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Die Türkei wie sie Entstand bis Heute

Erstellt von Sultan Mehmet, 23.12.2007, 10:45 Uhr · 1 Antwort · 9.028 Aufrufe

  1. #1

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    Die Türkei wie sie Entstand bis Heute


    Die Seldschuken (1038–1194).


    Die Osmanen (1299-1923)

    Auf dem Gebiet der heutigen Türkei lebten und herrschten die Hethiter, Armenier, Griechen, Perser und nach diesen erneut die Griechen unter Alexander dem Großen. Anschließend gliederte das Römische Reich Kleinasien in sein Herrschaftsgebiet ein. Die Herrschaft des vereinten Römischen Reiches hielt bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. Danach fiel Kleinasien nach der Teilung des Römischen Reiches an Byzanz.

    Die endgültige türkische Besiedlung Anatoliens begann mit dem Eintreffen der Seldschuken im 11. Jahrhundert n. Chr. Die ursprüngliche Heimat der Türken lag in Zentralasien und Westchina.
    Die Seldschuken schlugen die byzantinische Armee in der Schlacht von Mantzikert im Jahre 1071 vernichtend. 1077 wurde das Sultanat der Rum-Seldschuken gegründet und daraufhin eroberten die Türken große Gebiete Ost- und Mittelanatoliens. Nach dem Überfall der Mongolen wurde das seldschukische Reich geschwächt, so dass sich viele türkische Stämme verselbständigten. Aus einem dieser türkischen Fürstentümern (Beyliken) erwuchs das spätere Osmanische Reich. Seit dem zwölften Jahrhundert ist in westlichen Quellen die Bezeichnung des Landes als Turchia belegt.

    Um 1299 begründete Osman I. (*1259; †1326) das nach ihm benannte Osmanische Reich und die Osmanen-Dynastie. Nach der Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 herrschten die Osmanen über große Teile des Nahen Ostens, Nordafrikas, der Krim, des Kaukasus und des Balkans.

    Nachdem die Expansion des Osmanischen Reiches nach Europa hinein vor Wien zum Stillstand gebracht, das osmanische Heer dort am Kahlenberg 1683 geschlagen worden war, wurde das Reich immer weiter aus seinen europäischen Gebieten bis auf den Zipfel westlich des Marmarameeres, zwischen Istanbul und Edirne, zurückgedrängt. Das ab dem 19. Jahrhundert stark zunehmende Unabhängigkeitsstreben diverser Nationen im Vielvölkerstaat des Osmanischen Reiches, die Besetzung Nordafrikas durch europäische Mächte und schließlich die Niederlage im Ersten Weltkrieg bewirkten seinen endgültigen Verfall.

    Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Osmanische Reich an der Seite der Mittelmächte. Nachdem Frankreich und Großbritannien den Armeniern einen selbständigen Staat in Ostanatolien versprochen hatten, befürchtete die osmanische Regierung eine Schwächung ihrer territorialen Integrität. Unter dem Vorwand einer Umsiedlungsaktion wurde ein großer Teil der im Reichsgebiet lebenden Armenier ermordet. Die heutige türkische Regierung bestreitet diesen Völkermord an den Armeniern.
    Nach der Niederlage der Mittelmächte verlor das Osmanische Reich infolge des Friedensvertrages von Sèvres seine verbliebenen Gebiete außerhalb von Anatolien und Thrakien. Darüber hinaus sollte das Gebiet der heutigen Türkei weitgehend zerstückelt werden. Griechenland wurden die Stadt Smyrna (türkisch İzmir) und Teile von Westanatolien zugesprochen, die Region um Adana sollte an die Italiener gehen und der französische Besitz sollte neben Syrien auch Kilikien umfassen. In den östlichen Landesteilen der heutigen Türkei mit den Städten Kars, Ardahan und Erzurum sollte ein armenischer Staat entstehen. Südlich davon und östlich des Euphrat wurde den Kurden eine autonome Region zugesprochen. Diese Pläne wurden allerdings nicht umgesetzt.

    Atatürk organisierte ab dem 19. Mai 1919 den politischen und militärischen Widerstand gegen diese Pläne. Besonders heftig waren ab 1920 die Kämpfe mit Griechenland. Der Krieg endete am 9. September 1922 mit der Einnahme und dem Niederbrennen des damals mehrheitlich griechisch bewohnten Smyrna (İzmir). Der Sieg der Türkei gipfelte in der Kleinasiatischen Katastrophe, in dessen Folge viele Griechen und Türken aus ihrer Heimat vertrieben wurden.
    Nach dem Sieg der Türkei wurden am 24. Juli 1923 mit dem Vertrag von Lausanne die Bestimmungen aus dem Vertrags von Sèvres revidiert. Mit dem Vertrag wurden die bis heute gültigen Grenzen des neuen Staates völkerrechtlich anerkannt. Gleichzeitig wurde der „Bevölkerungsaustausch“ mit Griechenland in geregelte Bahnen gelenkt. Nachdem alle ausländischen Kräfte aus Anatolien vertrieben wurden, rief Mustafa Kemal am 29. Oktober 1923 die Republik aus.
    Im Laufe seiner Amtszeit führte Atatürk tiefgreifende Reformen im politischen und gesellschaftlichen System durch, die die Türkei in einen modernen, säkularen und europäisch orientierten Staat verwandelten. Die Leitlinien seiner Politik werden heute unter dem Begriff Kemalismus zusammengefasst.

    Unter anderem wurde im Jahre 1922, das Sultanat abgeschafft und am 3. März 1924 folgte die Abschaffung des Kalifats. Im gleichen Jahr schaffte die Türkei die Scharia ab, 1925 wurden im Zuge einer umfassenden „Kleiderreform“ Fez (traditionelle türkische Kopfbedeckung der Männer) und Schleier für die Frau verboten und die Koedukation eingeführt. Im selben Jahr wurden die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender ersetzt sowie das metrische System eingeführt.

