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Wie stark war der serbische Widerstand im Kosovo

Erstellt von FREEAGLE, 06.11.2007, 00:08 Uhr · 28 Antworten · 2.487 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    12.05.2007
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    3.057

    Wie stark war der serbische Widerstand im Kosovo

    Hallo

    Mich würde interessieren, wie stark der serbische Widerstand gegen die Osmanen nach der verlorenen Schlacht am Amselfeld war.

    Gibt es einige Berichte dazu, würde mich sehr interessieren.

    Die Albaner z. B. galten während der osmanischen Besatzung als sehr zähe und hartnäckige Widerstandskämpfer.

    Sie sorgten immer wieder für Unruhen. Das bekannteste Beispiel ist mit Sicherheit Skanderbeg, der mit seinen Truppen in 25 Schlachten erfolgreich die Osmanen besiegte.

    Daneben gibt es noch viele andere, vor allem bei den katholischen Albaner, aber auch bei den muslimischen, die aber weniger erfolgreich waren. Trotzdem fürchtete man vor allem den starken Zusammenhalt der albanischen Familienclans und die Blutrache der Albaner.

    Die Albaner hatten allgemein den Ruf als gute Krieger und waren zur osmanischen Zeit in hohen Ämtern im Militär etc. vertreten.

    Wie sah das bei den Serben aus?

    Bitte nur ernstgemeinte Kommentare...

  2. #2
    Avatar von Schiptar

    Registriert seit
    30.04.2005
    Beiträge
    14.116
    Erklär doch lieber mal, worauf du hinauswillst. Du fragst nach serbischem Widerstand, lobst den albanischen Widerstandsgeist, gibst aber selbst zu, dass sehr viele Albaner zum Islam übertraten und mit den Türken militärisch kollaborierten... Das hat ja mit Widerstand nicht sehr viel zu tun. Warum also nicht auch im Falle der Serben stärker differenzieren?

  3. #3

    Registriert seit
    12.05.2007
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    3.057
    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Erklär doch lieber mal, worauf du hinauswillst. Du fragst nach serbischem Widerstand, lobst den albanischen Widerstandsgeist, gibst aber selbst zu, dass sehr viele Albaner zum Islam übertraten und mit den Türken militärisch kollaborierten... Das hat ja mit Widerstand nicht sehr viel zu tun. Warum also nicht auch im Falle der Serben stärker differenzieren?
    Stimmt nicht, die meisten Albaner konvertierten erst im späten 16. 17. Jahrhundert zum Islam. Dies hatte vor allem steuerrechtliche und sonstige Vorteile. Deswegen den albanischen Widerstand in Frage zu stellen ist aber ungerechtfertigt.

    Denn es ist Fakt, dass die Albaner zu den hartnäckigsten Widerstandskämpfern vor allem in den Anfängen der osmanischen Besatzung gehörten. Doch mit dem Tod Skanderbegs fehlte es den Albanern an Einigung und sie zersplitterten wieder in ihren alten Strukturen. So, dass der albanische Widerstand danach gebrochen wurde.

    Doch es gab immer wieder albanische Wiederstandskämpfer, die sich gegen die Osmanen auflehnten.

    Hier dreht es sich aber hauptsächlich um den serbischen Widerstand und darüber möchte ich diskutieren. Ich habe den albanischen Widerstand lediglich als Beispiel genommen, um zu verdeutlichen, was genau gemeint ist. Also nicht unbedingt historische Siege der Serben, sondern der Aufstand oder die Auflehnung gegen das osmanische Reich allgemein, weil ich dazu zu wenig seriöse Infos hab.

  4. #4

    Registriert seit
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    5.698
    Zitat Zitat von FREEAGLE Beitrag anzeigen
    Hallo

    Mich würde interessieren, wie stark der serbische Widerstand gegen die Osmanen nach der verlorenen Schlacht am Amselfeld war.

