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Warschaupakt plante nuklearen Überfall auf Westeuropa

Erstellt von Styria, 18.10.2010, 19:44 Uhr · 8 Antworten · 1.282 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Styria

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    Warschaupakt plante nuklearen Überfall auf Westeuropa


  2. #2
    Beogradjanin
    Diese Pläne existierten auch bei der NATO, demnach nicht außergewöhnlich...

    Seien wir froh dass es die nukleare Abschreckung gibt, ansonsten wären wir überrannt worden von den Sowjets.

  3. #3
    Avatar von Lilith

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    Zitat Zitat von Impressionen Beitrag anzeigen
    Diese Pläne existierten auch bei der NATO, demnach nicht außergewöhnlich...

    Seien wir froh dass es die nukleare Abschreckung gibt, ansonsten wären wir überrannt worden von den Sowjets.
    Letzteres glaube ich weniger. Denn selbst bei nur Vorhandensein "konventioneller" Waffen wäre Europa einschließlich Balkan eine Nummer zu groß gewesen... Aber ja, es gab durch beiderseitiges nukleares Bedrohungspotential im Kalten Krieg einen Patt, der paradoxerweise Frieden und nur gegenseitiges Beäugen in Europa etwa vielleicht nicht garantierte, aber doch... Denke ich so.

  4. #4
    Beogradjanin
    Zitat Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
    Letzteres glaube ich weniger. Denn selbst bei nur Vorhandensein "konventioneller" Waffen wäre Europa einschließlich Balkan eine Nummer zu groß gewesen... Aber ja, es gab durch beiderseitiges nukleares Bedrohungspotential im Kalten Krieg einen Patt, der paradoxerweise Frieden und nur gegenseitiges Beäugen in Europa etwa vielleicht nicht garantierte, aber doch... Denke ich so.

    Habe mehr Vertrauen..

    Der Nato war bewußt falls die Sowjetunion angreift, sie mit konventionellen eine Niederlage erleiden werden.

    Ich meine die Nato und nicht das großjugoslawische Reich, welches bei Kriegseintrtt beide Seite vernichtet hätte

  5. #5
    Avatar von Viljuška

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    Plante die USA auch keinen Angriff?

  6. #6
    Lance Uppercut
    Lustigerweise hätten beide versucht durch die neutralen Länder dem Feind in den Rücken zu fallen. Österreich, wie schon während der Kaiserzeit hast du mehr Glück als Verstand gehabt.^^

  7. #7
    Avatar von specialForces

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    1.759
    Blödsinn, die UdSSR hatte nur Zweitschlagswaffen und ihre gesamte Militärdoktrin war nie auf einen nuklearen Erstschlag ausgerichtet.

  8. #8
    Avatar von Styria

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    Zitat Zitat von specialForces Beitrag anzeigen
    Blödsinn, die UdSSR hatte nur Zweitschlagswaffen und ihre gesamte Militärdoktrin war nie auf einen nuklearen Erstschlag ausgerichtet.
    Habe ich eine andere Meinung.

    Die offensive Durchschlagskraft der NVA sollte dabei mit dem Einsatz taktischer Atomwaffen potenziert werden. Die bis zum Frühjahr 1990 in Stabsrahmenübungen durchexerzierten Stückzahlen sahen 87 taktische Nuklearwaffen zwischen drei und 100 Kilotonnen Sprengkraft vor. Auf dem Staatsgebiet der DDR befanden sich für diesen Fall 35 atomsichere, mehrere Stockwerke tiefe Bunkeranlagen für die politische Elite.
    Österreichs Bundesheer - TRUPPENDIENST - Ausgabe 3/2010 - Die vergessene Armee (II)

