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Serben!!!!!

Erstellt von Legija, 11.03.2011, 18:13 Uhr · 315 Antworten · 23.163 Aufrufe

  1. #31
    Babsi
    phiz waren und bereits weite strecken erfüllten. eine so kräftige masse kann weder später auf einmal vorgerückt sein noch sich anders als in gemächlicher weile überaus fruchtbar entfaltet haben.
    Ihren gesamtnamen der Slaven hatten diese völker damals so wenig empfangen, als die Germanen den der Deutschen; unsern vorfahren aber hieszen sie Winden, Wenden (ahd. Winidâ, ags. Veonodas) und unter dieser benennung Veneti wurden sie auch den Römern auf einzelnen puncten bekannt, gerade wie die Römer die Finnen mit einem unter dem volk selbst ungewöhnlichen deutschen namen kennen lernten. Dies alles dargelegt hat Schafarik, der dem namen Winden für sein volk wolbefugt einen andern einheimischen an hohem alter gleich stellt, den schon bei Plinius 6, 7 unter den maeotischen völkern erwähnten namen Serbi, bei Ptolemaeus Sirbi, wie er noch heute für zwei entlegne slavische stämme, Sorben und Serben, fortbesteht.* nur darin scheint mir der gründliche forscher fehl zu treten, dasz er jetzt die früher von ihm selbst erkannte identität der Serben und Sarmaten leugnet und für den ausdruck Srb cfie vage wurzel su (generare) aus 172dem sanskrit herholt, welche mutter eines jeden mit diesen buchstaben anlautenden worts werden könnte. nichts aber ist natürlicher, als dasz unmittelbar im rücken der Germanen hausende Sarmaten, bei Âlfrêd Sermende **, den Griechen Sauromaten genannt, die grundlage des. slavischen volks bilden; durch ihre wegnahme würde den Slaven ein anhalt in der älteren geschichte entzogen, wie man ihn den Deutschen durch das verkennen ihrer verwandtschaft mit den Geten entrissen hat und das plötzliche verschwinden beider, der Sarmaten wie der Geten, bliebe gleich unerklärlich. den übergang der buchstaben SRB in SRM rechtfertigen e'ine menge ähnlicher***, und das heutige Sirmien (Srijem, Srem) in Serbien, lat. Sirmium zeugt dafür f; Diodors meldung vom auszug der Sauromaten aus Medien über den 'fanais um 633—605 vor Chr. (2, 43) behält ihren vollen werth, ohne dasz vonnöthen wäre weder alle Sarmaten daher zu leiten, noch der slavischen sprache einen näheren bezug auf medische zu geben, als er schon aus der urverwandtschaft mit medischen und persischen völkern folgt. die frühe rührigkcit der Slaven bewährt hier Diodor so willkommen, als die der Deutschen Herodots nachricht von den Geten. sarmatische
    * darf man statt der bei Strabo 290 neben Butonen und Mugilonen genannten 2ißivot mutmaszen Siçßivoi4. deuten sich Mugilonen aus sl. mogila, hügel? ** wie Dalemense, Daleminzi = Datmatae. *** bair. alm für alb; lapp. zhialbme, tjalmi oculus, finn. silmä. wahrscheinlich skr. sarpa, sl. tscherv, tat. serpens mit vermis für evermis, goth. vaurms f. hvaurms, skr. krimi verwandt.
    ■ f noch die attböhm. mater verborum übersetzt Sarmatae durch zirbi (= sirbi.) Sträubt man sich aber wider die gleichstellung von Serben und Sarmaten, so wird eine andere nahliegende deutung des letzten namens noch weniger gefalten. den Litthauern ist sarmata dedecus, was dem böhm. sramota, poln. sromata genau entspricht, altsl. ist sramiti èvrçsnsiv pudore afficere, und mit sram hängt unser ahd. harm, ags. hearm genau zusammen. die litthauischen nachbarn könnten nun in sehr früher zeit den Staven diesen namen aufgehängt haben.
    wildheit angeblicher sittigung und milde der Slaven entgegenzusetzen scheint mir unrathsam, da noch die jüngeren Slaven an kriegerischem, rohem aima. den Germanen nirgend nachstehn. * 2nôçoi, nach Procop 173 de bell. goth. 3, 14 alter gesamtname aller Slaven, und von ihm anоçá3r¡v Sitaxr¡vr¡fxtvoi ausgelegt, soll versetztes Serpi Srbi sein; wer das zend. SP für SV erwägt (aspa f. skr. asva, spenta f. sl. svent), könnte andere deutungen vorschlagen.
    Tacitus ist zweifelhaft, ob die in seiner Germania den schlusz bildenden Peucini, Veneti und Fenni germanische oder slavische völker seien; wir sehn ihn hier wirklich auf der scheide zwischen Deutschen, Slaven und Finnen angelangt. doch Peucini als Bastarnae sind ihm der sprache nach mit recht Deutsche: nur die unreinheit ihrer ehen scheint ihm undeutsch und sarmatisch. die räuberischen Veneti in den waldgebirgen zwischen Finnen und Peucinen hält er deshalb für Germanen, weil sie schon in häusern wohnen, nicht auf wagen wie die Sarmaten. Wenden und Serben, die wir für das nemliche volk erkennen, weichen ihm im stamm von einander ab; doch die verbrüderung der Sarmaten und Daken um diese zeit unter Decebalus läszt beide ungefähr auf gleiche stufe der bildung setzen und den nomadenstand der Sarmaten mag Tacitus übertreiben.
    Die Finnen sind der siebente sprachstamm, und da er noch heute über den Ural in das nordöstliche Asien reicht, in Europa den äuszersten norden besetzt hält, so musz er für mächtig und uralt gelten. wahrscheinlich war er in Europa schon vor den Kelten eingezogen 174 und durch Kelten, Germanen und Slaven aus der mitte gegen norden gedrängt worden; merkwürdige spuren fmnischer sprache haften in Scandinavien, aber ebenwol in andern deutschen mundarten, namentlich der gothischen und niederländischen, vermutlich auch in keltischer zunge. zwischen lappischer und fmnischer sprache waltet gröszerer unterschied, als zwischen litthauischer und lettischer oder welscher und irischer; näher den Finnen als den Lappen stehn Tscheremissen, Syriänen, Morduinen, Ostiaken, Votiaken, und was in der ungrischen fmnischer sprache gehört, trägt sie am weitesten südwärts. Der ganze grammatische bau dieser sprachen steht aber von der sechs übrigen urgemeinschaft so wesentlich ab, dasz man schon darum nicht zaudern darf jene einer früheren in undenkliche vorzeit reichenden einwanderung aus Asien, mit dem sie noch immer in verband bleiben, zuzuschreiben.

