Das Beispiel von Barbara Kulmesch zeigt, wie Unschuldige in Titos Agentenkartei kamen.


Ein Schock war 2003 in Slowenien die Veröffentlichung einer Liste mit Tausenden Namen aus der "zentralen aktiven Evidenz" von Titos Geheimdienst UDBA im Internet. Mit den Umtrieben von potenziellen Agenten setzte sich der Aufdecker, Dusan Lajovic, auch in einem Buch untereinander.



Die Liste enthält aber keineswegs nur tatsächliche Agenten, sondern eine Vielzahl von Menschen, die nie wissentlich mit der UDBA in Berührung kamen und daher vom Donner gerührt waren, als sie ihre Namen in dem Dossier vorfanden. Unter den Tätern wie auch Opfern findet man zahlreiche Kärntner. Eines der Opfer ist die Südkärntnerin Barbara Kulmesch, deren Namen auf einem am Donnerstag im Rahmen unserer Serie veröffentlichten willkürlichen Auszug aus der Liste auftaucht. Es gibt nur einen plausiblen Grund, warum Kulmesch in der Kartei aufscheint: Sie heiratete einen Kärntnern und verließ in der Folge ihr Heimatland. Auf dem abgedruckten Auszug ist auch eindeutig "Emigrant" vermerkt. Frau Kulmesch war, wie die Kleine Zeitung recherchiert hat, mit Gewissheit keine Spionin. Ihr Fall belegt aber, wie die UDBA Unschuldige in Misskredit brachte.


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Eine Südkärntnerin als spätes Opfer der Tito Agenten > Kleine Zeitung