    In den folgenden Jahren wurden ganze Rechtssysteme aus europäischen Ländern übernommen und den türkischen Verhältnissen angepasst. 1926 wurde zunächst das Schweizer Zivilrecht - und damit die Einehe mit einer Gleichstellung von Mann und Frau - übernommen (Die Gleichstellung der Geschlechter gelang im täglichen Leben allerdings nur teilweise). Es folgten das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht. 1928 wurde die Säkularisierung ausgerufen und im gleichen Jahr die Arabische Schrift durch die Lateinische ersetzt (siehe Neues türkisches Alphabet). Im Zuge weiterer Reformen wurde in der Türkei 1930 das aktive Frauenwahlrecht eingeführt und seit 1934 dürfen sich Frauen auch selbst zur Wahl stellen (passives Frauenwahlrecht). Nur wenige der Reformen - etwa Atatürks Idee, in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch zu beten - wurden zurückgenommen, da man es nicht ganz durchführen und kontrollieren konnte.

    Nachdem Atatürk am 10. November 1938 starb, wurde sein enger Weggefährte Ismet Inönü zweiter türkischer Staatspräsident. Inönü war bestrebt, die Modernisierung der Türkei fortzuführen und die außenpolitische Neutralität beizubehalten. 1939 schloss sich der Staat Hatay der Türkei an und ging in der gleichnamigen Provinz mit der Hauptstadt Iskenderun auf.

    Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bewahrte die Türkei ihre außenpolitische Neutralität. Erst am 23. Februar 1945 erklärte sie Deutschland und Japan symbolisch den Krieg, um anschließend die Charta der Vereinten Nationen mit zu unterschreiben.
    1946 wurde in der Türkei erstmalig eine weitere politische Partei zugelassen. Die DP (Demokratische Partei) errang bei den Wahlen am 14. Mai 1950, unter der Führung von Adnan Menderes, die Mehrheit der Sitze im Parlament. Damit endete die seit Republikgründung herrschende Einparteienherrschaft der CHP.
    Der sich abzeichnende Ost-West-Konflikt und die Versuche der Sowjetunion, Einfluss auf die Türkei auszuüben, führte zur endgültigen Aufgabe der außenpolitischen Neutralität der Türkei. 1950 nahm die Türkei als Teil eines UNO-Kontingents am Korea-Krieg teil und trat 1952 in die NATO ein.

    1960 proklamierte der regierende Ministerpräsident Adnan Menderes ein Ermächtigungsgesetz, um die politische Opposition auszuschalten. Gegen diese Maßnahmen putschte 1960 das Militär. Menderes und andere Politiker wurden zum Tode verurteilt und am 17. September 1961 auf Imrali gehängt. Nachdem das Militär 1961 eine neue Verfassung einführte, gab es die Macht an eine Zivilregierung ab.
    Inönü wurde Ministerpräsident und regierte von 1961 bis 1965. 1963 schloss die Türkei mit der damaligen EWG ein Assoziierungsabkommen ab. Aber auch die Folgeregierung konnte die Probleme nicht in den Griff bekommen. Linke und rechte Terror-Aktivitäten nahmen zu und die Wirtschaftslage verschlechterte sich rapide. 1971 griff die Armee, ohne zu putschen, erneut in die Politik ein. Unter dem militärischen Einfluss wurden repressive Maßnahmen gegenüber der Bevölkerung durchgesetzt.

    1974 stürzte die damalige griechische Militärdiktatur den zypriotischen Präsidenten Makarios. Der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit entsandte daraufhin Truppenverbände nach Zypern, um einerseits die türkische Minderheit auf der Insel zu schützen, und andererseits einen Zusammenschluss zwischen dem damals faschistisch orientiertem Griechenland und Zypern zu verhindern. Diese Militäroperation trug den Namen "Friedensoperation Zypern" (Kıbrıs barış harekatı). Nach schweren Kämpfen wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der zur bis heute andauernden Teilung der Insel in zwei selbständige Teile führte. Am 15. November 1983 wurde die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) unter Rauf Denktaş proklamiert.

    Das Militär putschte sich am 12. September 1980 zum dritten Mal an die Macht. Auslöser war die sehr instabile Phase in den 70er-Jahren, die durch wechselnde politische Koalitionen, politische und wirtschaftliche Instabilität und Terrorakte durch das extrem rechte und linke politische Spektrum geprägt war. Das Militär unter General Kenan Evren verhängte über das Land das Kriegsrecht und verbot alle politischen Parteien. Die Junta ging heftig gegen die kurdischen Separatisten und linke Oppositionelle vor. Am 7. November 1982 wurde die von den Militärs vorgelegte neue Verfassung in einem Volksentscheid angenommen.

    Ab Mitte der 1980er bestimmte der Kurdenkonflikt die innenpolitische Debatte in der Türkei. Die Kurdenproblematik wurde bis dahin von der Politik tot geschwiegen und war nicht im Bewusstsein der türkischen Gesellschaft. Die Assimilierungspolitik der Türkei führte zur Unterdrückung der kurdischen Kultur und Identität. Als Reaktion darauf entstand im Jahre 1984 die „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) mit Abdullah Öcalan an ihrer Spitze. Sie nahm im Südosten den bewaffneten Kampf für einen unabhängigen sozialistischen Staat Kurdistan auf. Bis 2007 sind bei den Kämpfen und Anschlägen zwischen dem türkischen Militär und der PKK 40.000 Menschen ums Leben gekommen.

