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ISIS [Sammelthread]

Erstellt von abdul maz, 24.06.2014, 13:13 Uhr · 11.183 Antworten · 485.089 Aufrufe

  1. #531
    Avatar von DerBossHier

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    5.668
    Zitat Zitat von Usakli Beitrag anzeigen
    So wenig nur, Saddam und Mubarak kamen immer über 90 % und Sissi tut es mittlerweile auch.

    Glaube keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast.
    Hast recht mit deiner Aussage bloß hat sie nicht der verhasste Alawite gefälscht. Es kam von der Nato und von den FSA und Al-Nusra Ausbildern.

    Es könnte aber tatsächlich hinkommen. Anders kann ich mir die Siege der SAA nicht erklären.

    Kusair
    Yobroud
    Homs
    bald ganz Allepo
    große Teile von Damaskus

    Das Volk siegt !

  2. #532
    Avatar von Usakli

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    Zitat Zitat von DerBossHier Beitrag anzeigen
    Hast recht mit deiner Aussage bloß hat sie nicht der verhasste Alawite gefälscht. Es kam von der Nato und von den FSA und Al-Nusra Ausbildern.

    Es könnte aber tatsächlich hinkommen. Anders kann ich mir die Siege der SAA nicht erklären.

    Kusair
    Yobroud
    Homs
    bald ganz Allepo
    große Teile von Damaskus

    Das Volk siegt !
    Zu diesem Thema wirst du nur noch diese Antwort von mir erhalten


    Syrien: Fotos von toten Folteropfern belegen Assads Kriegsverbrechen - SPIEGEL ONLINE


    Es sind die bislang klarsten Indizien für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien: Ein geflohener Militärpolizist hat Fotos von Tausenden Oppositionellen vorgelegt, die zu Tode gefoltert wurden. Die Veröffentlichung wird die Friedenskonferenz in der Schweiz beeinflussen.
    http://www.ksta.de/politik/-foto-bew...,25949886.html

    Ein Fotograf schmuggelte tausende Bilder aus Syrien, die das Schicksal verschwundener Folter-Opfer dokumentieren. Ehemalige UN-Staatsanwälte halten sie für erstklassiges Beweismaterial, sollte es einmal zu einem Strafverfahren gegen Assad kommen.
    Beweise gegen Syriens Präsidenten: 55?000 Fotos zeigen Assads Hölle - Politik - Stuttgarter Zeitung

    Sie stützen sich auf 55 000 Fotos von insgesamt 11 000 Opfern, von denen allein 27 000 kürzlich von einem übergelaufenen Fotografen des Militärgeheimdienstes auf USB-Sticks außer Landes geschmuggelt worden sind. Alle Aufnahmen stammen aus der Zeit zwischen März 2011 und August 2013.

  3. #533

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    Habe nie gehört das Ar Raqqa jemals angegriffen worden ist von Assad. Falscher Thread.

  4. #534

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    1.119
    Zitat Zitat von Ohër Beitrag anzeigen
    sieht man in Palästina, wo sich die Türkei 0 % schert.
    Scherten sich die Palästinenser darum, als die Engländer, Franzosen und Italiener haufenweise Osmanen abschlachteten? Nein, sie verbündeten sich mit denen und halfen bei der Beseitigung der Osmanen mit. Scherten sie sich die Palästinenser darum, als die Armenier den Aserbaidschanern 20% ihres Landes klauten und unzählige Massaker verübten? Nein. Was sagte Jassir Arafat zu diesen Verbrechern? "Wir bewundern die Armenier in allen Dingen" oder "Wir und die Armenier sind Eins".

    Ich sehe ehrlich gesagt keinen einzigen Grund, weshalb die Türkei Palästina unterstützen sollte.

  5. #535
    Avatar von Tigerfish

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    8.766
    Zitat Zitat von Ohër Beitrag anzeigen
    Vielleicht weil Erdogan & Co. an den Kriegen irgendwie profitieren bzw. ihre eigenen egoistischen Interessen durch ein Eingreifen bedroht sein werden?
    Lass mal, Ankara und Teheran interessiert es einen Scheiss um Menschenleben, sieht man in Palästina, wo sich die Türkei 0 % schert.
    Immer dasselbe. Seit Jahrzehnten.
    Abgesehen davon, daß dir aus der türkischen Vergangenheit das Hintergrundwissen fehlt, verstehe ich dein Gedankengang nicht Ankara mit Schurkenstaaten gleichzusetzen.

