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Umfrageergebnis anzeigen: War das Bleiburg Massaker gerechtfertigt?

Teilnehmer
64. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja, Bleiburg war gerechtfertigt.

    8 12,50%
  • Nein, es war nicht gerechtfertigt.

    56 87,50%
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Ergebnis 201 bis 210 von 448

War das Bleiburg Massaker gerechtfertigt?

Erstellt von Černozemski, 26.10.2011, 16:14 Uhr · 447 Antworten · 26.204 Aufrufe

  1. #201
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Ich rede von 1943, du von den allerletzten Kriegstagen 1945.
    Die Männer, von denen ich rede, liefen aus Überzeugung zu den Partisanen über, nicht aus Opportunismus.
    Und zumindest einer der Opas kommt eher als potentieller Bleiburg-Täter infrage, da er lt. seinem Enkel so manchen deutschen Kriegsgefangenen auf der Stelle exekutierte. Deswegen sagt sein eigener Enkel, sein Opa sei ein größerer Verbrecher als mein Opa, der NSDAP-Mitglied war und im 2. Weltkrieg an der Ostfront gekämpft hat. Ich sage aber, dass sein Opa für eine gerechte Sache gekämpft hat und meiner eben nicht.
    Deine Meinung. Für mich gehört nicht viel dazu, Unbewaffnete zu ermorden.

  2. #202
    Avatar von Parker

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    5.796
    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Ja. Wobei ich mit der Formulierung "Faschist" an dieser Stelle meine Probleme hab. Es ging ja nicht darum, dass sie allein für ihre Ideologie bestraft wurden, sondern dafür, dass sie im Namen rechter Ideologien Gewalt verübt hatten, egal ob im Rahmen von Kriegsverbrechen oder im Zuge "normaler" Kampfhandlungen gegen die Partisanen und die Alliierten.
    Damit habe ich so meine Probleme. Die meisten von ihnen verübten keine Gewalt im Namen rechter Ideologien sondern auf Befehl. Andere (es waren auch Kinder dabei) hatten gleich überhaupt nichts mit der NDH zu tun, ausser der Tatsache, dass sie dort lebten. Nicht einen Moment würde ich die Ideologen des NDH-Regimes in Schutz nehmen, und ich weiss, dass unter den Bleiburg-Opfern auch solche dabei waren. Sie wurden Opfer stellvertretend für die Verbrechen des Ustascha-Regimes, für die faschistische Ideologie, welche dahinter stand, sowie für ihre mangelnde Bereitschaft, dem roten Partisanenführer den Hintern zu lecken, was als Bekenntnis zum Faschistentum ausgelegt wurde.

  3. #203
    Ferdydurke
    ... und dann stellt sich doch die Frage, warum manche, egal was sie erlebt hatten, nicht das unbedingte Bedürfnis hatten, Handgranaten in Kolonnen von Kriegsgefangenen reinzuschmeißen aus lauter Antifaschismus, und andere doch.

  4. #204
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    ... und dann stellt sich doch die Frage, warum manche, egal was sie erlebt hatten, nicht das unbedingte Bedürfnis hatten, Handgranaten in Kolonnen von Kriegsgefangenen reinzuschmeißen aus lauter Antifaschismus, und andere doch.
    Tja, manche haben sich halt besser unter Kontrolle als andere. Ich würde auch keinem Wehrlosen ein Haar krümmen wollen, auch keinem widerlichen faschistischen Verbrecher, der bedenkenlos Wehrlose gequält und ermordet hat.

  5. #205

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    2.536
    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Es gab doch garnicht "die" Partisanen.
    Was genau möchtest du damit sagen?

    @Topic
    Auch wenn sie Faschisten sind bedeutet das noch lange nicht das sie sich irgendwelcher Vebrechen schuldig gemacht haben und schon gar nicht das sie einfach erschossen werden können.

  6. #206
    Avatar von Schiptar

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    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Deine Meinung. Für mich gehört nicht viel dazu, Unbewaffnete zu ermorden.
    Ich find's auch nicht richtig. Deswegen gehöre ich auch nicht zu den vier Leuten, die für die Rechtmäßigkeit des Massakers gestimmt haben.

