BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Erweiterte Suche
Kontakt
BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen
Benutzerliste

Willkommen bei BalkanForum - das Forum für alle Balkanesen.
Seite 10 von 10 ErsteErste ... 678910
Ergebnis 91 bis 97 von 97

Die Slowenen

Erstellt von Taudan, 04.09.2011, 18:35 Uhr · 96 Antworten · 9.836 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von Caput

    Registriert seit
    15.10.2011
    Beiträge
    149
    @Zmajček

    Das ist mir jetzt ein wenig zu kompliziert und das musst du vll. mit Taudan abklären,aber insgesamt mag ich diesen Thread und würde mir schon wünschen, dass er nicht an Themaverfehlung zugrunde geht.
    So reicht euch die Patschihändchen und führt diesen wunderschönen Thread in positiver Weise weiter.....ich weiss, dass ihr es könnt!

  2. #92

    Registriert seit
    07.02.2009
    Beiträge
    4.203
    Zitat Zitat von Taudan Beitrag anzeigen
    Ich verfasse mal dieses thema,weil nicht wirklich wiel über slowenen hier geschrieben wird.


    Die meisten Slowenen (1.730.000) leben innerhalb der Grenzen der unabhängigen Republik Slowenien, und eine nicht geringe Zahl an Slowenen lebt als Minderheit in den Grenzregionen Italiens (100.000), Österreichs (50.000), Kroatiens (25.000) und Ungarns (6.000). Außerdem sind eine beachtliche Zahl an slowenischen Emigranten (300.000) über ganz Europa und Übersee verstreut. Das Slowenische gehört zur südslawischen Sprachengruppe; die Sprache begann sich im sechsten Jahrhundert zu entwickeln, als die Slawen die Ostalpen, die westliche Pannonische Tiefebene und die Karstregion oberhalb der Triester Bucht besiedelten. Die ersten Handschriften in slowenischer Sprache, die unter dem Namen Freisinger Denkmäler bekannten katholischen Liturgien, entstanden etwa im Jahr 1000, aber die eigentliche Entwicklung der slowenischen Schriftsprache begann erst mit den protestantischen Schriften. Der protestantische Reformator Primoć Trubar gab 1550 das erste slowenische Buch, einen Katechismus, heraus, und Jurij Dalmatin übersetzte 1584 die Bibel ins Slowenische. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts nahm die slowenische Sprache mit dem von Hieronymus Megisar zusammengestellten mehrsprachigen Wörterbuch ihren Platz unter den europäischen Sprachen ein.
    Anfangs wurden das von den Slowenen besiedelte Territorium „Sclavinia“ und seine Bewohner „Sclavi“ genannt; nachdem aber die slowenische Bevölkerungsdichte in Karantanien (dem heutigen Kärnten) am höchsten war, wurden sie auch „Karantanci“ genannt. Da die slowenische Sprache vorwiegend von slowenischen protestantantischen Schriftstellern aus der Provinz Krain geprägt wurde, identifizierte man ab dem 16.Jahrhundert die Slowenen mehr und mehr mit den Krainern und dem Land Krain. Das seit dem 6.Jahrhundert besiedelte slowenische Territorium erreichte im 9.Jahrhundert seine größte Ausdehnung und erstreckte sich von der Triester Bucht bis zur Donau im Norden und dem Plattensee im Osten. Danach verkleinerte sich das slowenische Volksgebiet aufgrund der Germanisierung im Westen und Norden und der Einwanderung der Ungarn in die Pannonische Tiefebene. Bis zum 15.Jahrhundert stabilisierten sich die slowenischen Volksgrenzen und blieben bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts unverändert.
