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Israel-Palästina Konflikt Sammeltheard

Erstellt von Melek, 20.04.2009, 20:57 Uhr · 5.841 Antworten · 198.267 Aufrufe

  1. #2791
    Avatar von DerBossHier

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    Putin will anscheinend die Palästinenser unterstützten

    Putin offers military aid to Palestinians


    Moscow hopes to bolster security in wake of Israeli withdrawal

    Putin offers military aid to Palestinians - World news - Mideast/N. Africa | NBC News

  2. #2792
    Avatar von Albokings24

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    Er braucht Geld von den Arabern

  3. #2793
    Avatar von DerBossHier

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    Genau, weil die Palästinenser auch sehr viel davon haben

  4. #2794
    Avatar von papodidi

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    Heute zwei gute Artikel in der NZZ:


    Yali Sobol über die Attentate in Israel


    Der wahre Preis des Terrors

    Yali Sobol 1.12.2014, 05:30 Uhr


    Die jüngsten Attentate in Israel waren tragische Evidenz für die zunehmende Spannung zwischen Israeli und Palästinensern. Die Zahl der Opfer mag – verglichen mit anderen Treibhäusern des Terrors – begrenzt sein. Aber der Schriftsteller Yali Sobol zeigt auf, wie die Gewaltakte im Denken der Israeli nachwirken.
    ...
    Rassismus als Überlebensstrategie

    Dies ist vielleicht die schlimmste Auswirkung der neuen Welle von Terroranschlägen. Ein grosser Teil der jüdischen Bevölkerung hat nicht genug Zeit oder Energie, um sich über Terrorismus und dessen Ursachen und Erscheinungsformen Gedanken zu machen; und diesen Menschen erscheint Rassendiskriminierung irgendwann nicht mehr als eine abartige Ideologie, sondern als logische und praktische Überlebensstrategie. Als letztes Mittel zum Zweck, nachdem alles andere versagt zu haben scheint.

    Demokratie – die für mich nicht nur das moralische Fundament Israels und eine Grundbedingung für sein Überleben darstellt, sondern auch den einen und bedeutendsten relativen Vorteil, den es gegenüber den anderen Ländern der Region hat – kann unter solchen Bedingungen wie eine Schwäche erscheinen; eine unnötige Bürde für die Sicherheit der Nation, ein Luxus.

    Über Israel geht derzeit eine unerhörte Welle aus Vorurteilen, Angst und Wut hinweg, die häufig in offenen Rassismus umschlägt. Das Unerhörte daran ist die Tatsache, dass diese Gefühle ganz unverhüllt und allerorten präsent sind. Es ist, als wäre in den letzten Wochen eine Art Schutzwehr aus Scham zusammengebrochen, die Hass und Rassismus bis da eingedämmt hatte.
    ...
    Die Lehre, die meinem Empfinden nach aus diesen jüngsten, spontanen und improvisierten Attentaten zu ziehen wäre, geht dahin, dass Terror nicht mit militärischen Mitteln oder mit Gewalt eliminiert werden kann. Die beste Art, diese Bedrohung aus dem Weg zu räumen, wäre eine politische Übereinkunft, die hüben und drüben den Hass bändigt – ein historischer Kompromiss, der die Motivation für solche Akte beseitigt oder wenigstens reduziert. Unglücklicherweise macht es den Anschein, dass derzeit viele Israeli – auch ein Grossteil der politischen Elite – diese Sichtweise im besten Fall für naiv, im schlimmeren für verräterisch halten.

    Wenn es überhaupt noch eine Sache gibt, in der sich Israeli und Palästinenser dieser Tage einig sind, dann diese: Es wird noch schlimmer werden.

