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Junge Muslime starten Initiative gegen Islamgesetz

Erstellt von Ares, 29.10.2014, 16:03 Uhr · 27 Antworten · 2.316 Aufrufe

  1. #11

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    Islamgesetz: Muslime gehen auf die Barrikaden

    Muslimische Organisationen setzen auf Konfrontation mit der Regierung wegen des geplanten Gesetzes. IGGiÖ-Präsident Fuat Sanac will von einem Rücktritt nichts wissen.
    Die viel beschworene Harmonie wird brüchig: Österreichs Muslime gehen zunehmend auf Konfrontationskurs zur Bundesregierung und ihrem Entwurf zum neuen Islamgesetz. Am Montag meldete sich der Oberste Rat, das höchste geschäftsführende Organ der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) zu Wort – mit einem Protest gegen den Beschluss. Man sei enttäuscht über die Vorgangsweise der Regierung, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung des Obersten Rats und des IGGiÖ-Präsidenten Fuat Sanac. Das Vorgehen „entspricht weder der für Österreich üblichen politischen Kultur einer modernen Demokratie, noch ist dies mit einem Mindestmaß an Respekt gegenüber den vom Gesetz Betroffenen zu vereinbaren“.

    Im Gespräch mit der „Presse“ präzisiert Sanac, dass es sich vorerst nur um einen Protest handle. Einen Beschluss werde man erst bei einer Sitzung des Obersten Rats am Mittwoch und einer des Schurarats am Sonntag fassen. Rechtlich gibt es allerdings keinen Anspruch darauf, dass noch etwas davon in das neue Islamgesetz einfließen wird. „Wir werden auf die Antwort warten“, sagt Sanac. „Und wir gehen davon aus, dass noch einige Punkte geändert werden können.“ Tatsächlich hört man aber seit Längerem aus Regierungskreisen, dass von den Eckpunkten des Gesetzes, das am 21. Jänner im Nationalrat behandelt werden könnte, nicht mehr abgerückt wird.

    Druck auf die Regierung will auch ein Bündnis aus zahlreichen muslimischen Vereinen aufbauen, das für Dienstag eine Pressekonferenz angesetzt hat. „Die Muslime fühlen sich übergangen“, sagt Yakup Gecgel von der Islamischen Föderation, einem der großen muslimischen Dachverbände. Dabei geht es einerseits um inhaltliche Kritik am neuen Islamgesetz – vom Verbot der Auslandsfinanzierung bis zum Recht des Bundeskanzlers, einzelne Religionsgesellschaften auflösen zu dürfen. Andererseits will man aber auch die Vorgangsweise der Regierung kritisch hinterfragen. „Wir wollen nicht zulassen“, sagt Gecgel, „dass Muslime zur Propaganda für den Wahlkampf gemacht werden.“

    Rücktritt: Kein Thema

    Keine Rolle soll bei dem Termin die Rolle von IGGiÖ-Präsident Sanac spielen. „Wir stehen hinter der IGGiÖ und hoffen, dass es ein positives Ende gibt“, sagt Gecgel. Ob und wie lang es bei diesem demonstrativen Zusammenhalten bleibt, ist allerdings offen. Denn zuletzt ist die Kritik am Agieren des Präsidenten immer lauter geworden. Dabei ist es vor allem die Muslimische Jugend (MJÖ), die innermuslimisch für besonders heftigen Druck sorgt.

    Am Montag warfen ihm Vertreterinnen der Organisation in einer Pressekonferenz erneut ein Versagen in den Verhandlungen vor und forderten seinen Rücktritt. Sanac, so der Vorwurf, habe „im Geheimen und unter Missachtung seiner Gremien über ein neues Islamgesetz verhandelt“. Gleichzeitig wird ihm vorgeworfen, gegenüber der Regierung „zahnlos und zahm“ aufzutreten, intern dagegen „umso autoritärer und einschüchternder“ aufzutreten. MJÖ-Vertreterin Dudu Kücükgöl spekulierte, dass Sanac schlicht überfordert sein könnte.

