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Gnadenlose Politik – Abtreibung im achten Monat

Erstellt von DZEKO, 06.10.2013, 14:31 Uhr · 7 Antworten · 1.033 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DZEKO

    Registriert seit
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    Gnadenlose Politik – Abtreibung im achten Monat

    Gnadenlose Politik – Abtreibung im achten Monat

    Chinesische Beamte setzen die Ein-Kind-Gesetze gnadenlos durch, da sie sonst nicht befördert werden. Im Internet und unter Wissenschaftlern wächst Widerstand.

    Pan Chunyan wurde aus ihrem kleinen Lebensmittelladen gezerrt, als sie im achten Monat mit ihrem dritten Kind schwanger war. Männer, die für einen Regionalpolitiker arbeiteten, sperrten sie zusammen mit zwei andern Frauen ein. Nach vier Tagen brachten die Männer die hochschwangere Frau in ein Krankenhaus und zwangen sie, ihren Daumenabdruck unter ein Dokument zu setzen, mit dem sie sich mit einer Abtreibung einverstanden erklärte. Eine Krankenschwester setzte die Injektion.

    "Nachdem ich die Spritze bekommen hatte, verschwanden die Kerle", sagt Frau Pan aus der südostchinesischen Provinz Fujian. "Meine Familie holte mich ab. Ich weinte und hoffte, dass das Kind in meinem Bauch überlebt hat." Doch am 8. April kam das Baby tot zur Welt, "vollkommen schwarz und blau", sagt die 31-Jährige.

    Jüngste Berichte über Frauen, die von lokalen Beamten zu Abtreibungen in den letzten Schwangerschaftsmonaten gezwungen werden, stellt die Ein-Kind-Politik Chinas an den Pranger. Der Berichterstattung über die Zwangsabtreibungen auf chinesischen Blogs und in den staatlichen Zeitungen nach zu urteilen, wird die Ein-Kind-Politik stärker in Frage gestellt als noch vor einigen Jahren.

    Es ist auch ein öffentlicher Aufschrei all jener politischen Berater und Forscher, die der Bestrafung von Familien mit mehr als dem einen erlaubten Kind ein Ende setzten wollen. Auffallend starke Kritik äußerten Forscher und Politikberater bei einer Tagung des Nationalen Statistikamtes an der Universität Peking zur Auswertung der Volkszählung von 2010.

    Die Wissenschaftler waren empört über das Leiden von Feng Jianmei, die im Vorfeld der Tagung im siebten Schwangerschaftsmonat zu einer Abtreibung gezwungen wurde. Ihr Fall wurde öffentlich, als ein Verwandter Bilder des toten Fötus ins Internet stellte.

    Petition zur Abschaffung des Ein-Kind-Gesetzes

    "Meiner Meinung nach ist es das Recht des Bürgers, Kinder zu haben", sagte der Pekinger Universitätsprofessor und Jurist Zhan Zhongle. Er hat eine Petition zur Abschaffung des Ein-Kind-Gesetzes, unterschrieben von führenden Forschern und Unternehmern, an den Nationalen Volkskongress geschickt.

    Über die Jahre hinweg hat es Änderungen des Gesetzes gegeben. Schätzungen zufolge gibt es mehr als 22 Möglichkeiten, wie Eltern sich für eine Ausnahme qualifizieren können. Die große Mehrheit der Chinesen bleibt aber daran gebunden. Zeichen, die auf eine Aufhebung deuten, gibt es nicht. Und der Volkskongress, größtenteils ein Abnick-Parlament, wird sich Zhans Petition wohl kaum ohne die Unterstützung der Führungsebene der kommunistischen Partei annehmen.

    Dennoch, ehemalige Beamte und Wissenschaftler, die an der Formulierung des Gesetzes beteiligt waren, besuchten ebenfalls die Tagung des Statistikamtes. Sie bestärkten langjährige Kritiker, dass ihre Bedenken auch in der Bevölkerungs- und Familienplanungskommission gehört würden.

    Die diplomatische Krise im Frühling um Chen Guangcheng hat die öffentliche Aufmerksamkeit zusätzlich auf das Ein-Kind-Gesetz gelenkt. Chen, ein Autodidakt und Jurist, der jüngst seinem Hausarrest nach New York entfloh, ist der wohl prominenteste Sprecher der Frauen, die zur Sterilisation und zur Abtreibung gezwungen werden. Er wurde zum Opfer des Zorns der herrschenden Politiker in seiner Region.

    http://www.welt.de/politik/ausland/a...ten-Monat.html

  2. #2
    Mulinho
    Ich habe das Gefühl, dass ein Menschenleben bei den Han-Chinesen absolut keinen Wert hat. Es ist sehr erschreckend wie viel karrieregeiler manch ein Chinese ist im Vergleich mit den dafür bekannten Westlern.