    Nachdem die Langobarden 568 in Italien eingefallen waren, begannen die slawischen Stämme und die Awaren mit der Besiedlung der westlichen Pannonischen Tiefebene und der Ostalpen. Ihre Ausbreitung wurde am östlichen Rand der Friaulischen Ebene durch den „Langobarden-Limes“ gestoppt, und am Oberlauf der Drava (Drau) kämpften sie gegen die Bayern um Land. Bis zum Ende des 7. Jahrhunderts lebten die Slawen in dieser Region unter der Herrschaft der Awaren. Zwischen 623 und 658 waren die slawischen Stämme zwischen der oberen Elbe und den Karawanken in ihrem ersten Staat unter König Samo vereint. Dieser Staat brach nach Samos’ Tod auseinander, aber Karantanien blieb auf dem Gebiet des heutigen Kärnten bestehen. Mitte des 7.Jahrhunderts entstand daraus der erste slowenische Staat unter der Herrschaft von Fürst Valuk mit dem Schloß Krn bei Maria Saal als Zentrum. Nach der Allianz mit den Bayern gegen die Awaren im 8.Jahrhundert mußten die Slowenen die fränkische Herrschaft anerkennen und sich zum Christentum bekehren. Im Jahre 796 wurde das Kirchenterritorium entlang der Drava (Drau) zwischen dem Erzbistum Salzburg und dem Patriarchat von Aquileia aufgeteilt. Diese Teilung blieb bis zum 18.Jahrhundert so bestehen. Anfang des 9.Jahrhunderts brach das Königreich der Awaren auseinander, und die Slowenen aus den Alpen besiedelten die untere Pannonische Tiefebene und Istrien. Nach der Teilung des fränkischen Reichs durch den Vertrag von Verdun von 843 wurden alle Slowenen Karantaniens unter den Franken vereint. Um das Jahr 840 erwarb Graf Pribina das Territorium als Lehen von den Franken und errichtete seinen Sitz im Balaton-Schloß an der Mündung der Zala am Plattensee. Unter dem Einfluß der byzantinischen Missionare Cyril und Methodicus distanzierte sich sein Nachfolger Graf Kocelj (861-874) von den fränkischen Bischöfen und gründete ein unabhängiges Fürstentum. Nach dem Friedensschluß zwischen den Mähren und Deutschen im Jahr 874 verlor das letzte slowenische Staatsgebilde seine Unabhängigkeit, und im folgenden Jahrtausend waren Gottesdienste in lateinischer Sprache und eine fremde Kultur vorherrschend.
    Gegen Ende des 9.Jahrhunderts entwickelte sich das sogenannte Königreich Karantanien zu einer Sonderform von Herzogtum und erstreckte sich über das Territorium von der Quelle der Drava bis zur Donau und Kolpa. In dieser Zeit begannen die Ungarn in die Pannonische Tiefebene vorzudringen, ließen sich 896 endgültig dort nieder und erschwerten dadurch den Kontakt zwischen den West- und Südslawen. Nach der Niederlage der Ungarn auf dem Lechfeld im Jahr 955 zogen die Bayern und karantanischen Slowenen weiter nach Osten bis an die Flüsse Raba, Sotla, Krka und Kolpa und legten damit die Volksgrenzen zwischen Slowenen, Kroaten und Ungarn für immer fest. Ende des 10.Jahrhunderts löste sich Karantanien von Bayern, aber bald darauf zerfiel Groß-Karantanien, und damit scheiterte auch die Einführung des Feudalsystems im gesamten slowenischen Territorium. Ab dem 12.Jahrhundert breiteten sich die Slowenen innerhalb der historischen Provinzen Kärnten, Steiermark, Krain und später Gorizia aus. Die slowenische Besiedlung Österreichs fand schon im 13.Jahrhundert ihr Ende. Die deutsche Kolonisation erreichte das Villach-Becken in Kärnten, das Grazer Becken in der Steiermark und die Flußniederung der Sora im Land Krain; und in der Friaulischen Ebene dominierte die italienische Kolonisation.
    Mit der neuen Welle der deutschen Kolonisation aus dem Norden bildete sich die Volksgrenze im 15.Jahrhundert entlang von Hermagor im Gail-Tal, am Berg Dobratsch, bei Villach, Maria Saal, dem Gebirgszug Saualpe, dem Kozjak Gebirge, bei Radgona/Bad Radkersburg und dem Fluß Kucnica. Dieser Grenzverlauf blieb bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts unverändert. Ab etwa 1500 hielten die Habsburger die Vorherrschaft auf dem slowenischen Territorium und regierten bis 1918 fast das gesamte Gebiet. Die Provinzen Steiermark, Krain, Kärnten, Istrien und später auch Gorizia bildeten zusammen „Inner-Österreich“. In der ersten Hälfte des 15.Jahrhunderts waren die Fürsten von Celje mächtiger als die Habsburger, aber die Habsburger erbten das Territorium, als der letzte Graf der Celje-Dynastie starb. Während des zehnjährigen Krieges (1479-1489) zwischen dem Habsburger Friedrich I. und