    Und der Zusammenhang mit Palästina, wo die Türkei angeblich gleichgültig reagiert, ist völlig aus der Luft gegriffen. Gerade wegen Palästina sind die diplomatischen Beziehungen mit Israel noch nie so schlecht wie in der Gegenwart. Israel und die Türkei waren in der Region traditionell immer Verbündete gewesen. Nun sind sie erbittert miteinander verfeindet, auch wenn es nach Außen hin den Anschein einer entspannten Beziehung hat.

    Laß bitte diese Unterstellungen einach sein.

  6. #536

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    2.383
    .
    Gespräch mit einem Isis-Massenmörder

    Abu Ahmad kämpfte neun Monate mit der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien. Inzwischen ist er ausgestiegen – und berichtet aus dem Alltag eines Scharfrichters "im Auftrag Gottes".



    Von Vanessa Schlesier



    Foto: Welt Gruppe
    Einst kämpfte er für die Terroristen von Isis, heute hat Abu Ahmad (hier gepixelt) seine Zweifel an deren Vorgaben – und lebt deshalb vorerst in der TürkeiBild teilenBild teilen











    Als Abu Ahmad al-Idlebi das erste Mal einen Menschen tötete, fühlte er eine tiefe Befriedigung. Langsam schnitt er seinem Opfer die Kehle durch. Es war die gerechte Strafe, fand er, für einen, der es nicht verdiente zu leben. Der Mann hatte eine Studentin vergewaltigt. Auf offener Straße, während eines friedlichen Protestes im syrischen Aleppo. Danach schob er ein Messer in sie und ließ sie ausbluten. Abu Ahmad fühlte sich als Rächer. So sagt er es jedenfalls.
    Er machte ein Foto des Toten. Das machte er oft, wenn er einen Menschen umbrachte. Er hat mehr als 100 solcher Bilder auf seinem zerkratzten Smartphone gespeichert. "200 fehlen", sagt er. Abu Ahmad war mit hängenden Schultern in ein Café im Zentrum Istanbuls gekommen. Im Hinterhof gibt es einen großen Garten mit vielen kleinen Ecken, in denen man verschwinden kann. Er begrüßte den Kontaktmann mit Handschlag, der Reporterin nickte er zu. Eine Berührung mit fremden Frauen ist "haram", ein Tabu.
    Abu Ahmad heißt im wahren Leben anders. Er hat jetzt selbst Angst, getötet zu werden. Er war Teil der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien, kurz Isis. Einer Gruppe, die im Nahen Osten einen Gottesstaat errichten will und im Moment fast jeden Tag in den Nachrichten ist, weil sie im Irak mehrere Städte eingenommen oder eine Giftgasfabrik besetzt hat. Sie ist unter den grausamen Banden die vielleicht grausamste. Und Abu Ahmad, Schwiegersohn des regionalen Isis-Emirs von Idlib, in der Struktur der Terrororganisation damit ein Prinz, war ein Scharfrichter im Namen Gottes. Jetzt aber hat er Angst, denn er ist kein Prinz mehr.
    Die anderen Terror-Gruppen waren ihm zu lasch

    Abu Ahmad war bei zwei Islamistengruppen gewesen, die al-Qaida nahestanden. Sie waren ihm zu lasch. So fing alles an. Im September vergangenen Jahres begann er, ein Killer im Dienst von Isis zu werden. "Die islamische Gesellschaft ist mein Ideal", sagt er. Die Scharia als Gesetz. Kein unmoralisches Verhalten, keine Zigaretten, kein Alkohol, keine Frauen. "Isis-Mitglieder sind rein und verhalten sich vorbildlich. Sie glauben daran, was sie tun. Ehrlich und ernsthaft", sagt er. Er inhaliert tief den Rauch einer Zigarette mit Erdbeergeschmack. "Mein Laster. Nicht gut."
    Alte Weggefährten der Dschabat-al-Nusra-Islamisten hatten ihn vor Isis gewarnt. "Sie werden dir den Kopf abhacken." Er dachte sich: Was passiert, wird passieren.

