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Der Iran-Konflikt im geostrategisch-globalen Kontext

Erstellt von ScarfaceKing, 07.01.2020, 19:22 Uhr · 6 Antworten · 464 Aufrufe

  1. #1

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    Der Iran-Konflikt im geostrategisch-globalen Kontext

    Die Krieg der letzten Jahrzehnte stehen in einem Muster, welches "War On Terror" nur als Deckmantel verwendet. Vielmehr handelt es sich um Kämpfe der Großmächte (Russland, China VS USA/Nato/Westen).

    Dass die Hardliner aus den USA und Israel rund um die NeoCons die Kriege lange vor 9/11 gewollt haben steht außer Frage.

    Dies lässt sich leicht Belegen, indem wir auf offizielle Dokumente zur US-Strategie schauen, hier die Wolfowitz-Doktrin aus der die Bush-Doktrin wurde:

    Our first objective is to prevent the re-emergence of a new rival, either on the territory of the former Soviet Union or elsewhere, that poses a threat on the order of that posed formerly by the Soviet Union. This is a dominant consideration underlying the new regional defense strategy and requires that we endeavor to prevent any hostile power from dominating a region whose resources would, under consolidated control, be sufficient to generate global power.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Wolfow...erpower_status

    Ebenso wird die angestrebte Vormachtstellung in Nahost festgestellt:

    In the Middle East and Southwest Asia, our overall objective is to remain the predominant outside power in the region and preserve U.S. and Western access to the region's oil. We also seek to deter further aggression in the region, foster regional stability, protect U.S. nationals and property, and safeguard our access to international air and seaways. As demonstrated by Iraq’s invasion of Kuwait, it remains fundamentally important to prevent a hegemon or alignment of powers from dominating the region. This pertains especially to the Arabian peninsula. Therefore, we must continue to play a role through enhanced deterrence and improved cooperative security.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Wolfow...erpower_status

    Ebenso die zentrale Rolle Israels in der geopolitischen Ausrichtung der USA. Dazu aus einem NeoCon-Dokument:

    While there are those who will counsel continuity, Israel has the opportunity to make a clean break; it can forge a peace process and strategy based on an entirely new intellectual foundation, one that restores strategic initiative and provides the nation the room to engage every possible energy on rebuilding Zionism, the starting point of which must be economic reform.(...) Rather than pursuing a "comprehensive peace" with the entire Arab world, Israel should work jointly with Jordan and Turkey to "contain, destabilize, and roll-back" those entities that are threats to all three. (...)

    Israel can shape its strategic environment, in cooperation with Turkey and Jordan, by weakening, containing, and even rolling back Syria. This effort can focus on removing Saddam Hussein from power in Iraq—an important Israeli strategic objective in its own right—as a means of foiling Syria’s regional ambitions
    https://en.wikipedia.org/wiki/A_Clea...ring_the_Realm

    Paul Wolfowitz und Richard Perle gehören zu den sogenannten Neokonservativen in der US-Politik, die eine aggressive Ausrichtung der USA forcieren um die Ziele zu erreichen. Die Neokonservativen sind gut vernetzt mit den israelischen Hardlinern um Benjamin Netanjahu.

    Nach 9/11 nutzten diese die Chance Kriege loszubrechen an dessen Ende die Unterwerfung Irans steht und Hegemonie in der gesamten Region angestrebt wird. Trump führt diese Politik teilweise fort, insbesondere im Iran.