    Am 16. Februar 1998 nahm der türkische Geheimdienst Abdullah Öcalan, den Führer der PKK, in Kenia gefangen und brachte ihn in die Türkei. Daraufhin erklärte die PKK einen einseitigen Waffenstillstand, der erst wieder 2004 gebrochen wurde.
    Unter der Regierung Ecevits (1999-2002) begannen umfassende Reformen im Zivilrecht, die die Menschen- und Freiheitsrechte stärkten (z. B. Versammlungs- und Demonstrationsrecht). Diese Reformen wurden unter der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (seit 2001) fortgesetzt. Unter anderem wurde die Todesstrafe abgeschafft, Folter verboten und die kulturellen Freiheiten der kurdischen Minderheit gestärkt. So ist der Gebrauch der kurdischen Dialekte, Kurdischunterricht und kurdische Radio- und Fernsehkanäle nun erlaubt. Auch der staatliche Sender TRT 3 strahlt Sendungen in Arabisch, Zazaki, Kumanci, Bosnisch usw. aus.

    Am 15. November 2003 und 20. November 2003 verübte eine Zelle der Al-Qaida mehrere Bombenanschläge in Istanbul. Ziele der Anschläge, bei denen 60 Menschen starben, waren zwei Synagogen, das britische Konsulat und die Filiale der britischen HSBC-Bank.
    Seit 2004 sind die Kämpfe zwischen der türkischen Regierung und der PKK wieder aufgeflammt und 2005 und 2007 nahmen sie nochmals an Intensität zu.

  2. #2

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    Türkische Kultur

    Der Ursprung der türkischen Kultur beruht auf der schamanistischen Ur-Kultur der Nomaden Mittelasiens. In dieser Ur-Kultur wurde das Pferd zum ersten mal als Reittier genutzt. Auch andere Wildtiere wie Hunde, Büffel, Rentiere wurden relativ früh domestiziert. Sie kannten auch schon u.a., die Filz-Herstellung, Milchprodukte und andere Woll-Erzeugnisse.
    Die frühen Türken hoben sich aus dieser Ur-Kultur,mit ihrem individuellen Stammesgesetz ,,Töre,, ab. Die damals schamanistischen, türkischen Stämme hatten alle ihr individuelles Totem-Tier ( Totemismus ) wovon sich auch der Name ihres Stammes ableitete. Neben den unterschiedlichen Stammesnamen blieb aber das Bewusstsein für die Zugehörigkeit zu den Türken immer erhalten.Die Stämme die der,,Töre,, treu waren,wurden ,,Törük,, ( die Töre-Treuen) genannt ( auch Török, Türük.. wurde zu Türk ).

    Die Kulturgeschichte

    Im Laufe tausender Jahre Nomadendaseins der türkischen Stämme, wurde die türkische Kultur mit Elementen aus anderen Kulturen angereichert.In der Früh-Phase ( etwa 1000 v.Chr.- 1000 n.Chr.) wurde sie vor allem von der chinesischen Hochkultur beeinflusst. Es ist sogar überliefert das die Begeisterung der Ost-Hunnen für die chinesische Kultur so gross war das auf Höfen einiger Herrscher die chinesische Sprache und chinesische Kleidung zur Vorschrift gemacht wurde.Es sollen sich immer wieder grosse türkische Stämme unter die chinesische Bevölkerung gemischt haben und zu Chinesen geworden sein.

    Es ist eine Warnung des Göktürken-Khan's Bilge Khan aus dieser Zeit erhalten,der in Orchon-Runen auf einem Stein gemeiselt ist.Er ruft die türkischen Stämme dazu auf,sich von der chinesischen Kultur abzuwenden und sich wieder auf die Töre zu besinnen, damit nicht alles Türkische verloren geht.Den chinesischen Einfluss kann man heute in manchen türkischen Volkstrachten,aber auch in der türkischen Küche erkennen.
    Nach türkischer Schamanismus ( aber auch später im Tengrismus ) waren bestimmte Orte ( manche Täler, Berge, Felsen ) heilig.Auch Bilge Khan erinnerte die Türken in seinen Texten immer wieder an die Heiligkeit des Ötüken-Waldes. Diese Schwäche der Türken haben die Chinesen in ihrer Geschichte oft strategisch ausgenutzt,um diese zu erpressen und zu bezwingen.Der höchste Gott war Tengri, der Gott des Himmels. Der Himmel war heilig. Gott der Unterwelt war Erlik Khan. Den alten Türken war auch der Sonnenuntergang heilig, und damit auch der Westen. Herrscher von westlich gelegenen Reichen, wurden als heiliger und mächtiger angesehen als östliche. Darum waren die meisten Eroberungszüge der Türken immer Richtung Westen ausgerichtet.
    Aber auch die arabischen, persischen und slawischen Einflüsse haben die Türken mit ihrer individuellen Eigenart verfeinert und in ihre Kultur integriert. Obwohl sie sich immer wieder neue Gebiete zur Heimat machten,die unterschiedlichsten Nachbarn hatten, sich den unterschiedlichsten Klima-Bedingungen anpassten ( Sibirien/ Zentralasien/ Anatolien/ Balkan ), und auch mehrmals den Glauben wechselten, blieb das was den Türken am wichtigsten war immer gleich: die Töre .