    Sanac selbst will im Gespräch mit der „Presse“ von einem Rücktritt nichts wissen. Die MJÖ habe bei den jüngsten Wahlen nur einen einzigen Delegierten aufgebracht und nur durch ihn, Sanac, einen Platz im Obersten Rat bekommen. Genau dort solle man sich auch den inhaltlichen Debatten widmen. Die Position des Präsidenten werde jedenfalls nicht durch Zuruf von außen bestimmt, sondern durch eine demokratische Wahl. Dass es auch von den Vorsitzenden der Religionsgemeinden Oberösterreich und Salzburg Forderungen nach seinem Rücktritt gegeben hat, kommentiert Sanac damit, dass es sich um „private Meinungen“ handle, die per Facebook verbreitet wurden. Dies entspreche weder der IGGiÖ-Verfassung, noch einem ordentlichen Vorgehen. „Das ist inakzeptabel.“

    ("Die Presse", Print-Ausgabe, 16. Dezember 2014)

    Islamgesetz: Muslime gehen auf die Barrikaden « DiePresse.com

  2. #12

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    Junge Muslime in Österreich zwischen Selbstbewusstsein und Verschwörungsfantasien

    Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sollen nicht nur, sie müssen partizipieren, damit eine Demokratie funktioniert

    Die miefigen Schubladen sind zu klein geworden oder zumindest zu wenig. Es ist in Österreich etwas passiert, das so nicht geplant war: Inmitten der medialen IS-Orgie, der öffentlichen Paranoia, der täglichen islamfeindlichen Übergriffe und des populistischen Politdiskurses melden sich mündige österreichische Musliminnen und Muslime zu Wort und nehmen an demokratischen Prozessen teil. Sie wollen sich mit gesetzlich festgeschriebener Diskriminierung nicht zufriedengeben, holen juristische Expertisen ein, zitieren Verfassungsjuristen und treten selbstbewusst auf. Ja, kann es sie wirklich geben?

    Diese jungen Österreicherinnen und Österreicher fordern nicht nur Gleichheit und Gehör vom österreichischen Staat, sondern auch von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Sie möchten mitgestalten und Verantwortung übernehmen, sind es leid, von Menschen vertreten zu werden, die offensichtlich nicht fähig dazu sind.

    Junge Muslime in Österreich zwischen Selbstbewusstsein und Verschwörungsfantasien

    Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sollen nicht nur, sie müssen partizipieren, damit eine Demokratie funktioniert

    Die miefigen Schubladen sind zu klein geworden oder zumindest zu wenig. Es ist in Österreich etwas passiert, das so nicht geplant war: Inmitten der medialen IS-Orgie, der öffentlichen Paranoia, der täglichen islamfeindlichen Übergriffe und des populistischen Politdiskurses melden sich mündige österreichische Musliminnen und Muslime zu Wort und nehmen an demokratischen Prozessen teil. Sie wollen sich mit gesetzlich festgeschriebener Diskriminierung nicht zufriedengeben, holen juristische Expertisen ein, zitieren Verfassungsjuristen und treten selbstbewusst auf. Ja, kann es sie wirklich geben?

    Diese jungen Österreicherinnen und Österreicher fordern nicht nur Gleichheit und Gehör vom österreichischen Staat, sondern auch von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Sie möchten mitgestalten und Verantwortung übernehmen, sind es leid, von Menschen vertreten zu werden, die offensichtlich nicht fähig dazu sind.


    Dudu Kücükgöl: Junge muslimische Österreicherinnen und Österreicher fordern nicht nur Gleichheit und Gehör vom Staat, sondern auch von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

    foto: tina herzl

    Vom Himmel gefallen?

    Die absolut natürliche Entwicklung und Selbstdefinition einer neuen muslimischen Generation dürfte manche überraschen. Aber sind diese jungen Leute vom Himmel gefallen? Nein, natürlich nicht. Kennern der österreichischen Jugendarbeit und der muslimischen Community sind sie seit langem bekannt. Manche von ihnen sind verbandlich organisiert, andere nicht, aber: Man nimmt sie in unterschiedlichen Bereichen immer stärker wahr.

    Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) leistet seit fast 20 Jahren qualitativ gute Jugendarbeit und ist für ihren innovativen Zugang sowie ihr starkes, ehrenamtliches Engagement bekannt. Während andere sich lediglich in Medien oder Konferenzen wichtig machen, bietet die MJÖ seit Jahrzehnten Services und sinnvolle Freizeitbeschäftigung für junge Musliminnen und Muslime an und arbeitet aktiv gegen Extremismus.

    Politische Arbeit ist kein Schwerpunkt der MJÖ. Doch der skandalöse Entwurf zum neuen Islamgesetz hat gezeigt, dass manche unserer Vertreter – allen voran der Präsident – stark problematische Haltungen vertreten. Wir sahen uns gezwungen, unsere Stimme gegen jene zu erheben, die auch heute noch unsere Zukunft mit einer Gastarbeitermentalität bestimmen wollen.

    Es geht um Machterhalt

    Die starke Präsenz hat viele verunsichert und irritiert: Für Teile des muslimischen Establishments, das sich bestimmte Ressourcen aufgeteilt hat, stellt sie eine Bedrohung dar: Da kommen junge Leute, die es womöglich besser machen können.

    Auf der anderen Seite gibt es aber auch latent islamophobe Intellektuelle, Pseudo-Expertinnen und -Experten oder Politikerinnen und Politiker, die mit einem bestimmten Islambild arbeiten, das ihnen nützt: gefährliche Musliminnen und Muslime, die im besten Fall nur rückschrittlich sind, um im schlimmsten Fall als terroristische Bedrohung zu gelten. Mit diesem Bild lassen sich gut Berichte schreiben, Aufträge kassieren oder populistische Politik betreiben.

    Achtung, Verschwörungsfantasien!

    Da mit Argumenten nichts zu gewinnen ist, mussten Verschwörungstheorien und Verleumdungen her. Und die sind in ihrer Gesamtheit betrachtet wirklich amüsant – so man nicht um die Dummheit der Menschen trauert.

    Auf der muslimischen Seite gibt es einige, die nicht verstehen, wie man mit professioneller Medienarbeit, guten Inhalten und Sprachkenntnissen (!) in die Medien kommt. Das Anzweifeln ihrer religiösen Obrigkeiten gepaart mit Neid und einer Brise Antisemitismus und Antiamerikanismus, bringt dann ungefähr diese Theorien hervor: "Die werden von den Zionisten unterstützt, sind US-finanziert und freimaurerische Obama-Anhänger! Noch dazu Feminismus?! Teufelswerk!"

    Auf der anderen, nichtmuslimischen Seite - gefüttert von Pseudowissenschaftern und sogenannten "liberalen" Muslimen - ist man überrascht, inmitten eines katastrophalen Islambilds und neben unglaubwürdigen Islamvertretern "typisch österreichische" Musliminnen und Muslime zu sehen. Hier gehen die Verschwörungstheorien in die entgegengesetzte Richtung: "Das sind Muslimbrüder und Al-Kaida! Die sind Saudi-Arabien/Katar/Türkei-finanziert und leisten Vorarbeit für den Terror!" Und jene, die um ihren Status und ihre Aufträge fürchten: "Die sind fremdgesteuert! Die sind gar nicht so cool, wie sie wirken!" Dabei bin ich mir sicher, dass sie - wenn sie allein sind - unsere Youtube-Videos schauen und sich beim Schmunzeln ertappen.

    Zusammengefasst: eine zionistisch-islamistische, sektenartige, radikalfeministische, erzkonservative Türkei/Katar/Saudi-Arabien/US-finanzierte Muslimbrüder-Obama-Connection! Besser könnten es krude Islamophobie-Thinktanks nicht zusammenbasteln!

    Unfassbar: Partizipation in einer Demokratie

    Überhaupt sei die MJÖ nur gegen den Gesetzesentwurf, weil er die Organisation so hart träfe! Deshalb zum Mitschreiben: Die MJÖ ist ein Jugendverein und kein religiöser Verein. Sie bekommt nur jene Mittel, die auch ähnliche, österreichische Jugendorganisationen bekommen. Deshalb ist sie an sich vom geplanten Gesetz nicht betroffen.

