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ISIS [Sammelthread]

Erstellt von abdul maz, 24.06.2014, 13:13 Uhr · 11.183 Antworten · 486.105 Aufrufe

  1. #7581

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von JazzMaTazz Beitrag anzeigen
    Und woher bekommen sie die Informationen, wie man mit Drogen Menschen beeinflusst ?
    Mal davon abgesehen, sind jegliche Art von Drogen in dieser Religion nicht erlaubt.
    Solche Informationen sind echt nicht schwer zu bekommen der is ist reich

  2. #7582
    Avatar von DerBossHier

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    Zitat Zitat von JazzMaTazz Beitrag anzeigen
    Und woher bekommen sie die Informationen, wie man mit Drogen Menschen beeinflusst ?
    Mal davon abgesehen, sind jegliche Art von Drogen in dieser Religion nicht erlaubt.


    Tonnenweise Drogen


    Captagon: the amphetamine fuelling Syria's civil war

    The drug, widely used in the Middle East but unknown elsewhere, is keeping fighters on their feet during gruelling battles and generating money for more weapons
    Captagon: the amphetamine fuelling Syria's civil war | World news | The Guardian


    Syria rebels use psychostimulant drugs


    Militants in Syria are using stimulant and synthetic drug sent by their foreign supporters as Syria war goes on with vicious images of brutality and inhuman crimes.
    Syria rebels use psychostimulant drugs
    - - - Aktualisiert - - -

    Was der wohl genommen hat.

    http://www.liveleak.com/view?i=9b7_1413927704

  3. #7583
    JazzMaTazz
    drogen und krieg, sind sich nicht fremd.

  4. #7584
    Avatar von DerBossHier

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    Zitat Zitat von JazzMaTazz Beitrag anzeigen
    drogen und krieg, sind sich nicht fremd.
    Woher sie diese Informationen bekommen? Vielleicht vom Ausbilder CIA direkt oder von den Geldgebern aus Katar, Saudi-Arabien, Jordanien. Ist ja nicht so das bei den Crack unbekannt ist . Das erklärt so manche schreckliche Taten wie Menschen und Kindern das Herz rauszureißen oder Massenexekutionen.



    Laut dem Video kommt Captagon aus Europa, der Türkei, Libanon,

    - - - Aktualisiert - - -

    Das Video übersetzt




    1:26

  5. #7585
    JazzMaTazz
    katar, saudi arabien und drogendrill ? drogendrill kenn ich eher aus der tradition, z.b einer kriegsgefangenschaft, wenn man da auch als foltermethode halluzinogene nutzt.
    kämpfer an der front nehmen andere drogen. eher drogen um ängste und müdigkeit zu stimmulieren, und/oder aggressiver zu werden, z.b pervitin.
    es müssten ja bestimmte köpfe vor einsätze darüber abstimmen. das zu organisieren, bedarf es mehr als irgendwie durch ne lokalen dealer sich stoff zu besorgen.

    es müssten sich dabei um halluzinogene drogen handeln, um drogen als manipulator zu nutzen. mit arabischem opium wird man sowas nicht hinbekommen, da schlafen die alle eher ein.
    so halluzinogene sachen wie mescalin müssten chemisch hergestellt werden.
    ebenso die alkoholisiertwirkende/ paralysiert wirkende art auf den videos, ist auf halluzinogene zu führen.

    durch halluzinogene drogen enstehen ich-auflösüngen, verlust des selbstbildes, AUTONOMIEVERLUST, und persönlichkeitsspaltung.
    um sowas gezielt anwenden zu wollen, bedarf es mehr als paar rekrutierte dummbratzen, die sich vom örtlichen dealer was besorgen.
    dahinter müsste man erfahrung und erkenntnisse mit dieser wirkung mit bringen, also da müssten schon paar "köpfe" von außen einschalten, die dies gezielt anwenden wollen.



