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Völkermord der Ustasa an Serben, KZ-Lager Jasenovac, Kinder

Erstellt von KineZ, 08.08.2004, 16:23 Uhr · 390 Antworten · 30.067 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von PetarB

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    27
    Zitat Zitat von Denis_Zec
    malilveliki schrieb:

    "... nur finde ich es dumm das du wegen dummen provokationen gleich ustasa opfer verhöhnst im sinne von serbische unterdrückung, denkst du kroaten wurden so schlimm unterdrückt dass es ursache und wirkung ist hundertausende serben zu ermorden ... "



    eine andere frage, ähnliches thema: denkst du serben wurden so schlimm unterdrückt, dass es ursache und wirkung hundertausende moslems in bih zu ermorden war ?

    ist ne ernst gemeinte frage und keine provokation.

    Das mit den hunderttausenden Moslems ist eine Provokation! Hast du Beweise für deine Behauptung?

  2. #52

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    315
    Zitat Zitat von PetarB
    Zitat Zitat von Denis_Zec
    malilveliki schrieb:

    "... nur finde ich es dumm das du wegen dummen provokationen gleich ustasa opfer verhöhnst im sinne von serbische unterdrückung, denkst du kroaten wurden so schlimm unterdrückt dass es ursache und wirkung ist hundertausende serben zu ermorden ... "



    eine andere frage, ähnliches thema: denkst du serben wurden so schlimm unterdrückt, dass es ursache und wirkung hundertausende moslems in bih zu ermorden war ?

    ist ne ernst gemeinte frage und keine provokation.

    Das mit den hunderttausenden Moslems ist eine Provokation! Hast du Beweise für deine Behauptung?
    eben, beweise gibt es nicht für diese zahl, im PF ist darüber quasi endlos und ausführlicher diskutiert worden, und der vertreter dieser 200.000 opfer hat dann schlussendlich gesagt "für mich ist das thema beendet"

    dabei waren wir doch mitten im gespräch

    trotzdem konnte keiner beweisen das es so viele waren, nicht mal die organisationen können das beweisen, die schreiben das nur, ohne irgendwelche untersuchungen geführt zu haben etc.

    aber das kann man alles im politikforum-bf nachlesen

  3. #53

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    578
    Es war einmal ein armer Knabe aus Kumrovec... Der Befreiungskampf Titos.


    Nachdem Jugoslawien militärisch niedergerungen worden war schlug die große Stunde des kroatischen Ustasa-Führers Dr. Ante Pavelics. Hitler wollte den "Unsicherheitsfaktor Jugoslawien" ein für allemal "ausmerzen", dabei aber die eigenen militärischen Kräfte schonen.

    Diese Zielsetzung deutete bereits auf die später erfolgte "Neuordnung des jugoslawischen Raumes" hin: Einerseits wurden Gebiete direkt dem deutschen Militärbefehlshaber unterstellt (Wojwodina-Ost ab der Theiß, Serbien, Kosovo, Montenegro) bzw. dem 3. Reich einverleibt (Teile Südsteiermark mit Maribor/Marburg, Krain ohne Ljubljana/Laibach), andererseits wurden Gebiete den verbündeten Nachbarstaaten zur Annexion freigegeben (Italien: Gebiet von Ljubljana bis Rijeka/Fiume, Teile Dalmatiens. Ungarn: Übermurgebiet, östlich von Maribor und Wojwodina-West. Bulgarien: Mazedonien und serbische Gebiete). Für Kroatien - neben Serbien rein strukturell betrachtet die "zweite Hauptstütze" einer "Konzeption Jugoslawien" - hatte man jedoch einen speziellen Plan parat.

    Noch vor dem militärischen Einmarsch dachte man zunächst daran, Kroatien an Ungarn anzuschließen, ihm jedoch in diesem Rahmen "Autonomie" zu garantieren. Als die ungarische Seite dies jedoch mit dem Hinweis auf die "Unzuverlässigkeit dieses Volkes" ablehnte, blieb nur noch eine Möglichkeit über: Einer im Prinzip noch unbestimmten kroatischen Gruppierung, deren Programm mit jenem des 3. Reiches in Einklang zu bringen war, mußte die Errichtung eines "Marionettenstaates" schmackhaft gemacht werden.