    Gibt es einige Berichte dazu, würde mich sehr interessieren.
    Brockhaus' Konversationslexikon: Band 63, Seite 874: Serbien (Geschichte)

    Die größte Ausdehnung erreichte S. unter Stephan
    (s. d.) Duschan (1331-55), der die Bürgerkriege in
    Byzanz zur Besetzung von Südmacedonien (außer
    Saloniki), Thessalien, Albanien und Epirus benutzte
    und sich 1346 in Skopje zum Kaiser (Zar) der Serben
    und Griechen krönen ließ. Bei der Unbotmäßigkeit
    des Adels zerfiel aber das Reich bald nach seinem
    Tode. Sein Bruder Symeon bemächtigte sich als
    Zar des Südens und schlug seine Residenz in Trikala
    in Thessalien auf. Dufchans Sohn, der letzte Ne-
    manjide, Zar Urosch (1355-71), verlor bald alles
    Ansehen. Der Edelmann Wukaschin ließ sich 1366
    zum König proklamieren, fand aber nicht überall
    Anerkennung und siel 1371 bei einem Zug gegen die
    Türken bei Adrianopcl. Die serb. Teilfürstentümer
    in Macedonien, darunter das des Königs Marko
    und andere, sielen unter türk. Oberhoheit. ImNorden
    behaupteten sich die Valscha (s. d.), die Vrankowitsch
    (s. d.) und Fürst (Knez) Lazar im Moravathal, der
    einen Bund gegen die Türken organisierte, aber
    1389 in der Schlacht auf dem Amselfelde (s. d.) unter-
    lag. Trotzdem besaßen seine Nachfolger ein noch
    größeres Territorium als er. Sein Sohn Stephan
    Lazarevic' (1389-1427) riß sich nach der Schlacht bei
    Angora (1402) von der türk. Oberhobeit los, um sich
    König Sigismund von Ungarn anzuschließen, erhielt
    vom byzant. Kaiser den Despotentitel, residierte meist
    in Belgrad und gewann außer der bosn. Vergwerk-
    stadt Srebernica als Erbe der Valschas nach einem
    Krieg gegen Venedig auch das Küstenland bei Bu-
    dua und Antivari. Sein Neffe und Nachfolger
    Georg Brankowitsch (1427 - 56) war den Türken
    tributär, stützte sich aber häufig auf Ungarn und
    stellte nach der ersten Eroberung durch Älurad II.
    (1439 - 44) seinen Staat fast ganz im alten
    Umfang her. Die Uneinigkeit seiner Söhne er-
    leichterte Mohammed II. die vollständige Unter-
    werfung S.s durch Einnahme der Hauptstadt Sme-
    derevo (Eemendria) 1459.