Matthias Corvinus, dem König von Ungarn und Kroatien, war der größere Teil des slowenischen Territoriums in der Hand der Ungarn. Wegen seiner erfolgreichen Verteidigung gegen die Türken und seiner Unterstützung der slowenischen Bauernschaft wurde Matthias Corvinus zum slowenischen Volkshelden. Nach dem Fall Bosniens 1463 erfolgten zahlreiche türkische Invasionen ins slowenische Territorium, in deren Verlauf etwa ein Drittel der slowenischen Bevölkerung getötet oder entführt wurde. Während der großen Bauernaufstände gegen das Feudalsystem (1478, 1515 und 1573) verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Feudalherren und den Bauern.
    In der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts kam es im Zuge der Reformation zur Herausgabe des ersten Buches in slowenischer Sprache, zur Gründung einer öffentlichen Bibliothek, einer Druckerei und eines Internats. Mit dem Beginn der Gegenreformation am Ende des Jahrhunderts mußten protestantische Prediger und Gelehrte zum katholischen Glauben zurückkehren oder das Land verlassen. Alle protestantischen Institutionen wurden zerstört, allein in Ljubljana elf Wagenladungen an Büchern verbrannt, und über 750 der wohlhabendsten bürgerlichen und aristokratischen Familien mußten slowenisches Territorium verlassen. Die einzigen verbliebenen Protestanten lebten in der Region zwischen Mura und Raba. Nach dem Erfolg der Gegenreformation schwand der Einfluß der deutschen Länder und die italienischen Einflüsse und die barocke Kunst gewannen an Stärke. Das Habsburger Reich erlebte nach dem Rückzug der Türken aus dem mittleren Donaugebiet Ende des 17.Jahrhunderts eine Blütezeit. Handelsstraßen von Wien nach Rijeka und Triest wurden quer durch slowenisches Territorium gebaut, die freie Seefahrt über die Adria wurde 1717 zugelassen, und Triest wurde 1769 zu einem Freihafen erklärt. Nach den von Maria Theresia eingeführten Reformen begann eine slowenische Staatsrenaissance. Die slowenischen Regionen schlossen sich durch ein einheitliches Markt- und Transportsystem enger zusammen. In den Schulen wurde slowenisch gesprochen, und Joseph II., Thronfolger von Maria Theresia, führte die allgemeine Schulpflicht ein. Anton Tomać Linhart, der durch seine Geschichtsstudien wissenschaftlich belegte, daß die zwischen der Drava und der Adria lebenden Völker die slowenische Nation ausmachten, hatte es sich zum Ziel gesetzt, auf slowenischem Boden Schulen und öffentliche Bibliotheken sowie eine Universität in Ljubljana zu gründen. Die Jansenist-Gelehrten lenkten ihre Aufmerksamkeit auf die Vereinheitlichung des Slowenischen auf der Grundlage der Sprache in Dalmatins Bibelübersetzung.
    1797 zwangen französische Truppen unter Napoleon die österreichische Armee zur Kapitulation. Nach dem Vertrag von Campo Formio erwarb Österreich den größten Teil der zusammengebrochenen Republik Venedig und vereinte die Slowenen in Istrien und dem venezianischen Slowenien. 1809 besetzten die Franzosen zum dritten Mal slowenisches Territorium und schlossen nach dem Vertrag von Schönbrunn einen Großteil des Gebiets an die Illyrischen Provinzen an. Ihr Finanz- und Verwaltungszentrum war Ljubljana. Einerseits bedeutet die kurze Periode französischer Herrschaft (1809-1813) durch die Einführung von Napoleons „kontinentalem System“ einen Rückschlag für den Handel, insbesondere für den Triester Hafen, andererseits aber wurde die Regierungsverwaltung modernisiert und in den Grund- und weiterführenden Schulen die slowenische Sprache eingeführt, was später auch Auswirkungen auf das Bildungswesen in Österreich hatte. Nach dem Ende der französischen Besatzung gelangte Metternichs Regime an die Macht und der Großteil des slowenischen Volkes wurde in den Deutschen Bund (1815-1866) einbezogen, was den Gebrauch der deutschen Sprache in Schulen und Ämtern wieder aufleben ließ. Eine Gruppe Intellektueller um Matija »op entwickelte ein neues slowenisches Nationalbewußtsein, und der Dichter France Preţeren hatte beträchtlichen Einfluß auf die Vereinheitlichung der slowenischen Sprache und den Nationalgedanken im allgemeinen.
