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Kinderraub in Spanien

Erstellt von ooops, 14.12.2010, 20:33 Uhr · 39 Antworten · 3.404 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    Spaniens Tabuthema: Kinderraub unter Franko

    Schande der spanischen Politik und diesen Abschaum-Nostalgiker der Neuzeit. ja man darf einen "hitlergruß" in Spanien tätigen weil Spanien "keinen Nazis" waren, das erinnert mich an manch Balkanverhältnissen.


    Tabu: Kinderraub unter Franko

    (Spanien, ARTE Info, 22.11.2009) Hunderte Nostalgiker des Franko-Regimes haben am Sonntag den 34. Todestag des spanischen Diktators zelebriert. Nostalgiker, die einer Zeit nachtrauern, in der mehr als 30 000 Kinder aus ideologischen Gründen ihren Müttern gestohlen und regime-treuen Familien übergeben wurden. Ein Thema, das noch heute eines der größten Tabus auf der iberischen Halbinsel ist. Sandrine Mercier und Joseph Gordillo auf der Suche nach den gestohlenen Kindern Francos.

    Paola ist eines der letzten Opfer eines unvorstellbar durchorganisierten Kinderraubs. Sie vermutet, dass sie bei ihrer Geburt 1975, gegen Ende der Franko-Diktatur, ihrer Mutter weggenommen und von einer anderen Familie adoptiert wurde. Ihre leibliche Mutter bleibt unauffindbar: "Ich bin sicher, dass man mir etwas verschweigt. Ich weiß nicht was, aber wenn du überall vor einer Mauer des Schweigens stehst, heißt es doch, dass es etwas zu verbergen gibt."

    Der Kinderraub unter Franko gehört bis heute zu den Tabus der spanischen Geschichte. Er beginnt 1939, mitten im spanischen Bürgerkrieg. Tausende republikanische Frauen müssen damals die Geburtskliniken ohne ihre Babys verlassen. Totgeburt, lautet die offizielle Erklärung. In Wahrheit werden die Neugeborenen franko-treuen Familien anvertraut, um sicherzustellen, dass sie die "richtige" Erziehung erhalten. Die Ausführung obliegt den Ordensschwestern. Ihr Einfluss und die Autorität der Kirche sorgten dafür, dass sich die Mütter nicht weiter beklagten.

    Auch inhaftierten Müttern werden die Kinder einfach weggenommen. Trinidad, 1939 politische Gefangene, erinnert sich an das Verschwinden von Babies und Kleinkindern: "Über Geburten und Kinder in den Gefängnissen hat keiner Buch geführt. Ich habe dreijährige Kinder gesehen, die von der Gefängnisleitung freigelassen wurden. Aber wenn die nicht sehr schnell jemand abholte, verschwanden sie Gott weiß wohin.

    Geschätzte 30.000 Kinder wurden so aus ihren republikanischen Familien gerissen. Fernando Magan, der mehrere Opfer als Anwalt vertritt, hat gerade eine neue Klage beim Gericht eingereicht. Denn auch nach 70 Jahren wird das Thema weiter beharrlich totgeschwiegen: "Wir versuchen, nachzuweisen, dass es sich um eine groß angelegte Aktion gehandelt hat, eine vorsätzliche, organisierte Aktion, deren Wurzeln in der Ideologie Frankos liegen."

    Die Beweise wurden sorgsam vernichtet, die Geburtsurkunden der Betroffenen - wie die von Paola - gefälscht oder verbrannt. Der organisierte Kinderraub ging auch nach Frankos Tod noch weiter, als Kinderhandel. Es könnte gut sein, dass die wahre Opferzahl weit über den geschätzten 30.000 liegt.


    Tabu: Kinderraub unter Franko - ARTE

  2. #2
    Avatar von Grizzly

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    4.314

    Daumen hoch

    Interessanter Beitrag - diese Tatsachen waren mir, zumnindestens Franco-Spanien betreffend, bisher vollkommen unbekannt. Hier kann man auch als altgedienter Antifaschist noch was lernen

  3. #3
    Avatar von Dinarski-Vuk

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    Schande der spanischen Politik und diesen Abschaum-Nostalgiker der Neuzeit. ja man darf einen "hitlergruß" in Spanien tätigen weil Spanien "keinen Nazis" waren, das erinnert mich an manch Balkanverhältnissen
    Als ich in Spanien gearbeitet habe, konnte ich vieles erst dort "sehen", in den Medien hört man davon fast gar nichts.