    Eine Veränderung brachten die Kriege Österreichs
    gegen die Pforte, in denen 1688 Belgrad erobert
    und 1689 Prizren und Ekoplje besetzt wurden; jedoch
    die Wendung 1690 führte zu einer starken serb. Aus-
    wanderung nach Südungarn (s.Crnojeviˆ. 1718-39
    war Belgrad mit dem Land zwischen Drina, der serb.
    Morava und Timok im Besitz Österreichs. Auck im
    Kriege 1787-91 wurde Belgrad von Österrcick er-
    obert; aus den Einheimischen wurden starke Frei-
    korps geworben, deren geübte Mannschaften nach dem
    Frieden im Lande blieben. Der serb. Aufstand 1801
    begann als "lovale" Revolution der christl. Bauern
    gegen die rebellischen Ianitscharcn von Belgrad,
    das 1806 von den Serben erstürmt wurde, worauf
    aber die Aufständischen im Bunde mit den Nüssen
    1806-12 den Krieg gegen die Pforte führten. (S.Os-
    manisckes Reich, Bd. 12, S. 683 d.) Der Friede von
    Bukarest (1812) verhieß den Serben innere und finan-
    zielle Autonomie nebst voller Amnestie; nur die alten
    Festungen sollten der Pforte zurückgegeben werden.
    Als aber Europa durch die Befreiungskriege beschäf-
    tigt war, unternahm der Großwesir Churschid Pascba
    einen Zug, um die Serben mit Waffengewalt völlig
    zu unterjochen. Karadjordjes Plan, sich auf die
    Defensive in den Festungen und Waldgebirgen zu
    beschränken, wurde von den Woiwoden nicht ange-
    nommen, der Grenzkrieg führte zu Niederlagen,
    Belgrad war nicht für eine Belagerung vorbereitet,
    und Karadjordje trat daher 3. Okt. 1813 mit den
    meisten Anführern und zahlreichen Flüchtlingen auf
    östcrr. Boden über. Von den Häuptern der Be-
    wegung blieb nur Milofch Obrenowitsch, der Woi-
    wode von Uzice, im Lande, der nun von den Sie-
    gern zum Chef (Knez) der Kreise von Nudnik und
    Kragujevac ernannt wurde. Grausame Hinrichtun-
    gen und Verfolgungen nach einem Aufstandsversuch
    (1811) erregten von neuem die ganze Bevölkerung
    gegen die Türken. Am Palmsonntag 1815 begann
    Milosch vom Dorfe Takovo aus einen neuen Auf-
    stand, fchlng einige türk. Truppenabteilungen, ver-
    ständigte sich aber bald mit dem Rumeli-Walessi
    Maraschli Ali Pascha über eine Landesautonomic
    unter einheimischen Knezen, mit einem Senat als
    oberster Gerichts- und Finanzbehörde, wobei er selbst
    als "Vasch-knez" (Oberfürst) anerkannt wurde. Der
    griech. Aufstand zog die völlige Austragung aller
    Fragen in die Länge, bis nach dem Frieden von
    Adrianopcl der großberrlichc Hatt-i-Schcris von 1830
    festsetzte, daß Milosch als erblicher Fürst bestätigt
    würoe, die Türken nur in dcn Festuugsstädtcn wohnen
    dürften, und die Grenzen auf den Stand von 1812
    gebracht würden, worauf die Serben 1833 Negotin,
    das Timokthal, Alerinac und Krusevac übernahmen.
    Milofch, der meist in Kragujevac und Poˆarcvac
    residierte, regierte nach dem Vorbild türk. Paschas
    mit Willtür, ohne Volksversammlung, riß Handels-
    monopole an sich und unterdrückte einige Ausstände
    mit blutiger Grausamkeit. Unter dem Einfluß der
    Reformen in der Walachei und in der Türkei regte
    sich seit 1835 eine starke, von den Schutzmächten
    des Fürstentums, Rußland und der Pforte, unter-
    stützte Opposition zu Gunsten eines Statuts (Häwv),
    das 1838 erlassen wurde und vor allem einen Se-
    nat zur Beschränkung des Fürsten schuf. Milosch
    dankte deshalb 13. Juni 1839 ab. Von seinen Söh-
    nen regierte Milan nur wenige Wochen; Michael,
    der nach ihm den Thron bestieg, wurde schon 1812
    durch einen Aufstand der Senatorenpartei, an deren
    Spitze der Woiwode Wucic' und der Diplomat

