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Spartia!!!Frage an euch

Erstellt von Redfighter, 09.04.2011, 10:19 Uhr · 34 Antworten · 3.963 Aufrufe

  1. #11
    Theodisk

  2. #12

    Registriert seit
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    181
    Wieso bekomme ich keine klare Antworten hier?

  3. #13
    Avatar von Cobra

    Registriert seit
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    64.179
    Zitat Zitat von Redfighter Beitrag anzeigen
    Wieso bekomme ich keine klare Antworten hier?
    :mrgoogle:


    Die Quellen zur spartanischen Geschichte kommen von antiken Historikern, die ausserhalb von Sparta lebten. Die Stadt hatte nur einen Historiker hervorgebracht, der sich damit befasste. Die archäologischen Funde in der Stadt wurden Anfang des 20.Jahrhunderts ausgegraben. Doch in späteren Jahren wurde nicht mehr so intensiv gegraben, so dass viele historische Stätten wohl unauffindbar bleiben werden. Homer nannte die Landschaft um Sparta Lakedaimon, das Volk Lakedaimonier. Die Landschaft besteht aus weit auseinander liegenden Hügeln und Tälern. Im Osten begrenzt das Parnonmassiv das Land, im Westen das Taygetosgebirge. Die Hügel waren in dieser Zeit von Wäldern bedeckt. Die Stadt liegt am Fluss Eurotas. Die Landschaft bildete eine natürliche Grenze für Sparta und schützte das Land, so dass Sparta jahrhundertelang ohne Stadtmauern existierte.
    Besiedlung
    Die Ursprünge der Besiedlung Spartas liegen im Dunkeln. Die Anfänge der Stadt werden um das Jahr 900 v. Chr. vermutet. Die Achaier waren wahrscheinlich die ersten Siedler im Gebiet des späteren Sparta.
    Antike Autoren nennen Dorier als Einwanderer, die sich im südlichen Peloponnes ansiedelten. Hier gab es Wasser, günstige Verbindungswege in nördlicher und südlicher Richtung, Acker- und Weideland.

    Die eingewanderten Dorier gründeten Ihre Ortschaften nicht nur auf dem flachen Land am Eurotas.
    Sie besiedelten auch vier Hügel, die als Wehrdörfer dienen sollten. Diese Dörfer hießen Limnai, Pitane, Mesoa und Kynosura.

    Es ist nicht bekannt, woher der Name Sparta stammt. Man vermutet, dass es der Name einer kleinen Siedlung war, die später mit anderen zusammengeführt wurde. Die neue Siedlung erhielt dann den Namen Sparta.

    In der Vorzeit breitete sich Sparta weiter nach Süden aus. Ein südlich gelegenes Dorf leistete den Spartanern lange Widerstand. Die Bewohner von Amyklai waren mykaenischer Abstammung und lebten von dem fruchtbaren Boden der Umgebung.
    Schließlich fiel Amyklai und wurde Sparta eingegliedert. Im Gegensatz zur späteren Methode, den unterlegenden Gegner in die Helotie zu pressen, blieben die Bewohner Amyklais gleichberechtigte Bürger Spartas.
    Der Ort behielt für Sparta eine besondere Bedeutung, weil hier der Tempel des Apollo stand, das Amyklaion. Der Glanz des Tempels reichte weit ins griechische Umland.

    Die übrigen besiegten Bevölkerungen mussten die aufgeteilten Ländereien für die Herren in Sparta bewirtschaften. Diese Bauern, Heloten genannt, versorgten den Stadtstaat.
    Die Bewohner des Umlandes von Sparta dienten der Stadt als Grenzwächter und wurden Perioiken genannt (=Umwohnenden).
    Kolonisierung
    Im achten Jahrhundert wuchs die Bevölkerung Griechenlands deutlich an. Das Land konnte seine Bewohner nicht mehr ausreichend ernähren. Zahllose Griechen wanderten aus und gründeten im gesamten Mittelmeerraum neue Siedlungen.
    Während sich viele griechische Städte an der Kolonisierung beteiligten, hielt Sparta sich dabei zurück.
    Spartas Bewohner gründeten nur eine Stadt ausserhalb des Peloponnes, 707 Taras, das heutige Tarent.
    Die Stadt hatte den größten Hafen an der Küste Süditaliens.

    Die Spartaner waren aber keine Seefahrernation und so richteten sie ihre Blicke lieber auf die Nachbarschaft.
    Die messenischen Kriege
    Das westlich gelegene Messenien bot sich für eine Kolonisation an. Es war fruchtbar, und die Bewohner waren untereinander zerstritten.
    Nach zwanzig Jahren wechselvollen Krieges unterwarfen die Spartaner Messenien ( ca 740-720 v. Chr.).
    Waren die Tributzahlungen zunächst moderat, änderten die Spartaner später ihre Besatzungspolitik.

    Der Wohlstand Spartas und der teure Lebensstil forderten ihren Preis. Messenien musste immer höhere Zahlungen leisten.
    Der Widerstand in der messenischen Bevölkerung wuchs und man suchte Verbündete gegen Sparta.
    Um 640 v. Chr. kam es zu einem erneuten Aufstand. Die Spartaner waren von Gegnern umgeben. Messenier, Arkader und Argiver bedrohten das Stammland Spartas.

    Die Messenier waren zunächst erfolgreich. Die Lage wurde für Sparta bedrohlich. Die Spartaner wandten sich an das Orakel von Delphi um Rat. Delphi forderte die Spartaner auf, einen Athener als Ratgeber zu akzeptieren. Den fand man in der Person des Tyrtaios.
    Tyrtaios war ein Sänger, der mit seinen Liedern die Spartaner zum Kampf aufrüttelte. Er pries Mut, Tapferkeit und Opferbereitschaft.
    Er wurde zum Propagandisten einer neuen Zeit. Militärische Tugenden wurden jetzt in den Vordergrund gestellt, das leichte Leben war bei ihm verpönt.
    So bildeten seine Lieder die Grundlage für das Sparta der klassischen Zeit, den Militärstaat.

    Die drohende militärische Niederlage führte in Sparta zu Reformen in der Gesellschaft und beim Militär.
    Die Entwicklung der Phalanx gab den spartanischen Armeen eine neue Kampfkraft. Das Kriegsglück verließ die Messenier.

