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Anschlag in Moschee

Erstellt von Krajisnik, 01.06.2005, 16:24 Uhr · 2 Antworten · 1.136 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Krajisnik

    Registriert seit
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    1.446

    Anschlag in Moschee

    Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee der südafghanischen Stadt Kandahar sind am Mittwoch mindestens 20 Menschen getötet worden, unter ihnen der Polizeichef von Kabul. Wie ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums mitteilte, sprengte sich der Attentäter am Morgen während der Trauerfeier für einen am Wochenende ermordeten hohen Geistlichen in die Luft. Mindestens 40 Trauergäste wurden verletzt. An der Zeremonie nahmen rund 60 Menschen teil, darunter auch ranghohe Provinzvertreter. Die Regierung vermutet die radikalislamische Taliban-Miliz hinter dem bislang blutigsten Anschlag in diesem Jahr.
    Täter als Polizist verkleidet
    Augenzeugen berichteten, der Attentäter habe eine Polizei-Uniform getragen. Er sei auf den Polizeichef General Mohammed Akram Chakriswal zugegangen, habe mit dessen ausgezogenen Schuhen hantiert und dabei den Sprengsatz gezündet. Chakriswal, seine Leibwächter und alle in der Nähe Stehenden seien auf der Stelle tot gewesen. "Es war eine sehr schwere Explosion; überall in der Moschee und auf ihrem Gelände war Blut und lagen Körperteile." Chakriswal war früher Polizeichef von Kandahar.

    Hochburg der Taliban
    Die südafghanische Stadt war die Hochburg des Ende 2001 gestürzten Taliban-Regimes. Seit Frühjahrsbeginn nimmt dort die Zahl der Anschläge wieder rapide zu. Erst am Sonntag erschossen unbekannte Attentäter den Anführer der moslemischen Gelehrten in Kandahar und Unterstützer von Präsident Hamid Karsai, Mullah Maulwi Abdullah Fajas. Die Taliban bekannten sich zu dem Attentat. Fajas hatte in der vergangenen Woche den Rat der Ulemas, der islamischen Rechtsgelehrten in Afghanistan, zusammengerufen und sich offen gegen die Taliban gestellt. Während der Sitzung wurde Taliban-Chef Mullah Omar der Titel Amirul Mominin (Führer aller Gläubigen) aberkannt. Die Moschee ist nach Fajas' Vater und Vorgänger Abdul Rab benannt, der bereits vor zwei Jahren bei einem Bombenanschlag getötet worden war.

    Taliban-Regime noch nicht besiegt
    Noch zum Ende des besonders harten afghanischen Winters hatten die US-Truppen und ihre afghanischen Verbündeten die Taliban für weitgehend besiegt erklärt, dies jedoch inzwischen wieder zurückgenommen. Seit Anfang des Jahres wurden bei Anschlägen und Kämpfen vor allem im Süden des Landes mehr als 250 Menschen getötet, nach US-Angaben zumeist Rebellen. Die Regierung befürchtet, dass die Gewalt vor der für 18. September geplanten Parlamentswahl weiter zunimmt.

    Mafiastrukturen nehmen zu
    Neben den Taliban sind Karsai und seine Regierung mit den traditionellen Stammesfürsten in den entlegenen Provinzen des Landes konfrontiert, die häufig mit dem Drogenkartell zusammenarbeiten oder ihm sogar angehören. Jüngste Herausforderung schließlich ist die wachsende Unsicherheit in den großen Städten, die zunehmend von Diebes- und Mafia-ähnlichen Banden unsicher gemacht werden. Eine dieser Banden soll hinter der Entführung der italienischen Care-Mitarbeiterin Clementina Cantoni am 16. Mai in Kabul stehen.