    Der' name Finnen wurde diesen völkern schon im holien alterthum, wie Tacitus lehrt, von den Deutschen ertheilt (bekanntlich heiszen in altn. sagen auch die Lappen Fiimar), und die Benennung eines damals noch germanischen volks, der Aestier, gieng im verfolg der zeit auf das finnische der Esten über. Sein land und volk heiszt der Finne Suome, der Lappe Sabme; Suomalainen bezeichnet den Finnen, Sabmelats. Sabmeladzh den Lappen. Schweden nennt der Finne Ruotsi, der-Lappe Ruotti, Deutschland der Finne Saksa, Ruszland Venäjä, worin jenes Wendenland anklingt; Slaven heiszt der Finne Tschud. merkwürdig dasz der Finne für Lappland Pohja, wie der Lappe für Norwegen Vuodn gebraucht: beide namen sind das nemliche und bedeuten fundus (schwed. bottn, boden.) es läszt sich nachweisen, wie der Name Finnar und Qvenir ursprünglich auch derselbe sei.
    Von den Iberern, die gleich den Finnen in Europa vorangiengen und den achten stamm bilden, ist bis auf die baskische sprache alles erloschen; sie müssen aber in frühster vorzeit auf italische und keltische viJlker, wie schon der name Keltiberer zeigt, vielfach eingewirkt haben. 175 Auf Thraker und Skythen, oder den neunten und zehnten volk
    stamm Europas werde ich alsbald ausführlicher zu sprechen kommen. hier schliesze ich die gewonnene übersieht aller einwanderungen mit dem anhang, dasz sie auf der meersküste immer rascher vorzuschreiten scheinen, als im innern des landes, wie eine überströmende flut schnell die seiten, hernach erst die mitte erreicht. So erblicken wir bereits zur Römerzeit germanische Friesen und Bataver westlich vorgedrungen, früher Guttonen und Teutonen, endlich Slaven über Pommern nach Meklenburg und Holstein, während inmitten der länder einheimische kerne der Gallier und Germanen längeren widerstand leisteten.
    IX.
    THRAKER UND GETEN.
    Den Griechen nordwärts über den Humus nach der Donau und 176 zum schwarzen meer dehnte sich Thrakien, sie pflegten aus nordwesten her wehenden wind d-çaaxiùç zu nennen*, mit ihrem frühsten alterthum war thrakisches eng verwachsen: es ist schwer zu sagen, ob die Griechen bei ihrer ankunft schon thrakische stämme vorfanden, oder diese, wie mir wahrscheinlicher wird, ihnen unmittelbar nachrückten. Bereits Homer gedenkt der Thraker und Herodot 5, 3 sagt sogar: Qçr¡ixwv Sé td-voç fityiaróv tari fitrá yt IvSovç navrwv àvd-çuтwv, es musz sich also vormals viel tiefer nach osten erstreckt**, im lauf der zeit zusammengezogen haben. den Griechen mag lebensart und sprache der Thraker, schon ihrer nachbarschaft wegen, und weil einzelne derselben als knechte oder fremdlinge in Griechenland auftraten, bekannt gewesen sein. weiter ab lagen ihnen die Römer, Plinius 4, 11 die einzelnen thrakischen völker herzählend, beginnt: Thracia sequitur inter validissimas Europae gentes, in stra-177 tegias quinquaginta divisa. Als sich römische herschaft in Illyrien, Makedonien und Thrakien gefestigt hatte, konnte es auch den Römern nicht an gelegenheit fehlen, über die thrakischen verhältnisse eigne kunde einzuziehen. wie hätte, seit den dakischen kriegen, diese sich nicht noch erweitern sollen?
    Die Griechen, bevor sie den Römern unterwürfig wurden, wusten fast noch nichts von den Deutschen und diese verschmolzen ihnen unter dem namen der Galater mit den Kelten. Römern dagegen, welche Gallier von Germanen zu scheiden gelernt hatten, konnte auch ein abstand germanischer von thrakischer sprache kaum verborgen bleiben.
    * wie andere völker winde nach der gegend des landes, woher sie streifen: ein wint von Barbarle waet, der ander von Türkie, heiszt es beim Tanhaser MS. 2, 68b. Auch nachtigall und schwalbe ftiegen den Griechen aus Thrakien zu, Babr. 12,8 sagt die eine zur andern:
    riqÖnov ßXejiio as or¡fieçov ¡leià 0ç(ixr¡v. ** Herodot 1, 28. 3. 90. 7, 75 kennt natürlich noch in Asien Thraker.

