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Serbiens last Jüngster Vergangenheit!

Erstellt von Minci, 27.12.2005, 11:25 Uhr · 23 Antworten · 1.072 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Minci

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    18.11.2005
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    Serbiens last Jüngster Vergangenheit!

    Serbiens Last der jüngsten Vergangenheit
    Die Aufarbeitung der Geschichte als Teil der Erneuerung
    In Serbien hat die Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte und der Rolle Belgrads in den Kriegen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien begonnen. Erstmals wird auch über serbische Kriegsverbrechen öffentlich diskutiert. Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist eine wichtige Voraussetzung für eine wirkliche Demokratisierung.
    C. Sr. Belgrad, Anfang Juni

    Vor einiger Zeit hat eine serbische Lokalzeitung darüber berichtet, dass Taucher auf dem Grund der Donau auf einen Kühllastwagen gestossen seien. Darin hätten sich die Leichen von Kosovo- Albanern befunden, unter ihnen auch die sterblichen Überreste von Frauen und Kindern. Die Leichen seien dann in einen andern Lastwagen verladen, weggeschafft und an einem unbekannten Ort verscharrt worden. Dies geschah im April 1999. Die Ermittlungen wurden eingestellt, nachdem die Angelegenheit zum Staatsgeheimnis erklärt worden war. Vor kurzem bestätigte der serbische Innenminister diese Berichte. Damit wurde, erstmals überhaupt, offiziell zugegeben, dass Serben - sie galten bisher immer nur als Opfer - Kriegsverbrechen begangen haben. Der Innenminister ging noch weiter: Er erklärte, dass der inhaftierte frühere jugoslawische Präsident Milosevic die Vertuschung des Falls persönlich angeordnet habe. Damit wurde Milosevic erstmals direkt mit serbischen Kriegsverbrechen in Kosovo in Verbindung gebracht.

    Beginn einer öffentlichen Debatte
    Dieses Eingeständnis ist nach Meinung von führenden Vertretern der sogenannten alternativen Szene von grosser Bedeutung. Zu ihnen gehören Intellektuelle und Menschenrechtler, die den serbischen Nationalismus und die Kriegspolitik Milosevics zu einer Zeit bekämpft hatten, als dies noch Mut erforderte. Ob mit den Enthüllungen des Innenministeriums die Bevölkerung auf eine Auslieferung des früheren Präsidenten an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag vorbereitet wird oder ob es andere politische Gründe dafür gibt - in einem Punkt sind sich alle einig: In Serbien hat die öffentliche Debatte über die jüngste Vergangenheit, über die Kriege auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien und die Rolle Belgrads begonnen. Man spricht nun auch öffentlich über serbische Kriegsverbrechen, vor allem über solche, die in Kosovo - also im eigenen Land - begangen wurden. Das wäre noch vor wenigen Monaten ausserhalb geschlossener intellektueller Zirkel undenkbar gewesen.

    Eine bedeutende Rolle bei der Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit spielt der Radio- und Fernsehsender B-92. So wurden im Rahmen der Fernsehreihe «Wahrheit, Verantwortung, Versöhnung» der BBC-Dokumentarfilm «Schrei aus dem Grab» über die serbischen Verbrechen in Srebrenica sowie der Dokumentarfilm «Die Belagerung Sarajewos» des Bosnjaken Suad Kapic gezeigt. Mit der Aufarbeitung der Vergangenheit beschäftigt sich auch die Radiosendung «Katharsis», die seit März 2000 jeden Samstag ausgestrahlt wird. Darin kommen Opfer der Kriege in Kroatien, Bosnien und Kosovo zu Wort, Serben und Angehörige anderer Volksgruppen.

    Neben der Publikation von Büchern über die Aufarbeitung der Vergangenheit in andern Ländern und über die jüngste Geschichte Jugoslawiens sowie der Organisation internationaler Konferenzen zum Thema «Wahrheit, Verantwortung, Versöhnung» gehört auch der Aufbau eines Dokumentationszentrums zu den Aktivitäten von B-92. Geplant sind in einer ersten Phase, im Sinne einer Bestandesaufnahme, die Sammlung und die systematische Erfassung aller Bücher, Zeitschriftenartikel und Filme ausländischer und einheimischer Autoren, die sich mit den Kriegen 1991-1999 und den in dieser Zeit begangenen Verbrechen befassen. Das Material soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Später will man auch in die Städte und Dörfer Serbiens gehen, um den Leuten die Filme zu zeigen oder auch anderes Material zu präsentieren.