    ,,Töre,,: Stammesgesetz und Tradition

    Beispiel: Eine ur-alte Töre-Regel..
    ,,...den Schnurrbart eines Mannes,die Haare einer Frau und der Schwanz eines Pferdes darf keine fremde Hand berühren !,,
    Die Stammesgesetze der Türken umfassten nicht nur den genauen Ablauf von Ritualen bei wichtigen Ereignissen ( Khan-Werdung, Krieg, Geburt, Hochzeit, Tod ),sondern das korrekte Verhalten im Alltag der Menschen und auch der Stämme untereinander. Was Töre ist und was nicht bestimmte nicht der Khan (der Herrscher). Die Töre wurde von Generation zu Generation von den Stammesältesten an die Jungen weitergegeben. So konnte auch ein Khan, der sich nicht im Sinne der Töre angemessen verhielt durch einen Beschluss der Stammesältesten, von seinem Thron gestürzt, und sogar hingerichtet werden. Vielleicht kann man dies als eine primitive form des Laizismus ansehen der etwa 2000 Jahre später von Atatürk in der modernen Türkei als Staatssystem eingeführt wurde, und der die Demokratie über den Glauben stellt.
    In der heutigen Türkei, werden die Türken vor allem bei familiären Ereignissen wie Geburt, Beschneidung,Hochzeit, Tod mit dem Begriff ,,Töre,, konfrontiert, und meistens von älteren belehrt was in welchem Fall, laut Töre das richtige Verhalten ist. Durch Familienkrisen verursachte Ehrenmorde, werden in der Türkei auch - im negativen Sinne - als ,,Töre-Mord,,.

    Ehren-Kodex "Namus"

    Bedeutung

    Die Islamisierung der Türken führte zu einer neuen Ethik und das sich neu bildende Ehrgefühl wurde Namus genannt. Die Ehre des Mannes und seiner Verwandten definierte sich hierbei zum überwiegenden Teil über die Sittsamkeit der Ehefrau, insbesondere über ihre sexuelle Enthaltsamkeit. Die Ehre der zukünftigen Ehefrau und ihrer Familie konnte nur bewahrt werden, indem sie jungfräulich in die Ehe ging.

    Auswirkung


    In einer strengeren Auslegung dieser Handlungsregeln wird eine mißbrauchte Frau nicht als Opfer gesehen. Hier kann es beispielsweise dazu kommen, dass die Verwandten einer vergewaltigten Frau die Familienehre durch einen Ehrenmord an der Geschädigten wiederherstellen müssen, oder dass die Frau sich unter sozialem Druck selber das Leben nimmt.

    Bedeutung in der heutigen Gesellschaft


    Namus war einer der wichtigsten Werte der türkischen Gesellschaft. Seit dem Beginn der Urbanisierung und Verwestlichung löst sich die Bevölkerung großer Städte vom traditionellen Wertesystem. Dementgegen behält Namus in der ländlichen Bevölkerung – insbesondere im Südosten der Türkei – seine ursprüngliche Bedeutung. Im Gegensatz zu den Städten werden in den Dörfen durch die kleinere Bevölkerungsanzahl Traditionen fortgeführt und es findet eine stärkere soziale Kontrolle statt.

    Türkische Herrscher

    Türkische Reiche wurden in der frühen Phase der türkischen Kultur von Herrschern mit folgenden Tengri-kut-Titeln ("Tengri-Gottes kut-heiliger -") regiert: Tanhu, Khan ( auch Kaan oder Kaġan ), Aga, Han, Yabgu, Batur, Ilteber, Hakan. Der Thron und die Herrschaft dieser Herrscher hiessen: taht, otaġ, tuġ, davul, sorguç. Die Stammesältesten waren immer an wichtigen Entscheidungen beteiligt.Aber auch der Schamane des Stammes spielte eine grosse Rolle,wenn wichtige Entscheidungen zu treffen waren. Der Khan galt als vom Gott des Himmels auserwählt und war heilig. Auch sein Blut ( türk. Kan ) wurde als heilig angesehen. So durfte das Blut eines Khans nicht vergossen werden.Auch wenn ein Khan hingerichtet wurde weil er sich der Töre widersetzt hatte, achtete man darauf nicht sein Blut zu vergiessen und erdrosselte ihn mit der Sehne eines Bogens. Der Herrscher trug einen Amulett mit einem Wolf um den Hals. Aber manchmal auch ein goldenes Wolfskopf an der Mütze,oder auf seinem Spazierstock. Der Wolf galt als das heiligste Totem-Tier bei den alten Türken. Alle türkischen Stämme führten neben anderen Totem-Tieren,den Wolf als oberstes und heiligstes Tier in ihren Stammestotem ein.
    Die Frau des Khans wurde Khatun genannt. Die Khane heirateten oft aus politischen Gründen mit chinesischen Prinzessinen. Doch weil ihr Sohn ein türkischer Herrscher werden sollte achteten sie darauf dass ihre erste Frau eine Türkin war. Die Khatuns waren oft massgeblich an der Politik ihrer Männer beteiligt.Gelegentlich herrschte auch eine Khatun alleine. Herrschertitel wie han, schad und tigin sind mit dem Rang eines Fürsten zu vergleichen. Diese waren meist Söhne von Khan's,die einen Teil des Hoheitsgebietes zu verwalten hatten.
    Ausserdem gab es in einem alttürkischen Staat noch die Atabey, Tarkan, Buyruk, Tudun, Üge, Apa, Boyla und Külüg. Diese kann man mit hohen Staatsbeamten vergleichen,die für wichtige Aufgaben im Land verantwortlich waren, und dem Herrscher sehr nahe standen. Später kamen viele andere Herrschertitel dazu, die man aus anderen Kulturen übernommen hatte, wie Padischach, Sultan, Gazi, Schach, Wesir, Kadi, u.s.w. Doch die Türken haben den Titel Hakan; Han und Kagan; Kaan; Kan (Khan) immer beibehalten, so z.B. Fatih Sultan Mehmet Han II ( Osmanisches Reich ), und die Bezeichnung Minister, wird heute bei den Turkrepubliken u. -Staaten als Bakan genannt. Bak- bedeutet sehen/schauen, und kann übersetzt werden als "der sehende Khan"; der "Khan mit Überblick". Ein höchster türk. Ministerpräsident wird Bas-Bakan (geles. Baschbakan) genannt, was so viel wie "Haupt-Khan" oder "Erster Khan" bedeutet. Ein türk. Minister wird mit Bas-Kan (geles. Baschkan) betitelt.
    Der alte Herrschertitel ,,Aga,, (Stammwort: ,,Ata-Ana-Apa,,) verlor im Laufe der Zeit an Bedeutung und wurde zum Titel von kleinen Feudalherren. Auch nach Gründung der Republik wurde der Feudalismus mancher Aga's vor allem im Südosten Anatoliens noch lange toleriert. Heute werden noch manchmal hoch angesehene Männer als Aga bezeichnet.