  2. #32

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    Serben

    In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurden die Serben verpflichtet, den Byzantinern 300 Reiter für Kampagnen in Kleinasien zur Verfügung zu stellen. Der Betrag stieg, folgend der Niederlage der Serben durch Manuel I 1150, auf 500 für asiatische Kampagnen und 2000 für den Dienst in Europa. Andere stellten serbische Gefangene die Ende der 1120er durch Ioannes II. in Anatolien angesiedelt wurden. Sogar nach Serbiens Abspaltung vom Reich, kamen weiter regelmäßig serbische Söldner und unterstützende Truppen in byzantinische Dienste, zum Beispiel 600 bis 1000 Mann in der Armee von Michael VIII in der Schlacht von Pelagonien. Alliierte Kontingente von serbischen Unterstützungstruppen (auch wenn nicht immer aus Serben zusammengesetzt), gewannen stetig an Zahl und Wichtigkeit im Lauf der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Stefan Urosh II. zum Beispiel, borgte 1312 Michael IX 2000 kumanische Reiter, während Ioannes VI. 1342/1343 mit deutschen Söldnern unterstützt wurde. Die letzte Quelle, die die Serben im Kampf für die Byzantiner erwähnt, datiert auf das Jahr 1352 zurück, als Ioannes V. mit 4000 Reitern unterstützt wurde.













