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Türkische Musik In Europa im 17.Jh

Erstellt von Ottoman, 15.05.2009, 18:44 Uhr · 10 Antworten · 1.441 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Ottoman

    Registriert seit
    17.08.2008
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    5.958

    Türkische Musik In Europa im 17.Jh

    Türkische Musik in Europa

    Im 17. Jahrhundert wurde in Europa erstmalig der Versuch unternommen,
    orientalische Musik zu erfassen und zu analysieren. 1619 schrieb Michael
    PRAETORIUS das Standardwerk: "Syntagma musicum". Ein Buch, in dem
    zum ersten Mal Musikinstrumente aus vielen Ländern
    der Erde vorgestellt wurden. Sein Urteil über die türkische Musik war nicht
    sehr schmeichelhaft: "Lumpen Music". Schuld an dem Übel war seiner Mei-
    nung nach (und da erwies er sich ganz als Kind seiner Zeit) Mohamed:
    "Denn es hat Mahomet alles was zur fröhlichkeit dienlich/ alß Wein
    und Saytenspiel in seinem ganzen Lande verbotten/ unnd an deren
    stadt eine Teuffels Glocke unnd Rumpelfaß mit einer schnarrenden
    und kikakenden Schalmeyen verordnet/ welche so wol auf Hochzei-
    ten unnd Freudenfesten/ alß im Kriege gebraucht werden." (Ausstel-
    lungskatalog, 87:271)
    Was PRAETORIUS in seinem Buch mit der "Teuffels Glocke", dem "Rumpel-
    faß" und den "Schalmeyen" beschrieb, waren die Musikinstrumente der Jani-
    tscharen.


    Bis ins 19. Jahrhundert sollten die Europäer/innen unter türkischer Musik Ja-
    nitscharenmusik verstehen. Die türkische Folklore, die Musik der Völker der
    Türkei, hielt keinen Einzug nach Europa. (Vgl. Pahlen, 80:171) Ob die
    räumliche Entfernung dabei eine große Rolle gespielt hat, mag dahingestellt
    bleiben.
    Dafür war die direkte Konfrontation mit der Musik der türkischen Elitetrup-
    pen, eben der Janitscharen, umso schmerzlicher: Die Türken pflegten näm-
    lich mit der Mehterhane, der Militärkapelle, in den Kampf zu ziehen. Diese
    Musik wurde als so ungeheuerlich geschildert, daß "Himmel und Erde er-
    bebten" (Ausstkat, 85:182) Ihre Funktion bestand darin, "die Feinde zu
    schocken und zu entnerven" und gleichzeitig die eigenen Krieger anzusta-
    cheln.ddd

    "Denn der Charakter der Musik (war) so kriegerisch, daß er auch fei-
    gen Seelen den Brust hebt" (ebda: 162)

    So wurde die Kriegsmusik der Türken zum Vorbild "neuartiger Militär-
    musikewn."
    (Vgl. Pahlen, 80: 170f)
    Baron VON TRENCK stellte 1741 eine Kapelle nach dem Vorbild der Jani-
    tscharen zusammen. Als Musiker verpflichtete er Sinti und Roma, die in
    bunten Phantasieuniformen zum Ergötzen der Zuhörer/innen musizierten.
    (Vgl. ebda: 173)


    Auch in Frankreich konnte eine echte Janitscharenkapelle bestaunt werden,
    die als Begleitung einer Gesandtschaft im 17. Jahrhundert am Hof verweilte.
    Der Eindruck, den die Musik hinterließ, war so stark, daß Jean Baptiste LUL-
    LY, der den Stoff MOLIERES, "le bourgois gentilhomme", als Ballett bearbei-
    tete, die Türkenszene mit Janitscharenmusik untermalte, und die Darstel-
    ler/innen in einem erfundenen Pseudo-Türkisch reden ließ. (Vgl. Ausstkat,
    87:272)
    --------------------------------------------

    Es wurden jahrelang Türkenopern in Deutschland aufgeführt.

  2. #2
    Baader
    Ihre heimlichen Vorbilder.

  3. #3
    Avatar von Ottoman

    Registriert seit
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    5.958
    Im folgenden, 18. Jahrhundert wurde das Sujet der Türkenoper immer be-
    liebter, erlebte geradezu einen Boom.
    Als türkische Instrumente galten
    "Becken, Tamburen, Triangel, Schellen, Glöckchen, kleine und große
    Trommel, Pauken, Trompeten, Piccoloflöten Hackbrett und der
    Schellenbaum". (Ausstkat, 87: 273)

    ------
    Die Europäer kannten eigentlich nur die langweilige Hofmusik.
    Die richtige Musik haben sie von den Türken gelernt..

  4. #4
    Avatar von Caesarion

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    Wenn ich die Hymne der Osmanen höre, will ich lachen und nicht jemandem "die Fresse polieren"

  5. #5
    Avatar von Ottoman

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    5.958
    Die rede ist von dieser Musik


    Aber auch von dieser


    Mit dieser Musik wurden Kranke Menschen Rehabilitiert.

  6. #6
    Avatar von Ottoman

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    Zitat Zitat von GrEeKStYlE Beitrag anzeigen
    Wenn ich die Hymne der Osmanen höre, will ich lachen und nicht jemandem "die Fresse polieren"
    wir reden vor über 200 jahren, wenn ich irgendwo griechische musik höre muss ich immer noch kotzen das ist keine 10 minuten her.

    _EDit_

    Nein ich mache nur spaß...

  7. #7
    Avatar von Caesarion

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    Zitat Zitat von Ottoman Beitrag anzeigen
    Die rede ist von dieser Musik


    Aber auch von dieser


    Mit dieser Musik wurden Kranke Menschen Rehabilitiert.
    persisch und arabisch wäre hier so ziemlich das selbe, wobei die rehabilitierende Musik aus Usbekistan kommt, dass letzte Lied gefällt mir, das erste hört sich lächerlich an, zum zweiten... also wenn du das unter "kämpferisch" verstehst... das letzte Lied gefällt mir

  8. #8
    Avatar von Caesarion

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    Zitat Zitat von Ottoman Beitrag anzeigen
    wir reden vor über 200 jahren, wenn ich irgendwo griechische musik höre muss ich immer noch kotzen das ist keine 10 minuten her.

    _EDit_

    Nein ich mache nur spaß...
    Ja, sorry, mir gefällt die Hymne nicht... das sage ich aus reiner Geschmackssache, nicht weil ich irgendwie hetzen möchte

  9. #9
    Avatar von Ottoman

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    Ja Greko ich rede ja auch von damals. Heute ist die Militärmusik natürlich eine andere.

  10. #10
    Avatar von Ottoman

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von GrEeKStYlE Beitrag anzeigen
    persisch und arabisch wäre hier so ziemlich das selbe, wobei die rehabilitierende Musik aus Usbekistan kommt, dass letzte Lied gefällt mir, das erste hört sich lächerlich an, zum zweiten... also wenn du das unter "kämpferisch" verstehst... das letzte Lied gefällt mir
    Darauf kommt es nicht an, die Türken haben diese Musik in der welt bekannt gemacht und auch diese Instrumente, du kannt noch so schöne musik haben wenn es keiner kennt oder du sie nicht vorführen kannst, kannst du es in die tonne schmeissen.

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