    Jan Vestweber Lars Karsten
    Manipulation von Menschen und Massen durch Drogen

    Manipulation von Menschen und Massen durch Drogen

  6. #7586
    Avatar von DerBossHier

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    Captagon-Psychosen im syrischen Bürgerkrieg



    Captagon ist der Handelsname für Fenetyllin und dürfte dem geneigten westlichen Publikum eher unbekannt sein. Im Nahen Osten erfreute es sich aber schon lange großer Popularität. In Deutschland tauchte das Amphetaminderivat erstmals in den 1980er Jahren auf—als Dopingmittel im Fußball. Heute wird es vor allem zur Behandlung und Besserung von Kindern benutzt, die nicht stundenlang am Stück an Schreibtischen Matheaufgaben lösen wollen (ADHS).


    Was Captagon aber in letzter Zeit interessant macht, ist seine Rolle im Syrien-Konflikt. Auffällig ist zum Beispiel wie der gesamte Nahen Osten im Jahr 2006 mit Captagon regelrecht überschwemmt wurde. Zur Erinnerung: Zur gleichen Zeit stand die gesamte Region durch die Ermordung des libanesischen Premiers Rafik Hariri sowie durch die israelische Invasion Südlibanons unmittelbar vor einem Flächenbrand. Damals wurden in der Türkei 14-mal so viele Pillen Captagon wie Ecstasy beschlagnahmt.

    Klick hier, um bei Motherboard weiterzulesen, wie der Captagon-Handel funktioniert und welche Rolle das Amphetaminderivat als Kriegsdroge in Syrien spielt.

    Vor allem aber ist Captagon im Nahen Osten ultra-populär: im Libanon, in Syrien, in Jordanien, vor allem aber in Saudi Arabien, wo es konsumiert wird wie in keinem anderen Land. Und sogar die Drogenfunde werden mit experimentel verwackelten Filmaufnahmen zelebriert:
    Betrachtet man den syrischen Konflikt unter diesem Aspekt muss man vor allem sofort an die Videos der unglaublichen Gräueltaten denken, die in den letzten Monaten die Runde machten und die an die Effekte andauernden Amphetaminmissbrauchs erinnern : von Organessenden Rebellen, Enthauptungen vor Kindern und vollkommen psychotischen Warlords.

    Captagon ermöglicht das Vorgehen mit besonderer Brutalität und Gefühllosigkeit – und offenbart damit trotz seiner chemischen Verwandtschaft mit anderen Amphetaminderivaten, entfaltet es eine ungleich härtere Wirkung als beispielsweise Ritalin. In jedem Fall wird durch die Pillen die Einschüchterung und Terrorisierung der Zivilbevölkerung als (allerdings relativ kurzfristiger) taktischer Vorteil möglich. Langfristig führt es wie alle anderen Amphetamine zu Psychosen und paranoiden Wahnvorstellungen, welche dem Konflikt einen zusätzlichen und wie für Amphetamine aller Art eben üblich - bitteren Beigeschmack geben dürften.
    Die psychosoziale Grundstruktur der syrischen Gesellschaft und des gesamten nahen Ostens wird also noch lange nach Beedingung des Syrienkrieges unter den Nebeneffekten der Drogenökonomie dieses ultra-brutalen Konfiktes leiden. Letzlich wäre auch dies wohl ein weiterer Grund für eine flächendeckende Legalisierung – und damit auch effizientere offizielle Kontrolle – von Drogen.

    http://motherboard.vice.com/de/blog/...agon-in-syrien

    Captagon-Psychosen im syrischen Bürgerkrieg | VICE Deutschland
    ...

  7. #7587
    JazzMaTazz
    drogen sind in dieser religion eh verboten, genauso verpönt wie schweinefleisch und alkohol. daher sollte dem einen oder anderen da ein licht aufgehen.

    captagon, das wäre eher ein stoff für den krieg, aber nicht zur paralysiertne manipulation von zivilbevölkerung zu gebrauchen. in kriegen wie 2ter weltkrieg, vietnam etc. haben soldaten auch drogen konsumiert. die drogen wurden dann auch von eigener seite gezielt beliefert, d.h die soldaten selbst haben sich da keine drogen besorgt.

    für die manipulation der zivilbevölkerung, müssten schon halluzinogene her, für die orte die man erobert. das erinnert mich eher an foltermethoden in kriegsgefangenschaft.
    jedoch ist es in dieser religion verboten, jeglicher konsum von drogen, gerade in dieser form.