    Foto: Munzer Al Awad
    Die Reporterin Vanessa Schlesier im Gespräch mit dem Übersetzer (links) und dem ehemaligen Isis-Kämpfer
    Al-Nusra jedenfalls war ihm nicht mehr konsequent genug: "Mich störte, dass sie nur bei Regimesoldaten die Scharia-Gesetze anwendeten, nicht bei der Bevölkerung." Von Isis hörte er, dass er radikaler und reicher war: "Angeblich bekamen die Kämpfer zur Hochzeit Zehntausende Dollar. Viele sollen einen BMW X5 fahren." Ein Emir der al-Nusra, eine Art Regionalfürst, gab ihm ein Empfehlungsschreiben mit.
    Am ersten Tag des Scharia-Kurses verlangte eine Wache, dass Abu Ahmad an der Tür seine Zigaretten abgibt. "Ich bat ihn, komm, du rauchst doch gar nicht, lass sie mir." Er mimt einen verzweifelten Gesichtsausdruck. Es half nichts. So begannen seine neun Monate bei Isis. Anfangs machten ihm die Isis-Krieger Angst, sagt Abu Ahmad. Sie haben ihre Augen dunkel geschminkt, wie der Prophet. Schon kurz nach seiner Ankunft im September 2013 sei er vom Neuling zum Lehrer geworden, sagt er. Er war in Saudi-Arabien aufgewachsen, er war mit der Scharia vertraut.
    "Vergewaltiger zu enthaupten war mein Ding"

    Ein Gespräch mit Abu Ahmad ist eine der sehr seltenen Möglichkeiten, Einblicke in eine Organisation zu bekommen, die derzeit die westliche Welt in Angst und Schrecken versetzt. Es dauert fünf Stunden. Es ist nur deshalb zustande gekommen, weil ein Kontaktmann ihn auf der Straße erkannt und angesprochen hat. Abu Ahmad hatte Angst, bei der Polizei verpfiffen zu werden.
    Es ist nicht immer leicht herauszufinden, ob Abu Ahmad gerade die Wahrheit erzählt oder einfach eine Geschichte. Es gibt Dinge, die sich nicht überprüfen lassen. Wie viele Menschen er wirklich umgebracht hat, beispielsweise. Aber man kann sich an seine Fersen heften, er hat Spuren hinterlassen. Vieles von dem, was er über sein Leben und seine Zeit bei Isis erzählt, lässt sich bestätigen, auch Details über Orte, Menschen und Begebenheiten aus seinem früheren Leben. Von früheren Weggefährten, von Feinden und auch von deutschen Geheimdiensten.
    Eines der Dinge, die der Westen vielleicht schon über Isis weiß, ist: dass alle Neueinsteiger erst einmal einen Scharia-Kurs besuchen müssen: "Es geht bei null los", sagt Abu Ahmad, beim Glaubensbekenntnis. "Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet." Drei Wochen lang lernen sie, wie sie zu beten haben, wie zu fasten und wie korrekt jemanden zu enthaupten. "Es gibt Regeln. Es muss ein Zeuge anwesend sein, der bestätigt, dass der Verbrecher die Taten begangen hat", sagt Abu Ahmad. Er habe Vergewaltiger geköpft, das sei sein Ding gewesen. Dieben die Hand abzuhacken, das habe er nicht gekonnt.
    Isis, sagt er, sei nicht brutal. "Sie bestrafen nur." Bis vor gut einem Monat gehörte er zu denen, die bestraft haben. Jetzt fürchtet er selbst, von Isis bestraft zu werden. Er ist, wenn man so will, desertiert. Ende vergangenen Jahres, nach etwa zweieinhalb Monaten, verließ er die Scharia-Schule. Er wollte kämpfen.
    Abu Ahmad musste das Töten nicht lernen

