Die Türken kommen - Einzug ins Dresdner Schloss

Die Faszination des Orients hält ab 2009 Einzug im Dresdener Residenzschloss. Nach mehr als 60 Jahren sollen die Bestände der ehemaligen "Türkischen Kammer" der Kurfürsten von Sachsen wieder zugänglich gemacht werden. Auf 750 Quadratmetern entsteht im Dresdner Schloss eine Märchenwelt aus 1001 Nacht. Ein Kamerateam vom SACHSENSPIEGEL ist bei den Vorbereitungen dabei.

Ein Zelt - groß wie ein Haus: 20 mal acht Meter, sechs Meter hoch. Davor lebensgroße geschnitzte Pferde mit 500 Jahre altem Rüstzeug, das nie für einen Kampf getaugt hat, dafür ob seiner Opulenz aber umso mehr Respekt einflößte. Prächtige Säle ganz in Dunkelblau, Gold und Edelsteine an den Wänden.


Noch sind die Räume für die Türkische Kammer im Dresdener Residenzschloss in der Bauphase.

Ein Märchenwelt erwacht zum Staunen

Prunk und Politik, Geschichte und Grauen, Kunst und Klunkern - auf 750 Quadratmetern entsteht im Dresdner Schloss eine Märchenwelt aus 1001 Nacht. Keine Illusion, sondern Ergebnis einer Mode und der Sammelleidenschaft Augusts des Starken, der vor 300 Jahren mit Geschick, Geld und Tricks alles nach Dresden bringen ließ, dessen er aus der sagenumwobenen Herrschaftszeit des türkischen Sultans Süleyman habhaft werden konnte. Die Depots der Rüstkammer sind voll: Allein auf 150 Quadratmeter lagern Waffen und Säbel aus den 16. Jahrhundert von höchster Qualität, außerdem Rüstungen, Sättel, Schmuck, Fahnen und Zelte. Der Versicherungswert gleicht dem des Grünen Gewölbes.

"Das Grüne Gewölbe ist in aller Munde. Alle reden darüber. Wenn die Türkische Kammer aber fertig ist, reden wir auch darüber und wir staunen - wir staunen wie kleine Kinder."
Dirk Syndram
Direktor des Dresdner Schlosses



Eine Restauratorin näht einen Beschlag in Form einer Sonne auf eine Samtdecke.

Dabei sein bei den Vorbereitungen

Seit mehr als 60 Jahren hat niemand mehr die orientalisch-mystische Schatzkammer, die Dresdner Türkenkammer, gesehen. Restauratoren, Bauleute, Künstler lassen sie in den kommenden zwei Jahren wieder auferstehen. Ein Ereignis, das im November 2009 ein Staatsakt sein wird.

Die SACHSENSPIEGEL REPORTAGE bietet einzigartige Einblicke in das Entstehen dieser Pracht, exklusive Nähe zu den Akteuren und eine faszinierende Bilderwelt. Schlossdirektor Dirk Syndram sieht ihn jedenfalls schon, den Traum von Tausend und einer Nacht.