    Sparta unterwarf Messenien wieder. Die Messenier wurden zu Heloten erniedrigt. Das Land wurde unter den Spartanern aufgeteilt, wie es die Vertreter der Aristokraten versprochen hatten.
    Der Peloponnesische Bund
    Im 6. Jahrhundert folgten weitere Eroberungskriege. Die Spartaner betrachteten sich in dieser Zeit als Nachfahren der Homer-Helden, um damit ihre Machtansprüche auf den Peloponnes zu dokumentieren.
    Zahlreiche Städte des Peloponnes wurden zu Bündnispartnern - die Anfänge des Peloponnesischen Bundes.
    Die Militärpolitik Spartas führte dazu, dass die Stadt ein Gebiet beherrschte, das drei Mal größer als der Athener Machtbereich war.

    Der einflussreichste König von Sparta um 500 v. Chr. war Kleomenes. Er betrieb eine aktive Außenpolitik, indem er in zahlreichen Konflikten sein Heer und seine Flotte eingreifen ließ. Seine erworbene Stärke sollte sich in der Zeit der Perserkriege 20 Jahre später bewähren.

    Der starke Peloponnesische Bund übernahm daher das Kommando im Kampf gegen die Perser. Das Bündnis mit den anderen griechischen Verbündeten war stets labil. Als der Krieg vorbei war, kümmerte sich deshalb Sparta wieder um seine Halbinsel. Der militärische Ruhm des Staates wurde noch dadurch erhöht, dass der König Leonidas zu einer Legende stilisiert wurde, nachdem er kämpfend bei den Thermopylen mit allen seinen Soldaten gefallen war.
    Unter dem König Pausanias weitete sich der Einfluss bis Byzantion (478) aus, das er von den Persern befreit hatte. In der Folge nahmen die Konflikte zwischen Athen und Sparta weiter zu. Athen suchte und fand schließlich Verbündete auf der Halbinsel.
    Der Peloponnesische Krieg
    Um 435 v. Chr. eskalierten die Spannungen zwischen den beiden Stadtstaaten. Athen unterstützte eine Kolonie bei ihrem Aufstand gegen Sparta. Als sich eine Kolonie von Athen lösen wollte, ergriff Sparta die Gelegenheit, gegen Athen vorzugehen.
    Die Propaganda Spartas bezeichnete den ausbrechenden Krieg als Kampf gegen die Tyrannei Athens und suchte dabei um Hilfe in Italien und Sizilien. Auch die Perser wurden als Verbündete umworben.
    Zu Beginn des Krieges war Sparta an Land überlegen, auf der See herrschte Athen. Ab 431 überfielen die Spartaner und ihre Verbündeten mehrfach Attika. Es kam aber zu keiner entscheidenden Schlacht. Die Stadt Athen blieb in dieser Zeit unbehelligt.
    430 herrschte in Athen die Pest, und die Stadt bat vergebens um Frieden. Die Athener versuchten in den folgenden Jahren den Peloponnes von See her zu blockieren. 421 schlossen Sparta und Athen Frieden, der jedoch nicht hielt.
    418 kam es zur Schlacht bei Mantineia, die die Spartaner für sich entscheiden konnten. Doch sie beendete nicht den Krieg. Wenig später wurde die spartanische Flotte von den Athenern geschlagen. Die Perser unterstützten die Spartaner finanziell. Als die spartanische Flotte in einer Seeschlacht erfolgreich war, endete der Krieg 404 siegreich für den Peloponnesischen Bund.

    Niedergang
    Sparta hatte immer wieder betont, die Freiheit der Städte zu garantieren. Doch es kam anders. Sie besetzten zahlreiche Städte, und es kam zu weiteren Aufständen und Kriegen. Der Sieg über Athen hatte der Stadt grossen Reichtum gebracht, der aber zwischen den Adelsfamilien zu Zwietracht führte. 371 verloren die Spartaner in einer Schlacht ihre Machtstellung. Der Peloponnesische Bund zerfiel, weil viele Städte zu Athen überwechselten. Der Niedergang begann.
    Das spartanische Militär war bedeutungslos geworden. Viele Soldaten dienten in den folgenden Jahrhunderten als Söldner in den verschiedensten Armeen der damals bekannten Welt und erhielten den Ruhm spartanischen Kriegertums.



    Die Gesellschaft Spartas Das klassische Sparta galt als Paradebeispiel für die Gleichheit seiner Bürger. Doch das war im siebten Jahrhundert noch ganz anders.
    Es gab gravierende soziale Unterschiede zwischen den adligen Großgrundbesitzern und den vielen Kleinbauern.
    Zur Zeit des Zweiten Messenischen Krieges litten besonders die Kleinbauern unter den Kampfhandlungen. Entweder wurden ihre Ländereien zerstört oder sie mussten jahrelang als Krieger im Feld stehen. Beides war schädlich für ihr Auskommen. So kam es während der Niederlagen im Kampf gegen Messenien zu sozialen Unruhen in Sparta. Die Forderung: Neuverteilung des Landes.
    Der Adel hatte bei den Spartanern wegen seiner Prunksucht und Unfähigkeit im Kampf seine Macht verloren.

    Einsichtige Aristokraten beugten sich der Forderung nach Gleichheit aller Spartaner. Für die Landverteilung machten sie Versprechungen. Wenn Messenien besiegt sein würde, dann würde das Land und Sklaven verteilt werden. Das geschah dann auch.
    Nach den messenischen Kriegen wandelte sich der Charakter der spartanischen Gesellschaft. Waren die Spartaner im 7. und 8. Jahrhundert v. Chr. als freundlich und weltoffen bekannt, zog sich der Staat jetzt in die gesellschaftliche Isolation zurück.

    So wurde es den jungen Männer verboten, ins Ausland zu reisen. Sparta befürchtete durch diese Besuche das Eindringen von unliebsamen Vorstellungen, die die Sicherheit der Spartiaten bedrohen könnten. Besucher aus Griechenland waren aus diesem Grund ebenfalls unerwünscht.

