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Vlad Draculea III

Erstellt von Vlad, 13.03.2005, 17:16 Uhr · 52 Antworten · 5.518 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Vlad

    Registriert seit
    13.03.2005
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    30

    Vlad Draculea III

    Vlad Drăculea III.



    Vlad (* 1431; † 1477), genannt Drăculea (kleiner Teufel) und Ţepeş (der Pfähler) ist das historische Vorbild von Bram Stokers Dracula. Der spätere Fürst der Walachei (er herrschte niemals über Transsilvanien) war bekannt für seine Grausamkeiten, daher rühren auch seine beiden Beinamen.
    Über die historische Vorlage des Grafen Dracula Vlad Drăculea III. gibt es viele Geschichten, Märchen und Halbwahrheiten. Zumeist heißt er in Historien Vlad "Ţepeş" Dracul und wird als grausamer Graf und Tyrann Transsilvaniens beschrieben, der aus sadistischer Freude Tausende foltern und pfählen ließ. Pfählen allerdings war zu jener Zeit ein üblicher Vorgang.

    Das historische Interesse an der legendären Figur basiert auf dem Buch von Bram Stoker und auf den zahlreichen Dracula-Filmen. So verwundert es nicht, dass viele "Dracula-Biographien" historische Fehler enthalten, weil die Vorgaben Stokers ungeprüft übernommen wurden. Ziel dieser Biographie ist es, den historischen Lebensweg der Legende Dracula so aufzuzeigen, wie er als realistisch erscheint und tatsächlich gewesen sein könnte.



    Sein Leben:
    Biographie des historischen Dracula


    Vlad Draculea III
    1431 Geburt von Vlad Draculea: (Draculea ist der Diminutiv von Dracul und bedeutet folglich kleiner Drache oder auch Teufelchen) in Sighisoara (Schäßburg) in Transsylvanien in einem Gasthof als 2. Sohn des Fürsten Vlad II, welcher insgesamt drei Kinder hatte (Vlad, Radu und Mircea)

    1431 Reichstag in Nürnberg: Vlad, ein rumänischer Vasall des deutschen Kaisers, wird auf dem Reichstag zu Nürnberg zum Fürsten der Walachei erhoben und zum Ritter des Drachenordens (Societas Draconis, ein christlicher Ritterbund gegen die Türken) geschlagen. Der Drachenorden hatte das Symbol des Urobus, welches ein gekrümmter, sich selbst in den Schwanz beißender Drachen war. Dieser Ritterorden wurde 1418 von König Sigismund dem II gegründet. Er diente weiterhin der Bekämpfung der Osmanen und der "im verborgenen wütenden Christen", aber vor allem der Hussiten. Das Motto hierbei lautete "O wie barmherzig ist Gott, wie gerecht und fromm". Sigismund von Luxemburg, der Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation, verleiht Vlad den Beinamen "Dracul", angelehnt an das lateinische draco (Drache), vermutlich unwissend, dass dracu im Rumänischen Teufel bedeutet.

    1435 Schäßburg: Da die bestehenden Machtverhältnisse in der Walachei die Besteigung des Fürstenthrones unmöglich machen, verbleibt Vlad Dracul mit den Seinen, während der Rückreise vom Reichstag, in Schäßburg (Sighisoara, in Transsylvanien/Siebenbürgen).

    1436 Thronbesteigung: Die Rückkehr nach Tîrgoviste, die Hauptstadt der Walachei. Vlad besteigt als Woiwode Vlad II Dracul den Fürstenthron Südrumäniens.

    1442 Türkische Gefangenschaft: Vlad II. Dracul gerät mit seinen drei Söhnen in die Gefangenschaft des türkischen Sultans Mehmets II ("der Eroberer", er eroberte 1453 Konstantinopel).

    1444 Geiselhaft: Vlad II. Dracul lässt seine beiden jüngeren Söhne, Vlad Draculea III Radu den Schönen, an der türkischen Pforte als Geiseln zurück. Er selbst und sein ältester Sohn Mircea kommen frei.

