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Türkische Minderheiten in Südosteuropa (Balkan)

Erstellt von Popeye, 23.03.2008, 13:20 Uhr · 1.447 Antworten · 55.499 Aufrufe

  1. #1
    Popeye

    Idee Türkische Minderheiten in Südosteuropa (Balkan)

    Türkische Minderheiten in Südosteuropa sind Türken, die sich seit dem 14. Jahrhundert in Rumelien, also im europäischen Teil des Osmanischen Reiches angesiedelt haben.


    Obgleich bei der Zurückdrängung der osmanischen Herrschaft aus Südosteuropa im Lauf des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele Türken nach Kleinasien und Ostthrakien abwanderten oder vertrieben wurden, blieb ein Teil auch in ihren balkanischen Siedlungsgebieten wohnen. In einigen südosteuropäischen Staaten bilden sie bis heute größere nationale Minderheiten.
    Kultureller Einfluss der Türken auf dem Balkan


    Osmanischer Baustil: Ferhadija-Moschee in Banja Luka, erbaut 1579, zerstört 1993 - bis 2005 originalgetreu wieder aufgebaut.





    Die Jahrhunderte währende Herrschaft der Osmanen hat zu einem tiefgreifenden kulturellen Wandel in Südosteuropa geführt, der beinahe alle Lebensbereiche betraf. Durch die Türken wurde die islamische Religion auf dem Balkan heimisch; siehe dazu den Artikel: Islam in Europa. Im Gefolge der neuen Religion verbreiteten sich auch aus dem islamischen Kulturkreis stammende rechtliche Institutionen auf dem Balkan, z.B.: Vakuf und Esnaf. Aus der türkischen Sprache wurden zahlreiche Fremdworte in die balkanischen Idiome übernommen und auch die Literaturen Südosteuropas haben von den Türken vermittelte Motive und Themen aus dem islamischen Kulturkreis aufgenommen. Die osmanische Baukunst prägte mit Moscheen, Medresen, Bädern, Brücken und anderem mehr das Bild der südosteuropäischen Städte. In der Regel ging die osmanische Architektur, die ja selbst zum großen Teil auf byzantinischen Vorbildern beruhte, eine fruchtbare Symbiose mit einheimischen Traditionen ein. Nur selten gründeten die Türken auf dem Balkan neue Städte, z.B.: Sarajevo und Elbasan. Durch die Osmanen wurde auch die Landwirtschaft des Balkans mit neuen Kulturen bereichert, z.B.: Ausbreitung des Reisanbaus in Thrakien und Mazedonien. Der Einfluss der türkischen Kochkunst ist bis heute bei allen Balkanvölkern sehr stark

    __________________________________________


    Türkische Minderheiten heute


    Balkan-Türken siedeln in folgenden Ländern:
    1. Bulgarien: 725.000
    2. Griechenland: 80.000-120.000
    3. Mazedonien 77.959 (nach Volkszählung in Mazedonien 2002)
    4. Rumänien 35.000
    5. Kosovo 15.000

    Türken in Bulgarien

    Zusammen mit den slawisch-sprachigen Pomaken bilden Türken in Bulgarien die Hauptvertreter des Islams im Land. Sie machen zusammen etwa 9,4 % Prozent der bulgarischen Gesamtbevölkerung aus. In zahlreichen Städten und Bezirken stellen sie die absolute Mehrheit, so z.B. im Oblast Rasgrad (Norden) und in Kardschali (Süden). Im nordostbulgarischen Schumen steht die größte Moschee Bulgariens, die zugleich eine der größten Moscheen des gesamten Balkans ist. Bekanntester Bulgarien-Türke war der jungtürkische Großwesir Talat Pascha, aus Rustschuk stammten einige weitere türkische Großwesire. Die türkische Minderheit in Bulgarien hat zudem mehrere international herausragende Gewichtheber hervorgebracht.


    Nach dem Zusammenbruch der türkischen Herrschaft 1878 setzte eine Auswanderung in die Türkei ein, was sich unter kommunistischer Herrschaft in den 1980ern wiederholte, als bis zu 350.000 Türken und Pomaken vor der staatlich verordneten "Bulgarisierung" flohen. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus ist die türkische Minderheit seit 1991 mit einer eigenen Partei (Bewegung für Bürgerrechte und Freiheiten, DPS - Движение за права и свободи, ДПС) im Parlament vertreten, obwohl ethnische Parteien laut bulgarischer Verfassung (Artikel 11, Abs. 4) verboten sind. Im Gegensatz zu den Pomaken sind die Türken als ethnische Minderheit anerkannt, auch viele Pomaken und muslimische Roma betrachten und bezeichnen sich daher heute als Türken.