    unter solchen drogeneinfluss gibt es auch prostitution etc.

    nur ein kleines beispiel, wie drogen im krieg anwendung finden können:

    "Die Operation Artischocke war ein umfangreiches, geheimes Forschungsprogramm der CIA über Möglichkeiten der Bewusstseinskontrolle vom 20. August 1951 bis 20. April 1953. Vorgängerprojekt war das Projekt BLUEBIRD, Nachfolger das Projekt MKULTRA.Ziele und Methoden[Bearbeiten]

    Während des kalten Krieges ließ die CIA in der Bundesrepublik Deutschland, in Japan sowie auf einem Marinestützpunkt in der Panamakanalzone Geheimgefängnisse errichten. Sie sollten im Speziellen Doppelagenten beherbergen, die geheime Informationen an die Kommunisten weitergaben, sowie die Räumlichkeiten für spezielle Verhörtechniken liefern. 1950 wurden insgesamt sechs vermeintliche Doppelagenten in den Geheimgefängnissen in Japan sowie in der Panamakanalzone verhört. Sie galten als die ersten Versuchspersonen der Operation Artischocke."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Artischocke

  8. #7588

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    Islamischer Staat“ macht die Universität zur Kaserne

    Im irakischen Mossul bestimmen jetzt die Dschihadisten über das akademische Curriculum: Auf das Studium von Literatur, Kunst, Philosophie und Recht steht die Todesstrafe.
    28.10.2014, von RAINER HERMANN



    © DPA
    Kein Ort von Gedankenfreiheit: der Eingang zur Universität von Mossul
    An den Hochschulen der nordirakischen Stadt Mossul hat erstmals ein Semester unter der Herrschaft des „Islamischen Staats“ begonnen. Die „Bekanntmachung Nummer 006“ des „Amtes für Schulwesen“ übertrifft alle Befürchtungen: Zahlreiche Fakultäten werden aufgelöst, alle säkularen Fächer verboten, und die Errungenschaften der Moderne werden gekappt. Unter dem Logo des „Islamischen Staats“ und seinem Schriftzug wird diese Staatsform folgendermaßen definiert: „Ein Kalifat nach der Art des Propheten“. Die Bekanntmachung von der Länge einer DIN-A4-Seite schließt mit einer Einsicht aus Koran 12:21 (in der Übersetzung von Hartmut Bobzin): „Und Gott obsiegt in dem, was er bietet, doch wissen es die meisten Menschen nicht.“
    Autor: Rainer Hermann, Jahrgang 1956, Redakteur in der Politik. Folgen:
    Doch die primitiven Herren des „Islamischen Staats“ wissen es und teilen es „allen Fakultäten der Universität in Mossul, allen Professoren, Dozenten, Mitarbeitern und Angestellten“ mit. Diese haben erfahren, dass sie verpflichtet seien, ihrer Arbeit nachzugehen, dass aber folgende Fakultäten und Abteilungen aufgelöst werden, weil sie angeblich „gegen die Scharia“ verstießen. Die Fakultäten für Jura, Politologie, Kunst, Archäologie, Sportwissenschaft und Philosophie werden aufgezählt, außerdem die Tourismusschule und die Hotelfachschule.
    Hinrichtung bei Widerstand

    Welchem Denken die Gotteskrieger huldigen, offenbaren sie mit der Liste moderner Fächer und säkularer Themen, die von nun an verboten sind: Demokratie, Kultur, Freiheit, Rechte und Jurisprudenz; in den Abteilungen für Englisch, Französisch und den Übersetzerkursen darf nicht mehr über Romane und Theaterstücke gesprochen werden. Außerdem dürfen Themen der Nationalität, der Ethnien und der Geschichte sowie Fragen der „geographischen Aufteilung“ nicht mehr behandelt werden.
    Die Bekanntmachung ordnet die strikte Trennung von Frauen und Männern an. Der Begriff „Irakische Republik“ wird ersetzt durch „Islamischer Staat“, der säkulare Begriff „Ministerium für Hochschulwesen“ durch den islamischen Begriff „Diwan al Talim“ (Amt für Erziehung). Damit kein Zweifel aufkommt, dass die neuen Herren über Mossul es ernst meinen, heißt es: „Diese Bekanntmachung ist verpflichtend, Zuwiderhandlungen sind strafbar.“ Die ersten Exempel haben sie schon statuiert und Zuwiderhandelnde hingerichtet. Seine Identität hat der Unterzeichnende bereits aufgegeben. Er hat sich den koranischen Begriff „Dhu al qarnain“ zugelegt, er will also einer sein, dessen Macht weit nach Osten und nach Westen reicht.
    Universität als Kaserne