    Gleich nach dem Scharia-Kurs werden die Neuankömmlinge an der Waffe ausgebildet, sagt Abu Ahmad. "An der AK 47, einem schweren Maschinengewehr und einer Fliegerabwehrkanone." Er brauchte auch diesen Kurs nicht mehr. Abu Ahmad weiß seit den ersten Tagen der syrischen Revolution, wie man tötet. Er kämpfte jetzt in Afrin gegen die Kurden. Die Isis-Emire unterteilen die Fronten in Abschnitte. "B1, B2 und so weiter. Es ist alles gut organisiert." Nach kurzer Zeit wechselte er zu einer Einheit in der Nähe seines Heimatdorfes in Idlib. 32 Kämpfer waren dort mit ihm, Bosnier, Afghanen, Deutsche, Franzosen. Er hat in dieser Zeit 19 Kilo verloren. Jeden Morgen, eine Stunde vor dem ersten Gebet, gingen sie joggen.
    Abu Ahmad sagt: "Es gibt eine Gruppe nur für Deutsche, in Azaz. Dort sind Hunderte von deutschen Kämpfern." Die Geheimdienste kennen das Gerücht. Ob es das Camp gibt, ist nicht durch Dokumente zu belegen. Gesichert ist, dass in den Reihen von Isis Islamisten aus über 70 Ländern kämpfen, auch viele Europäer. "Manche", sagt Abu Ahmad, "bleiben nur einen Monat und kommen dann immer wieder. Es ist alles sehr organisiert."
    Die Ausländer werden in Hotels in Ankara und Istanbul empfangen. Ihnen wird alles abgenommen, Handys, Laptops. Mittels guter Kontakte auf der türkischen Seite werden sie über die Grenze geschmuggelt. Dort bekommen sie ihre Sachen wieder. Viele Kämpfer bringen ihre Ehefrauen mit. "Ich hab mich in eine deutsche Frau verknallt, deren Augen so blau waren wie dein Schal", sagt Abu Ahmad. "Sie war wunderschön. "
    Isis hat ein riesiges Netzwerk

    Durch die vielen Ausländer, sagt Abu Ahmad, habe Isis ein riesiges weltweites Netzwerk. In einer Basis hat er die Karte des Islamischen Staates gesehen, den sie planen. Er geht von Syrien über die Grenze in den Irak. Sagt er. Er bittet um ein Stück Papier und malt das Reich nach, es sieht aus wie ein Bumerang. "Sie bereiten ein Dschihadistennetzwerk vor, das mächtiger ist, als al-Qaida es je war."
    Er sagt, Isis finanziere sich mithilfe zweier großer Ölfelder um Hama, mitten in Syrien, und über 150 kleine Ölfelder an der Grenze zum Irak. Öl ist das Haupteinkommen. "Sie fördern 13.000 Barrel täglich und verkaufen ein Barrel für 20 Dollar."
    Vor ein paar Tagen erst fielen der irakischen Armee USB-Sticks in die Hände, auf denen die kompletten Finanzdaten der Organisation zu finden waren. Dem britischen "Guardian" sagte ein irakischer Geheimdienstmann: Vor der Attacke auf Mossul habe "das gesamtes Bargeld und die Anlagen einen Wert von 875 Millionen Dollar" gehabt. Erbeutet vor allen Dingen aus dem Ölgeschäft im Osten Syriens an der Grenze zum Irak. Nach dem Raubzug hat Isis sogar geschätzte 1,5 Milliarden Dollar mehr.
    Abu Ahmad, der Prinz, von dem man nicht so genau weiß, ob er es noch ist, will, dass man ihm zuhört. Dass man ihm seine volle Aufmerksamkeit widmet. Unterbricht man ihn, um seine Geschichten abzukürzen, schürzt er die Lippen und wartet, bis alle ruhig sind. Dann erzählt er weiter, offenbar unbeirrt.
    Sein Leben durchzieht eine Blutspur

