Das Terrornetzwerk Al Kaida versucht aktiv, die Länder Westafrikas zu destabilisieren, berichten die Vereinten Nationen. Unterstützt werde das Netzwerk dabei von dem ehemaligen liberianischen Staatschef Charles Taylor, sagte ein Vertreter des UN-Kriegsverbrechertribunals in Sierra Leone. "Al Kaida war und ist in Westafrika vertreten, und Charles Taylor hat Mitgliedern der Organisation Unterschlupf gewährt", fügte er hinzu. Hintergrund: Das Terrornetzwerk profitiert von dem Handel mit illegal in Afrika geschürften Edelsteinen. Diese "Blutdiamanten" spülen beträchtliche Summen in die Al-Kaida-Kasse und halten Bin Ladens Organisation liquide.




Diamanten: Das Kokain von Afrika
Diamanten "sind für Afrika, was Kokain für Lateinamerika ist", sagen Experten. Denn die Diamanten lassen sich mühelos schmuggeln und zur Geldwäsche benutzen. Auf diese Weise wurden nicht nur die Bürgerkriege in Liberia und Sierra Leone finanziert. Auch Al Kaida nutzt seit Jahren die kostbare Schwarzmarktware, um seine terroristischen Pläne umzusetzen. Im Falle des Terrornetzwerks ist von achtstelligen Dollarbeträgen die Rede.

Putsch in Guinea geplant
Aktuell hätten der liberianische Ex-Diktator und islamistische Terroristen einen Sturz der Regierung in Guinea geplant. Der Präsident des westafrikanischen Landes, Lansana Conte, war im Januar nur knapp einem Attentat entgangen.

Nigeria gewährt Ex-Diktator Exil
Taylor ist vor dem UN-Tribunal in Sierra Leone in 17 Anklagepunkten wegen Verbrechen während des Bürgerkriegs in Liberia angeklagt. Obwohl gegen ihn ein internationaler Haftbefehl vorlag, gewährt Nigeria ihm seit 2003 Asyl. Solange Taylor nicht der Gerichtsbarkeit übergeben werde, sei er eine "konkrete Gefahr" für den Frieden und die Sicherheit in der gesamten Region Westafrika, sagte der Chefankläger des Tribunals, Al White



Jagd nach Terroristen in Mittelamerika
Al-Kaida-Warnungen gibt es auch für die mittelamerikanischen Staaten El Salvador und Nicaragua. Beide Länder haben ihre Sicherheitskräfte an ihrer Grenze wegen zweier mutmaßlicher arabischer Terroristen in Alarmbereitschaft versetzt. Mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen wollten möglicherweise nach Nicaragua einreisen, teilte das nicaraguanische Innenministerium mit. Bilder der beiden Verdächtigten wurden in allen Zeitungen veröffentlicht und an den Grenzübergängen ausgehängt.