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Völkermord an den Armeniern

Erstellt von Idemo, 29.07.2009, 15:39 Uhr · 2.634 Antworten · 115.612 Aufrufe

  1. #141
    Kejo
    Zitat Zitat von _KRG_ Beitrag anzeigen
    Die Regierung war schuld daran .. ob kurden, türken oder griechen .. ist egal

    Ich denke das ging eher gegen das christentum .. in der zeit hat es viel hass gegeben (wegen den Kolonien,Kriege und Armut)

    Na ja, die Morde fanden vor allem in kurdisch bewohnten Gebieten statt. In mancher (westlicher) Literatur werden die Türken (Regierung) als Befehlserteiler und die Kurden quasi als Ausführer (vorort) dargestellt. Die armenischen und kurdischen Terrororganisationen erheben bspw. Ansprüche auf das gleiche Gebiet. Ich frage mich halt, ob Armenien auch Forderungen gegenüber einem kurdischen Staat stellen würde.

    Woher kommst Du genau? Aus der Türkei?

  2. #142
    Avatar von Lilith

    Registriert seit
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    Beiträge
    18.214
    Zitat Zitat von Harput Beitrag anzeigen
    Kleine Frage in die Runde:

    Warum, glaubt ihr, stuft die Türkei diese Ereignisse nicht als Völkermord ein?
    Jetzt mal unabhängig von der Einstufung als Genozid oder nicht. Die moderne Türkei entstand in einer sehr schwierigen Zeit des 1. Weltkrieges, des zerfallenen Osmanischen Reiches heraus, wo diverse Mittel- und Großmächte um satte "Kuchen" dort kämpften. Wo sich die Türken an diversen Fronten auch gegen Russen etwa behaupten mussten, um nicht auf ein absolutes Schrumpfgebiet degradiert zu werden und einen souveränen Staat gründen zu können. Verständlicherweise und natürlich verbinden sich damit für Türken ein positives Geschichtsbild. Ich könnte mir vorstellen, wie gerade dann es sich "beißt", die Staatsgründung und der Herausbildung der jetzigen türkischen Gesellschaft auch in ihrer ethnischen Zusammensetzung mit Verbrechen, Vertreibung, erst recht Völkermord zu verbinden. Ob es nun um Ereignisse während des 1. Weltkrieges und den Jungtürken geht oder und vielleicht erst recht dann um die Zeit 1919-1923, die sich ja mit sehr stark mit Atatürk verbindet.

    Zitat Zitat von Harput Beitrag anzeigen
    Warum sollten die Türken im Jahr 2012 - fast 2013 - dafür auf den Knien herumrutschen? Ich habe keine Armenier getötet und auch die heute lebenden Türken nicht. Anders ausgedrückt: diese Erwartung kannst Du den Tätern gegenüber artikulieren, nicht gegenüber den Menschen von heute.

    Solche Ausdrücke und Formulierungen führen zur Polemisierung auf beiden Seiten, was letztenendes nur in noch mehr Radikalität mündet.

    Du sprichst im Übrigen die "Kollektivschuld" an, was bis heute in Deutschland kontrovers diskutiert wird. Waren alle Deutschen Nazis? Mitläufer? Gegner? Stichwort: Entnazifizierung.

    Für mich persönlich existiert sie nicht. Nur die Täter und nur sie können für ihre Taten bestraft werden. Die Beurteilung der Ereignisse muss natürlich getrennt betrachtet werden.
    Heute in Europa auch nur Unrecht und Verteibungen auch nur aus den 100 letzten Jahren in verschiedensten Ländern, an verschiedensten Völkern und Volksgruppen "wiedergut" machen zu wollen, sehr schwierig. Es sollte jedoch einfach menschlich nicht sein, dass heute jemand angegriffen wird oder gar juristisch belangt wird, wenn es dieses Thema auch von der These der Genozid her anspricht. Oder dass die türkische Politik alle politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Hebel in Bewegung setzt, wenn das Thema selbst "nur" zu ihren Misslieben in brandenburgischen Schulbüchern dargestellt wird. Wobei ich sagen muss, so richtig, pardon, kotzen mich die Hardliner gerade in den armenischen Diasporavereinen an. Denn diese sind sich offensichtlich nicht zu "schade", die selbst eigenen Opfer zu instrumentalisieren. Denn sie wissen sehr genau, dass auch ihre bis heute kompromisslose Linie auch der Politisierung der Geschichte nicht dazu führt, einen Dialog um gemeinsame Aufarbeitung mit der türkischen Gesellschaft zu fördern. Was eigentlich am meisten im Interesse auch der eigenen Opfer und ihrer Hinterbliebenen sein sollte.