    Petronijevic' standen, zur Abdankung gezwungen,
    worauf die Skupschtina Sept. 1812 Alexander Kara-
    djordjewitsch (1812 - 58) einstimmig zum Fürsten
    wählte. Die Oligarchie der Senatoren, die den Für-
    sten auf den Thron gebracht hatte, behielt während
    seiner ganzen Regierung den größten Einfluß. Wüb-
    rend der ungar. Revolution 1818-49 bewog der
    Kampf der füdungar. Serben gegen die Magyaren
    auch S., zur Unterstützung Österreichs ein Frei-
    willigenkorps unter Knicanin (s. d.) abzuschicken.
    Nach der Niederwerfung der Revolution geriet Fürst
    Alexander ganz unter den reaktionären o'sterr. Ein-
    fluß ; er berief keine Skupschtina mehr, kam aber wäh-
    rend des Oricntkricges bei seiner Unselbständigkeit in
    eine arge Lage. Rußland besetzte die Walachei und
    wollte die Serben zu einem Angriff auf die Pforte ver-
    anlassen, während Österreich, um dies zu verhindern,
    im Banat ein Obscrvationskorps zusammenzog. In
    S., wo russ., türk., österr. und franz. Einflüsse ab-
    wechselten, rüstete man sich zum Kriege, blieb aber
    endlich dennoch neutral. Der Pariser Friede (s. d.)
    stellte 1856 S., das bisher unter türk. und russ. Pro-
    tektorat gestanden hatte, unter die gemeinsame Ga-
    rantie der Vertragsmächte. Indessen kam es zwischen
    der Oligarchie und dem Fürsten zum Bruch, die
    Pforte unterstützte die Senatoren, und 1858 verhalf
    der Pfortenkommissar Edhem Pascha den Oligarchen
    zum Sieg: der Senat erhielt das Recht, sich selbst zu
    ergänzen, und der Fürst durfte seine Minister nur
    aus dem Senat wüblen. Wucic' wurde Präsi-
    dent des Senats, während Ilija Garaschanin, der
    als Parteigänger Napoleons III. galt, die Seele
    des Ministeriums war. Die Senatspartei ging nun
    in der Absicht, einen der ihrigen auf den Thron zu
    setzen, daran, durch Berufung einer Skupfchtina den
    Fürsten zu stürzen, wurde aber durch seinen Sturz
    mitgerissen. Die Skupschtina ("ZvetOÄnärsMa
    LkuMwa"), die auf Grund eines neuen Wahlge-
    fetzes gewählt und 500 Deputierte stark war, trat
    am St. Andreastage 1858 zusammen, berief 23. Dez.
    den 78jährigcn Milofch wieder ins Land zurück und
    mackte auch dem Senat wegen seiner Verbindungen
    mit den Türken ein Ende. Milosch herrschte, unbe-
    kümmert um die Gesetze, mit gewohnter Willkür,
    verfolgte seine Gegner besonders unter den Sena-
    toren, starb aber schon 26. Sept. 1860. Es folgte
    nun zum zweitenmal fein Sohn Michael (1860-68),
    der sich von allen seinen Vorgängern durch seine
    Bildung und Begabung unterschied und im Lande
    auch bereits eine neue Generation junger, im Aus-
    lande gebildeter Männer vorfand, mit denen er eine
    Verwaltung moderner Art einführte. Der Senat
    wurde als Staatsrat 1861 ganz neu errichtet, die
    Skupschtina alle drei Jahre einberufen und durch
    Einführung der allgemeinen Wehrpflicht eine mili-
    tärisch gegliederte Miliz errichtet. Garaschanin war
    Ministerpräsident; der junge Ristic' bekleidete den
    wichtigen Posten eines serb. Vertreters in Konstan-
    tinopel. Die nationale serb. Bewegung, die eine
    Vereinigung aller Serben anstrebte (s. Omladina),
    die gleichzeitigen Revolutionen in der Herzegowina
    und aus Kreta und die Vereinigung der Moldau
    und Walachei drängten auch S. zum Handeln. Zu-
    erst mußte es jedoch die Türken aus dem Lande los
    werden, die teils in den Festungen, teils in eigenen
    Stadtvierteln lebten, wo es zwischen den serb. und
    türk. Einwohnern und deren Behörden sehr oft
    Reibungen gab. Am 15. Juni 1862 kam es in
    Belgrad zu einem Streit an einem öffentlichen