    Trotzdem geht mir dieser Bleiburg-Gedenk-Zirkus gewaltig auf den Zeiger. Das Problem zwischen 1941 und 1945 war der Faschismus, nicht der Antifaschismus, und wer Bleiburg mit Jasenovac gleichsetzt, was de facto offizielle kroatische Gedenkpolitik ist, der verwischt die Grenze zwischen Tätern und Opfern, zwischen Ursache und Wirkung.

  7. #207
    Avatar von Parker

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    5.796
    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Ich find's auch nicht richtig. Deswegen gehöre ich auch nicht zu den vier Leuten, die für die Rechtmäßigkeit des Massakers gestimmt haben.

    Trotzdem geht mir dieser Bleiburg-Gedenk-Zirkus gewaltig auf den Zeiger. Das Problem zwischen 1941 und 1945 war der Faschismus, nicht der Antifaschismus, und wer Bleiburg mit Jasenovac gleichsetzt, was de facto offizielle kroatische Gedenkpolitik ist, der verwischt die Grenze zwischen Tätern und Opfern, zwischen Ursache und Wirkung.
    Mir geht der auch gehörig auf'n Sack, und ich gebe dir auch Recht, dass damals der Faschismus in erster Linie das Problem war. Selbst ohne das hier zu erwähnen, wissen wir beide, dass wir uns da einig sind. Aber ich schätze, dass du hier missverstanden wirst, weil du das Massaker selbst und dessen Missbrauch zum Zwecke des Geschichtsrevisionismus und zur Rechtfertigung hier nicht sehr deutlich abgrenzt.

  8. #208
    Avatar von Schiptar

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    14.116
    Zitat Zitat von Ken Parker Beitrag anzeigen
    Damit habe ich so meine Probleme. Die meisten von ihnen verübten keine Gewalt im Namen rechter Ideologien sondern auf Befehl.
    Kann ich nicht gelten lassen. In Deutschland gab's bzw. gibt's ebenfalls den Mythos "Befehlsnotstand". In Wahrheit musste in der Regel niemand sich an Verbrechen gegen Zivilisten beteiligen, der dazu nicht bereit war. Natürlich konnte man dann keine Karriere machen und wurde von seinen Kameraden möglicherweise als Weichei oder Kameradenschwein betrachtet, aber wer aus solchen Gründen mordet ist auch nicht viel besser als der, der aus Überzeugung oder Sadismus tötet.

    Zitat Zitat von Ken Parker Beitrag anzeigen
    Andere (es waren auch Kinder dabei) hatten gleich überhaupt nichts mit der NDH zu tun, ausser der Tatsache, dass sie dort lebten. Nicht einen Moment würde ich die Ideologen des NDH-Regimes in Schutz nehmen, und ich weiss, dass unter den Bleiburg-Opfern auch solche dabei waren. Sie wurden Opfer stellvertretend für die Verbrechen des Ustascha-Regimes, für die faschistische Ideologie, welche dahinter stand,
    Richtig.

    Zitat Zitat von Ken Parker Beitrag anzeigen
    sowie für ihre mangelnde Bereitschaft, dem roten Partisanenführer den Hintern zu lecken, was als Bekenntnis zum Faschistentum ausgelegt wurde.
    Dazu muss ich sagen, dass ich die Partisanen nicht idealisiere, zumindest nicht als Individuen, auch wenn ich finde, dass sie für eine gerechte Sache standen. Aber auch im Namen gerechter Anliegen werden Verbrechen begangen und nicht jeder, der für eine gute Sache kämpft, ist automatisch "ein guter Mensch".