    Lykurg
    Historiker sind sich darüber uneinig, ob es den spartanischen Gesetztesreformer Lykurg überhaupt gegeben hat. Die antiken Quellen geben dazu unterschiedliche Angaben. Auch sind mögliche Lebensdaten umstritten. Es gibt Vermutungen, dass er um 800 v. Chr. gelebt haben könnte.
    Sein Ziel war, die spartanische Gesellschaft zu reformieren, sie von Laster und Prunksucht und Ungerechtigkeit zu befreien.

    Plutarch und Herodot berichten, dass Lykurg Kreta bereist habe und gesellschaftliche Einrichtungen der Insel nach Sparta eingeführt hat, d.h. die Trennung der Gesellschaft in Bauern und Kriegern, das Ephorat, die Gerusie, die Volksversammlung und die gemeinsamen Mahlzeiten. Außerdem legte er die Regeln der Erziehung fest.

    Der Reformer Lykurg ließ sich auch vom Orakel in Delphi in seinen Bestrebungen unterstützen. So kamen einige der Reformen angeblich direkt vom Orakel, waren also göttliche Anweisungen.
    Ein Orakel zur Regierungsform durch das Volk wurde Rhetra genannt, einer der ersten Verfassungen der Menschheit. Wann sie erstanden ist, ist unter Historikern umstritten. Die Zeitangaben variieren vom 9.- 6. Jahrhundert v. Chr. Carl W. Weber vermutet in seinem Buch, dass die Krise im Zweiten Messenischen Krieg, Anlass für diese Verfassung gewesen sein könnte.

    Plutarch hat in seinem Werk die Rhetra niedergeschrieben. Fraglich ist aber, ob die ihm vorgelegende Fassung wirklich authentisch war und ob er alles richtig verstanden hatte. Andererseits enthielten die wenigen aufgeführten Sätze wesentliche Bestimmungen für das spartanische Leben.

    Schon im ersten Satz legte die Rhetra die Religion als Grundlage für den Staat fest. Des Weiteren sollte das Land in Oben (Dörfern) und Phylen aufgeteilt werden. Als nächstes wurden die Gerusia und die beiden Könige gefordert. Als letztes wurde gefordert, dass die Bürger die Entscheidungen zu treffen hatten.
    Da die Anzahl der Spartiaten nicht sehr hoch war, konnte sich jeder an den Versammlungen beteiligen und abstimmen, im gewissen Sinn war das eine direkte Demokratie.

    Lykurg sollte auch verantwortlich für die Aufteilung der Ländereien gewesen sein. Damit es keine Zwietracht zwischen Vermögenden und weniger Reichen gab, sollte diese “Landreform” für Gleichheit sorgen.
    Er verteilte das Land unter 6000 Spartiaten, später scheint es 9000 Spartiaten gegeben zu haben. Plutarch berichtet, dass jeder den gleichen Anteil bekommen haben soll.

    Lykurg brachte den Spartanern auch eine neue Währung, das eiserne Geld, das nur in Sparta verwendet wurde. Die Spartiaten hatten deshalb bald keine Möglichkeiten Waren und Luxusgüter aus anderen griechischen Städten zu importieren, weil diese das Eisengeld nicht akzeptierten.

    Spartiaten
    Die Bürger des Staates der Lakedaimonier wurden Spartiaten bzw. Spartaner genannt. Ein Spartiate war in der Apella stimmberechtigt und war wählbar. Um Spartiate zu werden, brauchte man ausreichend Land und musste die gemeinsame Ausbildung (Agoge) haben und in den Zeltgemeinschaften (Syskenien) gelebt haben.
    Der Spartiate finanzierte seine militärische Ausrüstung. Spartiate wurde man, wenn ein Junge von einem Bürger als sein Sohn anerkannt wurde. Nahm ihn danach die Gemeinschaft auf, erhielt der neue Spartiate Land.
    Ein Spartiate konnte seine gesellschaftliche Stellung verlieren, wenn er z.B. die Beiträge zu den gemeinsamen Mahlzeiten nicht mehr zahlen konnte. Er verlor dann auch seine politischen Rechte. Er konnte diese auch verlieren, wenn er im Krieg durch Feigheit auffiel.

    Die Spartiaten lebten von den Ernten ihrer Ländereien. Die Arbeiten erledigten die Heloten. Die Spartaner zahlten aber aus den Erträgen ihrer Länder keine Steuern. Nur in Kriegszeiten wurden auch von ihnen Steuern erhoben.
    An der Spitze der Spartaner standen mehrere Adelsfamilien, die ihre Herkunft auf die homerischen Helden zurückführten. Die Vermögensverhältnisse dieser Adelsfamilien waren sehr unterschiedlich. Die Anzahl der Spartiaten war nicht sehr hoch. Im Laufe der Jahrhunderte verringerte sich die Zahl spartanischer Bürger, woran auch die zahllosen Kriege zum Teil schuld waren.

    Antike Historiker berichten, dass es zur Zeit der Perserkriege 8000 Bürger gab. Um 350 gab es nur noch 700 Spartiaten. Ein weiterer Grund war auch die geringe Geburtenrate, weil die Männer oft sehr spät heirateten. Die Familien versuchten außerdem, den Besitz zusammen zu halten. Viele Kinder bedeuteten eben auch viele Erben und damit weitere Unterteilungen des Besitzes.

    Neben den Spartiaten gab es die Neodomaden. Sie waren Heloten, die für ihre militärischen Verdienste die Freiheit erhielten. Sie bekamen aber keine politischen Rechte.
    Die Mothakes waren uneheliche Söhne von Spartiaten. Auch sie hatten keine Bürgerrechte, nahmen aber an der staatlichen Erziehung teil und dienten beim Heer.

    Frauen

    Die Stadt erließ die ersten bekannten Gesetze, die die Stellung der Frauen regelten. Der kriegerische Stadtstaat sah in der Frau in erster Linie die Mutter, die Krieger gebar. Mädchen erhielten aber, wie die Jungen, die gleiche Ernährung und körperliche Ertüchtigung.

    Die Jungen wurden einer Prüfung unterzogen, ob sie die Voraussetzungen für eine militärische Laufbahn hatten. Erfüllten sie diese nicht, wurden sie getötet. Ob Mädchen mit irgendwelchen Gebrechen getötet wurden, ist nicht bekannt.