    Tatsachen statt Ideologien
    Das Ziel all dieser Aktivitäten ist offensichtlich: Die Serben sollen wissen, was unter der Herrschaft Milosevics geschehen ist. Die Kriegsverbrechen sollen nicht vertuscht oder verschwiegen werden. Die Fakten müssen der Öffentlichkeit schonungslos präsentiert werden, und die Bevölkerung muss dazu gebracht werden, sich auch mit dem auseinanderzusetzen, was Serben im Namen Serbiens andern Völkern angetan haben. Der Chef von B-92, Veran Matic, will vermehrt, wie er im Gespräch betont, eigene Programme über Kriegsverbrechen produzieren und nicht einfach ausländische übernehmen, denn die Bevölkerung habe viel mehr Vertrauen in die einheimischen Produktionen. Matic plant die Bildung von kleinen Teams für Reportagen über Kriegsverbrechen, und zwar über solche, die von Serben verübt, und solche, die an Serben begangen wurden.

    Die Mitarbeiter von B-92 und alle jene, denen die Aufarbeitung der jüngsten serbischen Vergangenheit ein wirkliches Anliegen ist, stehen erst am Anfang. Das zeigen die heftigen Reaktionen auf die Sendungen von B-92, die von Ablehnung über Verunsicherung und Gleichgültigkeit bis hin zu Betroffenheit reichen. Das hätten die Serben nicht getan, sagen die einen. Es seien die andern gewesen, die Kriegsverbrechen an Serben begangen hätten. Das sei alles üble Propaganda des Westens, der schon immer für alles die Serben verantwortlich gemacht habe. Ganz im Stile der kollektiven und entindividualisierten Rhetorik des alten Regimes werden die Serben als Opfer einer Weltverschwörung betrachtet. Von «Verrat» und «Verletzung der Würde des serbischen Volkes» ist die Rede. Andere wiederum bringen ihre Erschütterung zum Ausdruck. Sie hätten zwar gehört, dass es solche Verbrechen gegeben habe, doch hätten sie nicht glauben können, dass sie tatsächlich von Serben begangen worden seien. Es sei schlimm, dass solches geschehen sei.

    Trotz allem Widerstand in der Öffentlichkeit ist in der alternativen Szene die Meinung verbreitet, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte grösser sei als bei vielen Politikern. Langsam setze sich die Erkenntnis durch, dass auch die Serben nicht nur Opfer, sondern auch Täter gewesen seien. Dies sei aber ein überaus schmerzhafter und langwieriger Prozess, der in Serbien - wie das auch in andern Ländern der Fall war - viel Zeit und Geduld erfordere.

    Überwindung der Gleichgültigkeit
    Viele scheinen allerdings nicht recht zu wissen, was sie von den Sendungen von B-92 halten sollen. Die meisten wollen mit all dem, was geschehen ist, nichts zu tun haben und endlich ein ganz normales Leben führen. Sie sind weder am Massaker von Srebrenica noch an der Belagerung von Sarajewo interessiert. Was sie vor allem beschäftigt, ist die Frage, wie sie angesichts des sich ständig verschlechternden Lebensstandards materiell über die Runden kommen. Für die Historikerin Latinka Perovic ist denn auch die Überwindung dieser Gleichgültigkeit, die sie als Krankheit bezeichnet, eine der wichtigsten Aufgaben. Dies könne nur gelingen, wenn man - fern jeglicher Schuldzuweisungen - die Menschen mit Tatsachen und Fakten konfrontiere. Wichtig für den Erfolg all dieser Bemühungen ist vor allem auch die politische Unterstützung. Der jugoslawische Präsident Kostunica rief vor kurzem eine «Kommission für Wahrheit und Versöhnung» ins Leben, die sich mit den Ursachen des Zerfalls des alten Jugoslawien und den Kriegen befassen soll. Die Kommission ist sogleich nach ihrer Gründung auf heftige Kritik gestossen. Sie sei zu hastig gebildet worden. Ihr Mandat sei schwammig, ihre Aufgabe unklar, ihr Programm nebulös. Das Wort «Kriegsverbrechen» werde mit keinem Wort erwähnt. Auch seien ihre Mitglieder (mit der Ausnahme eines Ungarn) alle Serben und serbisch- orthodox. Es gebe keinen einzigen Montenegriner, keinen Muslim und keine Vertreter aus Bosnien, Kroatien oder Kosovo. Auch habe Kostunica Leute in die Kommission berufen, die wegen ihrer früheren nationalistischen Verstrickungen nicht glaubwürdig seien. Latinka Perovic, die bereits an der ersten Sitzung ihren Rücktritt aus der Kommission bekannt gegeben hat, führt im Gespräch noch einen andern Grund für ihren Schritt an. Es habe keinen Sinn, so meint sie, erneut eine Geschichte über den Zerfall Jugoslawiens und die Ursachen der Kriege aus serbischer Sicht zu schreiben; mit dem Festhalten an der «serbischen Wahrheit» werde nur der alte Konflikt fortgesetzt.