  9. #9
    Avatar von Styria

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    KRIEGSFÜHRUNGSPLÄNE DES WARSCHAUER PAKTES IN DER SOGENANNTEN ZEIT DES KALTEN KRIEGES
    Georg Bautzmann
    Die sowjetischen Überlegungen sahen bekanntlich drei große Kriegsschauplätze, nämlich Europa, Nah- und Mittelosten sowie Fernost vor. Der Kriegsschauplatz Europa unterteilte sich außer dem Norden noch in den Kriegsschauplatz Mittel-Westeuropa sowie Südeuropa (auch südwestlicher Kriegsschauplatz genannt). Wichtig für Österreich war, daß die Trennlinie zwischen den Kriegsschauplätzen Mittel-Westeuropa und Südeuropa durch Österreich ging. Kriegsentscheidend wäre natürlich der Kriegsschauplatz Mittel-Westeuropa gewesen, für den die Masse der Streitkräfte der Sowjetunion und des Warschauer-Paktes vorgesehen waren. Insgesamt waren 65 % der sowjetischen Streitkräfte für den Kriegsschauplatz Europa vorgesehen, 17 % für Fernost, 12 % für Nah- und Mittelost und der Rest für Führung und strategische Reserve.
    Zielsetzung im Bereich des Kriegsschauplatzes Mittel-Westeuropa war die Erreichung der Atlantikküste und des Mittelmeeres in Frankreich. In diesem Rahmen gab es die operative Richtung Donau, wobei zwei Armeen im Donautal eingesetzt worden wären, auf die insgesamt ca. 12 % der Gesamtstreitkräfte Europa angesetzt gewesen wäre. (Das sind ca. 8 % der gesamten Streitkräfte der Sowjetunion).
    Wie groß waren die Absichten zur Kriegführung wirklich?
    Das sowjetische Ziel war hauptsächlich ideologisch. Überlegungen galten der Verstärkung der Position der Sowjetunion ohne militärischer Konfrontation mit den USA. Eine gewisse Angst vor der militärischen Stärke der USA war durchaus gegeben. Zweifellos aber hätte die Sowjetunion sich im Falle, daß sie sich bedroht gefühlt hätte, auch umfassend Krieg geführt. Eine solche Bedrohung bzw. ein Bedrohungsgefühl der Sowjetunion durch die USA ist (entgegen unseren europäischen Vorstellungen) absolut vorhanden gewesen.
    Die Sowjetunion hätte aber auch dann Krieg geführt, wenn sie die Möglichkeit zu einer erfolgreichen Kriegführung ohne zu großem Risiko zur Verbesserung ihrer Position in Europa esehen hätte.
    g
    Beurteilung der Situation Österreichs
    Für die "Philosophie" des Marxismus-Leninismus gab es keine Neutralität, denn jeder der sich gegen ihn stellt ist der Feind.
    Ein klares Bild darüber, wie (nicht ob) Österreich (und auch die Schweiz) in die Kriegführung einbezogen worden wäre, gibt es noch nicht. Jedenfalls nicht für die Satellitenländer der Sowjetunion. Sie waren nur über Details der strategischen Zielsetzungen Rußlands soweit informiert, wie sie es für ihre eigenen operativen Planungen gebraucht haben.
    Sicher ist jedenfalls, daß seitens der Sowjetunion angenommen worden war, daß die NATO die österreichische Neutralität mißachten würde. Um der NATO ihre Dispositionen gegenüber Österreich zu erschweren, wurde der Westen deshalb auch bewußt im Unklaren darüber gelassen, ob die Neutralität Österreichs seitens der Sowjetunion beachtet werden würde.
    Bei Kriegsbeginn hätte man seitens der Sowjetunion Interesse gehabt, daß der neutrale Riegel Schweiz-Österreich beachtet wird. Hätte er "funktioniert" und dadurch die Verteidigungsmaßnahmen der NATO erschwert, so hätte man die Neutralität Österreichs wohl so lange "beachtet", als das Funktionieren des neutralen Riegels für die sowjetische Kriegführung von Interesse gewesen wäre. Die Überlegung der Nichteinbeziehung Österreichs in der ersten Phase der Kriegsführung - und zwar nicht aus Respektierung der
    Neutralität, sondern um der NATO die Verteidigung zu erschweren - ist dadurch relativiert, daß die Sowjetunion ohnedies annahm, daß der Westen die Neutralität Österreichs nicht respektieren kann. Es gibt in dieser Hinsicht auch eine Reihe von Übungs- und Planungsüberlegungen, so z.B. den Einsatz von französischen Atomwaffen auf österreichisches Territorium. Ebenso ist die Planung des Einsatzes von amerikanischen Atomwaffen auf österreichisches Territorium immer wieder behauptet worden, weil dadurch die Kriegsführungsmöglichkeiten von Truppen des Warschauer-Paktes auf österreichischem Territorium behindert worden wären. Außerdem wäre Tirol eine wichtige Verbindungslinie zwischen NATO-Europa-Mitte und Europa-Süd gewesen. Die Beurteilung, ob die NATO überhaupt auf diese Verbindungslinie hätte verzichten können, hängt von folgender Überlegung ab: Hätte die Sowjetunion die Neutralität Österreichs respektiert, so wäre es für die NATO vielleicht von Vorteil gewesen, Österreichs Neutralität zu beachten, weil sich auch die Kriegsführungsmöglichkeiten des Warschauer-Paktes reduziert hätten; kein Verstoß aus dem Donautal am Kriegsschauplatz Mittel-Westeuropa und keine operative Möglichkeit von österreichischem Territorium aus gegen Italien am Kriegsschauplatz Südeuropa. Wäre man aber zur Annahme gelangt, daß die Sowjetunion die Neutralität Österreichs (und der Schweiz) nur so lange beachtet, als es für ihre Position günstig ist, wäre der NATO keine Alternative geblieben. So gesehen wäre jedes andere Verhalten, als ein beiderseitiges (NATO und Warschauer-Pakt) Einbeziehen Österreichs in die Kriegsführung praktisch auszuschließen gewesen.