    Brunnen, in dem ein Serbe ssetötet wurde: es folgte
    ein Strahenkampf, die türk. Bevölkerung floh in die
    Festung, und 17. Juni begann der Kommandant
    Aschir Pascha Belgrad plötzlich zu bombardieren.
    Die Beschießung wurde auf Intervention der Kon-
    suln eingestellt, der Pascha von der Pforte abgesetzt,
    und nach einer Konferenz der Vertreter der Pariser
    Vertragsmächte in Konstantinopel (Protokoll vom
    8. Sept.) ließ der Sultan die türk. Staatsbürger
    gegen Entschädigung aus S. auswandern, schleifte
    die Burgen von Uzice und Sokol und behielt nur
    Garnisonen in den Festungen von Belgrad, Oabac,
    Emederevo und Kladovo. Mit Hilfe der Mächte
    gelang es dem Fürsten Michael, die Pforte 186?
    auch zur Übergabe dieser Festungen zu bewegen,
    unter der Bedingung, daß in ihnen neben der serb.
    noch immer die osman. Fahne wehen sollte. Oppo-
    sitionelle Strömungen, die von der serb. Presse in
    Südungarn unterstützt wurden, bewogen den Fürsten,
    eine neue Verfassung vorzubereiten, jedoch wurde er
    schon 10. Juni 1868 im Park von Topcider er-
    mordet. Die Verschworenen, an deren Spitze der
    Advokat Radovanovic' stand, wurden jedoch er-
    griffen und 16 derfelbcn erfchosfcn. Ein fchwerer
    Verdacht lastete auf dem ehemaligen Fürsten Alexan-
    der, dessen Familie die Verschwörer wieder auf den
    Thron bringen wollten; jedoch wurde er in Ungarn
    zwar von einer Instanz verurteilt, von den zwei an-
    dern aber freigesprochen.

    Michaels Nachfolger wurde sein Neffe Milan
    (1868-89), während dessen Minderjährigkeit das
    Fürstentum 1868-72 von einer Regentschaft ver-
    waltet wurde, bestehend aus General Vlasnawatz,
    Ristic und Gawrilovic'. Eine Verfassung, die am
    St. Peterstag 1869 von einer Skupschtina in Kra-
    gujevac bestätigt wurde, erklärte die Dynastie der
    Obrenowitsche für erblich auch in weiblicher Linie,
    schloß die Karadjordjcwitfche vom Thron aus und
    bestimmte die Zusammensetzung des Landtags, der
    zu drei Vierteln aus gewühlten Deputierten (einer
    sür je 3000 Steuerzahler), zu einem Viertel aus er-
    nannten bestehen sollte. Auch nach der Großjährig-
    keitserklärung Milans (Aug. 1872) leitete Risiic'
    bis 1873 die Regierung weiter; dann folgten mehrere
    Ministerien schnell aufeinander. Als Juli 1875 in
    der Herzegowina ein Aufstand ausbrach, durfte S.
    schon wegen der Rivalität mit dem stammverwandten
    Montenegro nicht zurückbleiben; aber Fürst Milan,
    dem das diplomat. Talent Michaels fehlte, schwankte
    lange zwischen den Ratschlägen der Großmächte, den
    Anschauungen serb. Politiker und den Bestrebungen
    der Skupschtina, bis Mai 1876 der bulgar. Auf-
    stand, der Konsulmord in Saloniki und der Sturz
    des Sultans Abd ul-Asis (s. Osmanisches Reich,
    Bd. 12, S. 685) die Kriegsbewegung unaufhaltsam
    machten. Obwohl dieRüstungen unzulänglich waren,
    begann S. im Bund mit Montenegro 30. Juni 1876
    den Krieg gegen die Türkei. Der zum Oberbefehls-
    haber ernannte rufs. General Tschernajcw mußte
    die Versuche einer Offensive bald aufgeben, Os-
    man Pascha besetzte von Vidin aus das Timokthal,
    und Abd ul-Kerim operierte aus Nisch gegen das
    befestigte serb. Lager bei Alerinac und Deligrad,
    wo Tschernajew durch die Proklamierung Milans
    zum König 16. Sept. eine vorübergehende polit.
    Demonstration veranstaltete, bis die Türken durch
    die Schlacht bei Djunis 30. Okt. sich den Weg in
    das Innere gegen Krusevac öffneten und Alerinac
    besetzten. Durch russ. Intervention wurde sofort ein

