Ferner wußten sämtliche Mitglieder des Sicherheitsrates, daß die Einrichtung der beiden Flugverbotszonen innerhalb des Irak wenig mit dem Schutz ethnischer und religiöser Gruppen und dafür umso mehr mit einer Politik der Destabilisierung zu tun hatte. Sämtliche Mitglieder des Sicherheitsrates wußten, daß die Regierungen der USA und Großbritanniens nach der »Operation Wüstenfuchs« vom Dezember 1998 den Luftraum des Iraks als Übungsgebiet nutzten, indem sie den Piloten ihrer Bomber und Kampfflugzeuge erweiterte Einsatzbefehle zukommen ließen. Da die UN in Bagdad Berichte über die daraus folgenden Bombardements anfertigte, hatte der Sicherheitsrat natürlich auch Zugang zu ihnen, und daher wußten sämtliche Mitglieder des Sicherheitsrates über Tötung von Zivilisten und die Vernichtung zivilen Eigentums bei solchen Angriffen Bescheid. Aber dennoch konnte sich der Sicherheitsrat nie auch nur zu einer Debatte über die Rechtmäßigkeit der Flugverbotszone entschließen, mit der das einseitige Handeln zweier Sicherheitsratsmitglieder in Frage gestellt worden wäre, die dem Irak diese Zonen ohne UN-Mandat aufgezwungen hatten
All das war bekannt. Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates haben mit seltenen Ausnahmen die Instrumentalisierung des Sicherheitsrates zur Verfolgung bilateraler Interessen toleriert. Dabei hatte die Nutzung von Resolution 687 (1991) und 1284 (1999) durch die Regierungen der USA und Großbritanniens schon genügend Lehrmaterial für die Gefahr eines Mißbrauchs von Konsensresolutionen geliefert. Das hielt die Mitglieder des Sicherheitsrates jedoch nicht davon ab, auch noch einer weiteren Konsensentschließung, nämlich der UN-Resolution 1441 (2002), zuzustimmen. Die hohe Wahrscheinlichkeit, daß bestimmte Mitglieder des Sicherheitsrates auch dieses Mal Formulierungen wie »substantielle Verletzungen« und »ernsthafte Konsequenzen« dazu benutzen würden, eine militärische Invasion zu rechtfertigen, hätte die anderen Mitglieder des Rates davon abhalten sollten, eine derartige Resolution mit zu verabschieden.

http://www.jungewelt.de/2005/07-25/004.php

Mir haben irakische Kurden im übrigen ca. in 2000 erzählt, das sie deshalb aus dem Irak geflohen sind, weil ständig die Amerikaner bombardierten.