    Die Ehe war erwünschter Status. Unverheiratete Frauen wurden verspottet und hatten rechtliche Nachteile. Die Ehefrau aus gehobenen Ständen führte den Haushalt, erzog die Mädchen und leitete die Bediensteten an. Geheiratet wurde mit etwa 18 Jahren. Die Eheleute zogen aber nicht gleich zusammen. Der Ehemann musste noch 12 Jahre seinen Militärdienst ableisten und lebte daher in der Kaserne. Frau und Mann begegneten sich in dieser Zeit deshalb sehr selten. Blieb die Ehe kinderlos, konnte sie geschieden werden.

    Das spartanische Erbrecht führte ab 479 v. Chr. zu einem Bevölkerungsrückgang. Damit der Besitz nicht unter zu vielen Erben aufgeteilt werden musste, gingen die Geburten zurück. Gleichzeitig wurden die gesetzlichen Regelungen gelockert, so dass die Frauen aus gehobeneren Schichten sich nicht nur als Mutter sahen. Diese Frauen hatten im Laufe der Zeit durch Mitgift und Erbschaft bedeutende Vermögen erworben. Diesen Reichtum wollten sie nun auch zeigen. Schmuck und modische Kleidung, früher verboten, wurden nun offen präsentiert.
    Das erregte die Kritik, doch die Wiedereinführung alter Bestimmungen gelang nicht. Die “Freizügigkeit” der Frauen wurde als Zeichen des kulturellen Verfalles angesehen.

    Perioiken
    Die Perioiken waren Bewohner des Umlandes von Sparta und lebten in den Grenzorten Lakoniens. Die Anzahl der Perioiken wird für das 5. Jahrhundert auf bis zu 60 000 geschätzt. Sie waren freie Einwohner, die auch an den Kriegszügen meist als Matrosen teilnahmen. Am Ende des 5. Jahrhunderts konnten sie auch höhere militärische Ränge einnehmen. Privatrechtliche Unterschiede zu den Spartiaten gab es für sie nicht. Sie hatten aber keine politischen Rechte.

    Die Herkunft der Perioiken ist unklar. Man nimmt an, dass sie von dorischen Einwanderern abstammten. Es wird vermutet, dass sie in der Vorzeit weit von den fünf spartanischen Dörfern siedelten. Das Land war hier karg und erforderte die ganze Arbeitskraft der Menschen. So war es ihnen kaum möglich, an der spartanischen Volksversammlung teilzunehmen und damit am politischen Leben. So blickten die Bewohner Spartas auch etwas abfällig auf diese Landsleute. Die “Umwohnenden” verloren dabei einen Teil ihrer Rechte. Im Laufe der Zeit übernahmen die Perioiken aber die Aufgabe als Grenzposten.
    Sie lebten vom Handwerk und von der Landwirtschaft. Einige von ihnen waren auch erfolgreich im Seehandel.

    Die Produkte der Handwerker waren auch in ganz Griechenland begehrt. Neben Waffen wurden Möbel, Kleidung und Trinkgeschirre exportiert. Die spartanische Keramik des 6. Jahrhunderts fand im ganzen Mittelmeerraum viele Käufer. Die Vasen zeigten eindrucksvolle Ornamente und Szenen aus der Mythologie und dem spartanischen Alltag.

    Sparta mischte sich wenig in die Lebensweise der Perioiken ein. Rebellionen gegen Sparta waren deshalb über Jahrhunderte hinweg unbekannt. Die Spartaner profitierten von der Tüchtigkeit der Perioiken, die das wirtschaftliche Überleben des Staates sicherten. Die Archäologen fanden wenig Hinweise auf diese Gesellschaftsschicht, da die antiken Autoren vorzugsweise das mächtige Sparta beobachteten.

    Heloten
    Die Heloten stammten aus der vordorischen Zeit. Der Begriff bedeutet “Gefangene” und spiegelte damit die Unterwerfung der einheimischen Bevölkerung durch die Lakedaimonier wider. Die Heloten waren Bauern, die für die Spartiaten das Land bestellten und Abgaben an ihre Herren liefern mussten.

    Im 5. Jahrhundert gab es nach Schätzungen etwa 200 000 Heloten. Sie gehörten dem Staat und ihrem jeweiligen Besitzer. Ein Helote konnte deshalb von seinem Besitzer nicht freigelassen werden. Freilassungen gab es erst, als Sparta mehr Soldaten brauchte. Produzierte ein Helote mehr als er Abgaben zu entrichten hatte, gehörte der Überschuss ihm.
    Spartiaten und Heloten sorgten also für den Bestand des Landes, die Spartiaten als Politiker und Militärs und die Heloten als Versorger der Bevölkerung.

    Heloten dienten in den Kriegen ihren Herren als Leichtbewaffnete und sorgten für die Verpflegung. Auch als Matrosen wurden Heloten eingesetzt. Die Heloten bildeten keine homogene Gemeinschaft. Die Bauern Lakoniens dienten ihren Herren in relativer Sicherheit und Verbundenheit.

    Die Heloten Messeniens, das von Sparta im 7.Jahrhundert unterworfen wurde, wurden von den Spartiaten nachdrücklich ausgebeutet. Entsprechend gab es hier auch zahlreiche Aufstände gegen die Unterdrücker.

    Bei der Unterdrückung der Heloten führten die Spartaner einen grausamen Brauch ein, die Krypteia. Junge Spartaner wurden, nur mit einem Messer und wenigen Lebensmitteln versehen, in die Nacht ausgeschickt. Sie sollten in der Wildnis überleben und ihren Mut gegen Löwen und Ebern beweisen. Was zunächst eigentlich als Mutprobe gedacht war, wurde dadurch pervertiert, dass diese jungen Spartaner das Recht erhielten, jeden Heloten töten zu dürfen, der ihnen in die Hände fiel.


    Die staatlichen Institutionen Spartas Könige
    Sparta wurde von zwei Königen regiert. Der genaue Grund für diese Regierungsform ist unbekannt. Wahrscheinlich stammte diese Tradition noch aus der dorischen Wanderungszeit. Beide waren die obersten Priester des Staates und die unumstrittenen Feldherren im Krieg.

