Der Unfall eines polnischen Pilgerbusses in den französischen Alpen mit 26 Toten und 24 Verletzten im vergangenen Juli wurde laut Presseangaben möglicherweise durch Wartungsmängel verursacht. Experten der Gendarmerie hätten festgestellt, dass in dem Bremssystem 1,5 Liter Öl gefehlt hätten, berichtete die in Grenoble erscheinende Zeitung "Le Dauphine libere" am Donnerstag.

Möglicherweise habe die hydraulische Bremshilfe nicht richtig funktioniert. Zudem seien an den Bremsscheiben ungewöhnliche Abnutzungsspuren festgestellt worden. Das gehe aus einem Bericht des Gendarmerie-Instituts IRCGN hervor.

Der Bus war mit meist älteren Pilgern aus der Gegend von Stettin (Szczecin) und Swinemünde (Swinoujscie) auf einer abschüssigen Strecke bei Vizille von einer Brücke 15 Meter tief ins Tal der Isere gestürzt und ausgebrannt. Die acht Kilometer lange Strecke mit zwölf Prozent Neigung ist für Reisebusse und Lastwagen gesperrt; der Fahrer soll sich von einem GPS-System leiten lassen haben.

Bereits kurz nach dem Unfall am 22. Juli 2007 hatten die Ermittler ein Bremsversagen vermutet. Der Fahrer hatte Überlebenden zufolge den Insassen zugerufen: "Haltet Euch fest, die Bremsen funktionieren nicht mehr." Drei Wochen vor dem Unfall war der Bus angeblich in Deutschland technisch überprüft worden. Eine weitergehende Expertise, die diese Frage umfasst, soll im Herbst vorliegen.