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Kreml-Ideologie für die Jugend

Erstellt von skenderbegi, 30.07.2007, 18:35 Uhr · 1 Antwort · 505 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von skenderbegi

    Registriert seit
    27.09.2006
    Beiträge
    11.090

    Daumen runter Kreml-Ideologie für die Jugend

    Kreml-Ideologie für die Jugend

    Im Sommerlager der Jugendorganisation "Naschi" ("die Unsrigen") der dominanten Kreml-Partei „Jedinaja Rossija“ („Einiges Russland“)

    Mit der Jugendorganisation „Naschi“ („die Unsrigen“) will der Kreml subversiven Aktionen der Opposition vorbeugen. Im Sommerlager wird trainiert und die „richtige“ Ideologie gelehrt. Der Feind ist zumeist der Westen und seine Konzerne.




    350 km nordwestlich von Moskau trägt sich örtliche Verwaltung mit dem Gedanken, an die 90 Millionen Euro in die Entwicklung des Tourismus zu investieren. Die Idylle des Seliger-Sees am Ursprung der Wolga hat die Beamten dazu animiert, einen so genannten „Park der Zivilisation“ hochzuziehen. Bis er steht, werden noch Jahre vergehen.
    Wie aber die Zivilisation im Land aussehen sollte, führen derzeit zehntausend rot-weiß gekleidete Jugendliche bei einem zweiwöchigen Sommerlager am See vor. Nach der Körperertüchtigung am Morgen lauschen sie Vorträgen. In Workshops wird die rechte Einstellung zum Patriotismus, zur Modernisierung des Landes und zum Schutz seiner Souveränität vor den Expansionsgelüsten des Westens erarbeitet.
    Discoveranstaltungen zur Auflockerung fehlen nicht, solange sie ein neues Moralverständnis nicht untergraben. Dieses zeigt sich etwa darin, dass die Mädchen im Tausch gegen traditionellere Höschenmodelle ihre Stringtangas verbrennen, berichtet die russische Zeitung Komsomoskaja Prawda. Die auf Bänder reduzierte moderne Unterwäsche würde zu Unfruchtbarkeit führen. Die wiedererstehende Großmacht braucht Nachwuchs, hat der Kreml befunden. Und weil er ihn selbst heranziehen und bilden will, hat er die Organisation der „Naschi“ („Die Unsrigen“) aus dem Boden gestampft.
    Zum dritten Mal schon lässt er sie im Sommer ideologisch schulen, heuer planerisch perfektioniert. Putin selbst hat die Gruppenleiter empfangen. Und die als Hauptfavoriten kolportierten Kandidaten für die Putin-Nachfolge nach den Präsidentschaftswahlen 2008 haben das Camp besucht und zu Disziplin und Standvermögen ermuntert. Es gilt, Putins Kurs beizubehalten und vor revolutionärem Aufmucken der Opposition zu schützen, wie „Naschi“-Werbematerialien zu verstehen geben. Vor der Tür stehen auch Parlamentswahlen im Dezember.
    Die auf 50.000 Mitglieder geschätzten „Naschi“ sehen sich als Jugendprojekt der dominanten Kreml-Partei „Jedinaja Rossija“ („Einiges Russland“). Seinen Ursprung nimmt es in einer Zeit, als in der Ukraine die orange Revolution ausbrach und ein Überschwappen auf Russland an die Wand gemalt wurde. Damals, vor drei Jahren, hat der Kreml den ehemaligen Finanzdirektor einer Baufirma, Wassili Jakemenko, beauftragt, eine Putin-Jugend zum Abwehrkampf aufzubauen.
    Die Truppe, deren Mitglieder 16- bis 21-jährige Nichtraucher sind, versteht sich als Frontformation für die Grobarbeit, wenn die Politik ihre Sicht der Dinge aktionistisch untermauern will.
    Gegen Estland
    So geschehen beim Konflikt zwischen Russland und Estland im April, nachdem die Esten ein Sowjetdenkmal und einige Soldatengräber aus dem Zentrum an den Rand der Hauptstadt Tallinn verlegt haben. Hunderte „Naschi“-Aktivisten blockierten damals die estnische Botschaft in Moskau und attackierten die Botschafterin, ehe sie vor dem Gebäude der EU-Kommission in Moskau die „Freilassung politischer Gefangener“ in der EU forderten. Vom „estnischen Faschismus“ künden beim Sommerlager noch Transparente.
    „Vorwärts, Generation Putin!“, lautet die Losung und sollte das Ende der alten Ära markieren, deren Wesen des brutalen Wild-Ost-Kapitalismus der Kultautor Wiktor Pelewin in seinem genialen Buchklassiker „Generation P“ erfasst hat. Es gehe heute nicht mehr um Geld, sollte Putins „Naschi“-Stoßtrupp vermitteln. Weil heute im Unterschied zu den 90er-Jahren aber der Staat das Geld hat, kann er seine jungen Anhänger auch locken. Über Financiers ist nichts bekannt, Jugendliche erzählen von gutem Taschengeld pro Einsatz. In den Broschüren der Organisation werden auch Arbeitspraktika bei Rohstoffkonzernen angeboten. (Eduard Steiner aus Moskau/DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.7.2007)


    Aus dem Archiv
    Wenn der Kreml das Sagen hat [29.07.07 \Investor]

    die neue "züchtung" aus russland?

    ist natürlich schön wenn junge menschen mit geld für ideologien gelockt werden!!!

  2. #2

    Registriert seit
    12.04.2007
    Beiträge
    16.107
    Russen die nichtraucher sind werden sich schwer finden laßen.

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