    Sehr wohl betroffen sind wir aber als österreichische Musliminnen und Muslime, als vom Rechtsstaat überzeugte und bekennende Demokratinnen und Demokraten, die sich nicht durch das Machwerk weniger als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse sehen wollen. Wir werden nicht einfach akzeptieren, dass die Existenz von muslimischen Österreicherinnen und Österreichern geleugnet und mit fadenscheinigen Argumenten ein diskriminierendes Gesetz beschlossen wird.

    Der intellektuelle Horizont mancher scheint leider nicht sehr weit zu gehen, und ich frage mich: Was daran ist verwunderlich, dass junge Österreicherinnen und Österreicher ein verfassungskonformes Gesetz wollen? Leben wir denn nicht in einer Demokratie? Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sollen nicht nur, sondern müssen partizipieren damit eine Demokratie funktioniert.

    Souveränes Auftreten, die Kenntnis unserer Verfassung, das Eintreten für ihre Befolgung und demokratische Partizipation sorgen in Österreich offensichtlich für heftige Verwirrung. Das sollte uns zum Nachdenken anregen. (Dudu Kücükgöl, derStandard.at, 23.1.2015)

    Junge Muslime in Österreich zwischen Selbstbewusstsein und Verschwörungsfantasien - User - derStandard.at ? User

  3. #13
    Avatar von SLO_CH86

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    Der Östereichische Staat hat das Recht festzulegen, ob eine Finanzierung aus dem Ausland für Moscheen in Östereich gedultet wird oder nicht.

    Muslime in Östereich können froh sein, dass es hier in Europa Religionsfreiheit gibt, im Gegensatz zu vielen Muslimischen Ländern.

    Gibt also keinen Grund rum zu heulen.

  4. #14
    Avatar von Maniker

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    Zitat Zitat von SLO_CH86 Beitrag anzeigen
    Muslime in Östereich können froh sein, dass es hier in Europa Religionsfreiheit gibt, im Gegensatz zu vielen Muslimischen Ländern.

    Gibt also keinen Grund rum zu heulen.
    Was soll dieser sinnlose Vergleich? Es ist ja so leicht, sich an Zitaten von Medien zu bedienen, oder? Aber selber denken, ist schwierig...

    Die Muslime Österreichs sind meist Türken, Bosniaken und muslimische Mazedonier. In diesen Ländern herrscht Religionsfreiheit. Also ist dieser Vergleich totaler Schwachsinn.

  5. #15

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    Religionsdiskussion: Die Verösterreicherung des Islam

    Ednan Aslan, islamischer Religionsprofessor aus Wien, war unlängst in Mattersburg, der burgenländischen Stadt mit der größten muslimischen Gemeinde. Eindringlich plädierte er dort dafür, den Islam als etwas Heimisches endlich auch in die Pflicht zu nehmen

    Mattersburg - Während allerorts und allenthalben die Islamisierung des Abendlandes herbeigefürchtet wird, hat man sich in Mattersburg unlängst übers Gegenteil unterhalten: die längst überfällige Abendlandisierung des Islam.

    Der umtriebige - sozusagen ganz Mattersburg bespielende - Stadtpfarrer Günther Kroiss hatte dazu Ednan Aslan eingeladen, den einschlägig predigenden Wiener Professor für islamische Religionspädagogik. Unter dem Titel "Den Islam europäisch prägen" diskutierte der Mitgestalter des neuen Islamgesetzes mit dem Eisenstädter Religionspädagogen Harald Mandl.

    Hundert Gäste, aber keine Muslime

    Mehr als hundert Interessierte waren gekommen, um mitzudiskutieren oder jedenfalls zu lauschen. Niemand freilich, wie Bürgermeisterin Ingrid Salamon ein wenig konsterniert konstatierte, niemand aus der hauptsächlich türkischstämmigen islamischen Gemeinde.

    Die zählt ungefähr 500 Menschen. Und ist damit genauso groß wie einst das jüdische Ghetto. Ein Umstand, der niemandem entgangen ist, am wenigsten dem Pfarrer, dessen Jugendbeschäftigungs-Café "Savio" im einzig unversehrten jüdischen Gebäude, dem des Talmud-Vereins, untergebracht ist.