    Gewisse Kritiker der Kommission befürchten denn auch, dass es Kostunica vor allem darum gehe, dem Ausland ein anderes, aus serbischer Sicht differenzierteres Bild von den Ursachen der Kriege zu vermitteln und damit das schlechte Image der Serben im Westen aufzupolieren. Fast alle Serben sind sich darin einig, dass das Bild, das ausserhalb des Landes von der Rolle Belgrads beim Zerfall Jugoslawiens gezeichnet wird, zu düster und sehr einseitig ist. In der Sichtweise der Kroaten und der Bosnjaken, die insgesamt auch vom Westen geteilt wird, war der Krieg von Belgrad angezettelt worden; ihren Ländern sei nichts anderes übrig geblieben, als sich gegen die serbische Aggression zu verteidigen.

    Für Belgrad hingegen handelte es sich um Bürgerkriege, denen die - von Westeuropa und den USA unterstützte - Sezession Kroatiens und Bosniens und damit die Zerschlagung des damaligen jugoslawischen Staates vorausgegangen waren. Daraus folgt aus serbischer Sicht: Alle haben Kriegsverbrechen begangen, für den Ausbruch der Kriege sind die andern ebenso verantwortlich wie Belgrad. Auch in Kreisen der alternativen Szene ist die Meinung zu hören, dass die Hauptverantwortung für die Kriege nur deshalb auf Belgrad laste, weil Serbien mehr militärische Mittel zur Verfügung gehabt habe. Laut den jüngsten Meinungsumfragen betrachtet die überwiegende Zahl der Serben den kroatischen Nationalismus, Tudjman und die USA als die Hauptverantwortlichen für den Zerfall Jugoslawiens. Ob es sich bei der Wahrheitskommission nur um eine Alibiübung handelt, um dem Westen Sand in die Augen zu streuen, oder ob sie wirklich den Mut hat, die Ereignisse schonungslos aufzuarbeiten und serbische Kriegsverbrechen aufzudecken, wird sich zeigen. Mitglieder der Kommission sehen ihre Aufgabe vor allem auch darin, Anstösse bei der Suche nach der Wahrheit zu geben. Auch scheint man in der Kommission einen Teil der Kritik ernst zu nehmen, was als ein gutes Zeichen gedeutet wird.

    Ambivalente Haltung der Regierung
    Die Frage allerdings drängt sich auf, ob die neue politische Führung wirklich an einer Aufarbeitung der Vergangenheit und an der Aufdeckung von serbischen Kriegsverbrechen interessiert ist. Ihre Haltung in dieser Frage ist zwiespältig und ambivalent. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass viele der heute führenden Politiker als Oppositionelle mit dem alten Regime in der einen oder andern Weise verbunden waren. Manche hatten sich zeitweise gar noch nationalistischer gebärdet als das Regime. Bisher hat jedenfalls noch kein Politiker den Mut aufgebracht, die Bosnjaken, die Kroaten oder die Albaner in Kosovo wegen der vom alten Regime begangenen Kriegsverbrechen um Entschuldigung zu bitten. Perovic fordert denn auch einen klaren Bruch mit der Politik des alten Regimes, das «ethnische Säuberungen» - und damit Kriegsverbrechen - als Mittel zur Erreichung politischer Ziele eingesetzt habe. Politiker, die früher erklärt hätten, ein Zusammenleben der Volksgruppen sei unmöglich, dürften heute nicht in der Regierung sein.

