelt, stützt die für den November 822 festgehaltene Bemerkung, die die Gesandten der Slawen aufzählt, die sich am Hof des Ludwigs des Frommen einfinden, darunter die Abodriten, Serben bzw. Sorben, Wilzen, Böhmer, Morawier, Praedecenti, wie die Awaren des Pannonien.
    Auch Konstantin Jirecek, wie weitere slawische Slawisten sprechen von den Lausitzer Serben. Heutzutage verbindet Serben und Sorben jedoch nicht viel mehr als die gemeinsame Zugehörigkeit zu den slawischen Völkern.
    Annales regni Francorum[16] [Bearbeiten]

    Hier scheint die erste Erwähnung des Ethnonyms im Kontext Südosteuropas für das Jahr 822 auf. Darin ist die Rede von Soraben, die einen großen Teil der Provinz Dalmatia besiedelten ((…) Sorabos, quae natio magnam Dalmatiae partem obtinere dicitur, (…)).[17] An anderer Stelle für das Jahr 823 wird Ljudewit (Ljudević) erwähnt, der böswillig die Serben verlässt. (…) interitu Liudewiti, quod relictis Sorabis, (…)ie übrigen Eintragungen werden den Lausitzer Serben[18] (Sorben, Autonym: Serby, Serbja; Xenonym: Wenden) zugeordnet, die in den Annalen, wie die Serben ebenso als Sorabi bezeichnet werden:

    • Jahr 806: Et inde post non multos dies Aquasgrani veniens Karlum filium suum in terram Sclavorum, qui dicuntur Sorabi, qui sedent super Albim fluvium, (…)
    • Jahr 816: Hieme transacta Saxones et orientales Franci expeditionem in Sorabos Sclavos, qui dicto audientes non erant, facere iussi imperata strenue compleverunt et contumacium audaciam non magno labore compresserunt.
    • Jahr 822: Item in parte orientali Saxoniae, quae Sorabo*rum finibus contigua est, in quodam deserto loco iuxta lacum, qui dicitur Arnseo (Arendsee), in modum aggeris terra intumuit et limitem unius leugae longitudine porrectum sub unius noctis spatio absque humani operis molimine ad instar valli subrexit.
    • Jahr 822: In quo conventu omnium orientalium Sclavorum, id est Abodritorum, Soraborum, Wilzorum, Beheimorum, Marvanorum, Praedenecentorum, et in Pannonia residentium Abarum legationes cum muneribus ad se directas audivit.
    • Jahr 826: Accusabatur et Tunglo, unus de Soraborum primoribus, quod et ipse dicto audiens non esset.

    Bayerischer Chronograph [Bearbeiten]

    Für das 9. Jahrhundert beschreibt Geographus Bavarus die Surbi als einen großen slawischen Stamm nördlich der Donau, der 50 Civitates besaß. Im 2. Teil schreibt er: Zeriuani, quod tantum est regnum, ut ex eo cuncte genetes Sclauorum exorte sint et originem, sicut affirmant, ducant[19]], das eine so große Herrschaft ist, dass von dort alle Stämme der Slawen hergekommen sind und ihre Herkunft, wie sie bekräftigen, ableiten.). (Zerivani [teilweise als Serben interpretiert Dann erwähnt er noch nach den Fresiti, die Serauici, denen die Lucolane, Ungare (Ungarn) und Uuislane (Wislanen) in der Aufzählung folgen.
    De administrando imperio [Bearbeiten]

