Regisseur und Kameramann Michael Schlamberger beginnt seine Reise über die Balkanhalbinsel in Montenegro. In der steinernen Wildnis der "Schwarzen Berge" finden sich einige der letzten Urwälder Europas.

Bären, Wölfe und Luchse konnten in den unzugänglichen Wäldern überleben. Die Tara, der längste Fluss Montenegros, hat eine 1.300 Meter tiefe Schlucht ins Durmitor-Gebirge gegraben und den längsten und tiefsten Canyon Europas geschaffen. Die wilde Schlucht stellte eine besondere Herausforderung für das Filmteam dar, denn sie ist kaum zugänglich.

Weit über 1.000 Meter oberhalb des Tara-Flusses liegt ein Hochplateau: unwirtlich, öde, abgeschieden und menschenleer. Hier traf das Filmteam auf eine ganz besondere Frau.

Stana Cerovic ist eine der letzten "Virginas". Virginas nennen die Einheimischen jene Frauen, die die Rolle der Männer übernehmen müssen, weil die Männer ihre Heimat auf der Suche nach Lohnarbeit längst verlassen haben. Stana ist geblieben und mit ihr Haus und Tiere und der tägliche Kampf ums Überleben.


Im Grenzgebiet zwischen Mazedonien und Griechenland liegt Tikves, eine gebirgige Hochebene, abweisend, karg, von Menschen kaum bewohnt. Tikves ist die letzte Bastion der Gänsegeier. Bis vor hundert Jahren am Balkan stark verbreitet, gibt es heute nur noch wenige Brutpaare. Um die Geier filmen zu können, wurden schon im Winter mithilfe einheimischer Hirten Tarnverstecke aufgebaut, aus denen im Frühjahr die Geier beobachtet und gefilmt werden sollten. Die Dreharbeiten verlangten dem Filmteam alle Geduld ab, es musste mehrere Wochen lang jeden Tag 16 Stunden bewegungslos in einem engen Unterstand verbringen, um die Aufnahmen dieser scheuen Tiere schließlich in den Kasten zu bekommen.

Der Skuteri-See liegt im Grenzgebiet zwischen Montenegro und Albanien. Es ist einer der letzten Süßwassersümpfe im Mittelmeerraum und der größte See auf dem Balkan. Auf den unzähligen Inseln, die im See verstreut sind, stehen Klosteranlagen, Festungen und Gefängnisse. Der Skuteri-See ist auch ein großes Vogelreservat in Europa. Endlose Flächen von Seerosen dienen riesigen Seeschwalbenkolonien als Unterlage für den Nestbau.

In Rumänien endet der Balkan in einem einzigartigen Labyrinth aus Wasser, Schlamm und Schilf: dem Donaudelta. Drei Mündungsarme umschließen eine einzigartige, an vielen Teilen noch unberührte Naturlandschaft von mehr als 5.000 Quadratkilometern. Im Donaudelta - dem größten zusammenhängenden Schilfrohrgebiet der Erde - finden sich urtümliche, von Lianen überwucherte Galeriewälder, schwimmende Inseln aus Seerosen und Wasserschwertlilien und ein schier endloses Netzwerk von Kanälen und Seen, die schließlich alle ins Schwarze Meer münden. Hier findet sich nicht nur ein Paradies für die Vogelwelt, auch höchst bedrohte Arten wie der Europäische Nerz haben hier eine letzte Heimat gefunden.
NDR Fernsehen- Die elektronische Programmzeitung des NDR (EPG)

Klingt recht interessant