    Türken in Rumänien

    Nur zwei Gebiete des heutigen Rumänien hatten unter direkter osmanisch-türkischer Herrschaft gestanden: 1393-1878 die Dobrudscha im äußersten Osten Rumäniens und 1551-1718 das Banat im äußersten Westen des Landes. Während in der Dobrudscha noch heute Türken und Tataren leben, so wurden aus dem Banat alle Türken nach der österreichischen Eroberung vertrieben. Aber einige Dobrudscha-Tataren (einige Nogaier und Krimtataren hatten sich sogar schon vor der türkischen Herrschaft im Bezirk Tulcea angesiedelt) und Dobrudscha-Türken zogen in der Zwischenkriegszeit in der Türkei, wo sie von dem türkischen Staat mit den Besitztümer der vertriebenen Griechen angelockt wurden. Eine weitere türkische Gemeinde war bis 1971 Ada Kaleh, eine Donauinsel, an der Grenze zu Jugoslawien. Heute sind in ihrer "Hochburg", dem Bezirk Constanta, nur noch gut 6% der Bevölkerung türkische oder tatarische Muslime. Heute sitzt je ein Repräsentant der Demokratischen Union Türkisch-Islamischer Tataren Rumäniens (Uniunea Democrată a Tătarilor Turco-Musulmani din România) und der Türkischen Demokratischen Union Rumäniens (Uniunea Democrată Turcă din România) im Parlament.




    Türken in Moldawien

    In Chotyn, das einst zum rumänischen Fürstentum Moldau, dann direkt zum Osmanischen Reich gehörte, wurde Mustafa Bairaktar geboren, der bis zu seinem Tode 1808 osmanischer Großwesir war. Zwei weitere zwischen 1821 und 1828 amtierende türkische Großwesire stammten aus dem moldawischen Bender.
    Nichtmuslimische Türken sind die Gagausen, die eine autonome Republik (Gagausien) im Süden des heutigen Moldawien haben, seit dem 13. Jahrhundert aber auch in den angrenzenden Gebieten Rumäniens (Norddobrudscha), Bulgariens (Süddobrudscha) und der Ukraine (Budschak) leben.


    Türken in Griechenland (Westthrakien)

    Die türkische Minderheit von Griechenland, die Westthrakien-Türken (Batı Trakya Türkleri), sind die einzige Gruppe der Balkan-Türken, deren vertragliche Minderheitenrechte mit der Türkei ausgehandelt wurden (siehe Vertrag von Lausanne). Die Westthrakien-Türken sind heute auch die einzige Gruppe der Balkan-Türken, die nicht als türkische Minderheit anerkannt ist. Zusammen mit allen anderen Bürgern Westthrakiens muslimischen Glaubens sind die Westthrakien-Türken als muslimische Minderheit anerkannt (offizielle Bezeichnung: muslimische Einwohner von Westthrakien). Die muslimische Minderheit ist die einzige von Griechenland anerkannte Minderheit des Landes.


    Der größere Anteil der Westthrakien-Türken lebt heute in der Diaspora. Die Zahlen der emigrierten Westthrakien-Türken und ihrer Nachkommen betragen nach Angaben der Föderation der Westthrakien-Türken in Europa heute wie folgend: 700.000 leben in der Türkei, 15.000 in Deutschland, 1.000 in Australien, 700 in den Niederlanden, 700 in Belgien, 400 in den USA und 300 in Großbritannien.


    Dabei sollte erwähnt werden, dass die Zahlen auch den regulären Anteil der ethnischen Pomaken und der muslimischen Roma enthalten, da diese mit überwältigender Mehrheit sich ebenfalls zur türkischen Identität bekennen und Türkisch als Muttersprache sprechen. Darüber hinaus werden damit auch die ca. 60.000 von Griechenland zwischen 1955 und 1998 Ausgebürgerten mitgezählt, die heute nicht mehr die griechische Staatsangehörigkeit besitzen und meist staatenlos sind oder andere Staatsbürgerschaften angenommen haben (siehe Artikel 19-Geschädigte).
    Human Rights Watch gibt an, dass seit 1920 ca. 300.000 bis 400.000 Türken ihre westthrakische Heimat verlassen haben. Die Zahlen der Föderation der Westthrakien-Türken in Europa beinhalten auch deren Nachkommen.