    Die grausamen Geschichten erzählt er besonders ausführlich. Seine Augen lassen einen nicht mehr los. Unter Hängeliedern quellen sie hervor, Augen, die einen kalt und bewegungslos anstarren. Er ist unstet. Der rote Faden seines Lebens ist eine Blutspur. Er hat in vier Gruppen gekämpft, seitdem er im April 2011 anfing, im syrischen Bürgerkrieg mitzumischen. Er hat die Seiten gewechselt, ist zum Feind übergelaufen. Und wieder zurück, wenn ihm danach war. Er ist einfach davongelaufen, mehrfach, auch jetzt, auch vor Isis. Er hat plötzlich festgestellt, dass er alles nicht will, was Isis will.
    Er will rauchen, Frauen, Alkohol. Er hat genug von den Kämpfen und den Verletzungen, sagt er. Deshalb hat er Angst. Deshalb ist er hier. Doch auch von der Türkei hat er schon wieder genug. Er sagt, er würde wieder zu Isis zurückgehen. Aber vielleicht hat er es sich dieses Mal mit den Falschen verscherzt.


    Mit dem Morden, mit all den Toten, hat er kein Problem. Die Gesichter verfolgen ihn nicht, auch nicht in seinen Träumen. Sagt er. "Ihr habt ein anderes Gesetz. In meinem ist das Recht."

  7. #537
    MB7
    Hab bei Liveleak einige Videos gesehen. Die haben sicherlich kein Gehirn.

  8. #538
    Avatar von DerBossHier

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    Dschihadisten aus der Türkei: Verführung zum "Heiligen Krieg"


    Die Terrororganisation "Islamischer Staat" wächst, und die Türkei unterstützt die Extremisten. Dschihadisten werden mitten in Istanbul rekrutiert - mit dem Versprechen, einen Gottesstaat zu errichten, der bis nach Israel reicht.

    Für einen 21-Jährigen hat Ahmet schon viele Leichen gesehen. Er hat selbst getötet, um sein Leben gefürchtet, sich in Häuserkämpfen Gefechte geliefert, Handgranaten geworfen, Bombenexplosionen überlebt und Verletzte geschleppt. Er zeigt Filme davon auf seinem Smartphone. Ahmet mit Waffe. Ahmet mit Leiche. Ahmet mit Verletztem.


    Ahmet ist Kämpfer der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS), er war zweimal in Syrien im Einsatz und demnächst wird er wieder dorthin gehen, "bis zum Ende", sagt er. Derzeit hält er sich in Istanbul auf, um sich zu erholen. Hier wurde er auch angeworben. Er sieht ausgezehrt aus, seine knochigen Schultern zeichnen sich unter dem viel zu großen Hemd ab, der Gürtel in seiner Jeans sitzt auf dem engsten Loch. Er trägt einen Vollbart, die Haare über der Oberlippe sind wegrasiert. "Wie der Prophet, Friede sei mit ihm", sagt er.
    Jetzt wohnt er bei Cousins in Fatih, einem konservativen Stadtteil, ein paar Wochen will er bleiben. Ahmet ist türkischer Staatsbürger, aber er träumt von einem Leben in einem Kalifat, das vom Irak bis Syrien und "irgendwann, inschallah", von Pakistan über die Türkei bis nach Israel reicht.


    Gehirnwäsche nach der Rekrutierung




    Vor zwei Jahren wurde Ahmet in Istanbul von einer IS-Vorgängerorganisation rekrutiert, ein Teenager aus zerrütteten Verhältnissen, sechs Jahre Schulbildung, auf der Suche nach Halt. Seine Mutter starb, als er sieben war. Sein Vater heiratete wieder, die Stiefmutter schlug ihn, sagt er. Ahmet zog oft durch sein Viertel und bewunderte in der Koranschule die älteren Jungen, die mit ihren radikalen Ideen protzten.
    Einer von ihnen sprach ihn an, fragte, ob er nicht Lust habe, für den Islam zu kämpfen. "Er versprach mir 400 Dollar im Monat", sagt Ahmet. Sie brachten ihm den radikalen Islam näher, "ohne Moschee, ein Muslim braucht nur einen schlichten, sauberen Platz zum Beten". Und sie versprachen ihm eine Kampfausbildung in einem Camp in Syrien.

