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Zagreb erinnert sich seiner selbst...

Erstellt von Gabrijel, 23.07.2004, 19:11 Uhr · 17 Antworten · 1.547 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Gabrijel

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    422

    Zagreb erinnert sich seiner selbst...

    Hier möchte ich einige Auszüge aus einem elf seitigen Text
    niederschreiben, welche zum Teil überspitz und sarkastisch auf
    das Aufwachsen in Zagreb hinauszielt.

    Autor war Hrvaoje Hitrec, "Zagreb: hrvatska prijestolnica",
    "Turistkomerc", Zagreb - ISBN 953-6184-04-4.



    "Es ist nicht meine Aufgabe über diese, von Zagreb entzückten Fremden
    zu schreiben, sondern darüber, wie wir, inzwischen fünfzigjährigen
    Burschen unsere Stadt entdeckten.
    "


    [...]


    "Unsere Impressionen über die Stadt waren alles andere als einheitlich.
    Wenn es um ernsthafte Entdeckungen ging, so haben wir zuerst, und
    zwar sehr planmässig, die Zagreber Höfe entdeckt und erforscht.
    Wir besuchten keine Spielschulen, wir spielten in höfen, die meistens
    zwischen den Gebäuden eingequetsch und voll von tückischen Gefahren
    waren, vor denen wir uns druch einen abgemachten Schrei retteten,
    einem Signal für unsere Omas oder Mütter, deren Erscheinen am
    Küchenbalkan, zwischen den Blumen und der aufgehängten Wäsche
    einen vorübergehenden Beistand bedeutete.
    Und die Gefahren waren ja vielfältig; von einer festentschlossenen
    Katze, ihre Ehre zu verteidigen, bis zu grösseren Strolchen aus
    benachbarten Höfen, die Steine auf uns schleuderten, oder einem Frosch,
    der aus irgendeinem verwilderten Rosengarten neben jemandes
    Holzschuppen vorbeihüpfte, in dem sich manchmal etwas Geheimnis-
    volltes regte.
    In einem von diesen Schuppen, der mit einem schweren Vorhängeschloss
    verrigelt war, soll angeblich ein Mann eingeschlossen gewesen sein,
    der aus Kindern Seife machte.
    "


    [...]


    "So wurden wir durch unpräzise Geschichten und unsichere Legenden
    in die Zagreber Geschichte eingeführt. Den Brunnen Manduševac gab
    es in diesen Nachkriegsjahren nicht, er lebte aber in der mündlichen
    Überlieferung und auf alten Ansichtskarten fort.
    [...]
    Auf einigen Zagreber Karten stand es: Harmica, oder Jelačić Platz,
    offensichtlich ging es aber um den Platz, den wir unter dem Namen
    "Platz der Republik" kannten, obwohl die Erwachsenen immer noch
    von Jelačić Platz sprachen.
    [...]
    Auf die Frage, was es denn sei, bekamen wir die Geschichte vom
    Mädchen Manda zu hören, das dort angeblich Wasser aus einer
    Quelle schöpfte, als ein durstiger Ritter vorbeikam und sie ein
    wenig Wasser für ihn schöpfte, sodass die Stadt den Namen Zagreb
    erhielt. (schöpfen-zagrabiti).
    "


    [...]


    "Wir machten Entdeckungen und kamen zu Erkenntnissen und
    Schlussfolgerungen. Hier wurde also nicht nur die Zagreber
    Geschichte, sondern auch die Geschichte Kroatiens entwickelt.
    Unsere Stadt war nicht irgendeine Stadt, sie war eine Hauptstadt.
    Die Hauptstadt der Kroaten.
    "


    [...]


    "In der Schule wurde uns nicht viel über Zagreb beigebracht. Weder
    Zagreb, noch die kroatische Geschichte waren Schulfächer, noch
    war es erlaubt, sich im Zagreber kajkawischen Dialekt zu unterhalten,
    wir waren in den Händen der Nachfolger von Vuk Stefanović Karazdžić
    und uns wurde der stokawische Dialekt aufgedrängt, sodass wir uns
    auf sprachlicher Ebene, sowie im Dualimus des täglichen Lebens
    ziemlich schizophren benahmen.
    "


    [...]


