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Türkische Minderheiten in Südosteuropa (Balkan)

Erstellt von Popeye, 23.03.2008, 13:20 Uhr · 1.456 Antworten · 64.502 Aufrufe

  1. #1031
    Avatar von Maniker

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    Zitat Zitat von Palaiologos XI Beitrag anzeigen
    Er meint glaub ich die rückständigkeit des OR gegenüber den nachbarn vor allem zur spätphase die so weder im Römischen noch im Byzantinischen reich gegeben war. So manche kluge köpfe aus dem OR haben sich im westen sogar geschämt zuzugeben das ihre heimat teil des OR ist..
    Inwiefern rückständig? Technologisch? Infrastrukturell? Philosophisch? Zivilgesellschaftlich? Alles?

  2. #1032

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    oh man ey..

  3. #1033
    Avatar von Poliorketes

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    Zitat Zitat von Ohër Beitrag anzeigen
    Inwiefern rückständig? Technologisch? Infrastrukturell? Philosophisch? Zivilgesellschaftlich? Alles?
    Technologisch? Meinte ich zwar nicht aber jap war es Infrastrukturell? Nicht wirklich mit beschäftigt aber ich glaube das war es auch.. Philosophisch? Sollte klar sein.. Zivilgesellschaftlich? War es im großen und ganzen schon immer..

  4. #1034

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    Oh man ey

  5. #1035
    Avatar von Nikos

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    8.467
    Zitat Zitat von Ohër Beitrag anzeigen
    Inwiefern rückständig? Technologisch? Infrastrukturell? Philosophisch? Zivilgesellschaftlich? Alles?
    Es ist echt verblüffend, wie die Osmanen Anfang des 16. Jahrhunderts in all diesen Punkten den anderen Großmächten ihrer Zeit weit voraus waren, Anfang des 19.
    Jahrhunderts jedoch weit hinterherhinkten.

    Technologisch
    Vor allem militärisch gesehen hatten die Osmanen schon um 1500 Militärtaktiken, welche Länder wie Frankreich oder England erst 200 Jahre später sahen.
    Die Osmanen waren die ersten, welche die Technik des Kanonengießens perfektionierten und damit selbst Festungen wie die Konstantinopels schnell pulverisierten.
    Janitscharen-Verbände waren auf offenem Feld fast unbesiegbar und marinemäßig waren die Osmanen schlau genug die Erfahrung der Griechen zu nutzen und
    hatten somit lange Zeit die stärkste Flotte des Mittelmeers.

    Doch wie kam es, dass die einst so innovativen Osmanen plötzlich an Doktrinen festhielten, welche in Mitteleuropa mit der Zeit überholt waren?
    Auch hat die verpasste Industrialisierung spätestens im 20. Jahrhundert das Reich zu einem wirtschaftlichen Spielball der Großen gemacht.


    Infrastrukturell
    Die Osmanen erbauten ihr Reich ja nicht auf irgend einer Wüste, sondern auf dem einstigen Grund des Byzantinischen Reiches.
    Die starke Infrastruktur, vor allem in Hinsicht auf die Marine (Griechen) haben die Osmanen sehr effizient genutzt und Ausgebaut.

    Erst mit der verpassten Industrialisierung gab es in einer wirtschaftlich wichtigen Zeit (Industrialisierung) keine Eisenbahnen, Dampfschiffe etc.
    Ein weiterer Grund für die wirtschaftliche Misere.

    Philosophisch
    War Philosophie nicht verboten? Einen wichtigen Schritt, den der Westen tat und die Osmanen ganz klar verpassten war die Aufklärung und die Loslösung
    von der Religion. (In staatlicher, teilweise in gesellschaftlicher Hinsicht.)
    Humanismus, Renaissance oder moderne Philosophie blieben somit aus.

    Zivilgesellschaftlich
    Lange waren die Osmanen in Sachen Gesellschaft ein Meilenstein. Als es in Europa noch undenkbar war Muslim zu sein, wurden Christen im Osmanischen Reich
    nicht nur geduldet, sondern auch integriert. Diese extrem dynamische Gesellschaft konnte das Reich in kürzester Zeit unglaublich mächtig machen.
    Das Problem war, dass in der Neuzeit der Schritt zur Gleichstellung zwischen Muslimen und Andersgläubigen nicht umgesetzt werden konnte.
    Die Muslime konnten sich mit dem Gedanken eines gleichwertigen Christen nicht anfinden und so entlud sich die Jahrhunderte andauernde Unterdrückung
    in Form von zerstörerischem Nationalismus, welcher bis 1923 das Osmanische Reich fast vollständig zerstörte.