    Darüber hinaus gibt es in Griechenland eine geringe Zahl an Türken auf dem Dodekanes vor allem auf Rhodos und Kos. Da sich diese Inseln zur Zeit des Bevölkerungsaustausches von 1923 unter der Oberhoheit Italiens und nicht Griechenlands befanden, fielen die dortigen Türken ebenfalls nicht unter die Zwangsumsiedlungsvereinbarung zwischen der Türkei und Griechenland. Dieser Abschnitt behandelt schwerpunktsmäßig die Türken in Westthrakien.


    Türken in Mazedonien

    In Mazedonien lebt bis heute eine nennenswerte türkische Minderheit. Nach der 2002 in Mazedonien durchgeführten Volkszählung bezeichneten sich 77.959 Einwohner als Türken, das sind 3,9% der Gesamtbevölkerung. In Städten wie Tetovo, Bitola, Veles, Debar, Skopje, Kičevo und insbesondere in Gostivar gibt es größere türkische Gemeinden.

    In Mazedonien gibt es drei Parteien der türkischstämmigen Mazedonier. Mit drei Abgeordneten ist derzeit nur eine davon im mazedonischen Parlament vertreten - die Türkisch-demokratische Partei (türkisch: Türk demokrat partisi). Der Parteivorsitzende der Türkisch-demokratischen Partei ist Dr. Kenan Hasip. Daneben gibt es mehrere türkischsprachige Schulen.



    Türken im Kosovo


    Bevölkerungsanteil der Türken im Kosovo




    Mit der Eroberung des Balkan kamen türkische Siedler auch in das Kosovo. Sie ließen sich in der Regel in Städten nieder und bildeten die Mittel- und Oberschicht der Gesellschaft während der osmanischen Herrschaft. Nach der Eroberung des Kosovo durch Serbien und in der Ära des jugosawischen Königreiches zwischen den Weltkriegen flohen viele von ihnen ins Mutterland oder wurden umgesiedelt.


    Derzeit leben nach Schätzungen der OSZE zwischen 14.000 und 15.000 Türken im Kosovo, Zentrum der türkischen Siedelung ist die Stadt Prizren. Die Türken sind mit einer eigenen Partei, der KDTP (Kosova Demokratik Türk Partisi / deutsch: Demokratische Türkische Partei des Kosovo) mit drei 3 Sitzen im Parlament des Kosovo vertreten. Neben den Amtssprachen Albanisch und Serbisch ist Türkisch in einigen überwiegend türkisch besiedelten Gemeinden offiziell zugelassen.


    In Prizren gibt es den Radiosender Yeni Donem, er sendet überwiegend in türkischer Sprache, dazu kommt täglich eine Stunde auf Albanisch, Bosnisch und Romani. Die gleichnamige türkische Zeitung Yeni Donem erscheint einmal wöchentlich. In der Stadt Prizren genießt die türkische Minderheit - nach Angaben der OSZE - ein vergleichsweise hohes Maß an Einfluss und Ansehen, selbst viele Albaner in Prizren sind demzufolge des Türkischen mächtig.
    Berühmte Vertreter der türkischen Minderheiten


    Berühmte Türken aus dem heutigen Bulgarien

    • Halil Mutlu, türkischer Gewichtheber, mehrmaliger Olympiagoldmedaillengewinner.
    • Taner Sağır, Sportler, jüngster Goldmedaillengewinner im Schwergewichtheben.
    • Naim Süleymanoğlu, türkischer Gewichtheber, mehrmaliger Olympiagoldmedaillengewinner.
    • Talat Pascha (1871-1921), jungtürkischer Großwesir

    Berühmte Türken aus dem heutigen Griechenland


    Berühmte Türken aus dem heutigen Mazedonien

    • Candan Erçetin, Sängerin, Vertreterin der Türkei beim Eurovision Song Contest 1986.

    Sonstige


  2. #2

    Registriert seit
    14.10.2007
    Beiträge
    934
    Man wir sind überall verteilt ich will nicht wissen wie es in 100 jahren aussieht dann gibt es bereits 7 Milliarden Menschen auf der Erde vielleicht noch mehr davon die hälfte alles Türken hehehe.Schon in Amerika gibt es zahlreiche Türken.