    1447 Tod Vlad II. Draculs: Vlad II. Dracul wird wegen Verrates von Johann Hunyadi, dem ungarischen König, geköpft. Mircea wird lebendig eingemauert

    1448 Erste Thronbesteigung Vlad "Tepes" Draculeas III: Die Brüder Vlad Draculea und Radu werden von den Türken freigelassen und Draculea besteigt mit türkischer Unterstützung den Fürstenthron der Walachei als Woiwode Vlad III Draculea. Bereits kurze Zeit später kommt es zur Auseinandersetzung zwischen den Brüdern. Draculea, der in späteren Jahren den Beinamen "Tepes" (rumänisch: der Pfähler) erhält, flieht zu seinem Cousin dem moldauischen Prinzen Ştefan cel Mare.

    1451 Flucht: Aufgrund von Kriegswirren und Türkeneinfällen im Balkan fliehen Vlad Draculea und Lazarevic nach Transylvanien. Sie verbünden sich gegen die Türken mit König Johann Hunyadi von Ungarn, dem Mörder von Vlads Vater.

    1453 Konstantinopel fällt an die Türken

    1456 Zweite Thronbesteigung Vlad "Tepes" Draculeas: Mit Hilfe des ungarischen Königs kann sich Vlad "Tepes" Draculea gegen den Polen Ladislaus II durchsetzen und wird erneut Woiwode der Walachei. Um Unabhängigkeit zu erlangen, lässt er einen Großteil des Adels hinrichten, erhebt walachische Bauern zu Wehrbauern und beginnt einen Handelskrieg mit reichen Städten der Siebenbürger Sachsen.

    1458 Tod Johann Hunyadis: Matthias Hunyadi (genannt Corvinus) wird König von Ungarn.

    1458 Sieg über die Türken: Nahezu ohne Unterstützung schlägt Vlad "Tepes" Draculea ein türkisches Heer.

    1459 Ostermassaker: Vlad "Tepes" Draculea nimmt Rache an allen, die mit dem Tod seines Vaters in Verbindung standen. Vlad baut die Feste seines Vaters neu auf und macht Bucharest zu seiner Hauptstadt.

    1459/60 Hinrichtung einer türkischen Gesandtschaft: Vlad "Tepes" Draculea läßt Gesandte Sultan Suleimans hinrichten (pfählen), die Tribut von ihm forderten.

    1460 Türkischer Angriff: Vlad "Tepes" Draculea versucht dem türkischen Aufmarsch durch einen Präventivschlag auf das Leben des Sultans zuvorzukommen. Mehmed II wird nur verletzt.

    1461 Rückzug: Vlad "Tepes" Draculea und seine Truppen können den mehrfach überlegenen Türken nichts entgegensetzen und müssen sich nach Tîrgoviste zurückziehen.

    1462 Flucht: Draculea muss endgültig aus der Walachei fliehen. Matthias Hunyadi und Stefan Lazarevic lassen ihn fallen. Ihm wird Paktierung mit den Türken vorgeworfen. Die Beweisbriefe (vermutlich von den Sachsenstädten Siebenbürgens in Deutschland gefälscht) werden sogar dem Papst vorgelegt. Vlad "Tepes" Draculea bleibt für die nächsten 13 Jahre in Buda (Teil der heutigen ungarischen Hauptstadt Budapest) eingekerkert. Sein Bruder Radu wird Woiwode der Walachei.

    1475 Ende der Gefangenschaft: Matthias Hunyadis Schwester, Ilona, verliebt sich in Vlad, heiratet ihn und bekommt einen Sohn. Auf Grund ihrer Bemühungen endet seine Gefangenschaft.

    1476 Dritte Thronbesteigung Vlad "Tepes" Draculeas: Basarab, seit Radus Tod Woiwode der Walachei, flieht vor Draculea und dieser wird somit kampflos erneut Herrscher der Walachei.

    1476/77 Tod Vlad "Tepes" Draculeas: Ob auf dem Schlachtfeld gegen die Türken oder in Snagov ermordet, bleibt unklar, fest steht, dass Draculea eines gewaltsamen Todes stirbt und sein Kopf dem türkischen Sultan Mehmet überbracht und in Konstantinopel aufgespießt wird. Sein Körper wird in Snagov auf einer Halbinsel bestattet.