  3. #33

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    danke babsi....ich hätts net besser hingekriegt

  4. #34

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    In der sogenannten Fredegar-Chronik (Fredegar ; z.B.
    bei werden für 631/32 erstmals Wenden erwähnt, die „zu wiederholten Malen in Thüringen und anderen Gauen (pagi) des Frankenreiches einfielen, um sie auszuplündern
    Dänen und Sachsen kämpfen gemeinsam gegen die Wenden , das war anno 1042..
    Der Wendenkreuzzug von 1147 bezeichnet den Kreuzzug sächsischer, dänischer und polnischer Fürsten ("anerkannte" christliche Slawen unter Herzog Boleslaw III. Schiefmund ,Boles) gegen die Elbslawen (Wenden) im Gebiet zwischen Elbe, Trave und Oder.

    Zwei Tugenden werden den Wenden von allen deutschen Chronikenschreibern jener Epoche: Widukind, Thietmar, Adam von Bremen, zuerkannt: sie waren tapfer und gastfrei.


    Ihre Tapferkeit spricht aus der ganzen Geschichte jener Epoche, und der Umstand, daß sie, trotz Fehden und steter Zersplitterung ihrer Kräfte, dennoch den Kampf gegen das übermächtige Deutschtum zwei Jahrhunderte lang fortsetzen konnten, läßt ihren Mut in allerglänzendstem Lichte erscheinen.


    Sie waren ausgezeichnete Krieger, zu deren angeborener Tapferkeit sich noch andere kriegerische Gaben, wie sie den Slawen eigentümlich sind, gesellten: Raschheit, Schlauheit, Zähigkeit. Hierin sind alle deutschen Chronisten einig. Ebenso einig sind sie, wie schon hervorgehoben, in Anerkennung der wendischen Gastfreundschaft. »Um Aufnahme zu bitten, hatte der Fremde in der Regel nicht nötig; sie wurde ihm wetteifernd angeboten. Jedes Haus hatte seine Gastzimmer und immer offne Tafel. Freigebig wurde vertan, was durch Ackerbau, Fischfang, Jagd und in den größeren Städten auch wohl durch Handel und Gewerbe gewonnen worden war.

    Je freigebiger der Wende war, für desto vornehmer wurde er gehalten, und für desto vornehmer hielt er sich selbst. Wurde – was übrigens äußerst selten vorkam – von diesem oder jenem ruchbar, daß er das Gastrecht versagt habe, so verfiel er allgemeiner Verachtung, und Haus und Hof durften in Brand gesteckt werden.«

    Sie waren tapfer und gastfrei, aber sie waren falsch und untreu, so berichten die alten Chronisten weiter. Die alten Chronisten sind indessen ehrlich genug, hinzuzusetzen: »untreu gegen ihre Feinde«.

    Es ist bekannt das die Führung von Waffen, die Sache jedes Freien war.


    Ihre ihre Kleidung wird wie folgt beschrieben:

    »Zur nationalen Kleidung gehörte ein kleiner Hut, ein Obergewand, Unterkleider und Schuhe oder Stiefel; barfuß gehen wurde als ein Zeichen der äußersten Armut betrachtet. Die Unterkleider konnten gewaschen werden; der Stoff, aus dem sie bestanden, war also vermutlich Leinewand. Das Oberkleid war wollen.« Über Schnitt und Kleidung und die bevorzugten Farben wird nichts gesagt, doch dürfen wir wohl annehmen, daß sich eine Vorliebe für das Bunte darin aussprach. Der kleine Hut und die leinenen Unterkleider: Rock, Weste, Beinkleid, finden sich übrigens noch bis diesen Tag bei den Spreewaldswenden vor. Nur die Frauentrachten weichen völlig davon ab.

    Die wendische Religion kannte drei Arten der Anbetung:

    Naturanbetung (Stein, Quelle, Baum, Hain).

    Waffenanbetung (Fahne, Schild, Lanze).

    Bilderanbetung (eigentlicher Götzendienst).


    Geschichte der slawischen Sprache ... - Google Bücher







  5. #35

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    Die alten Chronisten haben uns die Namen von vierzehn wendischen Göttern überliefert. Unter diesen waren die folgenden fünf wohl die berühmtesten: Siwa (das Leben); Gerowit (der Frühlingssieger); Swantewit (der heilige oder helle Sieger); Radegast (die Vernunft, die geistige Kraft); Triglaw (der Dreiköpfige.