    Es muss eine Gehirnwäsche gewesen sein, denn die Cousins von Ahmet, die ihn zum Treffen in einem Teehaus in Istanbul begleiten, sagen, er sei vorher nicht so radikal gewesen. Ahmet sagt: "Ich glaube, es ist nicht falsch, im Kampf für den Glauben zu sterben. Man gelangt auf direktem Weg ins Paradies."
    Die Dschihadisten von IS haben ein Gebiet so groß wie Bayern auf irakischem und syrischem Territorium erobert. Mindestens 10.000 Mitglieder zählt die Terrororganisation, junge Männer aus dem arabischen Raum, aber auch aus Zentralasien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und der Türkei.


    Extremisten in Teehäusern



    Für einen 21-Jährigen hat Ahmet schon viele Leichen gesehen. Er hat selbst getötet, um sein Leben gefürchtet, sich in Häuserkämpfen Gefechte geliefert, Handgranaten geworfen, Bombenexplosionen überlebt und Verletzte geschleppt. Er zeigt Filme davon auf seinem Smartphone. Ahmet mit Waffe. Ahmet mit Leiche. Ahmet mit Verletztem.


    Ahmet ist Kämpfer der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS), er war zweimal in Syrien im Einsatz und demnächst wird er wieder dorthin gehen, "bis zum Ende", sagt er. Derzeit hält er sich in Istanbul auf, um sich zu erholen. Hier wurde er auch angeworben.

    Er sieht ausgezehrt aus, seine knochigen Schultern zeichnen sich unter dem viel zu großen Hemd ab, der Gürtel in seiner Jeans sitzt auf dem engsten Loch. Er trägt einen Vollbart, die Haare über der Oberlippe sind wegrasiert. "Wie der Prophet, Friede sei mit ihm", sagt er.
    Jetzt wohnt er bei Cousins in Fatih, einem konservativen Stadtteil, ein paar Wochen will er bleiben. Ahmet ist türkischer Staatsbürger, aber er träumt von einem Leben in einem Kalifat, das vom Irak bis Syrien und "irgendwann, inschallah", von Pakistan über die Türkei bis nach Israel reicht.


    Istanbul, die schillernde Millionenmetropole, ist nach Erkenntnissen von Geheimdiensten und Aussagen von Kämpfern ein wichtiger Rekrutierungsort für die Terrororganisation. Hier, unter 15 Millionen Menschen, fallen die Extremisten nicht auf, hier können sie unbehelligt Wohnungen anmieten und ohne Risiko junge Männer ansprechen.
    Viele junge Europäer, bereit zum Kampf, aber ohne Kontakte, reisen hierher. In Geschäften, in denen Flaggen und Spruchbänder mit Symbolen von IS angeboten werden, erhalten sie Telefonnummern, den Namen eines Teehauses oder einer Koranschule. Der Kontakt zu Extremisten ist relativ einfach zu bekommen. Die Polizei, heißt es, schaue weg, weil die Regierung sich einen Sturz von Syriens Präsident Baschar al-Assad wünsche und jeden unterstütze, der dazu beitrage.
    Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hatte vor etwa drei Jahren auf ein Ende seines einstigen Freundes Assad gesetzt. Doch anders als in anderen arabischen Staaten gelang der Sturz nicht. Etwa ein halbes Jahr nach Beginn der Gewalt in Syrien erwog die Türkei Geheimdiensterkenntnissen zufolge einen Krieg gegen das Nachbarland. Demnach beauftragte Erdogan Generalstabschef Necdet Özel mit entsprechenden Plänen. Der kam zu dem Ergebnis, solch ein Feldzug würde mehreren tausend türkischen Soldaten das Leben kosten.


    Die Türkei hat die Kontrolle verloren



    Erdogan tobte, begrub aber seine Kriegspläne. Seither werden Waffen, Munition, Hilfsgüter und Kämpfer über die Türkei nach Syrien geschickt, abends oder nachts. Die zuständigen Behörden sorgen für Stromausfälle, damit die Transporte bei vollständiger Dunkelheit ablaufen. Mehrfache Warnungen unter anderem aus den USA und Deutschland, die Extremisten könnten sich irgendwann gegen die Türkei richten, wollte man in Ankara nicht hören. Man habe sie im Griff, hieß es.
    Aber längst hat die Türkei die Kontrolle verloren. IS, so ist zu hören, droht der Türkei mit Gewalt, sollte Ankara dem Druck des Westens nachgeben und aufhören, die Gruppe zu unterstützen. Ein Warnsignal gab es bereits: die Entführung von 81 türkischen Staatsbürgern im irakischen Mossul. Eine Gruppe von Lastwagenfahrern ist inzwischen zwar wieder frei, aber mehrere türkische Diplomaten sind noch in den Händen von IS. Beobachter befürchten auch, IS könnte zu Terroranschlägen auf Metropolen wie Istanbul greifen, um der Türkei zu schaden.




