Bei einem ihrer größten Einsätze seit dem Sturz der islamistischen Taliban in Afghanistan haben US-Soldaten und einheimische Truppen mehr als 130 radikale Kämpfer getötet. Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte am Donnerstag, bei dem Einsatz in drei Provinzen im Süden des Landes hätten die Streitkräfte den Taliban-Kämpfern "das Rückgrat gebrochen". Hunderte Polizisten und Soldaten durchkämmen weiter das Gebiet in der Provinz Sabul, wo sie vier ranghohe Taliban-Führer vermuten.




USA setzen Laser-Bomben ein
Bei den Gefechten in Sabul sowie den Provinzen Kandahar und Urusgan wurden die meisten Taliban-Kämpfer durch lasergesteuerte Bomben der US-Streitkräfte getötet. Die afghanischen und amerikanischen Einheiten durchkämmten bei dem Einsatz mehrere Täler im Grenzbereich der Provinzen. Drei afghanische Polizisten kamen bei den Kämpfen ums Leben, fünf US-Soldaten wurden verletzt. Nach Angaben der US-Armee hatte die afghanische Polizei die Führung bei der Offensive.



Taliban-Kommandeure umzingelt
In der Umgebung von Mian Nischin, rund 80 Kilometer nordöstlich von Kandahar, werden vier ranghohe Taliban-Kommandeure vermutet, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Unter ihnen sei auch der Schwager von Taliban-Chef Mullah Omar, Mullah Brader, der stellvertretende Anführer der Miliz. Die afghanischen Truppen hätten die vier Kommandeure in dem Gebiet umzingelt.

G8 versprechen weitere Hilfe
Unterdessen sagten die Außenminister der acht führenden Industriestaaten (G8) Afghanistan weitere Unterstützung zu: Bei einem Treffen mit ihrem afghanischen Kollegen Abdullah Abdullah in London, erklärten die Minister, der Einsatz der internationalen Gemeinschaft für Afghanistan werde mit den Wahlen im September nicht aufhören. Den G8 gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Japan, Russland, Kanada und die USA an.