    Waffenstillstand geschlossen, worauf im Frieden vom
    28. Febr. 1877 der frühere Zustand erneuert wurde.
    Der Mißerfolg des Krieges hinterließ viel Unzu-
    friedenheit, weshalb S. im Russisch-Türkischen Kriege
    von 1877 und 1878 (s. d.) erst 14. Dez. 1877 die
    Feindseligkeiten gegen die Türken wieder eröffnete.
    Die Serben hatten unter einbeimischen Feldherren
    (Leschjanin, Velimarkoviö, Horwatovic' u. s. w.)
    Nisch, Pirot, Trn, Vranja und KurZumlija erobert,
    als der Waffenstillstand ihrem Vormarsch ein Ende
    machte. Im Frieden von San Stefano wurde S. auch
    Novipazar zugesprochen, so daß es von Montenegro
    nur durch einen schmalen Landstreifen getrennt ge-
    wesen wäre. Im Berliner Vertrag erhielt S. jedoch
    Pirot und Vranja (die früher Bulgarien zufallen
    sollten), Nifch, das fortan ebenfalls Residenz und Ver-
    sammlungsort der Ekupschtina wurde, Leskovac und
    das Toplicathal, 11097 <il(m mit etwa 367000 E.,
    sowie die Unabhängigkeit, mußte dagegen auf die
    alten histor. Stätten des Serbentums, das Amsel-
    feld, Prizren u. s. w., verzichten, was ebenso wie die
    Occupation von Bosnien und Herzegowina durch
    Asterreich in S. verstimmte, da damit den nationalen
    Aspirationen nach Westen und Südwesten ein Damm
    vorgeschoben wurde.


    Zitat Zitat von FREEAGLE Beitrag anzeigen
    Die Albaner z. B. galten während der osmanischen Besatzung als sehr zähe und hartnäckige Widerstandskämpfer.

    Sie sorgten immer wieder für Unruhen. Das bekannteste Beispiel ist mit Sicherheit Skanderbeg, der mit seinen Truppen in 25 Schlachten erfolgreich die Osmanen besiegte.

    Daneben gibt es noch viele andere, vor allem bei den katholischen Albaner, aber auch bei den muslimischen, die aber weniger erfolgreich waren. Trotzdem fürchtete man vor allem den starken Zusammenhalt der albanischen Familienclans und die Blutrache der Albaner.
    Meyers Konversationslexikon: Band 1, Seite 284: von Albanien bis Albano

    Mit dem byzantinischen Reich lag das unruhige und räuberische Volk fast fortwährend in Krieg. Dann folgten langwierige Kämpfe mit den Türken. Schon um 1380 stritten die Albanesen mit den Slawen und Ungarn vereinigt für das Evangelium gegen den Islam; in der furchtbaren Schlacht bei Kossova (1389) verblutete der Kern des albanesischen Heers. Viele albanesische Stämme wanderten in die verheerten, menschenleeren Gegenden Attikas, Thessaliens und des Peloponnes aus und gründeten zahlreiche albanesische Pflanzstädte, die später den Türken unter Bajesid und Murad tapfern Widerstand leisteten. Die Glanzzeit der albanesischen Geschichte damaliger Zeiten knüpft sich an den Namen Skanderbegs, welcher kühne Fürst 25 Jahre lang (von 1443 bis 1467) mit ebensoviel Heldenmut wie Glück gegen die ganze Macht der Türken kämpfte, während sein Schwiegervater Acatina Topia den Süden Albaniens schirmte. Selbst nach Skanderbegs Tod wehrten sich die Albanesen noch geraume Zeit gegen die Türken; ihre Verteidigung von Skutari ist berühmt und ihre letzte, größte Waffenthat jener Periode. Durch den 1478 zwischen den Türken und Venezianern geschlossenen Frieden ward A. türkische Provinz, doch konnte das Land nie völlig beruhigt werden.