    Bewertung der Historie
    Vlad "Tepes" Draculeas Biographie war bereits zu seinen eigenen Lebzeiten Legende. Der Balkan, seit dem Einfall der Türken der Übergang von Okzident zu Orient, war schon damals ein überregionaler (internationaler) Konfliktherd. Die Mächtigen versuchten ihren Einfluss auf die Region auszuüben, ohne selbst zwischen die Fronten zu geraten. Der Balkan selbst war sowohl für die Herrscher in Europa als auch für die Osmanen Bollwerk.

    Ein Fürst der Walachei musste sich in alle Richtungen behaupten und mehr noch als andere Herrscher seiner Zeit gefürchtet sein, um überhaupt herrschen zu können. Ob Vlad "Tepes" Draculea, während seiner Kindheit in türkischer Gefangenschaft gefoltert wurde oder nicht, ob er tatsächlich Zehntausende pfählen ließ und Menschenfleisch verspeiste oder nicht, ist völlig irrelevant, da man davon ausgehen kann, dass er selbst diese Erzählungen bewusst unterstützte. So obige Biographie stimmt, war er nur elf Jahre Woiwode der Walachei, verbrachte aber 18 Jahre seines kurzen Lebens in Gefangenschaft. Er hat seinen Thron drei Mal erobern müssen und musste ihn stets gegen Ost und West verteidigen. Ein grausamer Ruf war also notwendig, um das überhaupt bewerkstelligen zu können. Nur so ist auch zu erklären, dass Basarab vor Draculea flieht, als dessen ungarische Gefangenschaft endet.

    Aber nicht nur er selbst hatte Gründe dafür, sich als grausam und teuflisch darzustellen. Es sind die Mächtigen in Österreich-Ungarn, die einen unbeugsamen und unkontrollierbaren Herrscher im Bollwerk gegen die Türken zu Friedenszeiten nicht gebrauchen können. Einen, der seinen Machtbereich ausdehnen könnte, und die Vormachtstellung Österreich-Ungarns nicht anerkennt. Ihm also Paktierung mit den Muslimen vorzuwerfen, um ihm noch vor einer möglichen Auseinandersetzung kaiserliche Unterstützung zu entziehen, ist gar nicht so abwegig. Die Walachei war im 15. Jhd eine politisch und wirtschaftlich abhängige Region mit abhängigen Herrschern. Dem scheint sich der Woiwode Vlad III "Tepes" Draculea stets widersetzt zu haben.

    Es sind aber vor allem die Kaufleute Siebenbürgens, die für seinen Ruf verantwortlich waren. Siebenbürgen ist erst seit 1919 rumänisch. Im 15. Jhd. war es vorwiegend von deutschen Händlern besiedelt. Sie waren sein wirtschaftlicher Hauptfeind. Um sich der Unterstützung der walachischen Kleinbauern, welche sein Heer stellten, sicher zu sein, bekämpfte er die reichen Siebenbürger Sachsen. Diese schrieben und verbreiteten die Horrorgeschichten über den Fürsten der Walachei, die auch teilweise heute noch erhalten sind, darunter ein Epos über den Blutfürsten Vlad (ab 1500 gedruckt) und Die histori von dem posen Dracol (ab 1488 gedruckt). In ihnen speist er Menschenfleisch und zwingt Gesandte, dies ebenfalls zu tun.

    Die Siebenbürger Sachsen hatten natürlich ein persönliches und politisches Interesse, den Fürsten Vlad am deutschen Kaiserhof in Misskredit zu bringen. Wer weiß, in wieweit er Raubzüge nach Siebenbürgen unternahm, um Händler, die auf seinem Grund vermeintlich Unrecht begangen, auf fremdem zu richten?