    Schamanistische Spuren

    Viele Bestandteile des frühen türkischen Schamanismus ( Tengrismus ) werden heute noch unbewusst weitergeführt.Manchmal sind es fragwürdige Heilmethoden,aus der Trickkiste türkischer Grossmütter,die im Grunde aus dem Schamanismus stammen,und manchmal sind es schamanistische Glaubens-Bruchstücke die heimlich neben dem Islam als Aberglaube von Generation zu Generation weitergegeben werden.z.B. : ,,Du sollst keinen Nachtfalter töten der Nachts in dein Haus fliegt,es könnte der Geist eines Ahnen in ihm wohnen..,, oder ,,Nacht salz streuen oder Nägel schneiden erzürnt die Geister..,,.
    Auch Redewendungen die heute noch gängig sind wie: ,,Ich bin vor Scham 7 Ebenen in die Unterwelt abgestiegen..,,( nach altem Glauben: Hölle 7 Ebenen,Himmel 7 Ebenen) verraten die Schamanistische Herkunft der Türken.

    Türkische Hochzeit

    Traditionellerweise glauben die Türken, dass ein Neubeginn, wie z.B. der Bau oder Kauf eines Hauses oder natürlich auch eine Heirat mit Glück behaftet ist. Aus diesem Grund, und weil meistens die Eltern oder die gesamte Familie in finanziellen Dingen mithelfen, macht man sich wegen etwaiger Schulden keine grossen Gedanken.
    Von den Uighuren im westen China's bis zu den Türkei-Türken ist bei allen türkischen Stämmen die Hochzeit der Höhepunkt des Lebens und wird dem entsprechend manchmal 3 tage und 3 Nächte gefeiert.Dabei geben sich beide Familien äusserst grosszügig, egal ob sie viel oder wenig besitzen. Bei der Hochzeit geht es um die Familienehre,es darf nicht gegeizt werden. Die türkische Hochzeit ist von Anfang bis zum Ende bis ins jede kleine Detail festgelegt durch die Then Gebieten immernoch die Zwangsheirat, das meistensDer erste Schritt zu einer Heirat


    Nach dem sich Mann und Frau zur Ehe entschieden haben, erbittet die Familie des jungen Bräutigams einen Termin bei der Familie der Braut.
    Die Familie der Braut lädt die Eltern des Bräutigams zum Tee ein. Zuerst wird Tee und Gebäck angeboten und man spricht miteinander. Anschließend wird dann Kaffee gereicht. Danach kommt man zum eigentlichen Thema. Es ist eine alte Sitte, dass die Eltern des Mannes ‘’mit Gottes Befehl…..’’’ den Heiratswunsch äußern, dass sie diese Ehe akzeptieren und das Mädchen sehr gern als die Ehefrau ihres Sohnes sehen möchten. Die Eltern der Braut sagen dann eher zurückhaltend ‘’ zuerst wollen wir mal darüber nachdenken’ . Wenn sich die jungen Leute aber schon fest füreinander entschieden haben, weil sie sich schon lange Jahre kennen und gemeinsam die Ehe miteinander eingehen wollen, dann sagt man diese Worte nicht . Traditionellerweise glauben die Türken, dass ein Neubeginn, wie z.B. der Bau oder Kauf eines Hauses oder natürlich auch eine Heirat mit Glück behaftet ist. Aus diesem Grund, und weil meistens die Eltern oder die gesamte Familie in finanziellen Dingen mithelfen, macht man sich wegen etwaiger Schulden keine grossen Gedanken.
    Von den Uighuren im westen China's bis zu den Türkei-Türken ist bei allen türkischen Stämmen die Hochzeit der Höhepunkt des Lebens und wird dem entsprechend manchmal 3 tage und 3 Nächte gefeiert.Dabei geben sich beide Familien äusserst grosszügig, egal ob sie viel oder wenig besitzen. Bei der Hochzeit geht es um die Familienehre,es darf nicht gegeizt werden. Die türkische Hochzeit ist von Anfang bis zum Ende bis ins jede kleine Detail festgelegt durch die Then Gebieten immernoch die Zwangsheirat, das meistens früher oder später zu einer Familiendrama führt.Doch dies ist zum Glück nicht die Regel !
    Dann sagt der VATER der Braut,‘ wenn unsere Kinder es so wünschen, dann soll es ihnen Glück bringen‘ und gratuliert ihnen. Gegenseitig wünscht man sich dann alles Gute und gibt sich die Haende. An die Finger von Braut und Braeutigam werden nun die Verlobungsringe gesteckt, die beide durch eine rote, lange, seidene Schnur verbunden sind. Dann schneidet einer der Besucher, meist ein älterer Verwandter, Onkel usw., die Seidenschnur durch und somit ist das Verlöbnis besiegelt. Jetzt verabredet man noch die ungefähren Termine für die Verlobungsfeier und die Hochzeit.
    Zur Tradition gehört auch, dass die Eltern des Mannes bei diesem Besuch Schokolade auf einem - oft silbernen - Teller und Blumen als Geschenke mitbringen. Diesen Silberteller hebt dann das junge Maedchen zur Erinnerung auf.


