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Weihnachtsgedicht

Erstellt von Grasdackel, 20.12.2009, 14:08 Uhr · 11 Antworten · 1.347 Aufrufe

  1. #11
    Leila
    Adventszeit

    Adventsgedicht


    Es bläst der Wind, es friert, es schneit,
    man merkt es schnell: Es adventet die Zeit.
    Über Wald und Flur legen sich weiße Decken,
    die Autos fahren nun alle wie Schnecken.

    Von irgendwo hört man: "Oh, friedvolle Zeit!"
    Man weiß halt: Weihnachten ist nicht mehr weit.
    Auf Bäumen, Sträuchern und Tannenspitzen
    sieht man jetzt immer mehr Schneeflocken sitzen.

    Im Mondenschein funkelt so manches Eis,
    es weihnachtet sehr, wie nun jeder weiß!
    Ein Mann schleppt 'nen Baum, man sieht ihn schwitzen,
    doch da rutscht er aus - jetzt kommt er zum Sitzen.

    Im Gestrüpp hört man es knacksen und knistern,
    es ist ein Häschen, es sucht nach den Geschwistern.
    Schneeflocke für Schneeflocke fällt so dahin.
    Mancher freut sich: "Zum Glück bin ich drin."

    Drinnen im Haus nun beginnt emsiges Treiben:
    Die älteste Tochter schneidet Stollen in Scheiben.
    In der Küche formt Mama Lebkuchenherzen,
    im Wohnzimmer kämpft derweil Papa mit Kerzen.

    Das Baby ist begeistert und ganz auf Touren,
    es fand Mamas Schminke - man sieht's an den Spuren.
    Im Kamin knistert und brennt hell das Feuer,
    Opa liest stöhnend Zeitung: "Das Öl wird teuer."

    Oma sucht überall nach dem Krippenkind,
    damit alle Figuren beieinander sind.
    Und Klein-Erna will es gar nicht gelingen,
    zu erkunden, was das Christkind wohl werde bringen.

    Es ist eine Zeit der Geschäftigkeit und mancher Eile,
    doch Mieze sitzt auf dem Sofa und hat Langeweile. .
    Aus der Ecke kommt Wuffti jetzt angekrochen,
    man sieht es ihm an: Er hat den Braten gerochen.

    Von Ferne schallt rüber der Glockenklang,
    im Radio hört man 'nen Weihnachtsgesang,
    es ist das Lied der "Stillen Nacht" -
    doch da hat was im Wohnzimmer furchtbar gekracht.

    Der Weihnachtsbaum fiel, man hört Papa schimpfen
    und obendrein noch den Baum verwünschen.
    Miez schlummerte ein, jetzt ist sie erwacht,
    erkennt die Gefahr und verschwindet nun sacht.

    Es ist ja die "Vorzeit", der friedvolle Advent,
    man kann es auch sehn: Eine Kerze brennt.
    Doch halt einmal ein: Ist uns noch klar,
    was eigentlich der Sinn dieser Feier war?

    Es geht um die größte Geschichte der Zeiten.
    Dafür will man das Fest vorbereiten.
    Gott schickte den Retter, seinen Sohn,
    der kam herab, verließ des Vaters Thron.

    Er kam auf die Erd', um Frieden zu geben
    allen, die nach seinem Wort wollen leben.
    Jesus Christ und Friedefürst wird er genannt,
    hast du den Erlöser denn schon erkannt?

    Ist bei dir schon der Friede eingekehrt,
    von dem uns die Bibel eindringlich lehrt?
    Wir wünschen nun allen besinnliche Stunden
    hier und dort in Familienrunden.

  2. #12
    Avatar von Franko

    Registriert seit
    06.01.2007
    Beiträge
    3.128



    Die Weihnachtsgans

    Tiefgefroren in der Truhe
    liegt die Gans aus Dänemark.
    Vorläufig lässt man in Ruhe
    sie in ihrem weißen Sarg.

    Ohne Beine, Kopf, Gekröse
    ruht sie neben dem Spinat.
    Ob sie wohl ein wenig böse
    ist, dass man sie schlachten tat?

    Oder ist es doch zu kalt ihr?
    Man sieht's an der Gänsehaut...
    Nun, sie wird bestimmt nicht alt hier:
    morgen wird sie aufgetaut.

    Hm, welch ein Duft zieht aus dem Herde
    durch die ganze Wohnung dann!
    Macht, dass gut der Braten werde,
    morgen kommt der Weihnachtsmann!


    Heinz Erhardt (1909-1979)

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