    Ein König stammte immer aus der Familie der Agiaden und der andere König war ein Mitglied der Familie der Eurypontiden. Der König beherbergte während der Kriege seinen Stab im Zelt. Dieser war verantwortlich für die Verpflegung und Bedienung. Das waren die Anfänge der spartanischen Zeltgemeinschaften.

    Unter Kleomenes I. wurde es durchgesetzt, dass aber nur ein König den Kriegszug befehligen sollte (505 v. Chr.). Die Volksversammlung rief den Krieg aus, und das Volk wählte den König, der Oberbefehlshaber werden sollte. Erfolgreiche Heerführer, die genug Beute gemacht hatten, wurden für weitere Kriege gewählt. Diese Erfolge bestimmten den innenpolitischen Einfluss des Königs.
    Die beiden Königshäuser waren immer bemüht, die Dynastie zu erhalten. Blieb die Ehe eines Königs kinderlos, konnte er eine oder mehrere Frauen heiraten. Dieses Doppelkönigtum war unabdingbar für die Existenz und das Selbstverständnis des Landes.
    Trotzdem herrschte zwischen den beiden Königen und deren Familien nicht immer Einigkeit. Es kam bei politischen Auseinandersetzungen zu Verurteilungen und Verbannungen unterlegener Könige.
    Auch erfolglose Könige konnten abgesetzt werden. Nach spartanischen Glauben hatten dann die Götter sich erbost gezeigt. Und es wurde ein Nachfolger gewählt.
    Gerusie
    Die Gerusie war die Versammlung der Geronten, der Ältesten Spartas. In der Antike wurden alte Männer nicht ausgegrenzt. Der Mann blickte auf eine lange Lebenserfahrungen zurück, und sein Rat war in der Gemeinschaft erwünscht. Am Anfang war die Gerusie ein Ältestenrat, dessen Mitglieder aus den adligen Familien Lakoniens stammten. Die Verwandten der Könige waren in dieser Versammlung ebenfalls vertreten.
    Später wurde das Mindestalter für die Geronten auf 60 Jahre betimmt. Die Männer verließen in diesem Alter das Militär und hatten die Möglichkeit dem Gemeinwesen mit ihrem Rat beizustehen.
    Die Versammlung umfasste 30 Mitglieder, dazu gehörten auch die Könige. Die Mitglieder wurden auf Lebenszeit von der Volksversammlung gewählt.

    Die Geronten genossen auch die Immunität. Sie konnten nicht aus ihren Ämtern entlassen werden, wenn sie sich als korrupt herausstellten.
    Die Gerusie war beratend tätig, die Volksversammlung folgte in der Regel den Vorschlägen der Alten. Die Gerusie hatte in der spartanischen Verfassung aber ein Vetorecht gegenüber den Beschlüssen der Volksversammlung und sicherte damit die Stellung des spartanischen Adels. So regierte eigentlich eine Oligarchie in Sparta.
    Der Ältestenrat war auch für die Rechtsprechung im privaten wie staatlichen Bereich verantwortlich. So verhängten sie auch Urteile gegen Könige.
    Apella
    Die jungen Männer wurden in der jährlichen Volksversammlung in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen. Die Apella tagte in der Frühzeit ein Mal im Jahr, später schien es monatliche Sitzungen gegeben zu haben. Die stimmberechtigten Mitglieder mussten mindestens 20 Jahre alt, Bürger oder Krieger sein. Die Entscheidungen wurden nicht durch Handheben gezeigt, sondern die Mitglieder versammelten sich bei Abstimmungen an verschiedenen Plätzen.
    Wie viele Mitglieder die Apella hatte, ist unbekannt.Die Versammlung folgten in ihren Entscheidungen häufig dem Rat der Geronten.

    Trotzdem kam es immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden Verfassungsorganen, wenn die Geronten und die Könige ihre Macht auf Kosten der Spartiaten ausweiten wollten.
    Die spartanische Apella unterschied sich von der athenischen Volksversammlung dadurch, dass die Spartiaten zwar über die Vorlagen der Gerusie abstimmen mussten, aber sie hatten kein Rederecht.
    Ephorat
    Die Funktion des Ephorat ist nicht genau bekannt. Die Posten der Ephoren wurden wahrscheinlich auf Drängen der Apella geschaffen, um die Macht der Gerusie und der Könige etwas entgegen zu setzen.
    Die Ephoren riefen die Vollversammlung ein und organisierten die Debatte.

    Die Könige überliessen den Ephoren Teile der zivilen Rechtsprechung. Die Ephoren traten auch als Ankläger in schweren Vergehen und staatlichen Prozessen in der Gerusie auf.
    Diese Beamten überwachten auch die Ernährung und die Gesundheit, wie auch das Aussehen der jungen Männer.
    Die Könige und das Ephorat waren Garanten für den Bestand des Staates, diese Aufgabe wurde zwischen diesen beiden Institutionen durch einen monatlichen Eid stets aufs Neue bekräftigt. Es wurden jedes Jahr fünf neue Ephoren gewählt. Ihre Entscheidungen fällten sie mehrheitlich in ihrem Gremium.

    Die Ephoren spielten in der Außenpolitik eine bedeutende Rolle. Sie führten die Verhandlungen mit ausländischen Delegationen und bestimmten, wer von den Gesandten vor der Apella sprechen durfte.
    Die Spartaner zeigten ihre Wertschätzung für die Ephoren, in dem sie das laufende Jahr nach dem Vorsitzenden der Ephoren nannten.
    Die Ephoren wurden im Laufe der Zeit zu einflussreichen Beamten. Zwei von ihnen begleiteten auch die Könige bei deren Kriegszügen. Ob das der Überwachung des Herrschers diente, ist unbekannt.
    Auf jeden Fall sind Fälle bekannt, in denen die Ephoren schwere Strafen bis zur Verbannung gegen spartanische Könige aussprachen.