  3. #3

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    2.654
    In China leben Milliarden was ist den an der ein Kind Politik auszusetzen habt ihr mal die Doku der Tag an dem es zu viele Menschen gibt gesehen ?

  4. #4
    Avatar von škafiškafnjak

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    742
    1 Kind Politik, okay, verstehe ich noch bei den Menschenmengen. Aber einfach so ein Baby kaltblütig umzubringen? Kürzt ihr doch einfach die Sozialleistungen, wie man es bei anderen Familien mit mehreren Kindern macht, aber das ist einfach nur krank.

  5. #5
    Avatar von papodidi

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    Zitat Zitat von EmreKurde Beitrag anzeigen
    In China leben Milliarden was ist den an der ein Kind Politik auszusetzen habt ihr mal die Doku der Tag an dem es zu viele Menschen gibt gesehen ?
    Zitat Zitat von škafiškafnjak Beitrag anzeigen
    1 Kind Politik, okay, verstehe ich noch bei den Menschenmengen. Aber einfach so ein Baby kaltblütig umzubringen? Kürzt ihr doch einfach die Sozialleistungen, wie man es bei anderen Familien mit mehreren Kindern macht, aber das ist einfach nur krank.
    Das Problem dabei ist, dass es wesentlich mehr junge Männer als Frauen gibt, weil weibliche Föten häufig abgetrieben werden - männliche Nachkommen sind "wertvoller". Behält man also diese Politik bei, kommt es zu einem dramatischen Rückgang der Bevölkerung.
    Die chinesische Regierung hat sich also mit dieser Politik selber ins Knie geschossen:

    03.02.13
    Demografie

    Chinesische Bombe platzt zwischen 2015 und 2020

    Die Zahl der erwerbsfähigen Menschen wird in China bis zum Ende des Jahrzehnts spürbar zurückgehen. Die Auswirkungen sind dramatisch – für die Weltwirtschaft, die Aktienmärkte und deutsche Sparer. Von Frank Stocker
    ...
    Wie das nationale Statistikamt jetzt bekannt gab, ist die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter 2012 erstmals geschrumpft. Der demografische Wandel trifft damit nun auch das Reich der Mitte mit voller Wucht. Und dies hat mittelfristig drastische Auswirkungen für Wirtschaft und Finanzmärkte in der ganzen Welt.
    ...
    Auswirkungen werden bis 2020 deutlich

    Doch das ist nur in begrenztem Maße möglich. "Zwischen 2015 und 2020 wird die Auswirkung deutlicher sein, denn dann dürfte die Zahl der Arbeitnehmer klar zurückgehen", sagt Wei Yao, China-Experte bei der Société Générale.
    Das Reich der Mitte tritt damit dem Klub der alternden, entwickelten Industriestaaten bei – ohne bereits ein solch entwickeltes Industrieland zu sein. "Im Vergleich zu den entwickelten Ökonomien erreicht China diesen Wendepunkt etwa eine Dekade früher", stellt Yao fest.
    Das hat erhebliche Auswirkungen auf das Land. Schon jetzt verschlechtert sich das Verhältnis von Arbeitnehmern und Rentenbeziehern, mit allen Folgekosten für die gerade erst entstehenden Sozialsysteme.
    ...
    Demografie : Chinesische Bombe platzt zwischen 2015 und 2020 - Nachrichten Geld - DIE WELT
    ...

  6. #6

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    15.315
    Zu viele Menschen, dass ich nicht lache. Ich hab ne Idee, Ostturkestan und Tibet in die Freiheit lassen, dann löst sich das Problem der sog. Überbevölkerung.

  7. #7
    Avatar von Гуштер

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    16.274
    Zitat Zitat von hrhrhrvat Beitrag anzeigen
    Zu viele Menschen, dass ich nicht lache. Ich hab ne Idee, Ostturkestan und Tibet in die Freiheit lassen, dann löst sich das Problem der sog. Überbevölkerung.
    Genau, die bevölkerungsswachen Regionen abtreten und somit für eine noch grössere Einwohnerdichte pro km^2 erreichen.

    An welcher Uni hast du nochmal studiert Dr.Prof.?

  8. #8

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    15.315
    Zitat Zitat von Гуштер Beitrag anzeigen
    Genau, die bevölkerungsswachen Regionen abtreten und somit für eine noch grössere Einwohnerdichte pro km^2 erreichen.

    An welcher Uni hast du nochmal studiert Dr.Prof.?
    Keine Sorge, ich kenn die 90 % / 10 % Linie, ist mir schon bewusst. Wollte nur das Wort Überbevölkerung damit kritisieren, ein richtig hässliches Wort.

    Trotzdem sollten sie Tibet und Ostturkstan in die Freiheit lassen. Gibt nicht wirklich ein mieseres Land als China, denn sowohl Bevölkerung, als auch Politik gehen zu einem großen Teil Hand in Hand.

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