    Jedenfalls gab es konkrete Planungen der Kriegsführung in Österreich, wobei es wahrscheinlich vom Verteidigungsdispositiv und vom Verhalten der NATO-Truppen in ihrem Verteidigungskampf abgehangen wäre, in welchem Ausmaß Österreich in die Kriegshandlungen einbezogen worden wäre.
    Eindeutig ist, daß ausschließlich militärische Erwägungen den Ausschlag darüber gegeben hätten und völkerrechtliche Überlegungen nicht zur Disposition standen. (Auch die Waffenfunde in Österreich haben durchaus einen Bezug zur möglichen Kriegsführungsabsicht in der frühen Phase nach 1955.) Hingegen wäre eine Beurteilung der österreichischen Verteidigungsfähigkeit durchaus relevant gewesen. Sie hätte einen Beitrag zur Beurteilung der militärischen Möglichkeiten sowie der Vor- und Nachteile eines sofortigen Angriffes auf Österreich bzw. Durchmarsches durch Österreich gegeben. Schließlich nicht nur die Beurteilung der Verteidigungsfähigkeit, sondern auch die der Verteidigungswilligkeit, also der Bereitschaft und Entschlossenheit einer Regierung, sofort und mit allen möglichen Kräften den Kampf aufzunehmen. (Hieraus ergibt sich in weiterer Folge eigentlich, daß der Angriff sofort erfolgen hätte müssen. Sowohl die Verteidigungsfähigkeit war nicht sehr hoch zu bewerten - abgesehen von der Verteidigungsbereitschaft großer Teile des Berufs- und Milizkaders - als auch die Verteidigungsbereitschaft der Regierung überhaupt nicht vorhanden war und im Hinblick auf den Ausrüstungszustand des Bundesheeres auch nverantwortlich gewesen wäre).
    u
    Beurteilungsprobleme
    Es ist nicht einfach, mit Informationen und Wissen aus den ehemaligen Satelliten der Sowjetunion die Kriegsführungsabsichten der Sowjetunion gegenüber Österreich darzustellen. Wie bereits ausgeführt, besaßen die Satelliten kein umfassendes Wissen über die strategischen Zielsetzungen der Sowjetunion.
    Die Sowjetunion selbst (im Gegensatz zu ihren Satelliten) besaß ausgezeichnete Information über die tatsächliche militärische Stärke des Westens. Diese wurde bewußt gewaltig übertrieben; konventionelles Kräfteverhältnis in Europa von zum Beispiel 1:2 bei der Panzerwaffe zugunsten des Warschauer Paktes wurde in 4:1 zugunsten des Westens umgedeutet. Daraus ließ sich die Bedrohung seitens des Westens glaubhafter darstellen und es gab eine Vielzahl von Material, das beweist, daß auch die höhere militärische Führung in
    diesem Glauben war. Die politische Spitze war freilich im Wissen der Wahrheit. Trotz der Annahme dieser konventionellen Überlegenheit gab es z.B. in der Nationalen Volksarmee der DDR eine große Entschlossenheit im Offizierskader, im Falle eines Krieges nicht nur zu kämpfen, sondern auch erfolgreich bestehen zu können, nicht zuletzt deshalb, weil man letztlich doch an die Überlegenheit der Streitkräfte der Sowjetunion, die imstande gewesen war, die deutsche Wehrmacht zu besiegen, glaubte.
    Auf die Militärhistoriker wartet eine interessante Aufarbeitungsarbeit, wenn vielleicht einmal der Zugang zu den militärischen Unterlagen der Sowjetunion gegeben ist.
    Nach den Ausführungen des Vortragenden, der in den Jahren 1990 - 1992 die Militärarchive der Nationalen Volksarmee der DDR aufgearbeitet hat und in seiner Tätigkeit auch verschiedene Informationsträger der Nationalen Volksarmee befragen mußte, gibt es aber keinen Zweifel darüber, daß im Kriegsfalle das neutrale Territorium nicht beachtet worden wäre. Offen ist lediglich, zu welchem Zeitpunkt das neutrale Territorium in Kriegshandlungen einbezogen worden wäre. Die österreichischen Überlegungen, daß die Neutralität als völkerrechtliches Institut einen Schutz gegeben hätten, sind völlig illusorisch und geradezu abwegig. Die Überlegungen bestanden ausschließlich in einer Beurteilung der militärischen Möglichkeit Österreichs und des konkreten militärischen Verhaltens der NATO.

    Angriffsplanungen des Warschauer Paktes gegen Westeuropa
    Zusammenfassung durch Dr. Erwin A. Schmidl eines Vortrages von General i.R. Georg Bautzmann, veranstaltet am 11. Juni 1997 vom Militärwissenschaftlichen Büro des BMLV.

    Erschienen in: Information zur Sicherheitspolitik Nr.20 (Juli 1999); Österreichs Neutralität und die Operationsplanungen des Warschauer Paktes

    http://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/publi...ono_02_kwp.pdf


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