    Ein Rückfall in das Mittelalter ist dieser Schritt freilich nicht. Denn im frühen 9. Jahrhundert hatte der Abbasidenkalif Harun al Rashid in Bagdad die erste Universität in der arabischen Welt gegründet, das „Haus der Weisheit“ (Dar al Hikma). Sie ging weit über die damals verbreitete religiös-juristische Hochschule hinaus. Harun al Rashid wollte dort alle Arten von Wissenschaften und Bildung pflegen. Dazu holte er auch christliche und persische Wissenschaftler und Übersetzer nach Bagdad. Sie widmeten sich Wissensgebieten, die der „Islamische Staat“ heute auf seinem Territorium als unislamisch verboten hat - neben der weiter erlaubten Medizin und den Naturwissenschaften auch der Philosophie, Geographie und Kunst.
    Mehr zum Thema




    Die Einwohner von Mossul, die am 10. Juni die Gotteskrieger des „Islamischen Staats“ noch begrüßt hatten, sind in Schockstarre verfallen. Viele immatrikulierte Studenten erschienen nicht zum Semesterbeginn, der „Islamische Staat“ hat das Universitätsgelände in eine Kaserne verwandelt. In dem Teil der Universität, wo noch ein Lehrbetrieb stattfindet, sorgen vierzig bewaffnete Krieger für die Einhaltung der rigiden Vorschriften. So müssen sich Frauen, die studieren wollen, voll verschleiern. Dazu passt es auch, dass an den Schulen der Sportunterricht in „Ertüchtigung zum Dschihad“ umbenannt wurde.

  9. #7589
    Avatar von DerBossHier

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    moderate Rebellen der Islamic Front

    "We love and appreciate the Kurds because they're Sunnis and we have a common history; their ethnic background doesn't concern us"

  10. #7590

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    .
    "Wir wurden als Kriegsbeute des IS aufgeteilt"

    Der IS übt im Irak systematisch sexuelle Gewalt gegen Jesidinnen aus. Sie werden versklavt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. Ein Treffen mit Frauen, die dem Horror entkommen sind.



    Von Alfred Hackensberger,Kirkuk



    Befreit (v. l.): Die Jesidinnen Intisar, 19, Suraia, 19, Schachnas, 22, und Schars, 20, im Peschmerga-Hauptquartier von KirkukFoto: Alberto Prieto

    Intisar und Suraia sitzen reglos und stumm auf ihren Stühlen. Ihre Augen sind weit aufgerissen und starren teilnahmslos in eine Ferne, in der sie mit sich selbst völlig allein sind. Die Hände liegen im Schoß, fast wie zum Gebet gefaltet. Neben ihnen sitzt das Geschwisterpaar Schars und Schachnas. Sie bringen anfangs nur einige Worte heraus, und auch das nur zögerlich.
    Ihre Gesichter sind bleich, erschöpft, die Augen feucht. Wenn Schars schluchzt, dann kommt es tief aus ihrer Brust. Ihren Arm hat die junge Frau behutsam auf Melek gelegt, ihren elfjährigen Bruder, der ungeduldig hin und her zappelt. Nichts passt mehr zusammen. Die Welt, in der sie aufgewachsen sind, ihre Zeit in der Gefangenschaft, ihre Befreiung eben gerade.
    "Sie hatten Glück", sagt einer der Männer, die den Jungen und die vier Frauen aus den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entgegengenommen haben. "Tausende von Jesiden hat der IS schon entführt, höchstens zwei Dutzend sind freigekommen." Der Rest werde als Sklaven gehalten, fügt der Mann hinzu. Er will nicht, dass man seinen Namen nennt. "Sie können mich ja einfach Mohammed nennen, wenn Sie unbedingt einen Namen brauchen", meint er lachend.
    Mohammed hat als Unterhändler die Befreiung der Frauen aus der Gewalt des IS organisiert, zusammen mit den beiden Kollegen, die neben ihm hier in der Militärbasis von Kirkuk sitzen. An dieser sind außen noch die Spuren der jüngsten Kämpfe zu sehen. Während der Offensive gegen den IS haben die kurdischen Peschmerga die Stadt erobert und ihrer Autonomen Region Kurdistan im Nordirak angegliedert. Aber die Islamisten sind nicht verschwunden. Sie sind ein stets gegenwärtiger Feind.
    Kurden am Schicksal der Jesiden nicht unbeteiligt