    "Wir wurden von der Oper erobert. Man wartete nicht so gespannt auf
    Wagner und Puccini wie auf "Nikola Šubic Zrinski" von Ivan Zajc, denn
    die Menschen weinten, manchmal schrien sie sogar bei der Szene,
    als der heldenhafte Ban sang: "Zur Schlacht, zur Schlacht, das Schwert
    aus der Scheide, Brüder", insbesondere bei den Worten: "Seht, Feinde,
    wie der Kroate stirbt". Na ja. Einzelne Zuschauer verschwanden danach
    auf einige Monate oder länger, und die Erklärungen für deren plötliches
    Verwschwinden waren für uns die ersten aufschlussreichen Lehren in
    der Politik.
    [...]
    So sind wir in der Oper nicht nur Zagreber, sondern auch Kroaten
    geworden.
    "


    [...]


    "In den höheren Klassen des Gymnasiums lernten wir angenehme
    Restaurants und unangenehme Kneipen kennen, wo man lärmen,
    singen und etwas zerschlagen konnte, falls man schnelle Beine und
    starke Feunde hatte, die Auseinandersetzungen endeten ab und zu so,
    dass Tische und Sänger zusammengestellt wurden...
    [...]
    ...bis die Volkspolizei mit den roten Sternen auf den Mützen kam. Wer
    hätte uns aber nachlaufen können? Sie konnten uns mal.
    "



    Später geht's weiter...

  2. #2
    Avatar von Gabrijel

    Registriert seit
    14.07.2004
    Beiträge
    422
    "Wie haben wir aber die Stadtteile Trsnjekva, Trnje und Dubrava
    kennengelernt und unsere Horizonte erweitert? Ha, unsere
    Führerinnen waren unsere Freundinnen, Zagreber Mädels, die schönsten
    Mädchen der Welt, die bald zu den schönsten Frauen auf der Erdkugel
    wurden, wie es auch ihre Mütter und Omas waren. Diese schöne
    Wesen fanden wir in den Tanzsälen, in "Glazbeni zavod", bei "Tucmann",
    in "Dverce", wo am Samstag eine Stampede von Adoleszenten in die
    laute Musik stürmte, in den Rock and Roll, ins Abenteuer, eine eine
    Liebesgeschichte oder sogar in eine blutige Schlägerei."

    Das Glück in Form eines schönen Mädchens zeigte sich als weniger
    glücklich, wenn die junge Dame nach Hause geleigtetet musste,
    gewöhnlich stellte sich dabei heraus, dass die Schöne ein Aschenputtel
    aus einer Kellerwohnung in Tresnjevka oder Trnje war.
    [...]
    Für einen feuchten Kuss gingen wir einige zig Kilometer zu Fuss, weil
    die Nachtlinie nirgends aufzutreiben waren, und am schlimmsten
    war es aber in Trnje, denn die Burschen von Trnje liessen ihre Mädchen
    an keine Fremden heran, sodass der Unverschämte aus einem anderen
    Stadtviertel unbegreiflich glücklich war, wenn er es bis zur Strassenbahn
    oder zum Hauptbahnhof schaffte und nur mit einem blauen Auge
    davonkam.
    "


    [...]


    "Einige von uns, fingen an, sich mit der Politik zu befassen und setzten
    an dem Punkt fort, an dem Radic und Macek stehengeblieben waren
    und wurden samt Zeitungen und den Autoren des Kroatischen Frühlings
    beseitigt, dessen Zusammenbruch Zagreb in eine tiefe Depression
    stürzte, von der es sich nicht bis Mitte der Achziger erholt hatte. Wer nicht
    eingesperrt wurde oder aus dem Gefängnis entlassen, führte ein
    bescheidenes Privatleben, heiratete und bekam Kinder...
    [...]
    ...Wir sassen in verrauchten Zimmern und schrieben, die Sehnsucht
    nach einem kroatischen Staat musste hier, in Zagreb, verwirklicht werden.
    "


    [...]


    "Immer mehr Menschen stellten die peinlichen Frage, wo denn die Teile
    des unglücklichen Ban Jelačićs Denkmal seien, der in der roten Revolution
    samt seinem heldenhaften Pferd, in Teile zerlegt und weiss wo, vielleicht
    in der Glyptothek aufbewahrt worden war. Der Bildhauer Fernkorn
    drehte sich deswegen sicherlich im Grabe um.

    Und dann ging es los, so schnell und leicht, so energisch und lieblich,
    dass Zagreb vor Freude lachte, alles worüber man in Cafes geflüstert
    hatte, alles, worüber doppeldeutige in Kabaretts gesungen wurde, alles,
    was man zu Hause laut aussprach, das alles quoll auf die Zagreber
    Strassen hinaus, und anstrengungslos trugen wir die tausend Jahre
    alte Geschichte Zagrebs und die dreizehnhundert Jahre alte kroatische
    Gegenwart, wir klebten das Pferd und den Reiter zusammen, und auf
    dem Parlamentsgebäude begannen unsere Farben zu leuchten, die
    Farben unserer schönen Heimat. Denn, was ist Zagreb ohne Kroatien?
    Was ist Kroatien ohne Zagreb?
    "


    [...]