    Bald erkannte man, daß sich hierfür keine Gruppierung besser eignete als Dr. Pavelics "Ustasa-Bewegung", deren Anhängerzahl jedoch gering war. Dieser Umstand wäre jedoch zu vernachlässigen, was in der Folge auch geschah. Die Strukturähnlichkeit zur "Sowjetisierung Osteuropas" ist augenfällig! Pavelics griff gierig nach der in Aussicht gestellten Macht. Sein Traum eines "kroatischen Nationalstaates" wurde in Form des "unabhängigen Staates Kroatien" Wirklichkeit.

    Und doch wurde mit der Errichtung dieses seltsamen politischen Gebildes einmal mehr die Geschichte des kroatischen Selbstbetrugs verlängert: Dies zeigt sich vor allem daran, daß sich das mächtige Italien überhaupt nicht um diesen "kroatischen Nationalstolz" kümmerte und sich - mit deutschem Segen - weite Teile des "kroatischen Prestigeobjekts Dalmatien" einverleibte. Auch andere kroatische Territorialansprüche wurden nicht erfüllt. "Ustasa-Kroatien" war also gut genug, das deutsch-italienische Engagement in Jugoslawien zu entlasten, ernst genommen wurde es jedoch nie! Vor diesem Hintergrund ist auch der Umstand zu verstehen, daß der Ustasa-Staat in seiner Geschichte nie frei von fremden Truppen war: Vielmehr wurde dieser in eine deutsche und eine italienische Zone aufgeteilt. Kroatien war erneut zum Büttel größerer Mächte geworden!

    Der Ustasa-Staat

    aus: Malcolm 1996: 204

    Italien, vor allem aber Deutschland, waren sich dessen wohl bewußt, daß es in der "Herabwürdigung Kroatiens" Grenzen gab, deren Überschreitung Pavelics intern aus dem Sattel heben und das Projekt "unabhängiger Staat Kroatien" zum Scheitern bringen würde.

    So entsprach man gerne dem alten Wunsch von der Eingliederung Bosnien/Herzegowinas und spielte mit mancherlei Illusionen: Am 15. Juni 1941 durfte Ustasa-Kroatien, welches selbst keine Macht darstellte, zum "Dreimächtepakt" beitreten und im Dezember desselben Jahres sogar den USA den Krieg erklären. Daneben gab es noch weitere Akte, welche Selbständigkeit vorspiegeln sollten. Aber nicht nur im Bereich der Außenpolitik war dem Ustasa-Staat nur der Rang eines Kellners zugewiesen worden, sondern auch im Inneren.

    Wo lag also angesichts dessen nun eigentlich die entlastende Wirkung des Ustasa-Staates hinsichtlich des italienisch-deutschen Engagements?

    Wie bereits aus den bisherigen Ausführungen klar hervorgeht, stellte und stellt Kroatien neben Serbien - rein strukturell - "die" Hauptstütze einer "jugoslawischen Konzeption" dar -ohne Serbien und Kroatien kann es kein Jugoslawien geben!

    Diese Struktur war trotz des stets gespannten Verhältnisses zwischen beiden Völkern für die Besatzer noch immer prekär: Sollte es angesichts der Fremdherrschaft zu einer Kooperation beider Völker nach dem Muster "Dein Feind ist auch mein Feind, deshalb bist Du mein Freund" (In Jugoslawien nicht unüblich!) kommen, dann wäre die Lage für die Besatzungsmächte zweifellos schwierig. Gerade deshalb galt es, eine auf Besatzungs-Ökonomie abzielende Politik nach dem Muster "divide et impera" zu verfolgen. Das heißt: Es galt die bereits bestehende Kluft zwischen beiden Völkern zu vertiefen. Derart gestaltete sich das Kalkül der Besatzer.