  2. #2
    Avatar von lupo-de-mare

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    11.988
    Es geht rund in Afghanistan mit den Westlichen Demokratie Bringern!
    NATO gerät ins Feuer

    Afghanistan: Allianz verlegt »Wiederaufbauteams« in unsichere Regionen. USA wollen gefährliche Einsätze auf Schultern der »Partner« abwälzen

    Zwei Anschläge gegen Afghanistan-Schutztruppe«, »Explosion in Kabul verfehlt NATO-Fahrzeug, »Hoher Geistlicher in Afghanistan erschossen«, »Rakete schlägt in ISAF-Hauptquartier in Kabul ein«, »Afghanische Soldaten und Taliban liefern sich heftige Gefechte im Süden«. So lauteten einige Schlagzeilen aus Afghanistan in den letzten Tagen. Am Mittwoch wurden bei einem Selbstmordbombenanschlag im Vorhof der großen Moschee in Kandahar mindestens 20 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Zu den Opfern gehören Prominente aus Politik und Gesellschaft, die sich zur Beerdigung des religiösen Führers Maulawi Abdullah Fayaz versammelt hatten. Fayaz, Vorsitzender des muslimischen Rates der Geistlichen der Region und wortgewaltiger Unterstützer von Präsident Hamid Karsai und der USA, war am Sonntag offensichtlich von Taliban ermordet worden. Zehn Tage zuvor hatte Fayaz Hunderte Geistliche zusammengerufen, um dem Anführer der Taliban, Mullah Omar, den höchsten religiösen Titel des »Anführers der Gläubigen« abzuerkennen und jeden seiner Anhänger als »jemanden, der gegen die Scharia handelt«, zu verurteilen.

    Die jüngsten Entwicklung verdeutlicht, was die NATO im Westen, Osten und Süden des Landes erwartet. Aber genau dort will sie hin. Seit Mittwoch hat sie damit begonnen, ihre sogenannten Wiederaufbauteams vom relativ sicheren Norden in den unruhigen Westen zu entsenden, wo eine Vorausabteilung aus italienischen und spanische Truppen in Herat bereits Position bezogen hat. Später soll dann der bislang »nicht befriedete« Süden und Osten des Landes hinzukommen. Auf Wunsch Washington sollen die Lasten des Konfliktes besser verteilt, d. h. vermehrt auf den Schultern der NATO-Länder abgeladen werden. Denn das Pentagon plant, bereits 2006 einen großen Teil seiner Elitetruppen aus Afghanistan abzuziehen, um sie im Irak einzusetzen. Dafür soll die bis dahin im ganzen Land präsente NATO, unterstützt von der afghanische Armee, die Aufgaben der US-Truppen übernehmen. Allerdings hat sich der Aufbau der neuen afghanischen Armee weiterhin als viel schwieriger erwiesen als erwartet, weshalb die Allianz mit zusätzlichen Soldaten die Lücken füllen soll. Aber aufgrund der sich im ganzen Land verschlechternden Sicherheitslage droht auch dieser Plan zur Makulatur zu werden.

    Neben den verstärkten Aktivitäten der Taliban wächst im ganzen Land die Unzufriedenheit. Bei spontanen Protestaktionen von Studenten gegen gegen die USA und den faktisch von ihr eingesetzten Präsidenten Karsai waren Mitte Mai zahlreiche Menschen getötet worden. Zugleich hat sich Karsai mit vielen regionalen Kriegsherren angelegt, die traditionell vom Drogenhandel leben. Unter dem Druck des Westens hat er die Antidrogenoperationen im ganzen Land ausgeweitet. Erst jüngst zerstörten afghanische Soldaten mit US-Unterstützung in einer drei Tage dauernden Operation in der Nähe der pakistanischen Grenze den größten Drogenumschlagsplatz des Landes. Verhaftet wurde jedoch niemand.

    http://www.jungewelt.de/2005/06-02/005.php

  3. #3

    Registriert seit
    16.10.2004
    Beiträge
    1.476

    Absolut unislamisch.
    Ihren Platz in der Hölle haben sie schon sicher.

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