    Es gibt 2 Arten von Rechtsextremen in Spanien, die einen Idioten sind sie alte "nostalgische, rechte" die sich auf De Rivera, den Gründer der sog."Falange-Bewegung" orientiert, sind natürlich faschistisch veranlangt und antikommunistisch eingestellt.

    Auf der anderen Seite gibt's noch die "moderne" rechte Extreme der 90er, naja, diese sind vorallem von Neonazis und Rechtspopulisten umfasst, der andere Abschaum eben, bzw. mit Parteien a la "democracia nacional", "espana 2000" oder "plataforma per catalunya".

    Geht nach Sevilla oder Madrid, häufig hört man dort den "populären" Wahlspruch "alto a la invasion", was auf Deutsch soviel bedeutet wie "stoppt die Invasion", natürlich ist die "Invasion" aus (Nord-)Afrika gemeint. Muss aber sagen, dass die rechten Parteien in Spanien kaum eine Chance haben, sie haben keine parlamentarische Relevanz und ihr Stimmen bewegen sich knapp über 0.1 Prozent.

    In Spanien ist dieses Thema tatsächlich Tabu, keiner will reden, niemand will darüber Ursachen suchen, man redet vieles schön, naja, kennen wir schon aus dem Balkan.
    Hab ein Buch über den "spanischen Bürgerkrieg", dort wird das Thema vertiefter betrachtet, grausame Schilderungen.

  4. #4
    Avatar von Palladino

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    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Als ich in Spanien gearbeitet habe, konnte ich vieles erst dort "sehen", in den Medien hört man davon fast gar nichts.

    Es gibt 2 Arten von Rechtsextremen in Spanien, die einen Idioten sind sie alte "nostalgische, rechte" die sich auf De Rivera, den Gründer der sog."Falange-Bewegung" orientiert, sind natürlich faschistisch veranlangt und antikommunistisch eingestellt.

    Auf der anderen Seite gibt's noch die "moderne" rechte Extreme der 90er, naja, diese sind vorallem von Neonazis und Rechtspopulisten umfasst, der andere Abschaum eben, bzw. mit Parteien a la "democracia nacional", "espana 2000" oder "plataforma per catalunya".

    Geht nach Sevilla oder Madrid, häufig hört man dort den "populären" Wahlspruch "alto a la invasion", was auf Deutsch soviel bedeutet wie "stoppt die Invasion", natürlich ist die "Invasion" aus (Nord-)Afrika gemeint. Muss aber sagen, dass die rechten Parteien in Spanien kaum eine Chance haben, sie haben keine parlamentarische Relevanz und ihr Stimmen bewegen sich knapp über 0.1 Prozent.

    In Spanien ist dieses Thema tatsächlich Tabu, keiner will reden, niemand will darüber Ursachen suchen, man redet vieles schön, naja, kennen wir schon aus dem Balkan.
    Hab ein Buch über den "spanischen Bürgerkrieg", dort wird das Thema vertiefter betrachtet, grausame Schilderungen.
    und das ist auch gut so

  5. #5

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    was mich aufregt ist diese Einstellung der "Nazi-Geborensein" zb Deutsche, man ist schon als Kind ein Nazi aber ein Spanier "darf" mit "Heil Hitler" grüßen ohne bestraft zu werden.

    Diese Einstellungen vertreten auch nicht wenige Balkanaken hier die jedes gewaltsame Vorgehen der Neuzeit (oder der Vergangenheit) zu rechtfertigen versuchen.

  6. #6
    Ferdydurke

    Kinderraub in Spanien

    Bin heute zufällig auf etwas gestoßen-

    In Spanien wurden seit Beginn der Franco-Diktatur bis in die 80er Jahre unter Kooperation von Ärzten, der Kirche und Gerichten systematisch Babys aus Krankenhäusern oder Gefängnissen an adoptionswillige Eltern verkauft. Den leiblichen Eltern gegenüber wurden die babys als tot erklärt, der verschlossene Sarg durch Entstellung u.ä. gerechtfertigt. Die Mütter waren alleinstehende Frauen, Regimegegnerinnen, aber auch verheiratete Mütter von Zwillingen bei denen es leicht viel, ein Kind als tot zu erklären.
    Die Adoptiveltern waren teilweise involviert, teilweise glaubten sie jedoch auch, einfach Gutes zu tun. Der enorme Preis für die Babys kam vor allem Gynäkologen und Nonnen zu Gute, die sich an diesem systematischen Kinderhandel enorm bereicherten. Den Müttern wurde angedroht, sie in die Psychiatrie einzuweisen, falls sie z.B. Verdacht schöpften und die Wahrheit erfahren wollten.