    Fakt ist, dass er vor allem in der deutschen Literatur seit seinen Lebzeiten als unbarmherziger Teufel dargestellt wird, der Freunde verrät und mit den Türken paktiert. In der russischen und rumänischen Geschichte gilt er bis heute als Nationalheld und Befreier, der das christliche Abendland gegen die Türken verteidigte.

  2. #2

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    9.182
    So viel ich weiss hat er besonders viele Türcken gefält.
    Ich kann den Film The Dark Prince empfehlen...die wahre geschichte von Vlad Dracul.
    Ist zwar net 100% richtig aber die beste umsetzung die ich kenne.

  3. #3
    jugo-jebe-dugo
    Zitat Zitat von Serbian_Prophet
    So viel ich weiss hat er besonders viele Türcken gefält.
    Ich kann den Film The Dark Prince empfehlen...die wahre geschichte von Vlad Dracul.
    Ist zwar net 100% richtig aber die beste umsetzung die ich kenne.
    Ich glaube sie stimmt schon zum grössten Teil.Der Film zeigt was für ein Barbar er war und das mit seinem Vater als er von den Ungarn gehängt und der Bruder lebendig eingemauert wurde.Stimmt schon alles mit diesem Text überein.

    Aber er hat von den Türken die Mama richtig........
    ER hat hauptzächlich nur Türken gepfählt,ein richtig qualvoller Tod.

  4. #4
    Feuerengel

    Der historische Vlad Dracula

    Der historische Vlad- Dracula


    Der walachische Fürst Vlad III Dracula, genannt "Tzepes" (Aussprache: [tsepesch]), wurde 1430 oder 1431 in der siebenbürgischen Stadt Schäßburg (Sighisoara) geboren. Die Bezeichnung Dracula hatte Vlad III von seinem Vater, Vlad II Dracul, "geerbt", der als Mitglied des Drachenordens die Osmanen bekämpfte: Sein Spitzname Dracul geht auf das lateinische draco zurück und bedeutet zugleich 'der Drache' und 'der Teufel', wobei die Endung -ul den Artikel darstellt. Dracula bedeutet einfach 'der Sohn des Dracul'. Seinen brutalen Ruf erwarb Vlad III Dracula mehr noch als sein Vater schon zu Lebzeiten:



    1. Die Wallachei

    Im Mittelalter gabe es auf dem Gebiet des heutigen Staates Rumänien Fürstentümer, die eine gemeinsame Sprache und Herkunft hatten: Das Rumänische stammt vom lateinischen Dialekt der römischen Provinz Dakien ab. Durch Vermischung der dakisch-römischen Bevölkerung mit slawischen Stämmen entstanden die Walachen (von slawisch Vlachen). Gegen Ende des 13. Jahrhunderts, als das oströmische Imperium mit seiner Hauptstadt Konstantinopel schon zu bröckeln begann, wurden viele Bewohner der westlichen Provinzen von den Magyaren (Ungarn) vertrieben. Sie besiedelten den Süden und Osten der Karpaten und gründeten dort das Fürstentum Walachei, das im Norden an Transsylvanien und Moldawien (das Fürstentum Moldau, das sie später gründeten), im Osten ans Schwarze Meer und im Süden an Bulgarien grenzt. Regiert wurden die Fürstentümer von den einheimischen Wojewoden (von russisch voevoda: 'Führer einer Armee'), die häufig die Oberhoheit der Könige von Ungarn oder Polen anerkennen mußten. Der erste Führer bzw. Fürst der Walachei war der Dynastiegründer Basarab der Große (1310–1352); sein Nachkomme Vlad III Dracula war der letzte walachische Fürst, der seine Unabhängigkeit gegenüber der sich ausdehnenden türkischen Großmacht halbwegs behaupten konnte.