  3. #143
    Avatar von Dikefalos

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    Beiträge
    11.496
    Stadträte diskutieren über Völkermord an Armeniern

    VON FELIX KNOTHE,

    HALLE (SAALE)/MZ. Hunderttausende Armenier sind zwischen 1915 und 1917 im Osmanischen Reich einem Völkermord zum Opfer gefallen. Fast 100 Jahre später sind die Ereignisse nun ein Fall für die hallesche Kommunalpolitik. Auf Initiative der armenischen Gemeinde und von OB Dagmar Szabados (SPD) beschäftigt sich gerade der Stadtrat damit: Wenn sich 2015 die armenische Tragödie zum hundertsten Mal jährt, soll ein armenischer Kreuzstein, ein Chatschkar, in Halle errichtet werden. Dagegen scheint auch keiner der Stadträte etwas zu haben - gegen den Begriff Völkermord aber schon. Der Kulturausschuss hat sich gegen die Verwendung des Begriffs ausgesprochen - was nun zu Kritik führt.
    Vor fünf Jahren hatte sich auch der Bundestag mit der armenischen Tragödie befasst - den Begriff Völkermord mit Rücksicht auf die Beziehungen zur Türkei aber ebenfalls vermieden. Die offizielle türkische Geschichtsschreibung bestreitet nämlich, dass es überhaupt einen Völkermord gegeben hat. In der Vorlage der Stadtverwaltung Halle hingegen tauchte der Begriff ursprünglich mehrfach auf - bis der Kulturausschuss intervenierte. Nun wird in Anlehnung an die Bundestagsresolution von "Vertreibungen und Massakern" gesprochen. Die Errichtung des Gedenksteines wurde vom Ausschuss dagegen beschlossen.

    Die Armenische Gemeinde, die in Halle-Ammendorf eine Kirche betreibt, hat irritiert auf die Streichung des Begriffs reagiert. Harutyun Manukyan, der Vorsitzende der Gemeinde, sagte zur MZ: "Der Völkermord ist die historische Wahrheit. Davon etwas abzustreichen ist keine richtige Lösung." Zwar wolle man mit der Stadt weiter in positiven Gesprächen bleiben, doch ist die Haltung der Armenier eindeutig. "Wenn wir die Dinge nicht richtig benennen, dann kann sich so etwas wiederholen", so Manukyan.

    Auch aus der Uni Halle, die traditionell enge Beziehungen zu Armenien hat, kommt Kritik. "Halle sollte Mut zeigen, die Stadt mit gutem Beispiel voran gehen", sagt Armenuhi Drost-Abgarjan, Professorin für Armenologie. Vor dem Hintergrund weltweiter Bemühungen, im Jahr 2015 die Anerkennung des Genozids an den Armeniern allgemein durchzusetzen, sei die hallesche Position ein Rückfall.

    Deutliche Worte findet auch der hallesche Dichter Wilhelm Bartsch: "Die Verleugnung des Völkermords, in den Deutschland tief verwickelt war, kann sich Halle nicht erlauben. Die Stadt muss hier Vorreiter sein. Alles andere wäre ein Bärendienst, den die Politiker Halle erweisen würden. Die Stadt ist in Armenien vielen Menschen ein Begriff.

  4. #144

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    Zitat Zitat von Harput Beitrag anzeigen
    Kleine Frage in die Runde:

    Warum, glaubt ihr, stuft die Türkei diese Ereignisse nicht als Völkermord ein?
    Ich vermute, ursprünglich hat sie das nicht gemacht, weil darauf die Armenier Ansprüche auf Entschädigung oder sogar Rückkehr der Überlebenden gründen könnten. Wie diese Geschichte danach entwickelt hat, ist wahrscheinlich auch eine Frage von Nationalstolz geworden.