    Konstantins VII. Porphyrogennetos Werk De administrando imperio (DAI) bezeugt als umfangreichste Quelle die frühe Geschichte der Serben in Byzanz und widmet ihr ein eigenes Kapitel. Darin wird unter anderem erwähnt, dass die Serben von den „ungetauften“ Serbloi (griechisch: αβαπτιστων Σερβλων), die auch „Weiße“ genannt wurden, aus einer Gegend namens Boiki (Böhmen?) abstammen und dort, in Serbien, zwei Brüder den Vater beerbten, wobei sich der eine mit der Hälfte des Volkes nach Südosteuropa aufmachte. Dieses Serbien befand sich nach dem DAI jenseits der „Türken“ (wahrscheinlich ein Turkvolk in der panonnischen Tiefebene oder der Ukraine). Als Nachbarn der Serben in „Boiki“ nennt Porphyrogennetos das Frankenreich und ein Großkroatien, das ebenso wie die Kroaten und Serben auch Weiß genannt wurde.
    Laut DAI sind die byzantinischen Serben im 7. Jahrhundert während der Herrschaft Herakleios' nach der faktischen Landnahme der durch die letzten Einfälle Steppenvölker verödeten Regionen offiziell angesiedelt worden. Hier erwähnt der Autor auch ihre Niederlassung bei Belgrad. Seit dieser Zeit trägt ein Ort nahe Thessaloniki den Namen nach der im DAI beschriebenen von den Serben begründeten Provinz Serblia, heute Servia.[20][21]
    Weiter schreibt er, dass die Zachlumi (Ζαχλούμων), die das Land Zahumlje bewohnen, Nachfahren der Serben sind, die sich zur Zeit der Regentschaft des Herakleios (610-641) dort niederließen. (Οἱ δὲ νῦν οἰκοῦντες ἐκεῖσε Ζαχλοῦμοι Σέρβλοι τυγχάνουσιν ἐξ ἐκείνου τοῦ αρχοντος, τοῦ εἰς τὸν βασιλέα ῾Ηράκλειον προσφυγόντος.)
    Über die Trawunier (serbisch Travunci, Τερβουνιωτῶν) schreibt der Kaiser, dass sie mit den Kanaliten dasselbe Land bewohnen und dass die Einwohner dieses Landes Nachfahren der nichtgetauften Serben seien, die sich zu der Zeit des Kaisers Herakleios dort ansiedelten (᾿Απὸ δὲ τῶν ἀβαπτίστων Σέρβλων οἱ ἐκεῖσε οἰκοῦντες κατάγονται (…)). Nach diesen Trawuniern ist heute noch die Stadt Trebinje in der Republika Srpska benannt.
    Außerdem zählt er noch die Paganier (Paganci) zu den Nachfahren der Serben, die ebenso zur Zeit des Herakleios diesen Landstrich besiedelten (Οἱ δὲ αὐτοὶ Παγανοὶ ἀπὸ τῶν ἀβαπτίστων Σέρβλωνἐξ ἐκείνου τοῦ ἄρχοντος, τοῦ εἰς τὸν βασιλέα ῾Ηράκλειον προσφυγόντος.).
    Arabische Quellen [Bearbeiten]

    Vom arabischen Geographen al-Masudi (Murudj al-dhahab)), ein Zeitgenosse des Konstantin VII., stammt eine Notiz, die sich nach Marquart auf die „weißen Serben“ Porphyrogennitos' bezieht: In einer Beschreibung slawischer Stämme Nord- und Zentraleuropas nennt al-Masudi die „ehrfurchtgebietenden“ (muhīb) Surbīn. Diese Serben waren nach al-Masudi bei den Slawen aus vielen Gründen gefürchtet. Hier nennt er auch einen Kodex, der vorgab, sich selbst zu verbrennen, falls ein Oberhaupt sterben sollte. Daraus kann man folgern, dass es sich um einen Kriegerkodex handelte über den der Reisende berichtet.[22]
    Presbyter Diokleas [Bearbeiten]

    Im 12. Jahrhundert erwähnt der Presbyter Diokleas Surbia (Transmontana, serb. Zagorje), das in zwei Provinzen, westlich der Drina namens Bosna und östlich des Flusses namens Rassa, geteilt war.[23] Surbiam autem quae et Transmontana dicitur, in duas divisit provinciam: unam a magna flumine Drina contra occidentalem palagam usque and montem Pini, quam et Bosnam vocavit, alteram vero ab eodem flumine Drina contra orientalem plagam usque ad Lapiam et Lab, quam Rassam vocavit.