    Vor wenigen Tagen hat der IS eine neue Offensive in der Jesidenregion von Sindschar gestartet. Einige Flüchtlinge waren dort schon in ihre Dörfer zurückgekehrt, nachdem sich die Lage zu beruhigen schien. Nun sind sie wieder auf der Flucht. Die Terrormiliz will unbedingt in die Berge von Sindschar, um die heiligen Stätten der Jesiden zu zerstören, die sich dort befinden.
    Am Donnerstag waren die IS-Kämpfer bis auf einen Kilometer an die Pilgerstätten in Scherfedin herangekommen. Einige der jesidischen Verteidiger hatten sich mit SMS-Nachrichten für immer von ihren Verwandten im Exil verabschiedet. Aber im letzten Moment kam Luftunterstützung von US-Kampfflugzeugen und irakischen Hubschraubern. Die heiligen Stätten und etwa 7000 Zivilisten sind vorerst gerettet. Niemand weiß, wann der Ansturm wieder beginnt.

    Foto: AFP
    ls der IS im Sommer seine Großoffensive gegen die angeblich Ungläubigen in der Region Sindschar startete, zogen sich die Kurden zurück

    Mehr als zwei Wochen lang haben Mohammed und seine Männer über Mittelsleute mit dem IS verhandelt. Am Ende einigten sie sich auf ein Lösegeld von umgerechnet 12.500 Euro. "Heute sind alle freigekommen, und wir sind jetzt hier bei den Peschmerga, um das Geld wiederzubekommen", erklärt Mohammed. Rasul Omer, der Militärkommandant von Kirkuk, nickt zustimmend. "Ja, wir bezahlen diese Summe. Das ist das Mindeste, das wir für diese Frauen tun können", sagt der Generalmajor.
    Die Peschmerga sind am Schicksal der Jesiden nicht unbeteiligt. Als der IS im Sommer seine Großoffensive gegen die angeblich Ungläubigen in der Region Sindschar startete, zogen sich die Kurden zurück. Aus taktischen Gründen, wie es damals hieß. Die radikalen Islamisten konnten ungehindert Jagd auf die Jesiden machen, deren eigenständige Religion sie in den Augen des IS zu Ungläubigen, zu legitimen Opfern macht.
    Viele Hunderte Jesiden wurden exekutiert, Tausende von Frauen und Kindern in die Sklaverei verschleppt, zehntausende Menschen in das Elend der Flüchtlingslager getrieben. "Was da passiert ist, bedauere ich zutiefst", gibt der Offizier zu und fügt hinzu: "Gerade als Soldat ist das nur schwer zu akzeptieren." Damit könnte er auch das Schicksal der fünf jungen Menschen zwischen 19 und 22 Jahren meinen, die da jetzt vor ihm sitzen, in dem Sitzungssaal seiner Basis.
    "Hunderte, 1000 oder 2000 Tote"