    "Also, hoch lebe unsere Stadt, möge es Dir sicher und wohl ergehen,
    möge es keine Alarme und keine Schutzkeller wie im Jahre 1991 mehr
    geben, mögen Deine Burschen nie mehr in Kriege gehen, wie im Lied
    von Britvic "Ich komme nicht zu Deinem Geburtstag".

    Mögen sie alle zu Deinem Geburtstag kommen, unser liebes, gutes Zagreb!
    "




    ***The End***




    [/i]

  3. #3
    Avatar von proud2becroat

    Registriert seit
    26.07.2004
    Beiträge
    109
    gay parada gay parada ponos zagreb gradaaa....

    sorry musste sein

    Ne also habe nix gegen Zagreb ist auch ne schöne stadt, hat viele schöne orte aber irgendwie wie jede grosse stadt auch viele schattenseiten...

  4. #4
    Avatar von Lionheart

    Registriert seit
    27.07.2004
    Beiträge
    19
    Zitat Zitat von proud2becroat
    gay parada gay parada ponos zagreb gradaaa....

    sorry musste sein

    Ne also habe nix gegen Zagreb ist auch ne schöne stadt, hat viele schöne orte aber irgendwie wie jede grosse stadt auch viele schattenseiten...
    Ich war erst einmal in Zagreb. Was sind den deiner Meinung nach Schattenseiten.

    Gruss Lionheart

  5. #5
    Avatar von Gabrijel

    Registriert seit
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    422
    Zitat Zitat von proud2becroat
    gay parada gay parada ponos zagreb gradaaa....

    sorry musste sein

    Ne also habe nix gegen Zagreb ist auch ne schöne stadt, hat viele schöne orte aber irgendwie wie jede grosse stadt auch viele schattenseiten...
    Bin kein 'Purger', lässt mich also kalt

    Ich bin eh dafür, dass man Varazdin wieder zum Verwaltungssitz beruft.



    Pozdrav

  6. #6
    Avatar von proud2becroat

    Registriert seit
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    109
    schattenseiten!?!?

    Laufe mal durch die dunkleren ort von Dubrava?

    oder noch besser fahr dort durch!
    Da halten sie dich an, geben dir nen ziegelstein sagen kupi ga za 10 eura!
    Du sagst neien, und dann asste den ziegelstein auf dem dach... :/
    das währe z.b. ein
    oder die gay parade währe das andere

  7. #7
    Avatar von Denis_Zec

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    1.742
    das mit dem ziegelstein ist schlimmer als die gay parade.

  8. #8
    Avatar von magneto

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    69
    Zitat Zitat von Denis_Zec
    das mit dem ziegelstein ist schlimmer als die gay parade.
    Was ist die gay parade ??? :?:

  9. #9
    Avatar von Denis_Zec

    Registriert seit
    14.07.2004
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    1.742
    das ist wenn die gays durch die stadt ziehen und eine parade machen. für mehr rechte demonstrieren und dann von den heteros eins auf die nuss bekommen. :wink:

    gay = schwuler

    ich finde solche paraden ziemlich widerlich, wenn jemand schwul ist, soll er das geniessen und für sich behalten, ich gehe auch nicht durch die strasse und halte ein schild hoch, auf dem steht, dass ich auf frauen stehe.

  10. #10
    Avatar von magneto

    Registriert seit
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    69
    Zitat Zitat von Denis_Zec
    das ist wenn die gays durch die stadt ziehen und eine parade machen. für mehr rechte demonstrieren und dann von den heteros eins auf die nuss bekommen. :wink:

    gay = schwuler

    ich finde solche paraden ziemlich widerlich, wenn jemand schwul ist, soll er das geniessen und für sich behalten, ich gehe auch nicht durch die strasse und halte ein schild hoch, auf dem steht, dass ich auf frauen stehe.
    das gay schwul bedeutet ist mir schon klar ..ich bin 30 Jahre alt
    Aber für gleiche Rechte (mit ausnahme Adoption von Kinden ) zu demonstrieren ist durchaus legitim meiner Meinung nach.
    Aber Fan von solchen paraden bin ich auch nicht gerade.
    Doch deshalb gleich Gewalt anwenden ist primitives Verhalten.

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