  2. #2

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    ich wüsste immer, die ältesten Illyrier müssen Serben gewesen sein


    Aber wieso steht überall bei diesen "Quellen" Bearbeiten? kann ich jetzt "einfach so" die Geschichte dieses uralten Stammes einfach ändern?

  3. #3
    IbishKajtazi

  4. #4
    Avatar von Paokaras

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    8.315
    Zu Servia:


    Its name derives from the Latin verb "servo" 'to watch over' and it was given by the Romans approximately during the 2nd century A.D. It may be the ancient "Phylacae" (Greek: Φυλακαί) from the Greek verb φυλάσσω mentioned by the Roman writer Pliny the Elder as well as at an ancient Greek inscription found at the city of Veroia: "Παρμενίων Γλαυκία Φυλακήσιος νικητής εν δολίχω" 'Parmenion son of Glauceas from Phylacae winner at Doliche'.


    Klingt logischer irgendwie ^^
    Frueher hies es Phylacae,als die Roemr kammen nannten sie es Servo.Was die selbe bedeutung hat.

  5. #5
    Avatar von Azrak

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    Schöner Text den du geschrieben hast, scheints ja voll vom Thema überzeugt zu sein.

  6. #6
    Avatar von DZEKO

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    Zitat Zitat von Legija Beitrag anzeigen

    Im 12. Jahrhundert erwähnt der Presbyter Diokleas Surbia (Transmontana, serb. Zagorje), das in zwei Provinzen, westlich der Drina namens Bosna und östlich des Flusses namens Rassa, geteilt war.[URL="http://de.wikipedia.org/wiki/Serben#cite_note-22"][23][/URL] Surbiam autem quae et Transmontana dicitur, in duas divisit provinciam: unam a magna flumine Drina contra occidentalem palagam usque and montem Pini, quam et Bosnam vocavit, alteram vero ab eodem flumine Drina contra orientalem plagam usque ad Lapiam et Lab, quam Rassam vocavit.
    Hääääääää, Bosnien gibts doch erst seit den Osmanen.

  7. #7
    Albo-One
    11-jährige YouTube-Gangster sind das.


    ---

    Zurück zum Thema:

    Ich kenne einige Sorben, die sehen ziemlich balkanisch aus, die Sprache der Sorben ähnelt aber eher der polnischen (glaub ich).
    Mehr kann ich nicht sagen, sorry.

  8. #8
    Avatar von Legija

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    Einige Forscher führen die Bezeichnung Rus als alten Namen Russlands und der Russen bzw. Ras als alten Namen Serbiens und der Serben auf den alanischen Teilstamm der Ruchs-as oder auf die sarmatischen Roxolanen zurück. Diese Rukhs-as-Theorie wird aber allgemein abgelehnt und Rus als Bezeichnung der Wikinger in Russland identifiziert.
    Als weitgehend gesichert gilt die Herkunft des Namens der Serben (Srb) und der Kroaten Hrvat (Houravat, Houravati) von sarmatischen Stämmen.

  9. #9
    Cvrcak
    Zitat Zitat von Legija Beitrag anzeigen
    Der Wortstamm srb lässt sich nach Konstantin Jireček in den meisten slawischen Sprachen wiederfinden, so z. B. im polnischen Pasierb/Pasierbica (Halbbruder/Stiefsohn, Halbschwester/Stieftochter), slowenischen Paserbok (ditto), im ukrainischen [I]priserbiti
    Ich habe zuerst, "im ukrainischen posrati" gelesen

  10. #10
    Avatar von Legija

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    Paraćin wurde etwa 1375 erstmals in einem Brief von Zar Lazar namentlich erwähnt. Es wird vermutet, dass die Stadt im 3. Jahrhundert als römisches Lager Sarmatae gegründet wurde.







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