    Dass die Ephoren ihre Macht nicht missbrauchten lag an ihrer einjährigen Dienstzeit, deren Verlängerung nicht möglich war. Genossen die Ephoren während ihrer Dienstzeit Immunität, erlosch diese nach einem Jahr. Jetzt konnten sie wegen Amtsvergehen belangt werden. Verdiente bzw. angesehene ehemalige Ephoren konnten nach ihrer Amtszeit zum Geronten ernannt werden.
    Unter der Herrschaft der Makedonier und später und den Römern verschwand das Ephorat aus dem Leben Spartas.
    Harmosten und Nauarchen
    Die Spartaner eroberten in ihren Kriegen zahllose Siedlungen. Diese wurden durch Garnisonen gesichert. Der Standortkommandant wurde Harmost genannt. Sie konnten als ernannte Beamte auf Widerruf in ihren Gebieten die spartanische Politik eigenverantwortlich durchsetzen.
    Die Harmosten fielen aber oft dadurch auf, dass sie sich bereicherten und die zivile Bevölkerung unterjochten.

    Die Flottenkommandanten, Nauarchen genannt, erhielten nach dem Peloponnesischen Krieg größeren Einfluss, nachdem die Seemacht Spartas über Athens Flotte gesiegt hatte. Ein Nauarch amtierte aber nur ein Jahr, und er musste Spartiate sein. Die Flotte verlor ihre errungene Machtstellung 371, als die Athener ihre Seemachtstellung zurückgewannen.
    Militär
    Spartas Macht wurde im Zweiten Messenischen Krieg ernsthaft bedroht. Neben sozialen und politischen Änderungen sah man sich auch beim Militär gezwungen, neue Wege zu gehen.
    Die bisherige Kampfweise der Aristokratie, Mann gegen Mann in homerischer Heldentradition, hatte sich als Fehlschlag erwiesen.
    Die Heere mussten größer werden, weite Teile der Bevölkerung sollten deshalb am Kampf teilnehmen. So wurde als taktisches Mittel die spartanische Phalanx erfunden. Es stand nicht mehr der Einzelkämpfer mit seinem Heldenmut im Blickpunkt, sondern eine Einheit von Truppenangehörigen. Diese Art der Kriegführung fand später auch in ganz Griechenland statt.

    Zunächst wurde der Begriff Phalanx nur für die Schlachtreihe einer Einheit verwendet. Erste bildliche Hinweise auf diese Formation fand man auf Vasen aus der Mitte des siebten Jahrhunderts vor Christus.

    Die Einheiten bestanden jetzt aus mehreren Reihen von Schwerbewaffneten. Es konnten acht und mehr Reihen in einer Phalanx sein.
    Die Schwerbewaffneten wurden Hopliten genannt. Sie mussten ihr Ausrüstung selber finanzieren. Erstmals kämpften hier Adlige und wohlhabende Bürgersöhne Seite an Seite.
    Die Kämpfer griffen in geschlossener Formation an. Die Soldaten waren zunächst nur mit Lanzen und Schilden ausgerüstet. Später kam das Schwert dazu. Die Schwachstelle einer Phalanx war deren rechte Seite. Die Krieger auf dieser Seite hatten keinen Kameraden, der sie auf der rechten Seite mit dem Schild deckte.

    Während der Schlacht marschierten die gegnerischen Einheiten aufeinander zu und prallten zusammen. Kurz vorher warfen sie Speere, um Lücken in die Reihen des Gegners zu schlagen. Gelang das, brach deren Zusammenhalt auseinander. Die Manöver mussten vorher diszipiliniert geübt werden, weil es darauf ankam, dass sich die Einheit gleichmäßig bewegte und sofort den Kommandos folgte. Stürzte ein Soldat, wurde er gnadenlos von den eigenen Kameraden niedergetreten. Es durfte kein Anhalten geben.

    Die Phalanx wurde von Reitern, Bogenschützen und Schleuderern an den Flanken gesichert. Einfache, nur mit Speeren bewaffnete Fußtruppen attackierten die gegnerische Phalanx.

    Der Sänger Tyrtaios hatte in seinen Liedern die Phalanx besungen und hatte damit diese militärhistorische Entwicklung der Nachwelt erhalten. Die Musik spielte bei den Spartanern im Kampf eine Rolle, weil sie die Schrittgeschwindigkeit der Phalanx festlegte. Fiel ein Mann, rückte sofort der hinter ihm gehende Soldat vor. Die Reihen mussten geschlossen bleiben.
    Einen Nachteil hatte der Angriff mit einer Phalanx. Man brauchte ein ebenes Schlachtfeld, damit die Manöver in geschlossener Formation durchgeführt werden konnten.

    Der thebanische Feldherr Epameinondas schuf mit seiner Taktik der so genannten “zurückgezogenen Linie” ein berühmtes Manöver, dass die Phalanx der Thebaner lange unbesiegbar machte. Die Schlachten von Leuktra und Mantineia gegen die Spartaner zählten zu den großen thebanischen Siegen und bewiesen, dass die spartanische Phalanx nicht unbesiegbar war.



    Das tägliche Leben in Sparta
    Die Stadt
    Die Ausgrabungen im heutigen Sparta sind nicht konsequent und dauerhaft ausgeführt worden. Deshalb gibt es Vermutungen, dass z.B. unter den modernen Siedlungen sich weitere antike Reste verbergen. Literarische Texte aus der Antike bilden deshalb eine wichtige Quelle für die Architektur der Stadt.

    Thukydides, der athenische Historiker, sprach Sparta jeden architektonischen Reiz ab. Seiner Meinung nach lebten die Spartaner in einer Ansammlung von Dörfern. Ein Indiz dafür war für ihn das Fehlen einer Stadtmauer zu seiner Zeit. Doch es gab in Sparta auch bedeutende Bauten.

    Der Historiker Pausanias besuchte um 250 n. Chr. die Stadt und hinterließ eine umfangreiche Schilderung, die die architektonischen Errungenschaften der Lakedaimonier dokumentierte.
    Die Volksversammlung tagte in einer riesigen Halle, die Skias. Sie befand sich im Zentrum der Stadt.
    Der Tempel der Athene Poliuchos blickte von der Akropolis über die ganze Stadt.
    Im Zentrum befand sich der zentrale Marktplatz, die Agora. Hier standen die Bauten für die Geronten und Ephoren und andere “Verwaltungsbauten”.

    Am Eurotas lag der Artemis-Tempel. Artemis wurde iauf dem Peloponnes als Natur- und Fruchtbarkeitsgöttin verehrt. Die Anfänge des Tempels liegen im zehnten bzw. neunten Jahrhundert v. Chr.
    Als Sparta ab 700 v. Chr. wohlhabender wurde, erweiterte man den Tempel und verschönerte ihn.