    Die Ustase erledigten ihre in diesem Konzept zugewiesene Arbeit äußerst vorbildlich und erfolgreich. Eine antiserbische Propagandamaschinerie wurde in Gang gesetzt. Aber nicht nur das: Es wurden auch Konzentrationslager errichtet, von denen besonders jenes namens "Jasenovac" in die europäische Geschichte einging. Dort wurden tausende Serben ermordet.

    Obwohl die Ustase also bestens funktionierten, wenn es darum ging, die historische Kluft zwischen Serben und Kroaten noch weiter aufzureißen, so besaß ihre Politik auch Nebenwirkungen, welche nicht im Sinne der Besatzer waren: Nicht nur Serben standen dem "Ustasa-Regime" zunehmend feindlich gegenüber, sondern bald auch weite Teile des kroatischen Volkes selbst: Überheblichkeit, Willkür, Raffsucht und Korruption standen auf der Tagesordnung. "Ustasa" wurde damit immer mehr zum Symbol für isolierte, jedoch aber von Hitler stets unterstützte Radikale und weniger für "Kroatien".

    Damit ging das Ursprungskonzept der Besatzer nicht, oder nur sehr bedingt auf. Trotzdem zog dieses schier irreparable Spätfolgen nach sich, welche nicht nur im "titoistischen Jugoslawien", sondern auch in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts stets einen wichtigen politischen Faktor darstellten.

    Abgesehen vom Umstand, daß die "Ustasa-Bewegung" auch nach 1945 im Ausland weiterexistierte - "Führer Pavelics" entschlief "friedlich" im Jahre 1959 im faschistischen Spanien - und Anschläge gegen Jugoslawien durchführte (z.B. Ermordung des jugoslawischen Botschafters Vladimir Rolovic am 7. April 1971 in Stockholm), so stellte die Bezeichnung "Ustasa" besonders im Zuge des staatlichen Zerfalls Jugoslawiens in den 90er Jahren ein willkommenes, serbisches Propagandainstrument gegenüber der kroatischen Politik dar.

    Die Serben fühlten sich bereits nach dem 2. Weltkrieg den Kroaten gegenüber also "moralisch überlegen", nachdem sie vor und nach dem 1. Weltkrieg in der Tat politisch überlegen gewesen waren.

    Und es wird erzählt, daß unter jenen serbischen Bewohnern der "Krajina" in Kroatien, welche unter dem Ustasa-Regime arg gelitten hatten, die Befürchtung, daß die ringsum lebenden Kroaten irgendwann kommen und zum "letzten Schlag" gegen ihr Volk ausholen würden, niemals auszuräumen war. Das Trauma der Vergangenheit wurde auf den Parkbänken, in den Kaffehäusern und in den Wohnzimmern stets konserviert. Nur dem Touristen erschien die Lage in der Krajina als "in Ordnung".

    Das Ursprungskonzept der Besatzer ging aber - wie bereits gesagt - nicht auf. Anstatt Kroaten und Serben effizient zu entzweien, entzweiten sie vielmehr die Kroaten in "Ustasa" bzw. "Ustasa-Sympathisant" und "Nicht-Ustasa" bzw. "Nicht-Ustasa-Sympathisant", wodurch sich ein Widerstandspotential ergab, welches freilich aufgrund der problematischen historischen Erfahrungen von sich aus noch nicht auf eine Kooperation mit Serbien hindeutete.

    Aber eines stand fest: Traditionsreiche kroatische Institutionen, angefangen bei der katholischen Kirche, kollaborierten eifrig mit dem Ustasa-Regime und besudelten damit ihr Image in der Bevölkerung. In dieser Situation schlug die große Stunde des Josip Broz alias "Tito".

    Es war einmal ein armer Knabe aus Kumrovec in Kroatien namens Josip Broz. Dieser wurde 1892 geboren und hatte sechs Geschwister. Nach der Grundschule erlernte er das Schlosserhandwerk, arbeitete als Schankbursche, als Gastarbeiter in Deutschland und Österreich, absolvierte die k.k. Unteroffiziersausbildung, geriet kurz nach dem Ausbruch des 1. Weltkrieges in russische Kriegsgefangenschaft und kehrte im Jahr 1920 in die Heimat zurück, wo er umgehend der kommunistischen Partei beitrat, welche bald verboten wurde.

