Helmut Schmidt: "Euch in Wien geht es besser"

Der deutsche Ex-Kanzler und große Denker über die Zeitbombe der Überalterung, die Sozialdebatte und Populismus in der Demokratie.

Helmut Schmidt: „Heute sind von 100 Arbeitnehmern nur noch 30 Arbeiter, 70 sind Angestellte, die leisten Dienste hinterm Schreibtisch, so wie ich. Diese Strukturveränderung hat sich in den Köpfen noch nicht durchgesetzt“

Ein Gespräch mit Helmut Schmidt ist in mancher Hinsicht außergewöhnlich. Das beginnt mit der Vereinbarung des Interviews: "Schreiben Sie Herrn Schmidt einfach einen Brief", sagt seine Büroleiterin. Mail oder Verabredung über sein Sekretariat sind seine Sache nicht. Und dann sitzen wir im Büro des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers im sechsten Stock des Zeit-Gebäudes in Hamburg, und das ist die nächste Überraschung:

Das Zimmer des 91-jährigen früheren Staatsmannes und nunmehrigen Herausgebers der Zeit ist außergewöhnlich klein. Zwei Bücherwände, ein Schreibtisch, an dem der alte Herr in einem Rollstuhl sitzt (die Hüfte macht zu schaffen), und außergewöhnlich viel Rauch - die Ärzte haben ihm längst abgeraten, das Kettenrauchen seiner geliebten Mentholzigaretten aufzugeben. Zu groß wäre der Stress. Acht Stück sind es im Verlauf unseres fast zweistündigen Gesprächs.

Das Interview:

Helmut Schmidt: "Euch in Wien geht es besser" | kurier.at