    Heute?
    Das selbe Problem gibt es heute leider auch mit den Kurden. Statt diese zu integrieren und die türkischen Grenzen auf ein Kurdistan zu erweitern betreibt man
    Assimilationspolitik, wie sie nicht einmal im Osmanischen Reich passierte. Zum Glück bessert es sich langsam und vielleicht (Hoffentlich nicht ) packt es Erdogan
    alle Kurden für die Türkei zu gewinnen.

    An sich ein echt spannendes Thema. Bin jetzt irgendwie in einen Fluss gekommen -.-

  6. #1036

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    27.10.2013
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    5.303
    Zitat Zitat von Nikos Beitrag anzeigen
    Es ist echt verblüffend, wie die Osmanen Anfang des 16. Jahrhunderts in all diesen Punkten den anderen Großmächten ihrer Zeit weit voraus waren, Anfang des 19.
    Jahrhunderts jedoch weit hinterherhinkten.

    Technologisch
    Vor allem militärisch gesehen hatten die Osmanen schon um 1500 Militärtaktiken, welche Länder wie Frankreich oder England erst 200 Jahre später sahen.
    Die Osmanen waren die ersten, welche die Technik des Kanonengießens perfektionierten und damit selbst Festungen wie die Konstantinopels schnell pulverisierten.
    Janitscharen-Verbände waren auf offenem Feld fast unbesiegbar und marinemäßig waren die Osmanen schlau genug die Erfahrung der Griechen zu nutzen und
    hatten somit lange Zeit die stärkste Flotte des Mittelmeers.

    Doch wie kam es, dass die einst so innovativen Osmanen plötzlich an Doktrinen festhielten, welche in Mitteleuropa mit der Zeit überholt waren?
    Auch hat die verpasste Industrialisierung spätestens im 20. Jahrhundert das Reich zu einem wirtschaftlichen Spielball der Großen gemacht.


    Infrastrukturell
    Die Osmanen erbauten ihr Reich ja nicht auf irgend einer Wüste, sondern auf dem einstigen Grund des Byzantinischen Reiches.
    Die starke Infrastruktur, vor allem in Hinsicht auf die Marine (Griechen) haben die Osmanen sehr effizient genutzt und Ausgebaut.

    Erst mit der verpassten Industrialisierung gab es in einer wirtschaftlich wichtigen Zeit (Industrialisierung) keine Eisenbahnen, Dampfschiffe etc.
    Ein weiterer Grund für die wirtschaftliche Misere.

    Philosophisch
    War Philosophie nicht verboten? Einen wichtigen Schritt, den der Westen tat und die Osmanen ganz klar verpassten war die Aufklärung und die Loslösung
    von der Religion. (In staatlicher, teilweise in gesellschaftlicher Hinsicht.)
    Humanismus, Renaissance oder moderne Philosophie blieben somit aus.

    Zivilgesellschaftlich
    Lange waren die Osmanen in Sachen Gesellschaft ein Meilenstein. Als es in Europa noch undenkbar war Muslim zu sein, wurden Christen im Osmanischen Reich
    nicht nur geduldet, sondern auch integriert. Diese extrem dynamische Gesellschaft konnte das Reich in kürzester Zeit unglaublich mächtig machen.
    Das Problem war, dass in der Neuzeit der Schritt zur Gleichstellung zwischen Muslimen und Andersgläubigen nicht umgesetzt werden konnte.
    Die Muslime konnten sich mit dem Gedanken eines gleichwertigen Christen nicht anfinden und so entlud sich die Jahrhunderte andauernde Unterdrückung
    in Form von zerstörerischem Nationalismus, welcher bis 1923 das Osmanische Reich fast vollständig zerstörte.

    Heute?
    Das selbe Problem gibt es heute leider auch mit den Kurden. Statt diese zu integrieren und die türkischen Grenzen auf ein Kurdistan zu erweitern betreibt man
    Assimilationspolitik, wie sie nicht einmal im Osmanischen Reich passierte. Zum Glück bessert es sich langsam und vielleicht (Hoffentlich nicht ) packt es Erdogan
    alle Kurden für die Türkei zu gewinnen.