    Die Familie der Braut organisiert die Verlobungsfeier. Alle Kosten werden auch von ihr übernommen. Für die Braut wird meistens ein besonderes Abendkleid in hellen Tönen ausgewählt. Speziell für diesen Tag wird entweder in einem Salon oder einem Hotelsaal oder auch nur im engeren Familien-und Bekanntenkreis gefeiert. Meistens wird zu dieser Feier auch zum Essen eingeladen.
    Die Kosten für die Verlobungsringe übernimmt das Paar gemeinsam. Die Ringe werden wieder mit einer langen, roten Schnur verbunden, was Glück bedeutet und bei der Feier zuerst auf einen oft silbernenTeller gelegt. Dann werden diese von einer beliebten Person an die jeweils rechte Hand des Paars angesteckt und das Band wird durchgeschnitten. Anschließend küssen die Verlobten ihre zukünftigen Schwiegereltern die Hand. Die Hand wird dabei geküsst und zum küssenden an die Stirn geführt.
    Es gibt auch eine Tradition, die leider langsam in Vergessenheit gerät, und zwar können sich die Familienmitglieder der Verlobten auch gegenseitig beschenken. Für Eltern und Geschwister werden Geschenke für jeden einzelnen ausgewählt und in seidene Decken eingepackt . Falls die Verlobung nicht mit einer Ehe endet, werden diese Geschenke ungebraucht zurückgegeben.


    Das Schlafzimmer kauft nach alter Tradition immer die Braut . Der Mann sorgt für alle anderen Möbel, die für die Einrichtung des Hauses erforderlich sind. Die Kosten fuer das Hochzeitskleid übernimmt immer der Bräutigam.
    In die neue Wohnung, wo das Paar nach der Hochzeit leben wird, wird als erstes ein Koran, ein Spiegel, eine Kerze, ein bisschen Reis und etwas Zucker gebracht. Der Koran zeigt den Glauben des Hauses, der Spiegel soll Erleichterung bringen, die Kerze bedeutet Licht, der Reis steht für Segen und Fruchtbarkeit, der Zucker bedeutet die Süsse des Lebens.

    Eine der Hochzeits-Traditionen in der Türkei ist der Henna-Abend. An diesem Abend versammeln sich Frauen und Männer getrennt. Meistens wird am Abend vor der Hochzeit gefeiert. Man singt meist traurige Lieder, welche die Trennung vom Mutterhaus beschreiben und oft weint die Braut sehr. Denn Henna bedeutet das Ende eines Lebensabschnitts und soll gleichzeitig auf eine glückliche Ehe vorbereiten. Alle sitzen im Kreis und die Braut legt sich an diesem Abend eine rote Decke auf den Kopf. Sie weint unter der Decke und ihr Gesicht ist nicht zu sehen. Fröhlich sein oder das Lachen ist nicht gern gesehen, da das signalisiert das man froh ist das Elternhaus endlich verlassen zu dürfen. Die Gäste wollen die Hände der Braut mit Henna schmücken, aber diese öffnet ihre Hände nicht. Die Schwiegermutter beschenkt sie dann mit einem Goldschmuck. Nach gemeinsamem Tanzen und Singen ist die Feier beendet.Die Familie der Braut organisiert die Verlobungsfeier. Alle Kosten werden auch von ihr übernommen. Für die Braut wird meistens ein besonderes Abendkleid in hellen Tönen ausgewählt. Speziell für diesen Tag wird entweder in einem Salon oder einem Hotelsaal oder auch nur im engeren Familien-und Bekanntenkreis gefeiert. Meistens wird zu dieser Feier auch zum Essen eingeladen.
    Die Kosten für die Verlobungsringe übernimmt das Paar gemeinsam. Die Ringe werden wieder mit einer langen, roten Schnur verbunden, was Glück bedeutet und bei der Feier zuerst auf einen oft silbernenTeller gelegt. Dann werden diese von einer beliebten Person an die jeweils rechte Hand des Paars angesteckt und das Band wird durchgeschnitten. Anschließend küssen die Verlobten ihre zukünftigen Schwiegereltern die Hand. Die Hand wird dabei geküsst und zum küssenden an die Stirn geführt.
    Es gibt auch eine Tradition, die leider langsam in Vergessenheit gerät, und zwar können sich die Familienmitglieder der Verlobten auch gegenseitig beschenken. Für Eltern und Geschwister werden Geschenke für jeden einzelnen ausgewählt und in seidene Decken eingepackt . Falls die Verlobung nicht mit einer Ehe endet, werden diese Geschenke ungebraucht zurückgegeben.


    Meist wird der Ehevertrag am gleichen Tag unterschrieben, an dem die Hochzeit stattfindet. Gefeiert wird wieder meistens in einem speziell gemieteten, oft Hochzeitsserail genannten Saal oder in einem Saal eines Restaurants, eines Hotels usw. Es gibt auch eine ganz alte lustige Sitte, die besagt, dass wer bei der Unterschrift des Ehevertrages den anderen zuerst leicht mit dem Fuss tritt, wird der Chef im Haus sein .Die Braut traegt traditionell an ihrem Hochzeitstag immer ein weisses Brautkleid. Aus Tradition hat die Braut beim Verlassen des Vaterhauses ein rotes Seidenband sowie einen Gürtel um ihre Taille gebunden. Bei der Hochzeitsfeier ist es üblich, das Hochzeitspaar mit Goldschmuck zu beschenken. Jeder Verwandte und Bekannte beschenkt das Ehepaar, je nach seiner Nähe zu dem Paar, mit Gold. Oft ist es ein goldenes Armband mit Goldmünzen und Geld. Diese Beschenkungszeremonie dauert meistens ueber eine Stunde. Danach faengt die Musik an zu spielen und es wird getanzt. Die Kosten fuer die Hochzeitsfeier bezahlt immer der Bräutigam.