  9. #209
    Avatar von Parker

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    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Kann ich nicht gelten lassen. In Deutschland gab's bzw. gibt's ebenfalls den Mythos "Befehlsnotstand". In Wahrheit musste in der Regel niemand sich an Verbrechen gegen Zivilisten beteiligen, der dazu nicht bereit war. Natürlich konnte man dann keine Karriere machen und wurde von seinen Kameraden möglicherweise als Weichei oder Kameradenschwein betrachtet, aber wer aus solchen Gründen mordet ist auch nicht viel besser als der, der aus Überzeugung oder Sadismus tötet.
    Moment! Deine Aussage war folgende:

    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Ja. Wobei ich mit der Formulierung "Faschist" an dieser Stelle meine Probleme hab. Es ging ja nicht darum, dass sie allein für ihre Ideologie bestraft wurden, sondern dafür, dass sie im Namen rechter Ideologien Gewalt verübt hatten, egal ob im Rahmen von Kriegsverbrechen oder im Zuge "normaler" Kampfhandlungen gegen die Partisanen und die Alliierten.
    Das niemand zur Verübung von Verbrechen gezwungen wurde, stimmt zwar auch nicht (es waren nicht nur überzeugte Faschisten, die am Abzug gezogen haben), aber darum geht es nicht. Ich bezog mich auf das Fettgeschriebene. Und auch von den Zivilisten muss man ausgehen (im Sinne von "in dubio pro reo", wobei reo bei Zivilisten nicht ganz korrekt ist), dass sie keine Ahnung hatten, welcher Schreckensherrschaft sie die Treue gehalten hatten.


    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Dazu muss ich sagen, dass ich die Partisanen nicht idealisiere, zumindest nicht als Individuen, auch wenn ich finde, dass sie für eine gerechte Sache standen. Aber auch im Namen gerechter Anliegen werden Verbrechen begangen und nicht jeder, der für eine gute Sache kämpft, ist automatisch "ein guter Mensch".
    Dem muss ich nichts hinzufügen. Meine Meinung! Ändert nichts daran, dass nicht die Amis das Motto "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" erfunden haben.

  10. #210

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    Zitat Zitat von Schiptar Beitrag anzeigen
    Ich find's auch nicht richtig. Deswegen gehöre ich auch nicht zu den vier Leuten, die für die Rechtmäßigkeit des Massakers gestimmt haben.

    Trotzdem geht mir dieser Bleiburg-Gedenk-Zirkus gewaltig auf den Zeiger. Das Problem zwischen 1941 und 1945 war der Faschismus, nicht der Antifaschismus, und wer Bleiburg mit Jasenovac gleichsetzt, was de facto offizielle kroatische Gedenkpolitik ist, der verwischt die Grenze zwischen Tätern und Opfern, zwischen Ursache und Wirkung.

    Im ersten Teil deines Posts verweist du zwar darauf, dass du das Massaker nicht als gerechtfertigt empfindet, im zweiten widerspricht du dir jedoch..

    Bringt ein Schwarzer in Amerika einen weißen um durch die Jahre gedemütigt von jenem, bzw. unterdrückt oder sonstwas, haben deiner Logik nach zu Folge alle anderen Weißen nun also das Recht dies zu rächen und ALLE anderen unschuldigen Schwarzen umzulegen, aufgrund jener Tat, die aber nicht mit Rassismus in Verbindung stand?!

    Meinst du nicht, dass das etwas perverses und rassistisches Denken ist?! Wie ich schon in meinem Vorpost schrieb halte ich diese Denkweise für Gottes- und Menschenverachtend. Gewalt darf nicht mit Gewalt beglichen werden. Man kann angemessene Strafen finden, jedoch keineswegs die Gottesfunktion übernehmen und sich mit ihm gleichstellen.. Leider sieht man allen vorran in den vergangenen Jahren, dass sich die Menschheit immer öfter das Recht nimmt, sich mit unserem Gott, der uns schuf gleichzustellen. Ich empfinde das als falschen Weg.. Ich denke ich muss nicht erwähnen, dass unter den Opfern in Bleiburg auch Kinder und Frauen dabei waren, oder denkst du auch, dass Kinder im Alter von 5 sterben mussten aufgrund ihrer faschistischen Zugehörigkeit, zu der sie nicht mal die Gelegenheit hatten Nein zu sagen?

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