    An sich ein echt spannendes Thema. Bin jetzt irgendwie in einen Fluss gekommen -.-

    Pass auf das du nicht nass wirst

  7. #1037
    Don
    Avatar von Don

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    5.085
    Zitat Zitat von Nikos Beitrag anzeigen
    Es ist echt verblüffend, wie die Osmanen Anfang des 16. Jahrhunderts in all diesen Punkten den anderen Großmächten ihrer Zeit weit voraus waren, Anfang des 19.
    Jahrhunderts jedoch weit hinterherhinkten.

    Technologisch
    Vor allem militärisch gesehen hatten die Osmanen schon um 1500 Militärtaktiken, welche Länder wie Frankreich oder England erst 200 Jahre später sahen.
    Die Osmanen waren die ersten, welche die Technik des Kanonengießens perfektionierten und damit selbst Festungen wie die Konstantinopels schnell pulverisierten.
    Janitscharen-Verbände waren auf offenem Feld fast unbesiegbar und marinemäßig waren die Osmanen schlau genug die Erfahrung der Griechen zu nutzen und
    hatten somit lange Zeit die stärkste Flotte des Mittelmeers.

    Doch wie kam es, dass die einst so innovativen Osmanen plötzlich an Doktrinen festhielten, welche in Mitteleuropa mit der Zeit überholt waren?
    Auch hat die verpasste Industrialisierung spätestens im 20. Jahrhundert das Reich zu einem wirtschaftlichen Spielball der Großen gemacht.


    Infrastrukturell
    Die Osmanen erbauten ihr Reich ja nicht auf irgend einer Wüste, sondern auf dem einstigen Grund des Byzantinischen Reiches.
    Die starke Infrastruktur, vor allem in Hinsicht auf die Marine (Griechen) haben die Osmanen sehr effizient genutzt und Ausgebaut.

    Erst mit der verpassten Industrialisierung gab es in einer wirtschaftlich wichtigen Zeit (Industrialisierung) keine Eisenbahnen, Dampfschiffe etc.
    Ein weiterer Grund für die wirtschaftliche Misere.

    Philosophisch
    War Philosophie nicht verboten? Einen wichtigen Schritt, den der Westen tat und die Osmanen ganz klar verpassten war die Aufklärung und die Loslösung
    von der Religion. (In staatlicher, teilweise in gesellschaftlicher Hinsicht.)
    Humanismus, Renaissance oder moderne Philosophie blieben somit aus.

    Zivilgesellschaftlich
    Lange waren die Osmanen in Sachen Gesellschaft ein Meilenstein. Als es in Europa noch undenkbar war Muslim zu sein, wurden Christen im Osmanischen Reich
    nicht nur geduldet, sondern auch integriert. Diese extrem dynamische Gesellschaft konnte das Reich in kürzester Zeit unglaublich mächtig machen.
    Das Problem war, dass in der Neuzeit der Schritt zur Gleichstellung zwischen Muslimen und Andersgläubigen nicht umgesetzt werden konnte.
    Die Muslime konnten sich mit dem Gedanken eines gleichwertigen Christen nicht anfinden und so entlud sich die Jahrhunderte andauernde Unterdrückung
    in Form von zerstörerischem Nationalismus, welcher bis 1923 das Osmanische Reich fast vollständig zerstörte.

    Heute?
    Das selbe Problem gibt es heute leider auch mit den Kurden. Statt diese zu integrieren und die türkischen Grenzen auf ein Kurdistan zu erweitern betreibt man
    Assimilationspolitik, wie sie nicht einmal im Osmanischen Reich passierte. Zum Glück bessert es sich langsam und vielleicht (Hoffentlich nicht ) packt es Erdogan
    alle Kurden für die Türkei zu gewinnen.

    An sich ein echt spannendes Thema. Bin jetzt irgendwie in einen Fluss gekommen -.-
    Ctrl+F : Albanien:
    Ctrl+F : Don:

    Erst garnicht anfangen zu lesen

  8. #1038
    Avatar von Maniker

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    Woher hast du das, Nikos? Aus deiner Feder?