    2. Kriege und Bürgerkriege

    Draculas Name ist mit den zahlreichen Kriege des späten 15. Jahrhunderts verbunden: Im Inneren tobte im ein blutiger Machtkampf zwischen zwei Fraktionen des bessarabischen (auf Basarab zurückgehenden) Herrscherhauses um die Fürsten- bzw. Wojewodenwürde, den schon Draculas Vater, Vlad II Dracul, durch Verwandtenmord für sich entscheiden konnte; außenpolitisch lavierte das Land zwischen zwei Großmächten: im Norden und Westen den Magyaren und im Osten den Ottomanen, die 1453 Konstantinopel eroberten.
    1442 verhielt sich Vlad II während einer türkischen Invasion Transylvaniens neutral. Nach ihrem Sieg zwangen ihn die Ungarn zur Strafe mit seiner Familie zur Flucht aus der Walachei und ernannten Basarab II, ein Mitglied des gegnerischen Danesti-Clans, zum Fürsten. Schon 1443 aber eroberte Vlad II den Thron mit türkischer Hilfe zurück und mußte fortan alljährlich Tribut und junge Rekruten für die Elitetruppe des Sultans, die Janitscharen, entsenden. 1444 schickte Vlad II sogar seine beiden jüngsten Söhne als Geisel nach Adrianopolis, wo Dracula, der jüngste, bis 1448 blieb.
    Als der ungarische König Ladislas Poshumous 1444 mit einem Kreuzzug versuchte, die Türken nach Kleinasien zurückzudrängen, entsandte Vlad II nur seinen ältesten Sohn Mircea und kam ansonsten seiner Verpflichtung als Ritter des Drachenordnes nicht nach. Nach der vernichtenden Niederlage der Ungarn bei Varna verfolgten diese Vlad II rachsüchtig; 1447 wurde er von illoyalen Bojaren (walachischen Adligen) getötet und sein Sohn Mircea lebendig begraben.
    Nach dem Tod seines Vaters wurde Dracula von den Türken entlassen und gelangte erstmals im Oktober 1448 mit ihrer Hilfe auf den walachischen Thron, wo er sich aber nur zwei Monate halten konnte: Der rivalisierende Clan der Danesti verdrängte ihn mit ungarischer Hilfe. Nach drei Jahren des Exils in Moldau mußte Dracula erneut fliehen, es gelang ihm aber, sich mit den Ungarn zu versöhnen und zu verbünden: 1456 tötete er den regierenden Danesti-Fürsten Vladislav II und gelangte zum zweiten Mal an die Macht. Zeitgleich jedoch hatten die Ungarn bei Belgrad eine weitere Niederlage einstecken müssen, so daß er wieder ohne Verbündeten war.
    In seiner sechsjährigen Regierungszeit in Tirgoviste begründete er seinen Ruf. Unerbittlich und zunächst durchaus erfolgreich versuchte er, sein Land gegen die mächtiger werdenden Ottomanen zu verteidigen, mußte aber mangels ungarischer Unterstützung 1462 nach Ungarn fliehen. Statt der erhofften Hilfe wurde er jedoch zwölf Jahre lang vom ungarischen König Matthius Corvinus gefangengehalten: Dieser wünschte vorläufig Ruhe in der Grenzregion. Vermutlich auf Initiative des ungarischen Königs erschien ca. 1463 in Wien sogar ein Propaganda-Flugblatt mit dem Titel Histori von dem posen Dracol, das wohl der Rechtfertigung der Haft dienen und das Bild Draculas für Jahrhunderte prägen sollte. Während seiner Gefangenschaft regierte Draculas jüngerer Bruder, Radu der Schöne, die Walachei. Als er 1474 oder 1475 starb, ernannte der türkische Sultan ein Mitglied des Danesti-Clans, Basarab den Älteren, zum Fürsten.
    1476 jedoch hatte sich Dracula die Unterstützung des ungarischen Königs sichern und sogar in seine Familie einheiraten können und fiel mit Unterstützung aus Moldavien und Transsylvanien in die Walachei ein. Die drei Alliierten vertrieben Basarab, und Dracula gelangte im November 1476 erneut auf den Thron. Nachdem sich die Transsylvanier in ihr Land zurückgezogen hatten, überrannten jedoch die überlegenen Türken Draculas kleine Armee im Dezember desselben Jahres. Er wurde getötet und enthauptet, und der Sultan ließ seinen Kopf in Konstantinopel aufspießt zur Schau stellen.
    Angeblich hatte zu Draculas Niederlage auch ein Mangel an Unterstützung durch den walachischen Hochadel (die Bojaren) beigetragen, die er ihrer Rechte beraubt, mit zahllosen Grausamkeiten verfolgt und dezimiert hatte. Nach anderen Berichten hatte sich auch die drangsalierte Bauernschaft von ihm abgewandt.