    Broz ging daraufhin in den Untergrund und wurde 1928 im sogenannten "Bombenwerferprozeß" zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

    Der Häftling Tito

    aus: Auty 1970: 46

    Erst dort vertiefte er seine marxistischen Kenntnisse, was darauf hinweist, daß er in erster Linie Praktiker war. Nach seiner Entlassung legte er sich den geheimnisumwitterten Decknamen "Tito" zu.

    Die kommunistische Partei hatte in den 20er Jahren einen großen Niedergang erlebt, welchen erst Tito in seiner Funktion als "moskaugeschulter Organisationssekretär" aufhalten und ins Gegenteil verkehren konnte.

    In diesem Zusammenhang war vor allem der Ausbau des "internationalen Charakters" der Partei entscheidend: Im Jahr 1937 wurden die slowenische und die kroatische KP als Gliederparteien gegründet, was strukturell eindeutig in die Richtung eines "Jugoslawismus" kroatischer Tradition wies.

    Ende der 30er Jahre wurde Tito zum neuen Generalsekretär bestimmt und auf der fünften Landeskonferenz in diesem Amt bestätigt. Dort wurde auch die nunmehrige politische Linie festgelegt: Umgestaltung Jugoslawiens nach "föderalistischem Muster" und die Bereitschaft, das Land zu verteidigen, sollte es von außen angegriffen werden.

    Nachdem dieser Fall im April 1941 eingetreten war, bildete die Partei ein "Militärkomitee" mit Tito an der Spitze, welches sich um die Vorbereitung eines Aufstandes kümmern sollte. Nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion rief das Politbüro die südslawischen Völker zum bewaffneten Widerstand auf. Der "Hauptstab der Volksbefreiungs- und Partisaneneinheiten" wurde gegründet. Am 4. Juli 1941 wurde der Beginn des Aufstandes beschlossen.

    Titos Partisanenarmee stellte aber zunächst nur eine und keinesfalls "die" bewaffnete Widerstandsgruppierung im besetzten Land dar.


    Der Partisanenführer Tito

    aus: Auty 1970: 110

    In diesem spiegelten sich auch während des Krieges jene nationalen bzw. konzeptionellen Antagonismen wider, welche den ersten jugoslawischen Staat zu Fall gebracht hatten.

    Das noch nicht völlig klargelegte, dennoch aber in Richtung "Föderalismus" tendierende Konzept Titos stand jenem von Draza Mihailovic - Serbe und ehemaliger Oberst der jugoslawischen Armee - gegenüber,

    Cetnik-Anführer Draza Mihailovic: Ein erbitterter Feind Titos

    aus: Auty 1970: 111

    welcher sich nach dem Zusammenbruch mit dem Rest seiner Truppe nach Ravna Gora im mittelserbischen Bergland zurückgezogen hatte und sich alsbald anschickte, einen "Guerillakrieg" gegen die Besatzer zu führen: "Cetovati", auf deutsch "Guerilla machen" besaß in Serbien bereits eine lange Tradition. Daher der Name "Cetniks".

    Abseits dieser existierten jedoch noch mehrere serbische Widerstandsgruppierungen desselben Namens, welche jedoch zu Mihailovic keine festen Beziehungen unterhielten. Festzuhalten ist, daß dieser ehemalige Oberst sich dem serbischen Königtum verpflichtet fühlte, was in seiner Beförderung zum General und zum Kriegsminister durch die Exilregierung offenen Ausdruck fand. Die restlichen Cetnik-Gruppen fühlten sich größtenteils der "serbischen Sache" verpflichtet.

    Obwohl Tito - wie bereits gesagt - sein Zukunftskonzept für Jugoslawien noch nicht vollends klargelegt hatte, stand von vorne herein fest, daß diese Cetniks seine Hauptfeinde darstellten. Er war Kommunist, sie waren entweder "Großserben" oder "Monarchisten".