    Vor Ort sind die Extremisten schon. "Die internationale Truppe, die sich hier in Istanbul zusammenfindet, eint der gemeinsame Glaube", sagt Ercan, 25. Er hat für IS in Syrien gekämpft, ist aber geflohen und will mit Terror nichts mehr zu tun haben. Auch er wurde in Istanbul rekrutiert, in einer Moschee in Fatih, von einem Verein, der Spenden sammelt für den Glaubenskrieg und Ausschau nach potenziellen Kämpfern hält. Er trifft sich zum Gespräch in einem Café in einem schickeren Viertel von Istanbul. Nach Fatih traut er sich nicht mehr. "Sie suchen hauptsächlich psychisch instabile Persönlichkeiten, die Orientierungslosen und Sinnsuchenden, denen sie Hilfe versprechen", sagt Ercan. "Allerdings prüfen sie die Leute genau, horchen sie aus, bevor sie sie aufnehmen. Mir erzählten sie, mein Verständnis vom Islam sei falsch. Dann brachten sie mir ihre radikale Version näher und guckten, wie ich reagierte." Am Anfang fand er Gefallen an der Idee vom Kampf für ein islamisches Reich.


    Ercan, der jahrelang Klebstoff schnüffelte und mit 17 ein körperliches Wrack war, hoffte auf ein besseres Leben und auf eine Heilung von seiner Sucht. "Ich wurde nach Syrien in ein Trainingslager gebracht, wo ich gemeinsam mit anderen Türken schießen lernte." Seine Sucht bekam er in den Griff. Aber als er einmal sah, wie ein erfahrener Kämpfer einen Mann köpfte und mit dem Kopf Fußball spielte oder wie ein syrischer Soldat erschossen wurde, weil der nicht wusste, um welche Uhrzeit das nächste Gebet beginnt und sich damit als "ungläubig" erwies, wollte er mit IS nichts mehr zu tun haben. Jetzt lebt er in Istanbul und fürchtet um sein Leben, weil er als Verräter gilt.

    Extremisten von IS (ISIS) rekrutieren in Istanbul Dschihadisten - SPIEGEL ONLINE

  9. #539
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    ISIS: The Bombshell Interview to Impeach Obama

    The author found some difficulties in finding a proper title for this post, which is based on a TV interview with the founder of Jihadist movement in Egypt and a former top Al-Qaeda commander. Each line of the interview is a title by itself, each piece of information is more than enough to put tens of western officials and their regional stooges behind bars for long times, those who are acting as the Humanitarian Bastards crying for the suffering of the innocent they only inflicted their suffering.


    ISIS: The Bombshell Interview to Impeach Obama




  10. #540
    Avatar von _KRG_

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    Es langt der Türkei nicht die ISIS dort zu unterstützung wo sie den Grenzübergang kontrollieren, nein die Türkei muss die ISIS ins Land holen und über die YPG kontrollierte Gebiete einschleusen.

    Türkei macht Grenzgebiet auf - ISIS greift Kobanê vom Norden aus an


    Was möchte die Türkei in Syrien eigentlich erreichen ? kann mir das ein Türke mal erklären ?

    -Mit Assad hat mans verkackt.
    -Man arbeitet mit ISIS zusammen, während die ISIS im Irak Turkmenen abschlachten.
    -Man Isoliert und bekämpft via ISIS, die Syrischen Kurden.
    -Man nützt das Chaos aus um weniger wasser über den Euphrat zulassen. (Syrien droht eine Wasser-Katastrophe :: Daniel Pipes)
    -Stellt sich als "Opfer" dar und geniesst Deutsche Patriot unterstützung.

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