    3. Draculas Grausamkeiten

    Vlad III Dracula regierte und führte Krieg mit einer für uns unfaßbaren Grausamkeit. Politische Gegnern und Kriegsgefangenen, aber offenbar auch unbotmäßige Landbevölkerung ließ er blenden, bei lebendigem Leibe skalpieren, häuten oder kochen, erwürgen, verbrennen oder wilden Tieren vorwerfen, oder er ließ ihnen Nägel in die Köpfe schlagen, Nasen und Ohren, Arme und Beine abschneiden etc. Seine bevorzugte Folter- und Tötungsmethode aber war das Pfählen: Ein geölter und nicht zu spitzer Pfahl wurde – meist zwischen den Beinen – so langsam durch den Körper getrieben, daß der Todeskampf möglichst lange dauerte. Kleinkinder wurden manchmal auf Pfähle gespießt, der ihren Müttern durch die Brust geschlagen worden war.
    Das Pfählen brachte Dracula zumindest posthum einen weiteren Beinamen ein: Er wurde auch "der Pfähler" bzw. im Englischen "the Impaler" genannt.
    Die meisten seiner Opfer waren die sächsischen Kaufleute und Bojaren Transsylaniens und der Wallachei, die entweder wirtschaftlich und politisch zu mächtig zu werden drohten oder gar mit dem jeweiligen Feind paktiert hatten; es waren Mitglieder des Hochadels gewesen, die seinen Vater und älteren Bruder ermordet hatten. Der Grund oder Vorwand seines Terrorregimes war also überwiegend ein innenpolitischer wie auch persönlicher: Er wollte sich rächen und zugleich einen zentralistischen Staat durchsetzen, den er mit loyalen Anhängern regieren konnte. Ein dritter Grund war Kriegstaktik: Als z. B. im Jahre 1461 der Eroberer Konstantinopels, Mohammed II, außerhalb Drakulas Hauptstadt Tirgoviste 20.000 gepfählte Leichen sah, übergab er das Kommando angewidert an Untergebene und kehrte in seinen neue Hauptstadt zurück. Der letzte Grund lag sicherlich in der krankhaften, perversen und sadistischen Persönlichkeit Draculas, der insofern vielleicht zugleich Opfer und Täter seiner gewalttätigen Zeit war.


    4. Draculas Ruf
    Seinen Ruf hatte Dracula in seiner sechsjährigen Amtszeit begründet, sein Bild in der Geschichte wurde aber natürlich auch durch jene geprägt, die seine Geschichte nach seinem Tode erzählten und weitergaben. In den ersten Jahren waren es vor allem deutsche und russische Flugblätter, die als Vorläufer einer späteren Sensationspresse über die Grausamkeiten des fernen Herrschers berichteten. Die deutschen wie die russischen Pamphlete gleichen sich so sehr in den Details, daß diese vermutlich einen wahren Kern haben; während aber die deutschen Berichte Dracula als sadistisches Monster darstellen, erscheint er in russischen Berichten eher als grausamer, aber gerechter Herrscher, der sich – wie der Zar in Rußland – gegen den Adel durchzusetzen trachtete.
    In der rumänischen Folklore lebt Dracula als Herrscher fort, der zwar grausam und unberechenbar war, aber sein Volk vor der Unterdrückung durch die Bojaren, gegen die deutschen Kaufleute und vor allem die Türken zu schützen suchte. Auch erscheint er dort als unerbittlicher Kämpfer gegen Unehrlichkeit und Verbrechen. Zahlreiche Geschichten belegen diese Tugenden: So soll er in seiner Hauptstadt einen goldenen Becher öffentlich aufgestellt haben, den aus Angst niemand zu stehlen wagte. Nach einer anderen Geschichte waren einem ausländischen Kaufmann Goldmünzen gestohlen worden. Dracula ließ sie in der Nacht ersetzen und eine Münze hinzulegen. Am nächsten Morgen berichtete der Kaufmann, er habe nun einen Dukaten zu viel. Als der Dieb gefaßt war, ließ ihn Dracula pfählen und dem Kaufmann mitteilen, dieser hätte dasselbe Schicksal erlitten, wenn er den überzähligen Dukaten verschwiegen hätte.
    Als Bram Stoker 1897 seinen Dracula schieb, hatte der Vampir-Mythos den Balkan und Ungarn schon 200 Jahre lang heimgesucht und sich auch nach Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und England und in die Neue Welt ausgebreitet. Zunächst durchaus ernstgenommen, wurde er später als Aberglaube abgetan. Da Bram Stoker seinen Roman in der Ursprungsregion des Vampirismus ansiedelte, bot sich eine Identifikation des Vampirs mit der Person des berüchtigten walachischen Herrschers durchaus an. In anderen Vampir-Geschichten und in der rumänischen Folklore gibt es diese Verbindung jedoch nicht. Erst recht nicht gibt es eine Verbindung Draculas mit Fledermäusen, sieht man von drei Arten ab, die in Mittel- und Südamerika nachts an Rindern Blut lecken: Draculas Spitzname war das Wappentier seines Vaters: der Drache ...