    Das Martyrium des Jungen und der vier Frauen begann am 15. August. An diesem Tag griff der IS ihren Heimatort Kotscho an, 18 Kilometer südlich der Stadt Sindschar. "Nach wenigen Stunden hatten sie unser Dorf eingenommen", erzählt Schars. "Sie trieben alle Einwohner zusammen und trennten uns Frauen von den Männern." Schars muss eine kurze Pause machen, bevor sie weitersprechen kann.
    Tränen steigen ihr wieder in die Augen. Sie schluckt einige Male und holt dann tief Luft. "Sie haben uns den Goldschmuck abgenommen und danach den Männern gesagt, die Steuern seien bezahlt. Sie könnten jetzt verschwinden. Als sie jedoch die Schule verließen, in die man sie gesperrt hatte, wurden sie alle auf offener Straße erschossen." Sie weiß nicht, wie viele Tote es waren. "Hunderte, 1000 oder 2000. Das kann ich nicht sagen. Es waren einfach alle Männer unseres Dorfes." Itisar und Suraia sitzen immer noch wie unbeteiligt da und starren vor sich hin.
    Die Frauen von Kotscho brachte der IS nach Tel Afar. Die Miliz kontrolliert die Stadt und ihre etwa 100.000 Bewohner, bei denen es sich vorwiegend um sunnitische Turkmenen handelt. Unter ihnen haben die Extremisten viel Rückhalt. Von Tel Afar aus führt eine Verbindungsstraße ins 74 Kilometer entfernte Mossul, die Hochburg der des IS im Irak.
    Alle Länder des muslimischen Orients auf der Eroberungsliste

    Dort hatte der Anführer Abu Bakr al-Baghdadi Anfang Juli ein Kalifat ausgerufen und sich zum Herrscher eines "neuen, kommenden islamischen Weltreichs" erklärt. Von Irak und Syrien aus sollen alle Länder des muslimischen Orients erobert werden. Die Türkei steht ebenso auf dem Plan wie das gesamte Nordafrika, von wo aus die Islamisten dann nach "al-Andalus" vordringen wollen – das heutige Spanien. Danach soll der Rest der Welt folgen.
    In Tel Afar sortierte der IS alle jungen Mädchen aus, von denen man annahm, sie seien noch Jungfrauen. Die Islamisten brachten sie separat unter. "Das machen sie immer so", wirft Mohammed ein. "Jungfrauen bringen mehr Geld, wenn man sie auf dem Markt verkauft." Aus der gesamten Region, selbst aus Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten sollen Käufer in die IS-Gebiete kommen, um jesidische Frauen zu ersteigern.

    Man kauft sie, um sie als Konkubinen zu halten, als Sklavinnen, die im Haushalt arbeiten, oder man zwingt sie zur Prostitution


    "Mohammed"
    Unterhändler zwischen IS und Peschmerga




    "Man kauft sie, um sie als Konkubinen zu halten, als Sklavinnen, die im Haushalt arbeiten, oder man zwingt sie zur Prostitution", sagt Mohammed. In den Gesichtern von Peschmerga-Kommandant Omer und seinen Soldaten spiegeln sich Verblüffung und Ekel, während sie Mohammeds Erklärungen folgen. "Barbaren", murmelt einer immer wieder vor sich hin und schüttelt den Kopf. "Sie sind nichts anderes als Barbaren, miese Barbaren!"
    Für einige Tage wurden Schars und Schachna zusammen mit ihrem Bruder und den beiden anderen Frauen aus Kotscho in einem Lager untergebracht. "Wir waren dort mit mindestens tausend anderen Frauen aus der ganzen Gegend von Sindschar zusammen", berichtet die 19-jährige Schars.
    "Nach zwei Tagen wurden wir alle als Kriegsbeute unter IS-Kämpfern aufgeteilt. Unsere Gruppe kam in das Haus eines turkmenischen Kämpfers, der an der Eroberung unseres Dorfes beteiligt war", fügt die drei Jahre ältere Schwester Schachna hinzu. "Jeden Tag forderten sie von uns, das islamische Glaubensbekenntnis abzulegen. Wir weigerten uns. Darum wurden wir täglich mit dem Stock geschlagen." Auch der kleine Melek sollte konvertieren. "In all der Zeit haben sie es drei Mal versucht. Aber ich bin kein Muslim geworden", erzählt der Junge stolz. "Und sie haben mich jedes Mal verprügelt."
    Binnen weniger Stunden 30-mal vergewaltigt