    General Wesley Clark hat die Pläne der USA nach 9/11 folgendermaßen zusammengefasst:

    Clark gab bei einem Interview am 2. März 2007 mit der Journalistin Amy Goodman für Democracy Now Einblicke in die Planungen des Pentagon von 2001. Im Zusammenhang mit dem 9/11 sprach er von einem "politischen Staatsstreich" in den USA. Schon zehn Tage nach dem 9/11 sei er im Pentagon informiert worden, dass Afghanistan überfallen werden solle. Sechs Wochen später erfuhr Clark bei einem weiteren Besuch im Pentagon von einem Offizier des Generalstabs, dass die Kriegspläne inzwischen erheblich ausgeweitet worden waren. Außer Afghanistan – was Clarks Billigung fand – sollten in den folgenden "fünf Jahren noch sieben weitere Staaten von den USA angegriffen und ihre Regierungen zerstört werden": Irak, Libyen, Syrien, Iran, Libanon, Somalia und Sudan. Der Stabsoffizier berief sich dabei auf ein Memorandum, das er gerade aus dem Büro von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erhalten habe. Daraus schlußfolgerte Clark: Jeder sollte besorgt sein wegen der "Strategie der Vereinigten Staaten im Nahen Osten". In einem Vortrag vor dem Commonwealth Club of California wiederholte er dies am 3. Oktober 2007. Es handelte sich um die Staaten Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wesley_Clark



    Das sind nur mal einige Einblicke in die strategische Ausrichtung und das hilft den Kontext der Konflikte zu verstehen.

  2. #2

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    Einerseits richtig, aber viel zu einseitig, wenn du meinst, damit könnte man alles erklären.

    Um nur mal ein Beispiel zu nennen: Israel. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Israel seinen Lobby Einfluss in Washington genutzt hat, um den Krieg gegen Saddam und auch gegen Assad zu initiieren, soweit die USA an letzterem mit beteiligt waren. (Es waren ja offensichtlich auch noch einige andere).

    Was bei Israel so gut wie immer unterschlagen wird, ist der Grund, warum sie diese feindliche Politik gegenüber Irak, Syrien und Iran verfolgen. Sie tun das ja nicht (mehr) bei Ägypten und Jordanien.

    Der Grund liegt darin, dass die drei Länder das Existenzrecht Israels nicht anerkennen, und mehr oder weniger deutlich eine gewaltsame Zerstörung zu einem zukünftigen Zeitpunkt propagieren.

    Wenn man sich in Erinnerung ruft, dass ein Großteil der Einwanderer dieses Staats zur Zeit des 2: WK und danach als Überlebende aus den Holocaust Gebieten Europas kam, dann versteht man auch, warum sie eine gnadenlose Politik gegenüber ihren Gegnern verfolgen. Der Mossad hat über die Jahre ja immer wieder Menschen umgebracht, die an Terrorakten oder Atomprogrammen beteiligt waren. Ich glaube es gibt in israel parteiübergreifend eine Maxime die lautet: "wir werden es nie wieder zulassen, dass irgendjemander versucht, unser Volk zu vernichten."

    Ich bin kein Anhänger der Politik Netanyahus. Der Friedenskurs des von radikalen Juden ermordeten Rabin war mMn viel sinnvoller für alle Seiten. Aber man darf nicht erwarten, das Israel diejenigen mit politischer Korrektheit behandelt, die offen von seiner Zerstörung reden.

    Von daher liegt es auch an den arabischen Staaten und dem Iran selber, ob Israel seinen großen Lobby-Einfluss in Washington für oder gegen jeden einzelnen davon einsetzt.

  3. #3

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    Den Hardlinern aus Israel und den USA geht es aber nicht primär um demokratische Staaten, die das Existenzrecht Israels anerkennen, sondern darum Staaten zu Vasallen zu machen, die man beliebig manipulieren kann. Diese sollen dann nicht unter dem Einfluss der anderen Großmächte stehen, wie oben dargelegt. Es geht darum Staaten als Konkurrenz zu zerstören:

    Chas Freeman, former US ambassador to Saudi Arabia, will say in May 2003, just after the invasion, “The neoconservatives’ intention in Iraq was never to truly build democracy there. Their intention was to flatten it, to remove Iraq as a regional threat to Israel.”
    Perle and his fellow neoconservatives want to push the boundaries even further: the Bible can be interpreted to countenance Jewish dominion over all or parts of Egypt, Syria, Lebanon, Jordan, Iraq, and even Saudi Arabia.
    Neoconservative Think Tank Influence on US Policies: General Middle East Policy