    Die Funde in diesem Tempel zeigen auf den Abbildungen die lebensfrohe Einstellung der Spartaner dieser Epoche. Man sieht die Spartaner beim Jagen und bei Festessen.
    Erziehung
    Plutarch beschrieb Sparta so:
    “Niemand durfte leben, wie er wollte; in der Stadt hatten die Spartaner wie in einem Feldlager eine genau festgelegte Lebensweise und eine Beschäftigung, die auf das öffentliche Wohl ausgerichtet war, da sie dachten, sie gehörten ganz dem Vaterland und nicht sich selbst.”
    (Aus Geschichtsbuch Bd 1. Hrsg. Jochen Martin. Cornelsen 1986.)

    Die spartanische Gemeinschaft regelte rigoros das Leben der Menschen. Ziel der Erziehung (Agogé) sollte es sein, staatstreue Bürger zu erziehen. Diese bedingungslose Treue führte Sparta zur Macht, aber sie konnte schließlich nicht den späteren Niedergang verhindern.

    Neugeborene wurden einer Kommission vorgestellt, die dann entschied, ob das Kind am Leben bleiben durfte. Erschien das Kind als nicht “lebensfähig”, weil es z.B. behindert war, wurde es ausgesetzt und verhungerte dann fast immer elendig. Dem akzeptierten Kind wurde ein Stück Land zugesprochen.
    Bis zum 8. Lebensjahr lebten die Jungen in ihrer Familie. Sie wurden von Ammen erzogen. Schon hier begann die Abhärtung für das spätere Leben in der Gemeinschaft. Gehorsam, Furchtlosigkeit und Beherrschung der eigenen Gefühle wurden gelehrt.

    Danach wurden sie in eine Gruppe, eine so genannte “Herde” aufgenommen. Hier lebten sie in der Gemeinschaft, übten sich in kriegerischen Disziplinen und beugten sich bedingungslos den Eirenes, den Befehlshabern der Gruppe. Auch hier galt es, die Kinder abzuhärten. So mussten sie oft bei jeder Jahreszeit nackt die Übungen durchführen. Ihre Unterkünfte waren mehr als einfach. Verstöße gegen die Disziplin wurden durch Prügel geahndet. Die Jungen wurden auch gezwungen, ihre Nahrungsmittel zu stehlen. Wer erwischt wurde, erhielt Prügel. Nicht, weil er gestohlen hatte, sondern, weil er sich hat fangen lassen.

    Die Jungen wurden auch in der Debattierkunst geschult. Die Reden sollten kurz und treffend sein, daher der Ausdruck “lakonische” Rede und Sprache.
    Das Zusammenleben der Jungen, ihre Bindung an erwachsene Männer führte oft zu homosexuellen Verbindungen, die von der Gesellschaft und auch der Religion geduldet und gefördert wurden. Ihren kulturellen Ursprung hatte diese Form der spartanischen Homosexualität wohl aus der Zeit der dorischen Wanderung. Ein Stamm konnte nur überleben, wenn seine Krieger überlegen waren. Mut und Kameradschaft prägten diese Männer.
    Die Vererbung der Tugend (Arete) vom Vater auf den Sohn war für den Bestand der Gesellschaft wichtig. So wurde es üblich, dass die älteren Krieger als Mentor den jüngeren Männern zur Seite standen. So war dieses Verhältnis weniger sexuell als pädagogisch. Der Ältere war der Erzieher des Jüngeren. So war er auch dem Vater des jungen Mannes rechtlich gleichgestellt. Dieses Verhältnis wurde auch für das Militär genutzt, indem die beiden Männer Seite an Seite kämpften.
    Von der jugendlichen Erziehung in der Agoge wechselte der junge Mann in eine so genannte Zeltgemeinschaft, die ebenfalls zu einer festen Gruppenbindung beitragen sollte. Bis zum 60. Lebensjahr blieb der Mann für das Militär dann tätig und war stimmberechtigt in der Volksversammlung.
    Eine Kennzeichen der Zeltgemeinschaften (Syskenien) waren die gemeinsamen Mahlzeiten ihrer Mitglieder. Diese Zeltgemeinschaften bildeten auch die kleinste militärische Einheit. Die Gemeinschaft entschied auch darüber, wer aufgenommen wurde. Man konnte auch ausgeschlossen werden. Wer seine finanziellen Beiträge zur Gemeinschaft nicht mehr aufbringen konnte, wurde ausgeschlossen. Der Spartiate verlor dann auch seine Bürgerrechte. Auch Feigheit im Krieg führte zum Ausschluss.
    Religion
    Die Religion der Spartaner ähnelte in weiten Teilen der der übrigen Griechen. Im Gegensatz zu den anderen griechischen Ländern genossen die Priester in Sparta besondere Wertschätzung. Religiöse Kultstätten, wie das Orakel von Delphi, hatten überregionale Bedeutung. Die beiden Könige Spartas waren auch Priester des Zeus. Athene war die Schutzpatronin der Stadt und auch Sinnbild für die Krieger Lakoniens. Artemis wurde von weiten Teilen der Bevölkerung verehrt.
    Apollon wurde während der Karneien-Festlichkeiten geehrt. In dieser Zeit ruhte in Sparta das öffentliche Leben, und es durften auch keine Kriege geführt werden.

    Die Spartaner waren ein streng religiöses Volk. Bei ihren vielen Kriegszügen wurden auch stets die Götter um Gelingen gebeten. Waren die Omen ungünstig, brach man den Feldzug ab.
    Kriegszüge wurden auch abgebrochen, wenn es Erdbeben gab. Die Lakedomaier sahen darin Warnungen des Gottes Poseidon.

    Literatur
    Als bedeutendster Dichter Spartas wurde Alkman , um 650 v. Chr. angesehen. Man vermutet, dass er kein Spartaner war, dass er aber die Lebensweise des Landes bewunderte. Er schrieb im Gegensatz zu anderen Autoren seiner Zeit in der spartanischen Umgangssprache.
    Seine Werke wurden bei Festen und Kult-Veranstaltungen vorgetragen. Er galt als großer Liebhaber von Frauen wie auch von Männern, so dass er als Begründer der Liebeslyrik angesehen wurde. Vor allem Mädchenchöre trugen seine Werke vor.