    Im Revolutionsjahr 1848 bildete sich die nationalistische Bewegung „Vereintes Slowenien“ heraus. Diese Bewegung entstand zunächst in Klagenfurt (Matija Majer), dann in den Wiener Intelligenz- und Studentenzirkeln und später in Graz und Ljubljana. Sie forderte die Einführung des Slowenischen in Schulen und Ämtern, die Vereinigung der Slowenen innerhalb des österreichischen Kaiserreichs und die Berücksichtigung des Nationalgedankens in den historischen Provinzen. Obwohl Österreich unter der Herrschaft von Franz Joseph I. (1848-1916) zum Absolutismus zurückkehrte, wurde in den Schulen auf slowenischem Territorium nach und nach wieder Slowenisch gesprochen und in weiterführenden Schulen als Unterrichtsfach eingeführt. Zur Stärkung der slowenischen Nordgrenze war es von großer Bedeutung, den Sitz der Lavantinischen Diözese von St. Andrä nach Maribor zu verlegen, was Bischof Martin Slomţek 1859 gelang. Das Nationalkonzept des „Vereinten Slowenien“ verbreitete sich ab 1861 durch die in allen größeren Städten eingerichteten Literatur-Clubs und insbesondere zwischen 1868 und 1871 durch die „Tabors“, große, populäre Versammlungen im Freien. 1892 gründeten die Konservativen die Katholische Nationalpartei und die Liberalen 1894 die Nationalpartei. Janez Krek, der landwirtschaftliche Genossenschaften und ländliche Selbsthilfegruppen ins Leben rief, war Vorsitzender der Bauernpartei. Alle slowenischen politischen Parteien behandelten die slowenisch-jugoslawische Frage im Rahmen eines Trialismus mit Österreich-Ungarn. Die jugoslawische Sozialdemokratische Partei erklärte in ihrer Tivoli-Resolution von 1909 die Vereinigung aller Südslawen zu ihrem obersten Ziel; dieses Ziel fand auch die Unterstützung der freidenkenden Jugend der slowenischen „Renaissance-Bewegung“.
    Der Kampf auf österreichischer Seite im Ersten Weltkrieg forderte etwa drei Prozent der gesamten slowenischen Bevölkerung an Kriegsopfern. 1917 forderten jugoslawische Delegierte aus dem österreichischen Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie in der Mai-Deklaration, daß die Gebiete, in denen Slowenen, Serben und Kroaten lebten, unter der Herrschaft der Habsburger in einem unabhängigen demokratischen Staat vereint werden sollten. Im gleichen Jahr sammelten die slowenischen Parteien 200.000 Unterschriften für die Loslösung des slowenischen Territoriums von Österreich auf der Grundlage des Nationalprinzips und dem Zusammenschluß in einem gemeinsamen Staat von Slowenen, Kroaten und Serben. Mitte August 1918 einigten sich Vertreter aller slowenischen Parteien auf die Einrichtung eines Nationalrats in Ljubljana unter der Führung von Anton Koroţec, um die Autonomie zu erlangen und einen jugoslawischen Staat zu gründen. Am 31. Oktober erklärte Koroţec die Staatsregierung von Slowenen, Kroaten und Serben in Ljubljana zum höchsten Staatsorgan der Slowenen, Kroaten und Serben, die sich dann am 1. Dezember 1918 mit dem Königreich Serbien vereinigten.
    Aufgrund des nach dem Krieg festgelegten Grenzverlaufs waren 400.000 Slowenen in Italien, 90.000 in Österreich und 7.000 in Ungarn aus dem neuen Königreich der Slowenen, Kroaten und Serben ausgeschlossen, und Slowenien verlor ein Drittel seines Volksgebiets. Nach dem geheimen Londoner Vertrag von 1915 besetzte Italien die slowenische Region Primorska, einschließlich Triests und Gorizias; im Anschluß an einen Volksentscheid in Kärnten dehnte Österreich 1920 seine Grenzen im Süden bis zu den Karawanken aus; und nach dem Vertrag von Trianon beanspruchte Ungarn das slowenische Territorium im Raabtal.