    Architektur

    Die Türken waren sehr lange Nomaden.Sie lebten in Jurten,die sie in sehr kurzer Zeit auf- und abbauen konnten.Der Filz aus dem sie ihre Jurte bauten gab Schutz vor Kälte und Hitze.Es gab auch Jurten die man auf Ochsenkarren im aufgebautem Zustand transportierte.Die prunkvolle Jurte des Herrschers wurde ,,Otaġ,, genannt. Es gab nur vereinzelt Stämme die sesshaft wurden.Zuerst bezog man nach gewonnenen Eroberungszügen die Städe der Besiegten.Diesen Baustil der besiegten Stadtbewohner ( meist Chinesen ) verwendeten die Türken zunächst beim Bau von Karawanen-Raststätten ( Karawanserail ) entlang der Seidenstrasse und anderen wichtigen Karawanstrassen.
    Die Uighuren waren der erste türkische Stamm,die eine sesshafte Zivilisation schufen.Nachdem das Reich der Göktürken von den Chinesen besiegt wurde gründeten sie um 630 n.Chr. ein Uighurisches Khanat.Das mit kurzen Unterbrechungen (durch Gökturken oder Kirgisen ) bis 840 n.Chr. bestand. In dieser Zeit bauten ihre Herrscher ,z.B. Böġü Khan, Tung Baġa Tarkan, Külüg Bilge, viele buddistische Tempel und Klöster nach tibetischem Vorbild.
    Aber erst die Seldschuken fanden zu einem eigenen türkischem Baustil. Sie bauten gewaltige Moscheen, Burgen, Paläste, Mausoleen und Schulen Madrasa. Und schufen damit die Grundlage für eine langfristige türkische Zivilisation in Kleinasien. Wichtig ist auch zu erwähnen dass die Seldschuken schon im 13. Jahrhundert geschlossene Anstalten für Geisteskranke hatten.In diesen heilten sie Geisteskranke mit dem Klang von fliessendem Wasser und Musik.Zur selben Zeit wurden derartige Geisteskranke in Europa als,von Dämonen Besessene,auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
    Ab Mitte des 15. Jahrhunderts begann die Osmanische Architektur,die sich vom Seldschukischen Baustil unterschied.Der Osmanische Baustil ist mehr vom Byzanthinischen beeinflusst als vom Persischen.Nach der Eroberung Konstantinopels 1453, wurde die Hagia Sophia zur Moschee umgebaut. Bekanntester Osmanischer Architekt war Mimar Sinan. Osmanische Architektur kann man heute noch von Ost-Afrika bis Südost-Europa bewundern.