    Yali Sobol über die Attentate in Israel: Der wahre Preis des Terrors - Feuilleton Nachrichten - NZZ.ch



    Israel-Palästina

    Wer Angst sät, wird Gewalt ernten

    Carlo Strenger, Professor für Psychoanalyse und Philosophie 30.11.2014, 15:23 Uhr

    Populistische Angstmacherei hat die Terrorwelle, die Israel und Palästina erschüttert, entscheidend befeuert.
    ...
    Wir wissen heute, dass die Motivation, zum religiösen Terror zu greifen, oft ein Versuch junger Menschen, meist Männer, ist, klare Identität und Lebenssinn zu erhalten. Diese Motivation ist umso grösser, je mehr die eigenen Kultur und Religion erniedrigt wird. Die wiederholten Versuche israelischer rechtsextremistischer Politiker, die Rechte der arabischen Bürger Israels weiter einzuschränken, die Bildung eines palästinensischen Staates zu verhindern und neuerdings den Status quo auf dem Tempelberg zu ändern, verstärken solche Ressentiments nur.

    Nicht nur die Terrorforschung vertritt diese Ansicht, sondern auch die israelischen Sicherheitskräfte: Der Chef des israelischen internen Sicherheitsdienstes, Yoram Cohen, sagte nach dem Synagogenattentat vor zwei Wochen in der Knesset klipp und klar, dieser Anschlag sei vor allem durch die Besuche israelischer Rechtspolitiker auf dem Tempelberg hervorgerufen worden. Netanyahu und Bennett hingegen sehen die Schuld bei Hetzreden des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas. Yoram Cohen steht nicht unter dem Verdacht, die Terrorgefahr kleinreden zu wollen. Den populistischen Rechtspolitikern hingegen geht es, nicht nur in Israel, weniger um Sicherheit als um die Manipulation von Ängsten zum eigenen Machtgewinn – und die Bürger bezahlen den Preis für diese Taktik.


    Israel-Palästina: Wer Angst sät, wird Gewalt ernten - Morgenland Nachrichten - NZZ.ch

  5. #2795
    Avatar von papodidi

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    Regierungskrise in Israel

    Netanjahus Koalition ist am Ende


    Gestritten wurde von Anfang an, und das heftig. Jetzt ist die Koalition in Jerusalem auseinandergebrochen. Alles spricht für Neuwahlen im Frühjahr. Und womöglich steht Israel vor einem Rechtsruck.
    ...
    Wie jüdisch soll Israel sein?

    Hintergrund der Regierungskrise sind einige der Dauer-Streitthemen in der israelischen Politik: Wie geht man mit radikalen Siedlern um? Wieviel Einfluss dürfen Ultra-Orthodoxe bekommen? Und was darf Frieden mit den Palästinensern kosten? In den vergangen Tagen hatten sich die Regierungsparteien vor allem um das geplante Nationalstaatsgesetz gestritten, mit dem Israel zu einem explizit jüdischen Land erklärt werden soll. Arabisch wäre als zweite Amtssprache wohl abgeschafft worden, trotz 1,6 Millionen israelischer Staatsbürger palästinensischer Herkunft. Das sind 20 Prozent der Bevölkerung.
    Zum Bruch der Koalition hat aber auch der Vorstoß des säkularen Finanzministers Lapid beigetragen, ultraorthodoxe Juden zum Wehrdienst zu verpflichten. Religiöse Juden müssen aus Glaubensgründen nicht in der Armee dienen, was seit Jahren in säkular-liberalen Hochburgen wie Tel Aviv kritisiert wird. Männer werden in Israel sonst drei, Frauen zwei Jahre eingezogen.
    Netanjahu hatte aber immer die Nähe zu den Religiösen gesucht. Ihre Parteien hätten ihn in künftigen Koalitionen unterstützen sollen, weshalb Netanjahu es nun auf einen Bruch mit den Liberalen hat ankommen lassen.

    Vor einem Rechtsruck

    Den meisten Umfragen zufolge steht Israel vor einem Rechtsruck. Bei den nächsten Wahlen, vermutlich im Frühjahr 2015, dürften die Siedlerpartei und die Religiösen zulegen. Vor allem der bisherige, nationalistisch gesinnte Wirtschaftsminister Naftali Bennett könnte von Neuwahlen profitieren. Der smarte, eloquente Selfmade-Millionär hält nichts von einer Friedenregelung mit den Palästinensern, eine Zwei-Staaten-Lösung lehnt der 42-Jährige ab, Machmud Abbas hält er für einen Terroristen. In Israel findet diese Haltung derzeit durchaus Zustimmung. Das könnte sich für Bennetts Partei "Jüdisches Heim" auszahlen.