  6. #36

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    diese Bezeichnung der Serben als Triballer, eine nähere Erklärung wäre notwendig. ob damit seit dem 5 JH vor Christus die Bewohner dieses Gebiets gemeint waren oder tatsächlich Serben? hat wer die notwendigen Quellen oder Infos?

  7. #37

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    Die slawischen Sprachen haben mehr Kasus, als die meisten anderen indoeuropäischen Sprachen. Zum Vergleich: Sanskrit hatte sieben (oder acht) Kasus. Latein hatte sechs Kasus (Nominativ, Vokativ, Genitiv, Ablativ, Akkusativ, Dativ), Griechisch hatte fünf Kasus, hat heute nur noch vier (Wegfall des Dativ). Die Romania haben drei Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ), Deutsch hat vier Kasus (Nominativ, Genitiv, Akkusativ, Dativ).
    Die slawischen Sprachen haben aber sieben Kasus (Nominativ, Vokativ, Genitiv, Ablativ, Akkusativ, Dativ, Instrumental, Lokativ), wie das Sanskrit, also eine sehr alte indoeuropäische Sprache. Wenn man davon ausgeht, dass aus sprachökonomischen Gründen die Kasus zusammenfallen, was eben dazu führt, dass aus den sechs Kasus des Lateinischen in den Romania nur 3 Kasus erhalten sind, dann dürften die slawischen Sprachen grammatisch einen sehr alten Sprachstand konserviert haben. Zum Vgl.: Das Gotische hat schon nur noch die Kasus, die wir im Deutschen auch kennen. Ergo: Das Slawische dürfte sich als eigenständige indoeuropäische Sprache recht früh entwickelt haben.




    Nadine Thielemann, Doktorandin an der Uni Potsdam
    man sagt den slawischen Sprachen, die zu den flektierenden Sprachen gehören, einen großen "Formenreichtum" nach; in der Tat haben die meisten slawischen Sprachen sechs oder sieben Kasus, Bulgarisch und Mazedonisch jedoch keine, manche ein reicheres Tempussystem (so die sorbischen Sprachen, das Kroatische, das Serbische, das Bulgarische und das Mazedonische) usw.

  8. #38

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    Zitat Zitat von Legija Beitrag anzeigen
    Die slawischen Sprachen haben mehr Kasus, als die meisten anderen indoeuropäischen Sprachen. Zum Vergleich: Sanskrit hatte sieben (oder acht) Kasus. Latein hatte sechs Kasus (Nominativ, Vokativ, Genitiv, Ablativ, Akkusativ, Dativ), Griechisch hatte fünf Kasus, hat heute nur noch vier (Wegfall des Dativ). Die Romania haben drei Kasus (Nominativ, Akkusativ, Dativ), Deutsch hat vier Kasus (Nominativ, Genitiv, Akkusativ, Dativ).
    Die slawischen Sprachen haben aber sieben Kasus (Nominativ, Vokativ, Genitiv, Ablativ, Akkusativ, Dativ, Instrumental, Lokativ), wie das Sanskrit, also eine sehr alte indoeuropäische Sprache. Wenn man davon ausgeht, dass aus sprachökonomischen Gründen die Kasus zusammenfallen, was eben dazu führt, dass aus den sechs Kasus des Lateinischen in den Romania nur 3 Kasus erhalten sind, dann dürften die slawischen Sprachen grammatisch einen sehr alten Sprachstand konserviert haben. Zum Vgl.: Das Gotische hat schon nur noch die Kasus, die wir im Deutschen auch kennen. Ergo: Das Slawische dürfte sich als eigenständige indoeuropäische Sprache recht früh entwickelt haben.




    Nadine Thielemann, Doktorandin an der Uni Potsdam
    man sagt den slawischen Sprachen, die zu den flektierenden Sprachen gehören, einen großen "Formenreichtum" nach; in der Tat haben die meisten slawischen Sprachen sechs oder sieben Kasus, Bulgarisch und Mazedonisch jedoch keine, manche ein reicheres Tempussystem (so die sorbischen Sprachen, das Kroatische, das Serbische, das Bulgarische und das Mazedonische) usw.