    Islamische Geldgeber

    Ednan Aslan plädierte eindringlich dafür, dem Islam - den es in dieser pauschalierenden Form genauso wenig gebe wie "das Christentum" - endlich ein europäisches Gesicht zu geben. Seit den Nullerjahren sei er quasi von Pontius zu Pilatus gelaufen, um sich diesbezüglich den Mund trocken zu reden. "2007 hat man mir im Ministerium gesagt, wegen eines islamischen Lehrstuhls an der Uni sollte ich mich doch um islamische Geldgeber bemühen." Etwas, das mit dem neuen Islamgesetz ausgeschlossen werden soll. Nicht, dass etwa in der Türkei ausgebildete Imame schlechter wären. "Aber das sind eben für türkische Verhältnisse ausgebildete Lehrer. Wir brauchen aber welche für die hiesigen Verhältnisse."

    Bis jetzt hat man in Europa den Islam als eine ausländische Angelegenheit betrachtet, um die man sich nicht zu kümmern habe. Erst in den vergangenen Jahren sei begonnen worden, ihn auch als hiesiges Phänomen wahrzunehmen. Durch eine Europäisierung der Lehre erwartet sich Aslan aber auch Rückwirkungen auf die arabische und vor allem türkische Theologie.

    Autochthonisierung des Islam

    Eine solche Autochthonisierung des Islam wäre auch in einer anderen Hinsicht wünschenswert. Hätte man früher die Menschen ethnisch wahrgenommen - als Türken in der Mehrzahl -, sehe man sie nunmehr hauptsächlich als Muslime. "Dauernd nur als Moslem wahrgenommen zu werden", sagt der geborene Türke Ednan Aslan, immerhin Religionspädagoge, "tut weh. Die Menschen sind ja nicht von Beruf Muslime."

    Eine Autochthonisierung der Religionspädagogik könnte eine Möglichkeit sein, der Entfremdung zu entgegnen. "Denn wir müssen aufpassen, dass die Jungen nicht die Freude an der Gesellschaft verlieren." Etwas, soweit ist man sich im Mattersburger Publikum schnell einig, das nicht nur für muslimische Jugendliche gilt. (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, 9.2.2015)

    Religionsdiskussion: Die Verösterreicherung des Islam - Religion - derStandard.at ? Panorama

  6. #16
    Avatar von Muslim

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    1.176
    Zitat Zitat von BlackJack Beitrag anzeigen
    Theologie ist kein wissenschaftliches und auf Ratio basierendes Studium sondern religiöser Krempel, vergleichbar mit Astrologie, die man auch nicht studieren kann. Verstehe nicht, was das in weltlichen Unis zu suchen hat.
    Weil die wahre Beschaffenheit der Dinge nicht nur aus dieser (weltlichen) Komponente besteht. Die materielle Wahrheit ist nicht die ganze Wahrheit.

  7. #17

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    Islamgesetz: Grüne sehen "Generalverdacht gegen Muslime"


    Opposition kritisiert neues Gesetz, Glaubensgemeinschaft gibt sich vorsichtig positiv

    Islamgesetz: Grüne sehen "Generalverdacht gegen Muslime" - Fremdenrecht - derStandard.at ? Inland

  8. #18
    Slavo
    Zitat Zitat von Muslim Beitrag anzeigen
    Weil die wahre Beschaffenheit der Dinge nicht nur aus dieser (weltlichen) Komponente besteht. Die materielle Wahrheit ist nicht die ganze Wahrheit.
    Dann versuche immaterielles durch Versuche zu beweisen.

    Hint: Man kann es nicht.

    Demnach: Keine Wissenschaft.