    Kanufahren auf der Soca

    Mit der Gründung der Universität von Ljubljana im Jahr 1919 erhielt das slowenische Volk eine zentrale Bildungs- und Wissenschaftsinstitution, und Radio Ljubljana, das slowenische Staatstheater, die Nationalgalerie und die Universitätsbibliothek wurden zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen. Seit dem Bestehen des gemeinsamen jugoslawischen Staates strebten einige unabhängige slowenische Parteien nach einem selbständigen Slowenien, aber das Erreichen dieses Ziels wurde durch die 1931 verabschiedete Verfassung vereitelt. In der Zeit zwischen den Weltkriegen entwickelten sich die slowenische Wirtschaft und Industrie ziemlich schnell, und die Landbevölkerung nahm im gleichen Zeitraum von zwei Drittel auf die Hälfte der Bevölkerung ab.
    INach der deutschen Invasion von 1941 zerfiel Jugoslawien sehr schnell, und der neue Marionettenstaat Kroatien trennte Slowenien von Restjugoslawien. Am 12. April 1941 beschloß Hitler, Slowenien unter Deutschland, Italien und Ungarn aufzuteilen. Eine Massenwiderstandsbewegung der gesamten slowenischen Bevölkerung mit dem Namen Befreiungsfront machte es sich zur Aufgabe, die slowenischen Territorien zu vereinigen, und widersetzte sich dem Plan der Besatzer, die slowenische Nation mit Gewalt zu zerschlagen. Aufgrund der führenden Rolle der Kommunisten im bewaffneten Widerstand zerbrach die Einheit der slowenischen Bevölkerung, und in der Region Ljubljana begann die Kollaboration mit dem Feind, was zu einem erbitterten Bruderkampf führte. Gegen Ende des Jahres 1943 erkannten die Alliierten in der slowenischen Partisanenarmee einen Verbündeten in ihrem gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus. Auf einer im selben Jahr von der Befreiungsfront veranstalteten Delegiertenversammlung des slowenischen Volkes in KoËevje wurde die Resolution erklärt, daß ein slowenischer Staat, zu dem auch die slowenische Küste gehöre, in ein neues föderatives Jugoslawien aufgenommen werden sollte. Die Kollaborateure hatten sich bis Kriegsende nicht gegen die Partisanenbewegung durchsetzen können; sie wurden später von der Beteiligung am Staatsleben ausgeschlossen. Die Briten lieferten die besiegten Kollaborateure, die nach dem Krieg nach Kärnten geflohen waren, an die jugoslawische Armee aus, die die meisten von ihnen exekutierte.
    Von 1945 bis 1990 gehörte Slowenien als unabhängige sozialistische Republik mit dem Recht auf Sezession dem föderativen Jugoslawien an. Gemäß der Pariser Friedenskonferenz wurde 1947 ein Teil der slowenischen Küstenregion an Slowenien zurückgegeben und nach dem Londoner Memorandum von 1954 auch ein Teil des Freigebiets Triest, ausschließlich der Stadt Triest. Die Westgrenze Sloweniens und Jugoslawiens markierte die Teilung Europas in Blöcke, während die Grenze zu Ungarn den eigentlichen „Eisernen Vorhang“ bildete.