  4. #4

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    Zitat Zitat von ScarfaceKing Beitrag anzeigen
    Den Hardlinern aus Israel und den USA geht es aber nicht primär um demokratische Staaten, die das Existenzrecht Israels anerkennen, sondern darum Staaten zu Vasallen zu machen, die man beliebig manipulieren kann. Diese sollen dann nicht unter dem Einfluss der anderen Großmächte stehen, wie oben dargelegt. Es geht darum Staaten als Konkurrenz zu zerstören:
    Du nennst die richtigen Fakten, aber versuchst sie reisserisch zu interpretieren. Warum auch soll es Israel vorrangig um den Ausbau von Demokratie im Irak gegangen sein? Das ist zutiefst westeuropäische Denke. Eigentlich sogar deutsche "Gutmenschen"-Denke. Saddam hat Israel mit der Zerstörung gedroht. Er hat Mittel dafür aufgebaut (Scud Raketen und chemische Kampfstoffe). Das Gegenmittel Israels war keine Demokratisierungskampagne für irakische Grundschulen. Sondern der Wunsch, Saddam zu beseitigen.

  5. #5

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    Also beim Einmarsch hat man keine chemischen Waffen mehr gefunden. Die waren schon lange unter UN-Aufsicht vernichtet. Das wusste man auch. Wie hätte Saddam in Jahr 2003 Israel zerstören können?



    - - - Aktualisiert - - -

    Noch mehr Lügen:


  6. #6

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    Zitat Zitat von ScarfaceKing Beitrag anzeigen
    Also beim Einmarsch hat man keine chemischen Waffen mehr gefunden. Die waren schon lange unter UN-Aufsicht vernichtet. Das wusste man auch. Wie hätte Saddam in Jahr 2003 Israel zerstören können?



    - - - Aktualisiert - - -

    Noch mehr Lügen:

    OK letzter Post dazu. Ich finde deine Kommentare nach wie vor naiv.

    Ja, es war offensichtlich gelogen, dass Saddam 2003 Chemische Waffen hatte. Das hat auch schon der damalige Aussemininster Powell im Nachhinein klar gemacht. Und seine Rolle bei der Vorbereitung für den Krieg als großen Fehler beschrieben. Ja, der Angriff auf Irak war nicht zu rechtfertigen. Ich persönlich würde ihn als Kriegsverbrechen bezeichnen.

    Das ändert aber nichts daran, dass ein israelischer Politiker die Chance nutzen wird, wenn Saddams Regime aus der Welt geschafft werden kann. Nochmal: Ich behaupte nicht, dass Israel sich verhält wie ein demokratischer Musterknabe. Das tun sie nicht.

    Und ja, als Vorsitzende des Friedenskreises der Schüler des Göthe-Gymnasiums Freiburg kann man das auch richtig doll scheisse finden. Und auch du kannst Israel dafür anklagen. Genauso wie du sagen könntest, dass das Land illegal auf arabischem Boden gegründet wurde. Dass die Überlebenden des Holocausts halt woanders hingehen sollen und die Palestinenser in Frieden lassen sollen. Ist ja schliesslich nicht deren Problem dass die Nazis 6 Millionen davon im Ofen verbrannt haben.

    Aber es ist eben nicht alles rosa auf der Welt. Und nun sind die Juden nunmal da und haben damals die Gunst der Stunde genutzt und einen Staat gebaut, indem sie sich selber verteidigen. Und wenn dann ein Führer eines Landes in der Region sagt, er wird dieses Ungeziefer vernichten, man solle nur warten, dann sagen die Israelis nicht: "du, das meint der bestimmt nicht so. Der will nur spielen. Der hat auch aktuell keine chemischen Kampfstoffe. Wegen des letzten Irakkrieges und weil er Angst vor den Amis hat. Und wenn er künftig mal wieder welche hat, und die auf uns schiesst, dann haben wir halt Pech gehabt. Aber das wäre jetzt total unfair dem gegenüber wenn wir da was machen."