    Regierungskrise in Israel: Netanjahus Koalition ist am Ende - Politik - Tagesspiegel

    Kommt nicht gerade überraschend, dürfte aber eine friedliche Lösung so gut wie unmöglich machen...

  6. #2796
    Avatar von BlackJack

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    Scheiß religiöses Pack

  7. #2797
    Avatar von Arbeiter

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    Frankreichs Parlament für staatliche Anerkennung Palästinas

    2. Dezember 2014, 17:15

    Die Nationalversammlung in Paris fordert die Anerkennung eines palästinensischen Staates. Die Regierung gibt sich aber zwei Jahre Zeit

    Die Palästina-Resolution wurde am Dienstagabend von der Assemblée Nationale, dem französischen Parlament, mit 339 gegen 151 Stimmen angenommen. Sie war von der sozialistischen Fraktion fast geschlossen eingebracht worden; auch die Grünen und Kommunisten unterstützten sie. Die bürgerliche Oppositionspartei UMP und der rechtsextreme Front National (FN) lehnten sie hingegen mit wenigen Ausnahmen ab. Die Resolution nennt als Grund das "Scheitern der Versuche zur Wiederaufnahme des Friedensprozesses" zwischen Israelis und Palästinensern und kritisiert die "illegale Fortsetzung der Kolonisierung der palästinensischen Gebiete". Der sozialistische Fraktionschef Bruno Le Roux erklärte in der schon am Freitag beschlossenen Debatte: "Unsere Initiative ist eine Antwort auf die diplomatische Blockade."

    (...)

    Frankreichs Parlament für staatliche Anerkennung Palästinas - Nahost-Konflikt - derStandard.at ? International

  8. #2798
    Avatar von DerBossHier

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    Kommentar
    Ex-Mossad-Chef: Zum ersten Mal fürchte ich für die Zukunft des Zionismus
    Israel galoppiert blind in Richtung Bar Kochbas

    Von Schabtai Schavit

    Seit dem Beginn des Zionismus im späten 19. Jahrhundert wird die jüdische Nation im Land Israel demografisch und territorial immer umfangreicher, dem anhaltenden Konflikt mit den Palästinensern zum Trotz. Das ist uns gelungen, weil wir weise und strategisch klug gehandelt und uns nicht mit dem törichten Versuch aufgehalten haben, unsere Feinde davon zu überzeugen, dass wir im Recht sind.

    Autor Schabtai Schavit Quelle: wikipedia/Foto: David Karp


    Seit ich mir eine eigene Meinung bilden kann, mache ich mir heute zum ersten Mal Sorgen über die Zukunft des zionistischen Projekts. Ich mache mir einerseits über die kritische Masse der Drohungen gegen uns und andererseits über die Blindheit und politische und strategische Lähmung der Regierung Sorgen. Obwohl der Staat Israel von den Vereinigten Staaten abhängt, haben die Beziehungen zwischen den beiden Ländern einen Tiefpunkt erreicht, den sie nie zuvor hatten. Unser größter Markt Europa ist unser müde geworden und ist dabei, uns Sanktionen aufzuerlegen. Für China ist Israel ein attraktives High-tech-Projekt und wir verkaufen dem Land unsere nationalen Güter, um Profit zu machen. Russland wendet sich allmählich gegen uns, unterstützt unsere Feinde und geht ihnen zur Hand.
    Antisemitismus und Hass gegen Israel haben ein Ausmaß erreicht, das bis zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg unbekannt war. Unsere öffentliche Diplomatie und Öffentlichkeitsarbeit haben kläglich versagt, während die der Palästinenser viele wichtige Erfolge in der Welt erzielt haben. Universitätsgelände im Westen, besonders in den USA, sind Orte, an denen sich die künftige Führungsschicht ihrer Länder besonders gut entwickelt.

    Wir verlieren den Kampf um die Unterstützung Israels in der akademischen Welt. Immer mehr jüdische Studenten kehren Israel den Rücken. Die globale BDS-Bewegung (boycott, devestment, sanctions / Boykott, Kapitalabzug, Sanktionen) gegen Israel, die zunehmend Israels Delegitimierung betreibt, hat an Größe zugenommen und ziemlich viele ihrer Mitglieder sind Juden.