  3. #3

    Registriert seit
    21.03.2008
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    551
    Zitat Zitat von Turkish Red Beret Beitrag anzeigen
    Kultureller Einfluss der Türken auf dem Balkan


    Osmanischer Baustil: Ferhadija-Moschee in Banja Luka, erbaut 1579, zerstört 1993 - bis 2005 originalgetreu wieder aufgebaut.





    Die Jahrhunderte währende Herrschaft der Osmanen hat zu einem tiefgreifenden kulturellen Wandel in Südosteuropa geführt, der beinahe alle Lebensbereiche betraf. Durch die Türken wurde die islamische Religion auf dem Balkan heimisch; siehe dazu den Artikel: Islam in Europa. Im Gefolge der neuen Religion verbreiteten sich auch aus dem islamischen Kulturkreis stammende rechtliche Institutionen auf dem Balkan, z.B.: Vakuf und Esnaf. Aus der türkischen Sprache wurden zahlreiche Fremdworte in die balkanischen Idiome übernommen und auch die Literaturen Südosteuropas haben von den Türken vermittelte Motive und Themen aus dem islamischen Kulturkreis aufgenommen. Die osmanische Baukunst prägte mit Moscheen, Medresen, Bädern, Brücken und anderem mehr das Bild der südosteuropäischen Städte. In der Regel ging die osmanische Architektur, die ja selbst zum großen Teil auf byzantinischen Vorbildern beruhte, eine fruchtbare Symbiose mit einheimischen Traditionen ein. Nur selten gründeten die Türken auf dem Balkan neue Städte, z.B.: Sarajevo und Elbasan. Durch die Osmanen wurde auch die Landwirtschaft des Balkans mit neuen Kulturen bereichert, z.B.: Ausbreitung des Reisanbaus in Thrakien und Mazedonien. Der Einfluss der türkischen Kochkunst ist bis heute bei allen Balkanvölkern sehr stark

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    Türkische Minderheiten heute


    Balkan-Türken siedeln in folgenden Ländern:
    1. Bulgarien: 725.000
    2. Griechenland: 80.000-120.000
    3. Mazedonien 77.959 (nach Volkszählung in Mazedonien 2002)
    4. Rumänien 35.000
    5. Kosovo 15.000

    Türken in Bulgarien

    Zusammen mit den slawisch-sprachigen Pomaken bilden Türken in Bulgarien die Hauptvertreter des Islams im Land. Sie machen zusammen etwa 9,4 % Prozent der bulgarischen Gesamtbevölkerung aus. In zahlreichen Städten und Bezirken stellen sie die absolute Mehrheit, so z.B. im Oblast Rasgrad (Norden) und in Kardschali (Süden). Im nordostbulgarischen Schumen steht die größte Moschee Bulgariens, die zugleich eine der größten Moscheen des gesamten Balkans ist. Bekanntester Bulgarien-Türke war der jungtürkische Großwesir Talat Pascha, aus Rustschuk stammten einige weitere türkische Großwesire. Die türkische Minderheit in Bulgarien hat zudem mehrere international herausragende Gewichtheber hervorgebracht.


    Nach dem Zusammenbruch der türkischen Herrschaft 1878 setzte eine Auswanderung in die Türkei ein, was sich unter kommunistischer Herrschaft in den 1980ern wiederholte, als bis zu 350.000 Türken und Pomaken vor der staatlich verordneten "Bulgarisierung" flohen. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus ist die türkische Minderheit seit 1991 mit einer eigenen Partei (Bewegung für Bürgerrechte und Freiheiten, DPS - Движение за права и свободи, ДПС) im Parlament vertreten, obwohl ethnische Parteien laut bulgarischer Verfassung (Artikel 11, Abs. 4) verboten sind. Im Gegensatz zu den Pomaken sind die Türken als ethnische Minderheit anerkannt, auch viele Pomaken und muslimische Roma betrachten und bezeichnen sich daher heute als Türken.