  7. #7

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    Zitat Zitat von ScarfaceKing Beitrag anzeigen
    Die Krieg der letzten Jahrzehnte stehen in einem Muster, welches "War On Terror" nur als Deckmantel verwendet. Vielmehr handelt es sich um Kämpfe der Großmächte (Russland, China VS USA/Nato/Westen).
    Dass die Hardliner aus den USA und Israel rund um die NeoCons die Kriege lange vor 9/11 gewollt haben steht außer Frage.
    Dies lässt sich leicht Belegen, indem wir auf offizielle Dokumente zur US-Strategie schauen, hier die Wolfowitz-Doktrin aus der die Bush-Doktrin wurde:
    ...
    Ebenso wird die angestrebte Vormachtstellung in Nahost festgestellt:
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    Ebenso die zentrale Rolle Israels in der geopolitischen Ausrichtung der USA. Dazu aus einem NeoCon-Dokument:
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    Paul Wolfowitz und Richard Perle gehören zu den sogenannten Neokonservativen in der US-Politik, die eine aggressive Ausrichtung der USA forcieren um die Ziele zu erreichen. Die Neokonservativen sind gut vernetzt mit den israelischen Hardlinern um Benjamin Netanjahu.
    Nach 9/11 nutzten diese die Chance Kriege loszubrechen an dessen Ende die Unterwerfung Irans steht und Hegemonie in der gesamten Region angestrebt wird. Trump führt diese Politik teilweise fort, insbesondere im Iran.
    General Wesley Clark hat die Pläne der USA nach 9/11 folgendermaßen zusammengefasst:
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    Das sind nur mal einige Einblicke in die strategische Ausrichtung und das hilft den Kontext der Konflikte zu verstehen.
    Ich finde es generell nicht richtig, hier jeden Konflikt auf dieser Welt zum Thema zu machen und einen Thread zu eröffnen.

    Das Hauptproblem dabei ist, dass wir in Wirklichkeit (Gott sei Dank!) gar keine Ahnung von Gründen, Hintergründen, Situation vor Ort und Folgen haben. Wir können so wie bei praktisch allen politischen und kriegerischen Auseinandersetzungen nur das nachplappern, was uns zumeist gesteuerte Medien vorsetzen. Die Wolfowitz-Doktrin und Youtube machen das nicht besser.

    Was ist wahr? Was ist falsch? Was sind gezielte fake-news? Welches Bild und welches Video wurde gezielt verändert? Die (a-)sozialen Medien haben ihre Glaubwürdigkeit bis in ihre Grundfesten verloren und wir alle sind mitschuld an dieser Entwicklung. Wir schnappen jede "Sensation" auf und leiten sie sofort im Schneeballsystem an unsere Kontakte weiter ohne Verfasser,Relevanz und Wahrheitsgehalt zu hinterfragen.
    Nehmen wir wirklich Zeit und Mühe auf uns um beide Seiten einer Medaille zu hören um uns ein Urteil zu bilden? Wissen wir, ob wir dem Empfänger unserer Nachricht wirklich was Gutes tun, wenn wir ihn mit neuesten "Sensationen" versorgen oder ist es nicht so, dass wir viel zu oft und viel zu viele irrelevante und manipulative "news" ungefragt bekommen?

    Klar, wir können über politische Vorgänge am Wirtshaustisch diskutieren. Stundenlang. Zwanzig Drinks lang. Und dennoch werden wir nachher nicht klüger sein als vorher. Im schlimmsten Fall haben wir uns sogar mit unserem Gesprächspartner zerstritten, weil jeder seine Meinung, oder besser gesagt seinen Informationsstand für den Richtigen hält.

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