    Alle drei bis fünf Tage wird die Gruppe von einem Haushalt zum nächsten geschickt. Jedes Mal soll eine neue Familie ihr Glück bei der Bekehrung der jesidischen Ungläubigen versuchen. So erzählen es die Befreiten. "Es war immer das Gleiche, sie wollten uns mit allen Mitteln zum angeblich richtigen Glauben bekehren. Je öfter wir uns weigerten, desto mehr Schläge gab es", sagt Schars.
    Die Konvertierungsversuche könnten eine Erklärung für den steten Wechsel zwischen den Unterkünften sein. Es gebe noch eine andere, die für die Frauen nicht auszusprechen wäre, erst recht nicht vor einer Gruppe fremder Männer. Von Aussagen anderer jesidischer Frauen, die in die Gewalt des IS gerieten, weiß man, dass systematische sexuelle Ausbeutung zur Terrorpraxis der Miliz gehört. Eine Frau berichtete der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, sie sei binnen weniger Stunden mehr als 30-mal vergewaltigt worden.
    Ungläubige haben in den Augen der radikalen Islamisten keine Seele, keinen Wert als Mensch. Nur wenn sie Kinder von muslimischen Vätern gebären, haben sie im Denken der Extremisten immerhin eine positive Funktion. Eine solche Vergewaltigung ist aber auch ein gezielter demografischer Angriff. Jesiden dürfen nur untereinander heiraten. Die Islamisten wollen den Frauen die Unschuld nehmen, damit kein jesidischer Mann mehr Kinder mit ihnen zeugt.

    Der IS will die Jesiden vernichten. Sie wollen unsere Religion und Kultur, die mindestens 4000 Jahre alt ist, komplett auslöschen


    Ali Atalan
    Vorsitzender der Jesiden-Vereine in Deutschland




    "Der IS will die Jesiden vernichten", sagt Ali Atalan, der Vorsitzende der jesidischen Vereine in Deutschland. "Sie wollen unsere Religion und Kultur, die mindestens 4000 Jahre alt ist, komplett auslöschen." Der 46-Jährige glaubt, die Islamisten hätten Angst vor dem Jesidentum, weil es die erste monotheistische Religion der Menschheitsgeschichte sei. "Schon unser Name bedeutet auf Kurdisch, dass wir Anhänger nur eines Gottes sind", führt Atalan aus. "Zudem gibt es bei uns keinen Propheten. Wir haben nur Gott allein."
    Geschwister wissen nicht, was aus ihrer Mutter geworden ist

    Dass die Jesiden die Sonne, den Mond oder andere Naturerscheinungen anbeteten, sei Unsinn. "Wir sehen sie nur als Zeichen Gottes." Für die extremen Islamisten des IS sind Juden und Christen zwar auch Ungläubige, aber immerhin Anhänger von Buchreligionen, deren Glauben auf Schriften beruht, die auch der Islam anerkennt. Doch die jesidische Vorstellung vom Engel-Pfau Melek Taus, der mit sechs weiteren Engeln das Universum bewacht und die Gläubigen erhört, ist für muslimische Fundamentalisten Blasphemie.
    Besonders dumm sei es, die Jesiden als Teufelsanbeter zu bezeichnen, wie das insbesondere der IS tue. "Wenn man von einem Schöpfer des Universums ausgeht", erklärt Atalan weiter, "warum sollte dieser eine Figur wie den Satan schaffen, der ihm Konkurrenz macht?" Das sei völlig absurd. Der Vorwurf der Teufelsanbetung sei Propaganda des IS, ein Versuch der Legitimierung für seine Gräuel.
    Es ist nicht ausgeschlossen, dass Schars, Schachna, Itisar und Suraia von Haus zu Haus gebracht wurden, damit Kämpfer sich an ihnen vergehen konnten. Die Verzweiflung, das Gefühl der Leere, das die Gesichter der jungen Frauen ausstrahlen, lässt Demütigungen erahnen, die über Stockschläge hinausgehen. Dass sie freikamen, hat mit Barmherzigkeit nichts zu tun. Ihren kleinen Bruder Melek ließ der IS nur laufen, weil die Miliz dafür noch mehr Geld verlangen konnte.


    Ihre Mutter haben die drei Geschwister zum letzten Mal gesehen, bevor sie in das Sammellager gebracht wurden. Niemand weiß, was aus ihr geworden ist.

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