    Ali, der Fürst von Tepelen, begann um diese Zeit seine merkwürdige Laufbahn. Nach und nach brachte er ganz A. unter seine Herrschaft. Als er sich aber, um als vollkommener Despot herrschen zu können, durch Mord und Verrat seiner albanesischen Freunde zu entledigen trachtete, traten diese auf die Seite der Türken, und so ward seine Macht (1822) schnell wieder gebrochen. Alis 40jähriger, fast ununterbrochener Kampf zur Befestigung seiner Herrschaft hatte das ohnehin so kriegerische Volk indes so sehr an das wilde Kriegsleben gewöhnt, daß, als nach des Despoten Sturz die griechische Revolution ausbrach, es die neue Gelegenheit zu Raub und Plünderung mit Eifer ergriff. Die mohammedanischen Albanesen traten auf die Seite der Türken, die christlichen, besonders die in den südlichen Gebirgen wohnenden Armatolen und Klephthen (namentlich die Sulioten), auf die der Griechen. In diesem langen Kampf mit ihren mohammedanischen Brüdern gingen die christlichen Albanesen größtenteils zu Grunde. Nach der Schlacht bei Navarino und der Anerkennung der griechischen Unabhängigkeit wendete sich die wilde Thatenlust der Albanesen gegen die Türken. Unter Arslan Bei und Mustafa, Pascha von Skutari, erhoben sie die Fahne des Aufstands. Der Pascha von Bagdad, Daud, ward mit in den Bund gezogen, und Mehemed Ali schürte von Kairo aus das Feuer mit Gold. Das Reich sollte von allen Seiten angegriffen werden. Da erschien Reschid Pascha, nachdem er in Adrianopel mit Rußland Frieden geschlossen, 1829 mit dem ganzen türkischen Heer. Verrat bahnte ihm den Weg zum Ziel; er lud die Häuptlinge der Albanesen nach Monastir zu gütlicher Ausgleichung der Streitpunkte, indem er für sicheres Geleit sein Ehrenwort verpfändet hatte, und die Arglosen gingen in die Falle. 400 Häuptlinge kamen mit starkem Gefolge, wurden aber bei den ihnen zu Ehren veranstalteten Festen niedergemacht, worauf rasch und leicht die Unterwerfung des Landes folgte. Ein abermaliger Aufstand der mohammedanischen Bevölkerung wütete seit 1843 in A. infolge der angeordneten Truppenaushebung. Derselbe breitete sich rasch über die Gebirgsgegenden von Rumelien bis nach der Bulgarei aus. Omer Pascha aber schlug die Albanesen zunächst bei Kaplanly und unterwarf durch das Treffen von Kalkandelen und die Eroberung von Prischtina die ganze Provinz. Ein neuer Aufstand im Sommer 1847 wurde bald unterdrückt. Im J. 1879 widersetzten sich die nördlichen Stämme der Albanesen den durch den Berliner Frieden festgesetzten Abtretungen von Teilen Albaniens an Serbien und Montenegro und empörten sich, um sie zu hindern, sogar gegen die türkische Regierung, wurden aber 1880 und 1881 von Derwisch Pascha zur Unterwerfung gezwungen. Vgl. Gopcevic ˆ[Gopčević], Oberalbanien und seine Liga (Leipz. 1881), und die Litteratur bei Albanesen.



    Zitat Zitat von FREEAGLE Beitrag anzeigen
    Die Albaner hatten allgemein den Ruf als gute Krieger und waren zur osmanischen Zeit in hohen Ämtern im Militär etc. vertreten.

    Meyers Konversationslexikon: Band 1, Seite 284: von Albanien bis Albano

    Seit der Mitte des 17. Jahrh. griff der Islam in dem bisher christlichen A. mehr und mehr um sich. Auch drängten sich die Albanesen bald zum türkischen Kriegsdienst und bildeten, zumal nachdem die Janitscharen zu Haustruppen herabgesunken waren, den Kern der türkischen Armee. Die tapfersten türkischen Heerführer waren meist Albanesen. Auch zu den höhern Zivilstellen des Reichs gelangten Albanesen immer häufiger. Als 1770 die Russen den Aufstand der Griechen gegen die Türken anfachten, sandten die letztern gegen das unglückliche Nachbarvolk die Albanesen, welche ihrem uralten Haß gegen die Griechen und ihrer Mordlust vollen Lauf ließen.