    Außerdem hat es jeder Nationalstaat schwer, den Fakt zu akzeptieren, dass seine ethnische Homogenität nicht schon seit langem gibt, sondern unter anderem durch solche Ereignisse entstanden ist.

  5. #145

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    1.5 mil tote ja das ist volkermord
    aber was bringt ihnen die anerkennung so kommen die menschen auch nich wieder

  6. #146
    Avatar von hirndominanz

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    Zitat Zitat von makaveli Beitrag anzeigen
    1.5 mil tote ja das ist volkermord
    aber was bringt ihnen die anerkennung so kommen die menschen auch nich wieder
    Ohne die Anerkennung, unabhängig diverser zivilrechtlicher Folgen, ist der Schmerz und das Leid aber für alle Betroffenen um so viel schlimmer!!
    Das zweite Verbrechen nach dem Ersten,der Völkermordung, ist dessen Verschmähung im Sinne von Ignoranz!!

  7. #147

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    ich weiss nicht
    leute die es verschmaehen sind armseelig
    aber es wird nie wieder zu sowas kommen
    nicht zu den zeiten wo sich jede menschliche regierung mit krieg bedroht

  8. #148
    Avatar von Sonne-2012

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    Täterenkel schreibt Buch

    Der Völkermord an den Armeniern war lange ein Tabu der Geschichte in der Türkei. Mit diesem Tabu ist auch der Journalist Hasan Cemal aufgewachsen.
    Seine persönliche Auseinandersetzung mit dem Genozid, sein Fragen und Verstehen, hat der Journalist in dem Buch "1915. Der Völkermord an den Armeniern" zusammengefasst.


    Kennt Ihr Cemal Pascha

    Ahmet Cemal (ältere Transkription: Ahmed Djemal), bekannt als Cemal Pascha (* 6. Mai 1872 in Mytilini auf Lesbos; † 25. Juli 1922 in Tiflis, Georgien),
    war jungtürkischer Nationalist, General (Pascha) und führendes Regierungsmitglied des Osmanischen Reichs.
    Cemal Pascha

    Einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den Armeniern. Wurde in Berlin wahrscheinlich von einem Armenier getötet.

    Sein Enkel Hasan Cemal wollte wissen ob sein Großvater wirklich für den Völkermord verantwortlich und ob es für ihn ein Völkermord war.

    Das Buch: Hasan Cemal: "1915. Ermeni Soykirimi (Der Völkermord an den Armeniern)"

    Cemal hat sich als Täterenkel wieder und wieder in den vergangenen Jahren im Ausland der armenischen Diaspora gestellt. Ob in Salzburg oder in Los Angeles,
    er hörte sich die erschütternden Zeugnisse der Opfernachkommen geduldig an, etliche von ihnen sind in dem Buch versammelt. Es ist ein ehrliches Buch, besonders wenn
    es um Cemals eigene Familiengeschichte geht. Störend ist nur, dass zu oft in der ersten Person die Rede ist und Cemal viel aus eigenen Artikeln zitiert.
    Dennoch: Für die verbliebenen 20.000 Armenier in der Türkei ist es ein Trost, dass es einflussreiche liberale Türken wie Hasan Cemal gibt. 2015 werden
    die Armenier weltweit der einhundertsten Wiederkehr der "großen Katastrophe" gedenken, wie sie den Völkermord nennen. Ob es die Türkei bis dahin schafft,
    mit ihrer Vergangenheit und mit Armenien Frieden zu schließen? Mutige Menschen wie Hasan Cemal könnten dabei helfen.
    Mutiges Buch - KURSIV International Hasan Cemal "1915 | Andruck | Deutschlandfunk

  9. #149
    Avatar von Sonne-2012

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    20.12.2012
    Beiträge
    4.451
    Am 24 April ist der Jahrestag des Völkermordes an den Armenienr durh die damalige Türkei, die bis heute diesen und die die Völkermorde an den Griechen/Pontiern und Assyrern leugnet.

    Es wurden 1,5 Millionen Armenier durch die damalige Türkei umgebracht.

    Ich werde nach dem 24 April aus mehreren Büchern zitieren wie dies durch die damalige Türkei durchgeführt wurde.

  10. #150
    Abdülhey
    mach das

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