    Besonders die Truppe Mihailovics war auf dem Terrain der internationalen Politik mächtiger als die seine, stand sie doch in direktem Kontakt zur Exilregierung, welche ihrerseits gute Kontakte zu den Alliierten pflegte.

    Das Blatt wendete sich jedoch im Frühsommer 1943, als Titos Partisanen von der deutschen Wehrmacht auf dem Berg Durmitor im Norden Montenegros fast eingeschlossen wurden. Nur unter äußersten Anstrengungen konnte der bedrohliche Würgering durchbrochen werden. In der Folge zog Tito nach Jaice in Westmittelbosnien.

    Obwohl diese "Durmitor-Aktion", wie auch alle anderen, eine "Rückzugs-Aktion" darstellte, so bescherte sie Tito dennoch einen Prestigegewinn gegenüber Großbritannien. Mit dieser Aktion hat er sich einen Namen gemacht! Der "Mythos Tito" gewann erste Kraft.

    Diesbezüglich fungierte der englische Offizier William Deakin als Verbindungsmann: Er war bei dieser Aktion dabeigewesen und hatte die Fähigkeiten der Tito-Partisanen gegenüber seinem Heimatland über das Maß hinaus gelobt. Auch in den Berichten anderer englischer Offiziere wurde ein positives Bild von Titos Partisanenarmee gezeichnet. Dies fiel um so leichter, als längst bekannt war, daß die Cetniks mit einem Feind Großbritanniens und der Alliierten, nämlich Italien, kollaborierten.

    Die Gründe hierfür sahen wie folgt aus: Die italienische Seite wollte ein Bollwerk gegen den Kommunisten Tito errichtet wissen und dem serbischen Volk die Möglichkeit geben, sich gegen das "offiziell" befreundete Ustasa-Regime zu wehren. Diese Koalition mit Italien brachte vor allem Mihailovic zunehmend in Mißkredit. Dieser Zustand wurde noch verschlimmert, als dessen Kommandeure nach dem Ausfall Italiens im Jahre 1943 mit dem Hauptfeind Deutschland zu kollaborieren begannen.

    Spätestens seit diesem Zeitpunkt befand sich Tito in einer überaus günstigen politischen Lage: Jene Kroaten, denen das Ustasa-Regime verhaßt war, hatten in seiner Bewegung längst einen praktikablen "Rahmen des Widerstandes" erblickt. Serben hatten gleich zwei Gründe, sich Tito anzuschließen: Einerseits konnten sie dadurch das ihr Volk bedrohende Ustasa-Regime bekämpfen, andererseits mußten sich viele der Cetniks nach der offenen Kollaboration mit dem Hauptfeind Deutschland verraten fühlen. Bosnische Muslime fühlten vor allem deshalb zu Tito hingezogen, da dieser seine Männer angewiesen hatte, muslimische Dörfer zu schonen. Damit unterschied er sich klar und deutlich von den Cetniks, welche generell die gegenteilige Taktik verfolgten: Unter den Cetniks galt es keineswegs als schimpflich, diese zu brandschatzen!

    Überhaupt zeichnete sich Titos Bewegung stets durch größte Disziplin und (fast britische) Fairness aus: Plünderungen und Diebstahl wurden schwer, in der Regel mit dem Tod bestraft. Das Streben nach der Begleichung alter (nationaler) Rechnungen wurde damit jenem nach einem "Neuen Jugoslawien" völlig untergeordnet. Gefangene aus den Reihen der Besatzer wurden als Kriegsgefangene behandelt, nur gefangene Cetniks oder Ustase wurden nach kurzem Standgericht erschossen. Damit packte Tito das politische Übel einerseits an der Wurzel, andererseits deutete er mit der Anerkennung der Besatzer als "reguläre militärische Kräfte" gegenüber den Alliierten an, daß seine Bewegung danach strebe, die zukünftige, reguläre Armee eines "Neuen Jugoslawien" darzustellen.