    Türken in Rumänien

    Nur zwei Gebiete des heutigen Rumänien hatten unter direkter osmanisch-türkischer Herrschaft gestanden: 1393-1878 die Dobrudscha im äußersten Osten Rumäniens und 1551-1718 das Banat im äußersten Westen des Landes. Während in der Dobrudscha noch heute Türken und Tataren leben, so wurden aus dem Banat alle Türken nach der österreichischen Eroberung vertrieben. Aber einige Dobrudscha-Tataren (einige Nogaier und Krimtataren hatten sich sogar schon vor der türkischen Herrschaft im Bezirk Tulcea angesiedelt) und Dobrudscha-Türken zogen in der Zwischenkriegszeit in der Türkei, wo sie von dem türkischen Staat mit den Besitztümer der vertriebenen Griechen angelockt wurden. Eine weitere türkische Gemeinde war bis 1971 Ada Kaleh, eine Donauinsel, an der Grenze zu Jugoslawien. Heute sind in ihrer "Hochburg", dem Bezirk Constanta, nur noch gut 6% der Bevölkerung türkische oder tatarische Muslime. Heute sitzt je ein Repräsentant der Demokratischen Union Türkisch-Islamischer Tataren Rumäniens (Uniunea Democrată a Tătarilor Turco-Musulmani din România) und der Türkischen Demokratischen Union Rumäniens (Uniunea Democrată Turcă din România) im Parlament.




    Türken in Moldawien

    In Chotyn, das einst zum rumänischen Fürstentum Moldau, dann direkt zum Osmanischen Reich gehörte, wurde Mustafa Bairaktar geboren, der bis zu seinem Tode 1808 osmanischer Großwesir war. Zwei weitere zwischen 1821 und 1828 amtierende türkische Großwesire stammten aus dem moldawischen Bender.
    Nichtmuslimische Türken sind die Gagausen, die eine autonome Republik (Gagausien) im Süden des heutigen Moldawien haben, seit dem 13. Jahrhundert aber auch in den angrenzenden Gebieten Rumäniens (Norddobrudscha), Bulgariens (Süddobrudscha) und der Ukraine (Budschak) leben.


    Türken in Griechenland (Westthrakien)

    Die türkische Minderheit von Griechenland, die Westthrakien-Türken (Batı Trakya Türkleri), sind die einzige Gruppe der Balkan-Türken, deren vertragliche Minderheitenrechte mit der Türkei ausgehandelt wurden (siehe Vertrag von Lausanne). Die Westthrakien-Türken sind heute auch die einzige Gruppe der Balkan-Türken, die nicht als türkische Minderheit anerkannt ist. Zusammen mit allen anderen Bürgern Westthrakiens muslimischen Glaubens sind die Westthrakien-Türken als muslimische Minderheit anerkannt (offizielle Bezeichnung: muslimische Einwohner von Westthrakien). Die muslimische Minderheit ist die einzige von Griechenland anerkannte Minderheit des Landes.


    Der größere Anteil der Westthrakien-Türken lebt heute in der Diaspora. Die Zahlen der emigrierten Westthrakien-Türken und ihrer Nachkommen betragen nach Angaben der Föderation der Westthrakien-Türken in Europa heute wie folgend: 700.000 leben in der Türkei, 15.000 in Deutschland, 1.000 in Australien, 700 in den Niederlanden, 700 in Belgien, 400 in den USA und 300 in Großbritannien.


    Dabei sollte erwähnt werden, dass die Zahlen auch den regulären Anteil der ethnischen Pomaken und der muslimischen Roma enthalten, da diese mit überwältigender Mehrheit sich ebenfalls zur türkischen Identität bekennen und Türkisch als Muttersprache sprechen. Darüber hinaus werden damit auch die ca. 60.000 von Griechenland zwischen 1955 und 1998 Ausgebürgerten mitgezählt, die heute nicht mehr die griechische Staatsangehörigkeit besitzen und meist staatenlos sind oder andere Staatsbürgerschaften angenommen haben (siehe Artikel 19-Geschädigte).
    Human Rights Watch gibt an, dass seit 1920 ca. 300.000 bis 400.000 Türken ihre westthrakische Heimat verlassen haben. Die Zahlen der Föderation der Westthrakien-Türken in Europa beinhalten auch deren Nachkommen.


    Darüber hinaus gibt es in Griechenland eine geringe Zahl an Türken auf dem Dodekanes vor allem auf Rhodos und Kos. Da sich diese Inseln zur Zeit des Bevölkerungsaustausches von 1923 unter der Oberhoheit Italiens und nicht Griechenlands befanden, fielen die dortigen Türken ebenfalls nicht unter die Zwangsumsiedlungsvereinbarung zwischen der Türkei und Griechenland. Dieser Abschnitt behandelt schwerpunktsmäßig die Türken in Westthrakien.