    In dieser Zeit der asymmetrischen Kriegsführung setzen wir nicht unsere gesamte Kampfkraft ein und das wirkt sich nachteilig auf die Abschreckung aus.

    Die Debatte über den Preis von Milky-Pudding (1) und ihre wichtige Rolle im öffentlichen Diskurs zeigt einen Verfall der Solidarität, die eine notwendige Bedingung für die Fortsetzung unserer Existenz in diesem Land darstellt. Die lebhafte Nachfrage der Israelis nach ausländischen Pässen, deren Grundlage ist, dass sie unbedingt Bürger eines anderen Landes werden wollen, weist darauf hin, dass das Sicherheitsgefühl der Menschen einen Knacks bekommen hat.

    Ich mache mir Sorgen, weil ich zum ersten Mal sehe, wie sich Überheblichkeit und Arroganz mit mehr als nur einem bisschen messianischem Denken verbinden und damit den Konflikt zu einem heiligen Krieg werden lassen. Bisher ist es ein lokaler politischer Konflikt, den zwei kleine Nationen über ein kleines und begrenztes Stück Land austragen, jedoch sind starke Kräfte in der religiösen zionistischen Bewegung so verrückt, alles ihnen Mögliche zu tun, diesen Konflikt zu einem der schrecklichsten Kriege werden zu lassen, denn in einem Religionskrieg wird die gesamte muslimische Welt gegen uns antreten.

    Gleichermaßen sehe ich eine Loslösung von internationalen Prozessen und ihrer Bedeutung für uns und einen Mangel an Verständnis dafür. Der rechte Flügel in seiner Blindheit und Dummheit drängt die israelische Nation in die unwürdige Stellung, die im 4. Buch Moses (23,9) bezeichnet wird: Siehe, ein Volk, es wohnt für sich/ und rechnet sich nicht zu den Völkern. (2)

    Ich mache mir Sorgen, weil ich sehe, wie die Geschichte sich wiederholt. Die Nation Israel galoppiert in einem Zeittunnel blind in Richtung des Zeitalters Bar Kochbas (3) und seines Krieges gegen das Römische Imperium. Die Folge dieses Konflikts waren einige Jahrhunderte der nationalen Existenz im Lande Israel, denen 2000 Jahre im Exil folgten.

    Ich mache mir Sorgen, weil – soweit ich das verstehe – die Vorstellung eines Exils nur den säkularen Bevölkerungsteil des Staates beängstigt, diejenigen, deren Weltsicht politisch im Zentrum und in der Linken angesiedelt ist. Das ist der geistig gesunde und liberale Bevölkerungsteil, dem klar ist, dass Exil die Zerstörung des jüdischen Volkes bedeutet. Der charedische Teil (4) lebt ohnehin nur aus Gründen der Zweckdienlichkeit in Israel. Was das Wohngebiet angeht, so sind Israel und Brooklyn für sie gleichwertig. Im Exil werden sie weiterhin als Juden leben und dann eben dort geduldig auf die Ankunft des Messias warten.

    Die religiöse zionistische Bewegung glaubt, die Juden seien von Gott erwählt. Für diese Bewegung ist Territorium ein nicht so heiliger Wert wie andere Werte. Die Bewegung ist bereit, alles, selbst zum Preis eines Misserfolges und einer Gefahr für das Third Commonwealth, zu opfern. Wenn eine Zerstörung stattfindet, wird die religiöse Bewegung diese in Glaubenssätzen folgendermaßen erklären: Wir hatten Misserfolg, weil wir “gegen Gott gesündigt haben”. Darum, so werden sie sagen, ist das nicht das Ende der Welt. Wir gehen ins Exil, bewahren unser Judentum und warten geduldig auf die nächste Gelegenheit.

    Ich denke da an Menachem Begin, einen der Väter der Vision vom Großen Israel. Für die Erfüllung dieses Traumes kämpfte er sein Leben lang. Als sich dann aber die Tür für einen Frieden mit Ägypten, unserem bis dahin größten Feind, öffnete, gab er um des Friedens willen den Sinai auf – ein ägyptisches Gebiet, das dreimal so groß wie Israels Gebiet innerhalb der Grünen Linie ist. Mit anderen Worten: Es gibt Werte, die heiliger als Land sind. Frieden, der Leben und Seele wahrer Demokratie ist, ist wichtiger als Land.