    Die Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit ist für die einzelnen Opfer und für die serbische Gesellschaft insgesamt von grösster Bedeutung. Sie ist nicht nur die Voraussetzung für die Einsicht in die Notwendigkeit der Bestrafung von Kriegsverbrechern und für den Beginn des Prozesses der Versöhnung, sondern auch, wie führende Köpfe der alternativen Szene betonen, für den Aufbau einer demokratischen Ordnung, für den Erfolg der politischen Reformen und der Modernisierung Serbiens insgesamt

  2. #2
    Gast829627
    tja mansch andere länder gedenken nicht mal sich mit ihrer vergangenheit auseinander zu setzten....

    aber zu dem oben genannten fall mit dem kühlwagen ...wurde auch in haag behandelt aber jedoch als sehr dubios befunden weil es sich so dargestellt hatte als ob die jenigen die ihn da vesunken hatten wollten das man ihn wiederfindet und das ohne probleme

  3. #3
    Avatar von Minci

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    bla bla....andere liefern ihre verbrecher aus...aber bei den serben wars ja nie einer....siehe mladic etc...waren die ja auch nicht oder

  4. #4
    Gast829627
    Zitat Zitat von Minci
    bla bla....andere liefern ihre verbrecher aus...aber bei den serben wars ja nie einer....siehe mladic etc...waren die ja auch nicht oder
    ooh sreco moja...noch ist nix bewiesen...duso moja 8)

  5. #5
    Avatar von Minci

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    Zitat Zitat von Legija
    Zitat Zitat von Minci
    bla bla....andere liefern ihre verbrecher aus...aber bei den serben wars ja nie einer....siehe mladic etc...waren die ja auch nicht oder
    ooh sreco moja...noch ist nix bewiesen...duso moja 8)
    stimmt hast recht...serbien hat noch nicht das kleingeld zusammen um den leuten ein vernünftiges taschengeld zu bieten damit alles mal wieder nur ein reines missverständniss war ne...

  6. #6
    Gast829627
    Zitat Zitat von Minci
    Zitat Zitat von Legija
    Zitat Zitat von Minci
    bla bla....andere liefern ihre verbrecher aus...aber bei den serben wars ja nie einer....siehe mladic etc...waren die ja auch nicht oder
    ooh sreco moja...noch ist nix bewiesen...duso moja 8)
    stimmt hast recht...serbien hat noch nicht das kleingeld zusammen um den leuten ein vernünftiges taschengeld zu bieten damit alles mal wieder nur ein reines missverständniss war ne...

    ähhhh wat is los ..... :? :?

    ja mein engel alles wie du es sagst.......











    na können wir jetzt zu dir?? 8O :wink: 8)

  7. #7
    Avatar von Minci

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    Sollte das ein versuch werden mich zum schweigen zu bringen?

  8. #8
    Gast829627
    Zitat Zitat von Minci
    Sollte das ein versuch werden mich zum schweigen zu bringen?

    nein wenn wir erst mal bei dir sind kannst du auch gern schreien... :wink:


    dann wird nämlich.... :love6:

  9. #9
    Avatar von Minci

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    Zitat Zitat von Legija
    Zitat Zitat von Minci
    Sollte das ein versuch werden mich zum schweigen zu bringen?

    nein wenn wir erst mal bei dir sind kannst du auch gern schreien... :wink:


    dann wird nämlich.... :love6:
    jap befehle schreien...ich würd dich ans bett ketten und mit der peitsche bearbeiten bis du die bosnische nationalhymne auswendig ohne su flennen singen könntest....

  10. #10
    Gast829627
    Zitat Zitat von Minci
    Zitat Zitat von Legija
    Zitat Zitat von Minci
    Sollte das ein versuch werden mich zum schweigen zu bringen?

    nein wenn wir erst mal bei dir sind kannst du auch gern schreien... :wink:


    dann wird nämlich.... :love6:
    jap befehle schreien...ich würd dich ans bett ketten und mit der peitsche bearbeiten bis du die bosnische nationalhymne auswendig ohne su flennen singen könntest....
    die hat aber keinen text :wink:

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