    Und zweifellos: Den Briten fielen nicht nur die militärische Tapferkeit und die Schläue Titos positiv auf, sondern auch seine unerbittliche "Fairness". "Ordnung", vor allem aber "Recht" waren für ihn Begriffe, welche aus der "kommunistischen Ideologie" abgeleitet wurden und damit ihren Ausgang in einer "Abstraktion" und nicht in einem "nationalistischen Clan-Bewußtsein" nahmen.

    Tito wurde in London als "britisch-balkanischer Gentleman" interpretiert, welcher sich (vor allem später) öffentlich ebenso darzustellen wußte. Tito: Ein "feiner Herr"!

    So füllten sich die Reihen von Titos Partisanenarmee und der "Mythos Tito" gewann immer mehr Kraft: Ende Mai 1944 hatte die mächtige deutsche Kriegsmaschine versucht, ihn samt seinem Stab im westbosnischen Dvar - wo er sein Hauptquartier eingerichtet hatte - mittels der Operation "Rösselsprung" gefangenzunehmen. Doch Tito gelang die Flucht und die Aktion des mächtigen Feindes verkam damit zum "Schlag ins Wasser" - ärgerlich für die "große deutsche Wehrmacht"!

    Tito gelang es zunehmend, die "Legitimität" seiner Macht zu stärken. Nicht nur Kroaten, Serben und Muslime schlossen sich ihm gruppenweise an, sondern auch mit Widerstandskämpfern aus den Vorkriegsparteien kooperierte er im Rahmen des "Kriegsparlamentes". Besonders entscheidend hinsichtlich der Legitimität war aber, daß er sich auf alliiertes Drängen hin mit der Exilregierung verständigte, welche ihn am Ende (freilich unter alliiertem Druck!) anerkannte.

    Im Herbst 1944 wurden mit Hilfe der "Roten Armee" große Teile Serbiens befreit und die Hauptstadt Beograd entsetzt. Am 6. April 1945 wurde Sarajevo erobert, wenige Wochen später das Territorium von Bosnien/Herzegowina. Vom Zwischenspiel in Serbien abgesehen, befreite Titos Armee Jugoslawien schließlich aus eigener Kraft, wenngleich diese von alliierter Seite materiell stets großzügig gestützt worden war.

    Dennoch: Einerseits die Persönlichkeit bzw. der "Mythos Tito", andererseits der "Befreiungskampf" sollen für Jugoslawien zukünftig das bedeuten, was der deutsch-französische Krieg von 1870/71 für Deutschland dargestellt hat. Mit einem gewichtigen Unterschied allerdings: In Deutschland bestand abseits von Bismarck bereits eine "Kulturnation", in Jugoslawien nicht. Dieser Umstand trug den späteren Zerfall bereits in sich.

  4. #54

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    welcher sich nach dem Zusammenbruch mit dem Rest seiner Truppe nach Ravna Gora im mittelserbischen Bergland zurückgezogen hatte und sich alsbald anschickte, einen "Guerillakrieg" gegen die Besatzer zu führen: "Cetovati", auf deutsch "Guerilla machen" besaß in Serbien bereits eine lange Tradition. Daher der Name "Cetniks".
    Ja das stimmt Memmedo, den Namen Cetnici hat das serbische Volk am 13 Mai 1941 wo Onkel Draza Mihajlovic (siehe mein Avatar) den dritten Serbischen Aufstand ausgerufen hat.
    Das Volk gab der Königsgarde den Namen,nach der alten Kampftradition der Serben.

  5. #55
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Dobojlija
    Ustase sind sogar schlimmer als die Deutschen gewesen wie diese Bilder zeigen .Wie kann ein Mensch überhaupt zu sowas fähig sein
    Das was die Deutschen schon unter den Nazis trieben, war eine riessige SChweinerei und Dummheit.

    Ohne Zweifel waren die Ustascha Horden noch wesentlich schlimmer und grausamer.

    Und diese Grausamkeiten funktionierten nur mit Förderung durch den Vatikan und der Katholischen Kirche!

    Schande über die Katholische Kirche und alle Faschistischen Gruppierungen der Welt.