    5. Nachtrag:
    Rumäniens Weg zur Unabhängigkeit
    Mit dem Sieg der Osmanen über die Ungarn in der Schlacht von Mohács 1526 kamen die Fürstentümer Moldau und Walachei für drei Jahrhunderte unter türkische Herrschaft. Ende des 16. Jahrhunderts gelang es dem walachischen Fürsten Michael dem Tapferen zwar, beide Fürstentümer zu vereinen und 1599 Siebenbürgen und im Folgejahr Moldau zu erobern, die Osmanen behielten jedoch nach seiner Ermordung 1600 die Oberhand. Ab 1750 machte sich für ein Jahrhundert russischer Einfluß breit: In zwei Kriegen 1768–1774 und 1806–1812 setzte sich Rußland gegen das Osmanische Reich durch und annektierte Bessarabien, das bis dahin ein Teil des Fürstentums Moldau gewesen war. Nach der Niederlage Rußlands im Krimkrieg (1853/54–1856) beendeten die Siegermächte (Türkei, Großbritannien, Frankreich, Sardinien) das russische "Protektorat" und gaben Teile Bessarabiens an Moldau zurück. Mittlerweile wuchs auch in den rumänischen Fürstentümern der Wunsch nach einer nationalen Union. Diese wurde 1861 vom neugewählten Fürsten Alexandru Ion Cuzas vollzogen und vom Sultan als autonomes Fürstentum Rumänien anerkannt. Der 1866 gewählte Hohenzollern-Fürst Karl I. unterstützte Rußland im russisch-türkischen Krieg 1877–1878 und proklamierte die völlige Unabhängigkeit Rumäniens, die vom Berliner Kongreß 1878 anerkannt wurde.

    http://www.fledermauskunde.de/fbio-dra.htm


  5. #5

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    Wenn ich mich recht entsinne gab es dazu schon einen Thread!

  6. #6
    jugo-jebe-dugo
    Ein orthodoxe Rumäne der die Türken gepfält hat wie kaum ein anderer.

  7. #7
    jugo-jebe-dugo
    Er war ein Killer.

  8. #8
    Avatar von Monte-Grobar

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    4.906
    Das haben die Türken doch auch verdient, erst in ein fremdes Land einmarschieren und dann heulen.

  9. #9
    Feuerengel
    Zitat Zitat von Serbian_Prophet
    Wenn ich mich recht entsinne gab es dazu schon einen Thread!
    Mir doch egal...

  10. #10

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    Dann ist dies ein "Spame-Thread"........................................

    Um den historischen Dracul zu verdeutlichen würde ich mir den Film: Vlad Dracul - The Prince of Darkness angucken.

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