Nach vier Jahrzehnten Gewalt und Terror will die baskische Untergrundorganisation Eta nun ihre Waffen niederlegen. In einem Video kündigten drei Eta-Mitglieder das Ende des bewaffneten Kampfes für ein unabhängiges Baskenland an.

Mit Freude ist in Spanien die Nachricht aufgenommen worden, dass vier Jahrzehnte der Gewalt durch die baskische Terrororganisation Eta zu Ende sein sollen. Drei maskierte Mitglieder der Eta hatten in einem Video am Donnerstag angekündigt, dass der bewaffnete Kampf für ein unabhängiges Baskenland beendet werde. Von einer Niederlage wollte die Eta aber nicht sprechen. Bei den Anschlägen der Separatisten kamen seit Ende der 1960er Jahre mehr als 800 Menschen ums Leben.

Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero nannte die Erklärung der Eta einen Sieg für die spanische Demokratie. „Ich bin überzeugt, dass wir von jetzt an eine Koexistenz sehen werden, die nicht auf Furcht oder Einschüchterung basiert. Es wird eine völlig freie und friedliche Koexistenz sein“, erklärte Zapatero, ohne auf einen möglichen Dialog mit der Eta einzugehen.

Verteidigungsministerin Carme Chacón schloss einen solchen aber dezidiert aus. „Es gibt mit der Eta nichts zu verhandeln“, sagte Chacón am Freitag im spanischen Fernsehen, nachdem die Eta Spanien und Frankreich zu Gesprächen über den Konflikt aufgefordert hatte.

Innenminister Antonio Camacho würdigte den Einsatz der spanischen Polizei. „Wir haben einen Teil unserer Aufgabe beendet“, sagte Camacho. Nun müsse aber gesichert werden, dass die Gesetze genau befolgt werden, damit es nie wieder zu solchen Gräueltaten komme.

Spanien hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Verhandlungen mit der Eta ausgeschlossen, nachdem Gespräche im Jahr 2006 ohne Ergebnis endeten und die Eta rasch zur Gewalt zurückkehrte.

Angehörigen der Opfer des Eta-Terrors ging die Erklärung der baskischen Separatisten aber nicht weit genug. „Es ist das Ende, auf das wir gehofft haben, aber nicht das, das wir uns gewünscht haben“, sagte die Präsidentin der Vereinigung der Terroropfer, Ángeles Pedraza. „Die Opfer wollen ein Ende der Anschläge, aber wir wollen auch, dass die Eta dafür bezahlt, was sie getan hat. Wir wollen die totale Niederlage der Eta.“ Die Gruppe forderte eine komplette Auflösung der Eta und Informationen über die Standorte von Waffenlagern der Terrorgruppe.
Quelle : Spanien: Eta will die Waffen niederlegen - Weitere Meldungen - FOCUS Online - Nachrichten