    Ich mache mir Sorgen, dass große Teile der israelischen Nation die ursprüngliche Vision des Zionismus vergessen haben oder dass sie sie beiseite schieben. Die Vision ist die Errichtung eines jüdischen und demokratischen Staates für das jüdische Volk im Land Israel. In dieser Vision sind keine Grenzen gezogen und die gegenwärtige freche Politik arbeitet dagegen.

    Was können wir tun und was sollten wir tun? Wir müssen einen archimedischen Punkt finden, von dem aus wir die gegenwärtige Verschlechterung sofort aufhalten und die heutige Realität sofort umkehren können. Ich schlage vor, dass wir diesen Punkt dadurch finden, dass wir den Vorschlag der Arabischen Liga von 2002 nutzen. Dieser wurde teilweise von Saudi-Arabien gemacht. Unsere Regierung muss die Entscheidung treffen, dass dieser Vorschlag die Grundlage für die Gespräche mit den gemäßigten arabischen Staaten sein soll, die von Saudi-Arabien und Ägypten angeführt werden.

    Unsere Regierung sollte als Vorbereitung für diese Bekanntgabe dreierlei tun:
    1. Sie sollte eine künftige Verhandlungsstrategie für sich und gleichzeitig ihre Stellungnahme zu den in dem Vorschlag der Arabischen Liga aufgeführten Punkten festlegen.
    2. Sie sollte einen geheimen Kanal für einen Dialog mit den Vereinigten Staaten einrichten, um die Idee zu prüfen und im Voraus Einigkeit über die roten Linien und darüber herzustellen, in welchem Maß die USA bereit sind, in einen derartigen Prozess zu investieren. 3. Sie sollten einen geheimen amerikanisch-israelischen Dialog-Kanal mit Saudi-Arabien einrichten, um im Voraus Einigkeit über die Begrenzung der Punkte, über die gesprochen werden soll, herzustellen und die Erwartungen zu koordinieren. Wenn die geheimen Prozesse erst einmal abgeschlossen sind, wird Israel öffentlich ankündigen, dass es bereit ist, auf der Basis des Dokuments der Arabischen Liga mit Gesprächen zu beginnen.

    Ich zweifele nicht daran, dass die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien – jedes Land aus seinen eigenen Gründen – positiv auf eine derartige Initiative Israels reagieren werden. Dann wird die Initiative zu dem archimedischen Punkt, von dem aus die Situation vollkommen verändert werden kann. Bei aller Kritik, die ich am Oslo-Prozess habe, kann ich doch nicht leugnen, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Konflikts, unmittelbar nachdem die Oslo-Vereinbarungen unterzeichnet waren, fast alle arabische Staaten Gespräche mit uns aufnahmen, uns Türen öffneten und auf wirtschaftlichem Gebiet und auf anderen Gebieten noch nie da gewesene Gemeinschaftsunternehmen in Angriff nahmen.

    Zwar bin ich nicht so naiv zu denken, dass ein derartiger Prozess den lange ersehnten Frieden bringen wird, ich bin jedoch sicher, dass ein derartiger Prozess, so langwierig und ermüdend er auch sein wird, zuerst Vertrauen bildende Maßnahmen aufbauen und später Sicherheitsvereinbarungen hervorbringen wird, mit denen zu leben beide Konfliktparteien bereit sein werden. Der Fortschritt der Gespräche wird natürlich von der Ruhe in der Sicherheitssphäre abhängen, die aufrechtzuerhalten beide Seiten verpflichtet sein werden. Während dieser Gespräche kann es durchaus geschehen, dass beide Seiten bereit sein werden, Kompromisse mit der Gegenseite in Betracht zu ziehen, die den Gedanken einer Koexistenz Seite an Seite fördern. Wenn gegenseitiges Vertrauen entwickelt werden sollte – und die Chancen, dass das unter der Schirmherrschaft der USA und Saudi-Arabiens geschieht, sind ziemlich groß – wird es möglich sein, auch Gespräche über die vollständige Lösung des Konflikts aufzunehmen.