    Es waren die ersten Terroristen in der Geschichte. Die Nazis und die Ustascha. :idea:

  6. #56

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    Schade das immer der Glaube ausgenuzt wird,und sich immer irgendwelche Fanaticer hinter der Kirche oder egal was für ein Glaube verstecken.

  7. #57

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    Was für eine Serbische Diktatur? Du meinst die Kroatisch/Slovenische Diktatur über Jugoslavien!

    Ja, die Ustase(Nicht alle Kroaten sind dies, gibt aber genug) sind das schlimmste , nach den Türken, was dem Balkan passiert ist.
    Leider wahren in beiden fällen der leidtragende das Serbische Volk, da koennt ihr sagen was ihr wollt, genau so wie ihr wisst das im 1.WK die hälfte aller Serbischen Mäner getötet worden ist.

  8. #58
    Avatar von Denis_Zec

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    Zitat Zitat von Serbian_Prophet
    Was für eine Serbische Diktatur? Du meinst die Kroatisch/Slovenische Diktatur über Jugoslavien!

    Ja, die Ustase(Nicht alle Kroaten sind dies, gibt aber genug) sind das schlimmste , nach den Türken, was dem Balkan passiert ist.
    Leider wahren in beiden fällen der leidtragende das Serbische Volk, da koennt ihr sagen was ihr wollt, genau so wie ihr wisst das im 1.WK die hälfte aller Serbischen Mäner getötet worden ist.

    HAHAHAHA ... mann, unqualifizierter gings wohl net ?

  9. #59

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    Genau drum warn in der ganzen Bukovica überall Serben Bürgermeister!

    Wegen der katolischen Kirche:
    Was die serbisch Ortodoxe in den letzten Krieg getan hat ist natürlich irrelevant.

    Das die Ustasa schilmmer waren als die Nationalsozialisten kann man nicht sagen. Meiner Meinung nach waren beide Gruppen schlimm.
    Aber ich bin mir sicher alle Seiten waren schlimm.
    Außerdem kannst du die Ustasa nicht mit den Nazis vergleichen weil das bei uns ein Bürgerkrieg war bei den Deutschen nicht!
    Bürgerkriege sind immer grausamer!

    Das die Serben die leidtragenden waren ist klar aber auch Kroaten und Bosniaken waren die leidtragenden der Türken Kriege besonders die Kroaten, ganze Gegenden waren von Krieg entvölkert. In Kroatien verlief die Frontlinie darum gibts auch nur 5 mille von uns. Damals kamen auch die Vlasi (ortodoxe Grenzer).

  10. #60
    Avatar von Denis_Zec

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    Zitat Zitat von Stipe
    Genau drum warn in der ganzen Bukovica überall Serben Bürgermeister!

    Wegen der katolischen Kirche:
    Was die serbisch Ortodoxe in den letzten Krieg getan hat ist natürlich irrelevant.

    Das die Ustasa schilmmer waren als die Nationalsozialisten kann man nicht sagen. Meiner Meinung nach waren beide Gruppen schlimm.
    Aber ich bin mir sicher alle Seiten waren schlimm.
    Außerdem kannst du die Ustasa nicht mit den Nazis vergleichen weil das bei uns ein Bürgerkrieg war bei den Deutschen nicht!
    Bürgerkriege sind immer grausamer!

    Das die Serben die leidtragenden waren ist klar aber auch Kroaten und Bosniaken waren die leidtragenden der Türken Kriege besonders die Kroaten, ganze Gegenden waren von Krieg entvölkert. In Kroatien verlief die Frontlinie darum gibts auch nur 5 mille von uns. Damals kamen auch die Vlasi (ortodoxe Grenzer).

    Was für Türken Kriege ??? Sach ma, ein paar Jahrhunderte hin oder her, machen in deinem Sinne nichts, oder ? Wo gibts 5 Mio Kroaten ? Also in Kroatien wohl kaum, euch gabs zusammen mit den 600.000 Serben der Krajina 4,5 Mio. Schön auf dem Teppich bleiben.

    Du läßt dich viel zu leicht aus dem Tritt bringen. Wo das Wissen aufhört, fängt die Twilight Zone an ... ja ja ...

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