    Literatur

    Hauptartikel: Türkische Literatur

    Die Wurzeln der Türkischen Literatur reichen weit zurück in die Vergangenheit. Vor der Annahme des Islam war die schriftliche und mündliche türkische Literatur von der Nomadenkultur und dem Schamanismus geprägt. In der Frühzeit bestand die Literatur aus mündlich überlieferten Geschichten, Sagen, Klagelieder, Liebes- und Naturgedichte und Sprichwörter. Die Orhon-Inschriften aus dem 6. und 7. Jahrhundert bilden die ersten schriftlichen literarischen Werke der Türken.
    Die Türken traten in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts zum Islam über. Mit dem Islam stieg auch der Einfluss der arabischen und persischen Sprache auf die türkische Literatur. Ab dem 11. Jahrhundert bildete sich bei den Türken, die sich in Anatolien niederließen, das Türkei-Türkische heraus.
    Entsprechend den mehreren Turksprachen existieren mehrere türkische Literaturen.Im Fürstentum der Karahanen schrieb Yusuf Has Hacib im Jahre 1075 den Kutadgu Bilig.Es befasst sich mit den Aufgaben eines Herrschers und enthält Anweisungen einen Staat gut zu führen. Kasargali Mahmud schrieb 1077 den Divanu Lugati't-Türk als Geschenk für den Persischen Herrscher.Es befasst sich mit der Geschichte der Türken,und der Wichtigkeit der türkischen Sprache.
    Die bedeutenste Literatur von allen ist die Osmanische ( 13. - 19. Jahrhundert ).Zunächst schrieben die Türken immer nur in arabischer oder persischer Sprache.Kunstdichtung setzte im 14. Jahrhundert mit dem Einfluss der persischen Mystik ein; auch die profane türkische Lyrik orientierte sich an persischen Vorbildern.Da sie durch die Islamisierung auch immer nur Arabische und persische Namen trugen,ist es heute nicht einfach damalige türkische Autoren von arabischen und Persischen zu unterscheiden.Einige von denen man heute mit Sicherheit weiss dass es Türken waren sind: Abdullah el Barani (Mathematiker) , Ibn Türkü'l-Cili, Ismail Cevheri (Grammatiker ) , Bessaru'-Türki ( Chroniker) , Tahranu'r-Ravi, Sabbah bin Hakan, Ziyaüddin Barani.
    Die bekanntesten Philosophen aus dieser Zeit waren u.a. Yunus Emre und Mevlevi Celaleddin.
    Der islamische Einfluss hielt vom 11. Jahrhundert bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts an. In dieser Zeit kann die Entwicklung der türkischen Literatur in zwei Hauptgruppen unterschieden werden. Zum einen in die Divan-Literatur und zum anderen in die Volksliteratur.
    In der Tanzimat-Periode im 19. Jahrhundert wurde der westliche Einfluss stärker. Zunächst wurde westliche Literatur ins Türkische übersetzt und in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts erschienen die ersten türkischen Romane. Eine besondere Rolle nahm in dieser Entwicklungsphase die Zeitung "Servet-i fünûn" ("Schatz des Wissens") mit dem Dichter Tevfik Fikret und dem Romancier Halit Ziya Uşaklıgil ein. Zugleich kommt auch eine nationalistische und patriotistische Dichtung auf.
    In der Zeit der Republikgründung kommt es zu großen Veränderungen in der türkischen Literatur. Prägend sind insbesondere zwei Ereignisse: 1) Einführung der lateinischen Schrift 1928 und 2) die großen Sprachreformen ab 1932. Die neuen Schriftsteller wenden sich von der herkömmlichen festgefügten Stilistik und Sprache ab. Dieses wird besonders von den Garip-Dichtern um Orhan Veli propagiert.
    Mit der Form verändern sich auch die Inhalte der türkischen Literatur zunehmend. Frühe Vertreter sind Fakir Baykurt, Sabahattin Ali, Sait Faik Abasıyanık und Yaşar Kemal, die den einfachen Menschen in den den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellten. Mit der Hinwendung zur Schilderung der Lebensumstände bleibt soziale und politische Kritik am Staat nicht aus. Der Staat reagiert mit Zensur und politischer Gewalt. Autoren wie Nâzım Hikmet, Yaşar Kemal oder Aziz Nesin verbringen wegen der Verfolgung ihrer Publikationen viele Jahre in türkischen Gefängnissen. Kemal bezeichnete das Gefängnis deshalb als "Schule der türkischen Literatur".
    Mit den Arbeitsmigranten kommen in den 60er Jahren türkische Literatur und türkischstämmige Schriftsteller auch nach Westeuropa. Bücher werden verstärkt übersetzt. Aras Ören, Yüksel Pazarkaya oder Emine Sevgi Özdamar befassen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Leben in Deutschland. Teilweise wird diese Literatur auch wieder in die Türkei zurückgetragen.
    Während die Zensur und die drei Militärputsche (1960, 1971 und 1980) die Entwicklung der türkischen Literatur hemmen, tragen Schriftsteller auf dem Umweg dieser Migrantenliteratur mit dazu bei, dass es heute eine sehr vielfältige und eigenständige türkische Literatur gibt. Ein bekannter Vertreter aktueller türkischer Literatur ist Orhan Pamuk.
    Die heutige türkische Literatur beschäftigt sich aufgrund der derzeit vorherrschenden gesellschaftlichen und politischen Veränderungen,meistens mit politisch- ideologischen Themen.

    Kunst

    Die Islamische Kunst wurde durch die Vorschrift ,,du sollst dir kein Bildnis machen,, stark eingeschränkt. Dennoch sind zur Zeit der Osmanen wunderschöne Kunststile hervorgegangen,die sich mehr mit geometrischen Formen beschäftigten,wie z.B. ,, Çini ,,-Mosaiken mit denen Prunkvolle Bauten reichlich ausgeschmückt wurden.Es gab aber auch entgegen der islamischen Regel auch osmanische Miniatur,meistens um kriegerische oder feierliche Anlässe darzustellen.
    Eine weitere Kunstform aus dieser Zeit ist der ,,Hatat,, ,osmanische Kaligraphie.Hierbei wurden aus arabischer Schrift wunderschöne Bilder und Formen.Diese Kunst hat heute noch viele Anhänger in der Türkei. ,,Ebru,, ist eine osmanische Kunstform bei der Bilder und Motive mit Ölfarben auf der Wasseroberfläche gemalt werden.Diese werden dann auf hauchdünne Seidentücher abgelegt und bleiben somit langfristig erhalten.
    Bedeutende Künstler aus der heutigen Türkei sind u. a. der Filmregisseur Yılmaz Güney (Goldene Palme in Cannes für Yol – Der Weg (1982)), die Dichter Orhan Veli und Nâzım Hikmet, die Schriftsteller Yaşar Kemal, Orhan Pamuk (erhielt am 23. Oktober 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels) oder Aziz Nesin.
    Türkische Popsänger wie Sezen Aksu, Tarkan, Rafet El Roman und Mustafa Sandal waren in letzter Zeit auch im Ausland recht erfolgreich. 2003 siegte die Türkei beim Eurovision Song Contest mit dem Titel Everyway That I Can von Sertab Erener.

    Küche

    Hauptartikel: Türkische Küche

    Die gegenwärtige türkische Küche ist das Resultat einer Vermischung der ursprünglichen einfachen nomadischen Kochtradition der türkischen Stämme mit der arabischen, persischen und kurdischen Küche. Sie bezieht seit ihrer Völkerwanderschaft darüber hinaus Einflüsse aus dem Mittelmeerraum ein.
    Die türkische Küche hat auch die griechische und die Balkanküche geprägt. So stammt zum Beispiel der "Zaziki" aus dem türkischen "Cacık" und "Cevapcici" kommt von "Kebap Şişi" (Kebap-Spieß; Spießbraten). Auch der "Joghurt" kommt vom türkischen "Yoğurt". Döner Kebap wird aus Rind-, Kalb- oder Geflügelfleisch hergestellt. In der Türkei wird der Döner auf dem Teller serviert.

    Quelle: Benutzer:Erdal/Türkische Kultur - Wikipedia

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