    Eine derartige Initiative verlangt eine wahre und mutige Führung, die zurzeit kaum in Sicht ist. Aber wenn sich der Ministerpräsident den Ernst der derzeitigen Menge der Drohungen gegen uns, die Torheit der gegenwärtigen Politik, die Tatsache, dass die Urheber dieser Politik wichtige Elemente der religiösen zionistischen Bewegung und extrem rechts sind, dazu die verheerenden Folgen – bis zur Zerstörung der zionistischen Vision – klarmacht, findet er vielleicht den Mut und die Entschlossenheit, die Vorgehensweise, die ich vorschlage, aufzunehmen.

    Diese Stellungnahme habe ich verfasst, weil ich denke, dass ich sie meinen Eltern schuldig bin, die ihr Leben der Erfüllung des Zionismus gewidmet haben; ich habe sie auch für meine Kinder, meine Enkel und die Nation Israel verfasst, der ich Jahrzehnte lang gedient habe. (PK)

    (1) ? Protest in Israel: Es geht um mehr als Pudding
    (2) Zürcher Bibel
    (3) Bar-Kochba-Aufstand ? Wikipedia
    (4) Das ultraorthodoxe bzw. charedische Judentum (hebr. ‏יַהֲדוּת חֲרֵדִית‎ jahadut charedit) ist die theologisch und sozial konservativste Richtung innerhalb des Judentums. Die in nichtjüdischen Medien gängige Bezeichnung "ultraorthodox" wird von den Anhängern selbst zumeist abgelehnt; sie bezeichnen sich als "streng orthodox" oder "charedisch". Die im Hebräischen gebräuchliche Bezeichnung für einen Anhänger dieser Richtung ist ebenfalls Charedi (‏חֲרֵדִי‎, Mehrzahl Charedim ‏חֲרֵדִים‎, von charada ‏חֲרָדָה‎ „Furcht“, deutsch etwa „Gottesfürchtiger“). Ultraorthodoxes Judentum ? Wikipedia

    Der Autor (*1939) war von 1989 bis 1996 Generaldirektor des Mossad, des für weltweite Nachrichtenbeschaffung, Geheimaktionen und Terrorismusbekämpfung zuständigen israelischen Geheimdienstes. Er hat diesen Artikel am 24. November in der Zeitung Haaretz veröffentlicht.  Advertisement. Mehr Informationen über ihn unter Shabtai Shavit - Wikipedia, the free encyclopedia
    Wir danken der Schriftstellerin Ingrid von Heiseler dafür, dass sie uns auf diesen Kommentar aufmerksam gemacht und ihn für uns übersetzt hat.



    Online-Flyer Nr. 487 vom 03.12.2014

  9. #2799
    Avatar von SLO_CH86

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    Eine jüdische Frau und drei Mädchen sind südlich von Jerusalem von einem "Palästinenser" mit Säure angegriffen worden. Ein Passant hat anschliessend auf den Angreiffer geschossen.

    20 Minuten - Palästinenser übergiesst jüdische Familie mit Säure - News

  10. #2800
    Avatar von NovaKula

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    Zitat Zitat von papodidi Beitrag anzeigen
    In GB hatte man wohl ernsthaft an Kenia als Alternative gedacht, aber das war natürlich Quatsch. Prinzipiell find ich ja die damalige Entscheidung gut, aber eben unter Einbeziehung der Palästinenser.
    Dass die meisten Staaten im Nahen Osten Israel auslöschen wollen, stimmt wohl so auch nicht, und noch weniger stimmt der Vergleich mit D: Die Israelis wollen Menschen zu Bürgern 2. Klasse machen, deren Vorfahren dort seit zig Jahrhunderten leben, das hat wohl eine andere Qualität!

    PS: Dass ich für vernünftige Zuwanderungsregelungen hier bin, muss ich ja wohl nicht betonen, oder??? Dazu gehört auch, dass, wer hier Steuern zahlt, selbstverständlich auch das Wahlrecht hat...
    wer den pass hat und über 18 ist, das geht in ordnung.

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