    Stari grad oberhalb Celjes ("Alte Burg") oberhalb Celjes

    Ljubljana, Kupferstich aus Janez Vajkard Valvasors "Die Ehre des HerzogthumsCrain" (1689)


    Napoleons Illyrischen Provinzen gewidmete Illyrische Saule in Lujbljana

    Denkmal von France Preseren, dem gröbten Poeten Sloweniens

    Ossarium aus dem Ersten Weltkrieg in Kobarid

    Das Partisanenlazarett "Franja" in einer Schucht bei Cerkno

    Denkmal fur den Zweiten Weltkrieg in Drazgose

    Die Universitat von Ljubljana

    Turknauf am Eingang zur National- und Universitetbibliothek entworfen von Joze Plecnik

    Ausrufung der Unabhangigkeit Sloweniens vor dem Parlamentsgebaude in Ljubljana am 26. Juni 1991

    Situla aus der Hallastattzeit aus Novo mesto

    Das slowenische Philharmonische Orchester im Kongrefb- und Kulturzentrum Cankarjev dom in Ljubljana

    Wanderer auf dem Hochplatean Pokljuka

    Obwohl die Macht in Jugoslawien anfangs sehr in den Händen der Kommunisten zentralisiert war, stärkte Slowenien seine nationalen Kultur- und Bildungseinrichtungen und später auch seine wirtschaftliche Unabhängigkeit. Unter den slowenischen Minderheitengruppen in den Nachbarländern (etwa 10 % des slowenischen Volkes) und den slowenischen Emigranten im Ausland (20 %) wurden Stimmen nach der Unabhängigkeit Sloweniens laut. Mit dem Ziel, die Kontakte zu allen Slowenen aufrechtzuerhalten, verfolgte Slowenien eine unabhängige Politik gegenüber seinen Minderheiten und Emigranten im Ausland. Seit 1967 gehört Slowenien mit dem österreichischen Kärnten und der italienischen Region Friauli-Venedig-Giulia der Intart-Gruppe an, und 1978 trat es der Alpen-Adria-Gruppe der europäischen Regionen bei. Gegen Ende der 60er Jahre wurde eine neue jugoslawische Verfassung angenommen, in der die Rolle der Nationalitäten gestärkt, die Zuständigkeiten der Föderation eingeschränkt und die Souveränität der Teilrepubliken erhöht wurde.
    Nach dem zehntägigen Konflikt mit der jugoslawischen Armee 1991 und dem Zerfall Jugoslawiens wurde Slowenien zu einem souveränen Staat mit einem durch die neue Verfassung garantierten demokratisch gewählten Mehrparteienparlament. Wegen des Verlusts des jugoslawischen Absatzmarkts wurden zwei Drittel des slowenischen Exports in EU-Länder umgeleitet. Die großen Staatsbetriebe lösten sich fast alle auf, die industrielle Produktion ging zurück, der zuvor hohe Beschäftigungsgrad folgte einer hohen Arbeitslosigkeit (14 %), die Wirtschaft stagnierte und Streiks waren an der Tagesordnung. Mit dem Abschluß der Privatisierungsverfahren nähert sich die Übergangszeit jedoch allmählich ihrem Ende und die wirtschaftlichen Bedingungen verbessern sich zusehends. Slowenien entwickelt sich zu einem wohlhabenden europäischen Land und steht kurz vor dem Beitritt in die NATO und die Europäische Union.