    Zitat Zitat von FREEAGLE Beitrag anzeigen
    Wie sah das bei den Serben aus?

    List of Serbs - Wikipedia, the free encyclopedia


    Ottoman Empire
    The following Grand Viziers were exclusively collected through the forced levy of Christian children (Devshirmeh) by the Janissaries who indoctrinated them in the faith of Islam and the service of the Ottoman Empire:

  5. #5

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    Vielen Dank Albanesi, sehr interessant.

    Aber bei den Serben vermisse ich immer noch konkrete Widerstandskämpfe in der Region Kosovo nach der Niederlage auf dem Amselfeld.

  6. #6

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    Zitat Zitat von FREEAGLE Beitrag anzeigen
    Vielen Dank Albanesi, sehr interessant.

    Aber bei den Serben vermisse ich immer noch konkrete Widerstandskämpfe in der Region Kosovo nach der Niederlage auf dem Amselfeld.
    Also nach der Niederlage wurde erst einmal der Sultan (Murat) abgestochen und die Türken zogen sich für paar Jahre zurück...

  7. #7

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    Ich sage nur Heiducken/Hajduci....

  8. #8

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    Karađorđe



    Der erste serbische Aufstand [Bearbeiten]

    Als die meisten serbischen Anführer und Ältesten um den Knezen von Valjevo Aleksa Nenadović verraten und von den Janitscharen gefasst und ermordet wurden, versammelten sich die Serben am 14. Februar 1804 (2. Februar nach julianischem Kalender) in der waldreichen Gegend von Orašac und riefen einen Aufstand aus. Karađorđe wurde zum Anführer gewählt. Den Aufständischen gelangen in den nächsten Jahren mehrere Siege, 1806 eroberten sie Belgrad und setzten der Janitscharenherrschaft ein Ende.
    Nach ihrem Sieg bekamen die Aufständischen vom Sultan aus Konstantinopel die Order, ihre Waffen niederzulegen und sich dem neuen Pascha von Belgrad zu unterwerfen. Sie lehnten dies aber ab und kämpften fortan direkt gegen das Osmanische Reich. Obwohl die osmanischen Heeresabteilungen, die den Aufstand niederwerfen sollten, teilweise eine bis zu zehnfache Übermacht hatten, gelang es ihnen nicht, die Aufständischen zu besiegen. Vielmehr brachten die Aufständischen ein Gebiet von Belgrad im Norden bis nach Kosovska Mitrovica (Kosovo) im Süden unter ihre Kontrolle. Unterstützt wurden sie dabei vom zaristischen Russland.
    1807 errichteten die Aufständischen eine eigene Regierung. Ihre höchste Instanz war der große serbische Volksrat, der Sovjet Praviteljstvujušči serbski, mit Karađorđe als Präsidenten. 1808 bekam er den Ehrentitel Vožd verliehen, was Anführer, Führer bzw. Heerführer (ähnlich wie Woiwode) bedeutet.

    Der zweite serbische Aufstand [Bearbeiten]

    1812 begann der Krieg Napoleons gegen Russland, und diese Gelegenheit nutzten die Osmanen für eine neue Großoffensive gegen die aufständischen Serben. Bis 1813 eroberten die Osmanen Serbien zurück, Karađorđe floh im Oktober 1813 nach Österreich, was das Ende des Ersten serbischen Aufstandes bedeutete. Einer der Unterführer, Miloš Obrenović, ergab sich zunächst den Osmanen, fiel dann aber wieder ab, und organisierte 1815 den Zweiten serbischen Aufstand.

    Karađorđe - Wikipedia

  9. #9
    Avatar von Livanjka_Ffm

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    oha was für lange texte...wer ließt sich das schon druch?! gibt es vielleicht auch eine zusammenfassung?

  10. #10

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    Kurz gesagt: Wir hatten von Anfang an Wiederstand und am ende große organisierte........

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