    Türken in Mazedonien

    In Mazedonien lebt bis heute eine nennenswerte türkische Minderheit. Nach der 2002 in Mazedonien durchgeführten Volkszählung bezeichneten sich 77.959 Einwohner als Türken, das sind 3,9% der Gesamtbevölkerung. In Städten wie Tetovo, Bitola, Veles, Debar, Skopje, Kičevo und insbesondere in Gostivar gibt es größere türkische Gemeinden.

    In Mazedonien gibt es drei Parteien der türkischstämmigen Mazedonier. Mit drei Abgeordneten ist derzeit nur eine davon im mazedonischen Parlament vertreten - die Türkisch-demokratische Partei (türkisch: Türk demokrat partisi). Der Parteivorsitzende der Türkisch-demokratischen Partei ist Dr. Kenan Hasip. Daneben gibt es mehrere türkischsprachige Schulen.





    Berühmte Vertreter der türkischen Minderheiten


    Berühmte Türken aus dem heutigen Bulgarien

    • Halil Mutlu, türkischer Gewichtheber, mehrmaliger Olympiagoldmedaillengewinner.
    • Taner Sağır, Sportler, jüngster Goldmedaillengewinner im Schwergewichtheben.
    • Naim Süleymanoğlu, türkischer Gewichtheber, mehrmaliger Olympiagoldmedaillengewinner.
    • Talat Pascha (1871-1921), jungtürkischer Großwesir

    Berühmte Türken aus dem heutigen Griechenland


    Berühmte Türken aus dem heutigen Mazedonien

    • Candan Erçetin, Sängerin, Vertreterin der Türkei beim Eurovision Song Contest 1986.

    Sonstige

    Atatürk ist auch aus Griechenland und hatte studiert in BItola (mazedonien)

  4. #4
    Avatar von albaner

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    3.862
    in kosovo gab es auch viele moscheen die die osmanen bauten, aber leider wurden diese von den serben zerstört. auch albanische moscheen. während des krieges wurden über 100 moscheen zerstört.

  5. #5

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    3.725
    Da ihr immer sagt, den Thread gibts schon usw.
    stelle ich meine Frage, hier bei diesem "uraltem" Thread

    Also wie sind so die Türken im Balkan
    besonders, Kosovo und Mazedonien

    denn eine mazedonische Familie lebt über uns, die so dunkel sind wie Araber und türkisch sprechen, ich vermute, dass sie türkische Romas sind, sind alle Türken so und leben sie westlich-europäisch ?

  6. #6
    Carlito
    Kosovali Türkler


  7. #7
    Avatar von Duušer

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    4.820
    Naja ich traue nur den Zahlen aus Bulgarien nicht, da die dortigen türkischsprachigen Roma bestimmt sich in der Statistik als Türken bezeichnen. Aber schon eigenartig das es überhaupt noch Türken auf dem Balkan gibt... ich dachte man hat alle ausnahmslos vertrieben?

  8. #8

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    3.725
    Zitat Zitat von Duušer Beitrag anzeigen
    Naja ich traue nur den Zahlen aus Bulgarien nicht, da die dortigen türkischsprachigen Roma bestimmt sich in der Statistik als Türken bezeichnen.
    müsste sogar so sein, wenn Türken-Romas fast 10% der Bevölkerung sind

  9. #9
    Avatar von Katana

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    Zitat Zitat von Duušer Beitrag anzeigen
    Naja ich traue nur den Zahlen aus Bulgarien nicht, da die dortigen türkischsprachigen Roma bestimmt sich in der Statistik als Türken bezeichnen. Aber schon eigenartig das es überhaupt noch Türken auf dem Balkan gibt... ich dachte man hat alle ausnahmslos vertrieben?
    In Bulgarien gibt es sogar sehr viele Türken wenn nicht sogar noch mehr.

    Bulgarische Türken werden nur unter einem christlichen Namen registriert und werden teilw. zu Bulgaren aufgrund von Politik hinzugezählt. Ich bin jedes Jahr in Thrakien und es gibt ganze Dörfer wo Autos mit bulgarischen Kennzeichen sind. Alles Türken mit doppelter Staatsbürgerschaft.

  10. #10
    Avatar von Katana

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    In Griechenland werden Türken als muslimische Griechen und nicht als Türken erfasst.


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