    Musik
    Sparta steht eigentlich als Beispiel für Zucht, Ordnung und militärische Stärke. Doch im achten und siebten Jahrhunderts v. Chr. zeigten sich die Spartaner lebensfroh und feierten ausgelassene Feste.
    Zahlreiche Künstler aus anderen griechischen Städten wurden zu diesen Festen eingeladen. Die Abschottung Spartas erfolgte erst in späteren Jahrhunderten.
    Terpander, ein Musiker aus Lesbos, gewann in einem künstlerischen Wettkampf 674 v.Chr. einen Preis. Ihm gefiel die Stadt so gut, dass er hier eine Musikschule gründete.
    Er unterwies seine Schüler in der Musik mit Lyra und Flöte, und er erfand die Leier mit sieben Saiten.
    Terpander komponierte auch. Leider fand man nur wenige Fragmente seiner Lieder. Erhalten haben sich Bruchstücke homerischer Themen. Er entwickelte die Chormusik in Sparta. Neben dem Gesang boten die Chöre als Beiprogramm Tanzdarbietungen.

    Als sich Sparta zu dem bekannten Militärstaat wandelte, verlor die Musik ihre Leichtigkeit und diente nur noch als Marschmusik für die Hopliten.
    Sport
    Die Spartaner nahmen auch an den Olympischen Spielen teil.
    Der erste spartanische Sieg wurde im Jahr 720 v. Chr. gefeiert. Es folgten in den nächsten Hundert Jahren weitere Preise. Gesiegt wurde beim Langlauf, Ringen und Fünfkampf.
    Die Spartaner waren dabei so erfolgreich, dass sie den anderen Teilnehmern Bedingungen für die Regeln der Spiele stellten.

    So führten die Spartaner auch die Sitte ein, dass die Athleten nackt zum Wettkampf antreten mussten.
    Der Einfluss Spartas auf die Olympischen Spiele schwand ab dem 6. Jahrhundert, als sich die Stadt zum Militärstaat wandelte.




  4. #14
    Avatar von Paokaras

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    Sparta führte einfach zuviele Kriege und mischte sich überall ein.Es war das antike USA der Griechen

    Sparta hatte zum höhepunkt seiner macht 10.000 Hopliten(Hoplit konnte nur ein Vollbürger werden) zur zeit Alexander des Grosse hatte Sparta nur noch 300-500 Hopliten!!!Es wurde zu einem Dorf.

    Sparta ging als Sieger hervor im Peloponnesischer Krieg 431-404 v.chr ein fast 30 Jahre langer Bürgerkrieg gegen Athen.
    Diese Sieg konnte sich Sparta hauptsächlich durch Persisches Gold erkaufen.Was dem ansehen Sparta schadete.
    Sparta mischte sich dan überall in Griechenland ein.377 v.chr formmten die Athener den 2 Attischen Seebund(Allianz gegen Sparta).
    Sparta schaffte es nicht die neue Flotte Athens zu besiegen.375 v.chr versuchte Sparta die Machtposition Thebens zu schwachen.Es kamm zur Schlacht von Leuktra die für Sparta in einer Katastrophe endete!!!!
    Sparta verlor die hälfte seiner Armee und der Ruf der unbesiegbarkeit war gebrochen.


    Die Thebaner griffen Sparta danach zwar nicht direkt an, beendeten aber dessen Hegemonie über den Peloponnesischen Bund(Allianz von Sparta), befreiten Messenien, marschierten 369 v. Chr. mit einem Heer des Böotischen Bundes in Lakonien ein und nahmen Sparta damit ein Drittel seines Staatsgebietes. Vor allem der Verlust Messeniens traf Sparta entscheidend.

    Durch diese dauernden Kriege und der schädigung des Rufes war Sparta am Ende!!!
    Am Ende war Sparta isoliert und umfasste nur noch Sparta und die umliegenden Gebiete.Wie schon oben gesagt Sparta verkommte zu einem Dorf.Das im laufe der Jahunderte immer mehr in die Bedeutungslosigkeit verschwand.

  5. #15
    Avatar von Heraclius

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    Ich denke ganz ausgestorben sind die Spartiaten, oder zumindest ihre dorische Sprache, nicht. In Lakonien in der Nähe von Sparta gibt es Ortschaften wo man Tsakonisch spricht. Das ist eine Sprache die sich nicht aus der Koine Glossa der Hellenistischen Zeit entwickelt hat, sondern aus dem dorischen Griechisch das die Spartiaten sprachen. Habe Zuhause ein Buch in diesem Dialekt. Es ist interessant, dass diese Dorismen eine Nähe zu den griechischen Dialekten Süditaliens nahelegen.

    Tsakonian language - Wikipedia, the free encyclopedia


    Heraclius

  6. #16
    Avatar von Heraclius

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    Für die Unter euch die Schweizerdeutsch können: 300 SVP Must Die Edition. Ist zwar ein Alter, aber immer wieder geil anzusehen!

    Heraclius



  7. #17
    Bendzavid
    Paoks Beitrag war hier bisher der Beste. Kurz, knapp und verständlich.

    Erstaunlich das ein Italiener sich so gut mit griechischer Geschichte auskennt...

  8. #18
    Avatar von Domoljub

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    Na wie wohl? Zuerst kamen die Römer, die haben denen mehr als genug an Göttern usw. geklaut (also die Römer den Griechen). Als Rom unterging war Griechenland wieder frei. Ab ca 400 ging es weiter mit dem Byzantinischen Reich (wo Griechisch geredet wurde, Christianisierung) bis dann die Osmanen kamen und alles erobert haben.

  9. #19
    Avatar von H3llas

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    sparta heute:

    Sparta hat heute rund 12'000 Einwohner














  10. #20
    Avatar von Heraclius

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    Zitat Zitat von H3llas Beitrag anzeigen
    sparta heute:

    Sparta hat heute rund 12'000 Einwohner



    Aber die neue Stadt liegt nicht ganz am gleichen Ort wie die Alte?

    Heraclius

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