  9. #19
    Avatar von BlackJack

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    65.539
    Zitat Zitat von Muslim Beitrag anzeigen
    Weil die wahre Beschaffenheit der Dinge nicht nur aus dieser (weltlichen) Komponente besteht. Die materielle Wahrheit ist nicht die ganze Wahrheit.
    Du kannst ja deine wahre Beschaffenheit von irgendwas meinetwegen am Nordpol studieren, aber nicht in weltlichen und staatlichen Schulen und Unis, das hat da absolut nichts verloren, genau so wenig wie Astrologie und Voodoo, auch daran glauben Milliarden Menschen und es juckt keinen

  10. #20

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    Nationalrat beschließt Islamgesetz und ÖIAG-Reform


    U-Ausschuss, Pensionen und "tägliche Turnstunde" weitere Themen


    Wien – Das über Monate kontroversiell diskutierte Islamgesetz passiert kommende Woche den Nationalrat. Weiters auf der Agenda der Abgeordneten in ihrer einzigen Februar-Sitzung ist die Neuaufstellung der ÖIAG. Ferner wird die "tägliche Turnstunde" an Ganztagesschulen beschlossen. Endgültig fixiert wird der Hypo-U-Ausschuss.


    Heikle Materie Islamgesetz


    Die wohl heikelste Materie ist freilich das Islamgesetz, auch wenn es letztlich die Zustimmung der Islamischen Glaubensgemeinschaft erhalten hat. Denn grundsätzlich ist es durchaus in deren Sinn, dass die aus dem Jahr 1912 stammende Rechtsgrundlage für die rund 560.000 Muslime in Österreich überarbeitet wird.


    Geregelt werden im Islamgesetz unter anderem Ansprüche auf Seelsorge beim Bundesheer, in Strafanstalten und Krankenhäusern sowie ein eigenes Theologiestudium, gesetzliche Feiertage und Lebensmittelbestimmungen. Allerdings gibt es da auch jene Punkte, die nicht allen muslimischen Organisationen gefallen, etwa dass Vereine nicht aus dem Ausland finanziert werden dürfen oder dass religiöse Funktionsträger aus dem Ausland ihre Funktion nur noch bis zu einem Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes weiterhin ausüben können.


    Neuorganisation der ÖIAG


    Neben dem Islamgesetz kann der Nationalrat am Mittwoch ein zweites sehr lange in Diskussion gewesenes Thema abhaken, die Neuorganisation der ÖIAG. Der große Wurf ist es letztlich nicht geworden, sondern bloß eine Neuaufstellung der Organe, durch die der Staat wieder echten Zugriff auf die Beteiligungsholding erhält.


    Denn die ÖIAG, die künftig ÖBIB (Österreichische Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH) heißen wird, wird zur GmbH umgewandelt, der sich selbst erneuernde und beständig in der Kritik stehende Aufsichtsrat fällt weg. Stattdessen wird ein Nominierungskomitee etabliert, das die Beschickung der Aufsichtsräte in die Beteiligungen, also im Wesentlichen Post, OMV und Telekom, regelt. Neben den beiden Staatssekretären sind darin Andritz-Chef Wolfgang Leitner sowie der langjährige Chef der Vienna Insurance Group Günther Geyer entscheidungsbefugt. Geleitet wird die ÖBIB von einem weisungsgebundenen Geschäftsführer.


    Hypo und Turnstunde


    Überhaupt hat es die Sitzung mit den schon endlos diskutierten Themen. Der Antrag zum Hypo-U-Ausschuss kehrt ins Plenum zurück, wird dort noch einmal debattiert, womit sich das Gremium wie geplant schon tags darauf konstituieren kann. Nach einigen Streitereien steht ja mittlerweile auch fest, wer Verfahrensrichter und wer Verfahrensanwalt ist. Erster Job geht an den früheren Präsidenten des Oberlandesgerichts Innsbruck, Walter Pilgermair, zweiter an den Linzer Universitätsprofessor und Anwalt Bruno Binder.


    Ansonsten bringt die Sitzung noch die tägliche Bewegungseinheit, fürs Erste allerdings nur an Ganztagesschulen, sowie eine aktuelle Stunde, in der die SPÖ das seit langem am Widerstand der Wirtschaft scheiternde Bonus/Malus-System für Firmen, die Ältere verstärkt oder eben unterdurchschnittlich beschäftigen, propagieren will. (APA, 22.2.2015)

    Nationalrat beschließt Islamgesetz und ÖIAG-Reform - Parlament - derStandard.at ? Inland

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