    Eigenschaften und Bestrebungen
    Slowenien ist heute ein typisches mitteleuropäisches Land im Übergang. Hier, wo die Armeen aller größeren europäischen Nationen, von den Briten und Franzosen bis zu den Russen und Türken, aufeinander trafen, wurde die slowenische Geschichte und Kultur am direktesten von den benachbarten Italienern, Deutschen, Kroaten und Ungarn beeinflußt. Neben den archäologischen und linguistischen Spuren der prä-slawischen Illyrer sind auch Spuren der Kelten, Römer und Awaren, die für kürzere oder längere Zeit auf dem heutigen slowenischen Territorium lebten, immer noch in den geographischen Bezeichnungen und Personennamen zu finden. Die Region entlang der Adriaküste ist eine ethnisch gemischte Region, in der eine italienische Minderheitengruppe mit Slowenen zusammenlebt, und genauso lebt eine ungarische Minderheit in der Pannonischen Tiefebene im Nordwesten Sloweniens. Beide Minderheitengruppen haben einen Sonderstatus und sind im Parlament vertreten. Über ganz Slowenien, vor allem aber im Osten des Landes, sind kleine Roma-Gemeinden verstreut. Vor der Auflösung Jugoslawiens hatten sich viele Menschen aus anderen Teilrepubliken in den Stadtgebieten Sloweniens niedergelassen und erwarben nach Sloweniens Unabhängigkeit die Staatsbürgerschaft.
    Die Slowenen fühlen eine enge Verbundenheit zu ihrem Land, ihren Häusern und Gemeinden. Landbesitz bedeutet für sie immer noch das Überleben, und sie streiten darum mit ihren Nachbarn und Verwandten. Viele Stadtbewohner träumen davon, einen Garten, eine Obstplantage oder einen Weinberg ihr eigen zu nennen. Gartenarbeit ist überall ein beliebtes Thema der Alltagsgespräche, und Gartenbücher sind sehr gefragt. Wenn sie es geschafft haben, im Kleingarten einen Geräteschuppen oder ein Wochenendhäuschen zu bauen, verbringen sie den Großteil ihrer Freizeit dort. Außer auf ihre Eigenheime sind alle Slowenen auch stolz auf ihre Hunde. Früher dienten sie als Wachhunde, heute sind sie Begleiter auf Spaziergängen, Exkursionen und auf der Jagd. Autos werden für die Slowenen zunehmend zum Statussymbol und werden dementsprechend gut gepflegt; schmutzige oder beschädigte Autos sind ein seltener Anblick auf slowenischen Straßen.
    Einst wurde eine unterwürfige Haltung gegenüber Ausländern als die Haupteigenschaft der Slowenen genannt. Im österreichisch-ungarischen Kaiserreich und im ehemaligen Jugoslawien fühlten die Slowenen sich sicherlich von anderen Nationen ausgebeutet. Die Erfolge von slowenischen Nobelpreisträgern, Erfindern, Staatsmännern, Wissenschaftlern und Künstlern hefteten sich immer andere Länder an ihre Fahnen. Der Erfolg der slowenischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg und das Erreichen der Unabhängigkeit 1991 hat den Slowenen jedoch ein größeres Selbstvertrauen gegeben. Heute zeigen sie ein stärkeres Interesse an Politik und der Armee, einen steigenden Nationalstolz und wachsenden Optimismus. Die Bedeutung, die nicht-politische Organisationen, insbesondere die freiwilligen Feuerwehren, Bergsteigervereine und Pfadfindergruppen einst hatten, hat abgenommen, aber die Slowenen haben ihre Neigung zu Rationalität, Sparsamkeit, harter Arbeit, Ordnungsliebe, Sauberkeit und ihren Sinn für Solidarität und Vertrauen beibehalten. Der Gelehrte und Prälat Anton Trstenjak schrieb ein umfangreiches Buch über die slowenische Ehrlichkeit.
    Aus einer öffentlichen Meinungsumfrage ging hervor, daß die Slowenen wenig Vertrauen in politische Parteien und Behörden haben. Zu ihren größten Helden gehören Primoć Trubar, der protestantische Reformator und Begründer der slowenischen Literatur, der Dichter France Preţeren, der Schriftsteller Ivan Cankar und der Bischof Anton Martin Slomţek, der die Diözese Maribor gründete. Unter den Sportlern sind die Skifahrer, besonders die Slalomfahrer und Skispringer, am populärsten; die beliebtesten Mannschaftssportarten sind Basketball, Fußball und Handball, und auch Kanufahrer und Leichtathleten sind hoch angesehen.
    Im Vergleich zu anderen Hauptstädten der Welt ist Ljubljana ziemlich klein (300.000 Einwohner), den Slowenen erscheint sie jedoch immer noch zu groß, und sie geht, nach Ansicht der Landbevölkerung, zu verschwenderisch mit öffentlichen Geldern um. Als