  9. #1039
    Avatar von Nikos

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    Zitat Zitat von Ohër Beitrag anzeigen
    Woher hast du das, Nikos? Aus deiner Feder?
    Ich lese viel darüber und habe halt einige Fetzen gerade rausgelassen.
    Wenn man sich mal richtig mit den Osmanen beschäftigt merkt man, (vor allem als orthodoxer Balkaner) dass diese
    nicht so "dämonisch" waren, wie man es von zuhause lernt.

    Echt interessant das ganze.

  10. #1040
    Avatar von Tigerfish

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    Zitat Zitat von Nikos Beitrag anzeigen
    Es ist echt verblüffend, wie die Osmanen Anfang des 16. Jahrhunderts in all diesen Punkten den anderen Großmächten ihrer Zeit weit voraus waren, Anfang des 19.
    Jahrhunderts jedoch weit hinterherhinkten.

    Technologisch
    Vor allem militärisch gesehen hatten die Osmanen schon um 1500 Militärtaktiken, welche Länder wie Frankreich oder England erst 200 Jahre später sahen.
    Die Osmanen waren die ersten, welche die Technik des Kanonengießens perfektionierten und damit selbst Festungen wie die Konstantinopels schnell pulverisierten.
    Janitscharen-Verbände waren auf offenem Feld fast unbesiegbar und marinemäßig waren die Osmanen schlau genug die Erfahrung der Griechen zu nutzen und
    hatten somit lange Zeit die stärkste Flotte des Mittelmeers.

    Doch wie kam es, dass die einst so innovativen Osmanen plötzlich an Doktrinen festhielten, welche in Mitteleuropa mit der Zeit überholt waren?
    Auch hat die verpasste Industrialisierung spätestens im 20. Jahrhundert das Reich zu einem wirtschaftlichen Spielball der Großen gemacht.


    Infrastrukturell
    Die Osmanen erbauten ihr Reich ja nicht auf irgend einer Wüste, sondern auf dem einstigen Grund des Byzantinischen Reiches.
    Die starke Infrastruktur, vor allem in Hinsicht auf die Marine (Griechen) haben die Osmanen sehr effizient genutzt und Ausgebaut.

    Erst mit der verpassten Industrialisierung gab es in einer wirtschaftlich wichtigen Zeit (Industrialisierung) keine Eisenbahnen, Dampfschiffe etc.
    Ein weiterer Grund für die wirtschaftliche Misere.

    Philosophisch
    War Philosophie nicht verboten? Einen wichtigen Schritt, den der Westen tat und die Osmanen ganz klar verpassten war die Aufklärung und die Loslösung
    von der Religion. (In staatlicher, teilweise in gesellschaftlicher Hinsicht.)
    Humanismus, Renaissance oder moderne Philosophie blieben somit aus.

    Zivilgesellschaftlich
    Lange waren die Osmanen in Sachen Gesellschaft ein Meilenstein. Als es in Europa noch undenkbar war Muslim zu sein, wurden Christen im Osmanischen Reich
    nicht nur geduldet, sondern auch integriert. Diese extrem dynamische Gesellschaft konnte das Reich in kürzester Zeit unglaublich mächtig machen.
    Das Problem war, dass in der Neuzeit der Schritt zur Gleichstellung zwischen Muslimen und Andersgläubigen nicht umgesetzt werden konnte.
    Die Muslime konnten sich mit dem Gedanken eines gleichwertigen Christen nicht anfinden und so entlud sich die Jahrhunderte andauernde Unterdrückung
    in Form von zerstörerischem Nationalismus, welcher bis 1923 das Osmanische Reich fast vollständig zerstörte.

    Heute?
    Das selbe Problem gibt es heute leider auch mit den Kurden. Statt diese zu integrieren und die türkischen Grenzen auf ein Kurdistan zu erweitern betreibt man
    Assimilationspolitik, wie sie nicht einmal im Osmanischen Reich passierte. Zum Glück bessert es sich langsam und vielleicht (Hoffentlich nicht ) packt es Erdogan
    alle Kurden für die Türkei zu gewinnen.

    An sich ein echt spannendes Thema. Bin jetzt irgendwie in einen Fluss gekommen -.-
    Philosophisch? Yunus Emre galt zur seiner Zeit nicht nur als der größte Philosoph, sondern auch ein großer Humanist.

    Ein Wort, tausend Deutungen stammen aus seinem Feder.


    Süleyman der Prächtige fügte seiner Diplomatie gerne ein hauch von Philosophie.

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