    Serbisch ist keine indoeuropäische Sprache Junge

  9. #39

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    Ptolemaios


    Die Geographie des Claudius Ptolemäus bezeichnet mit Σέρβοι (transkr. Serboi), nach Quelle Serber, einen Stamm im asiatischen Sarmatien, der am Unterlauf der Wolga zwischen dem Keraunischen und Hippischen Gebirge neben den Orinaiern und Valern siedelte.A. Kazhdan: Serboi. In: Oxford Dictionary of Byzantium, 1991, III, 1875.Alfred Stückelberger, Gerd Graßhoff (Hrsg.): Ptolemaios, Handbuch der Geographie, Schwabe Verlag, Basel 2006, S. 530f
    Weiterhin erwähnt Ptol. eine Stadt Σερβίτιον (Serbition) bzw. Σέρβινου (transkr. Serbinou, Serbinos ), dass in lateinischen Übersetzungen zu Servitium umgewandelt wurde. Letztere Deutungen der Koordinaten verschieben die Stadt aus dem heutigen Ungarn nach Gradiška im Nordwesten BosniensAlfred Stückelberger, Gerd Graßhoff (Hrsg.): Ptolemaios, Handbuch der Geographie, Schwabe Verlag, Basel 2006.

  10. #40

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    Zitat Zitat von ooops Beitrag anzeigen
    diese Bezeichnung der Serben als Triballer, eine nähere Erklärung wäre notwendig. ob damit seit dem 5 JH vor Christus die Bewohner dieses Gebiets gemeint waren oder tatsächlich Serben? hat wer die notwendigen Quellen oder Infos?

    hier juuunnnggeeee lies......


    Eine bemerkenswerte Bezeichnung oströmischer Chronisten für die Serben ist jedoch Triballer (Τριβαλλῶν).[Polypleuros nous - Google Bücher Byzantinisches Archiv, Band 19 Polypleuros nous, von Cordula Scholz, Georgios Makris, Leipzig/München, 2000] Sich auf die aus dem 5. Jahrhundert vor Christi Geburt durch den Vater der Geschichte Herodot erstmals festgehaltene Erwähnung dieser Triballer beziehend, der in seinen Historien eine Triballische Ebene (πεδίον τὸ Τριβαλλικὸν) erwähnt, die teilweise als Amselfeld (Kosovo polje)[Allgemeine Encyklopädie der ... - Google Bücher Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, Leipzig 1832] oder als Morawatal identifiziert wird, ist diese Bezeichnung für die Serben bis ins späte Mittelalter in Byzanz ganz und gar üblich. Nach byzantinischen Quellen z. B. ließ sich Stefan Uroš IV. Dušan zum Kaiser der Romäer und Triballer ausrufen (βασιλέα έαυτὸν ἁνηγόρευε ῾Ρωμαίων καὶ Τριβαλλῶν).[Polypleuros nous - Google Bücher Byzantinisches Archiv, Band 19 Polypleuros nous, von Cordula Scholz, Georgios Makris, Leipzig/München, 2000] Im 15. Jahrhundert schreibt Laonicus Chalcocondylus über diese Triballer, womit die Serben gemeint waren, sie seien der älteste und größte Stamm des ganzen Erdenkreises.Heinrich Kunstmann: [Die Slaven: ihr Name, ihre Wanderung ... - Google Bücher Die Slaven, Ihr Name, ihre Wanderung nach Europa und die Anfänge der russischen Geschichte in historisch-onomastischer Sicht.] Steiner, Stuttgart 1996, ISBN 3-515-06816-3, S. 125. Derart „superativische“ Bezeichnungen werden den Serben von verschiedenen mittelalterlichen Schriftstellern nachgesagt.Heinrich Kunstmann: Beiträge zur Geschichte der Besiedlung Nord- und Mitteldeutschlands mit Balkanslaven. Sagner, München 1987, ISBN 3-87690-385-8, S. 186. Das zeigt die Tendenz dieser Chronisten die Serben mit den Slawen als Ganzes gleichzusetzen, als slawischen Urstamm bzw. Überbegriff für alle Slawen.

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