    die ehemals staatlichen Banken und Versicherungsgesellschaften privatisiert wurden, eröffneten sie auch Filialen in Ljubljana. Die meisten slowenischen Parlamentsabgeordneten kommen vom Land, wo sie mehr Wählerunterstützung erhielten als ihre Kollegen in der Hauptstadt. Die Slowenen ziehen es - sowohl im eigenen als auch im Ausland - vor, außerhalb der großen Städte zu wohnen; die Slowenen legen großen Wert auf eine ruhige und saubere Umgebung.


    Die Slowenen - Geschichte



    copy und past von wegen selbstverfasst

    und kriegt mehr dankes als meine selbsterarbeiteten thread


    sramota...

  3. #93

    Registriert seit
    07.02.2009
    Beiträge
    4.203
    Zitat Zitat von Caput Beitrag anzeigen
    @Zmajček

    Das ist mir jetzt ein wenig zu kompliziert und das musst du vll. mit Taudan abklären,aber insgesamt mag ich diesen Thread und würde mir schon wünschen, dass er nicht an Themaverfehlung zugrunde geht.
    So reicht euch die Patschihändchen und führt diesen wunderschönen Thread in positiver Weise weiter.....ich weiss, dass ihr es könnt!
    du hast meine frage nicht beantwortest
    welcher nationalität gehörst du an

  4. #94
    Avatar von Caput

    Registriert seit
    15.10.2011
    Beiträge
    149
    Zitat Zitat von Zmajček Beitrag anzeigen
    du hast meine frage nicht beantwortest
    welcher nationalität gehörst du an
    .....ich.....????????
    Nun, ich bin Hungaro-ruthene.

  5. #95
    Avatar von Kodeks

    Registriert seit
    02.06.2010
    Beiträge
    4.917
    Zitat Zitat von Zmajček Beitrag anzeigen
    Die Slowenen - Geschichte



    copy und past von wegen selbstverfasst

    und kriegt mehr dankes als meine selbsterarbeiteten thread


    sramota...
    mein Danke hast

  6. #96

    Registriert seit
    07.02.2009
    Beiträge
    4.203
    Zitat Zitat von Caput Beitrag anzeigen
    .....ich.....????????
    Nun, ich bin Hungaro-ruthene.
    willkommen
    und viel spaß

  7. #97

    Registriert seit
    07.02.2009
    Beiträge
    4.203
    Zitat Zitat von Kodeks Beitrag anzeigen
    mein Danke hast
    danke brateeeeee

Seite 10 von 10 ErsteErste ... 678910

Ähnliche Themen

  1. Slowenen, ein Balkanvolk?
    Von Südslawe im Forum Geschichte und Kultur
    Antworten: 100
    Letzter Beitrag: 11.02.2012, 00:05
  2. Frage an die Slowenen...
    Von Duušer im Forum Rakija
    Antworten: 18
    Letzter Beitrag: 05.09.2011, 21:31
  3. An alle Slowenen
    Von Jovanović im Forum Rakija
    Antworten: 33
    Letzter Beitrag: 02.07.2011, 20:14
  4. Wer will den Slowenen zurück
    Von Samoti im Forum Rakija
    Antworten: 51
    Letzter Beitrag: 20.01.2008, 02:57
  5. Orthodoxe Slowenen
    Von Südslawe im Forum Religion und Soziales
    Antworten: 81
    Letzter Beitrag: 08.05.2007, 23:45