    Die Gesellschaft Adir ist eine Opfervereinigung, die sich um die Herausgabe der Dokumente bemüht, eine Sammelklage eingereicht hat und versucht, durch Aufbau einer DNA Sammlung Kinder und leibliche Eltern zusammenzuführen.

    Man schätzt, dass in dem genannten Zeitraum 30.000 Kinder auf diese Weise entführt und verkauft wurden, dass ist der ungefähre Anteil der Adoptionen in dem Zeitraum,die das immergleiche Muster an Unregelmäßigkeiten im Verwaltungsakt aufweisen. Es könnten jedoch auch weit mehr sein. Bis heute wird das Thema tabuisiert. Die katholische Kirche hatte keine Hemmungen, sich zu beteiligen, und sieht bis heute keinen Klärungsbedarf. "Du darfst nicht lügen" scheint in diesem Fall eine Interpretationssache zu sein.

    Die Gier des Menschen scheint keine Grenzen zu kennen.
    Interessant ist für mich auch, welche Art von Regimen Europa in Zeiten des Kalten Krieges um den Preis der Stabilität und der Abwehr des Kommunismus zu dulden bereit war.

    Kinderraub in Spanien - Illegale Adoptionen werden nur langsam | Weltzeit | Deutschlandradio Kultur.

    Spanien: Kinderraub unter Franko | Spanien | de - ARTE

  7. #7

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    *dazu kann ich nur sagen,geldgier/macht,macht den menschen zum herzlosen monster,die kinder un von den kinder die eltern tun mir sehr leid

  8. #8
    Avatar von Ikxs Maximo

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    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Bin heute zufällig auf etwas gestoßen-

    In Spanien wurden seit Beginn der Franco-Diktatur bis in die 80er Jahre unter Kooperation von Ärzten, der Kirche und Gerichten systematisch Babys aus Krankenhäusern oder Gefängnissen an adoptionswillige Eltern verkauft. Den leiblichen Eltern gegenüber wurden die babys als tot erklärt, der verschlossene Sarg durch Entstellung u.ä. gerechtfertigt. Die Mütter waren alleinstehende Frauen, Regimegegnerinnen, aber auch verheiratete Mütter von Zwillingen bei denen es leicht viel, ein Kind als tot zu erklären.
    Die Adoptiveltern waren teilweise involviert, teilweise glaubten sie jedoch auch, einfach Gutes zu tun. Der enorme Preis für die Babys kam vor allem Gynäkologen und Nonnen zu Gute, die sich an diesem systematischen Kinderhandel enorm bereicherten. Den Müttern wurde angedroht, sie in die Psychiatrie einzuweisen, falls sie z.B. Verdacht schöpften und die Wahrheit erfahren wollten.

    Die Gesellschaft Adir ist eine Opfervereinigung, die sich um die Herausgabe der Dokumente bemüht, eine Sammelklage eingereicht hat und versucht, durch Aufbau einer DNA Sammlung Kinder und leibliche Eltern zusammenzuführen.

    Man schätzt, dass in dem genannten Zeitraum 30.000 Kinder auf diese Weise entführt und verkauft wurden, dass ist der ungefähre Anteil der Adoptionen in dem Zeitraum,die das immergleiche Muster an Unregelmäßigkeiten im Verwaltungsakt aufweisen. Es könnten jedoch auch weit mehr sein. Bis heute wird das Thema tabuisiert. Die katholische Kirche hatte keine Hemmungen, sich zu beteiligen, und sieht bis heute keinen Klärungsbedarf. "Du darfst nicht lügen" scheint in diesem Fall eine Interpretationssache zu sein.

    Die Gier des Menschen scheint keine Grenzen zu kennen.
    Interessant ist für mich auch, welche Art von Regimen Europa in Zeiten des Kalten Krieges um den Preis der Stabilität und der Abwehr des Kommunismus zu dulden bereit war.

    Kinderraub in Spanien - Illegale Adoptionen werden nur langsam | Weltzeit | Deutschlandradio Kultur.

    Spanien: Kinderraub unter Franko | Spanien | de - ARTE

    echt krass, da sieht man wens ums geld geht, sind menschen leben nicht nur im balkan nichts wert, sondern überall!

  9. #9
    Avatar von Bambi

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    37.047
    In der vorletzten EMMA wurde ein Einzelschicksal eines solchen Mädchens bzw die Suche nach ihren Eltern beleuchtet, ich schick dir den Artikel gerne zu.

  10. #10
    foxy black
    Oh mein Gott!!! Das ist doch völlig krank...haben die gar keine Gefühle diese Barbaren?!

    Wird dagegen denn nichts gemacht?
    (Wahrscheinlich nicht, oder? Geld regiert die Welt.)

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