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Krise in Venezuela - Sammelthread

Erstellt von Dinarski-Vuk, 16.03.2014, 21:17 Uhr · 253 Antworten · 11.187 Aufrufe

  1. #211
    Avatar von Muslim

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    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Maduro ist in der ganzen Geschichte nur ein Bruchteil des Problems. Viele Milliarden gingen in der Kapitalflucht (capital flight) verloren, wo Vermögenswerte ziemlich schnell aus Venezuela geflossen sind, bzw. viel Vermögen die die Oligarchie aus früheren Zeiten aus dem Erdöl-Rentenfond ausgesaugt hatten, wo nach den Unruhen im Jahr 2003 massiv abgeschüttelt und Kontrollmassnahmen eingeführt worden sind - vor allem der feste Wechselkurs gegenüber dem Dollar. Zu Beginn reduzierte es zwar die Kapitalflucht, aber glaubwürdige wirtschaftliche Analytiker waren der Meinung dass man diese Praxis längst hätte aufgegeben müssen, da sie heute eine der Ursachen für die gewaltige Hyperinflation darstellt.

    Der Wechsel Kurs wurde schnell unrealistisch, und dementsprechend belieferte die Zentralbank alle Importeure mit Dollar an, was ebenfalls eine wichtige Korruptionsquelle darstellte - mehr als 260 Milliarden US-Dollar wurden zu einem privilegierten Preis an private Eigentümer verkauft (ein grosser Teil davon wurde an ausländische Unternehmen wie GM, Chrysler etc) es wurde regelmässig mit Arbeitsplätzen erpresst, und ein grosser Teil dieser Gewinne wurde nicht vernünftig angelegt, sondern spezifisch für kriminelle Zwecke verwendet. Das wir uns richtig verstehen, viele Chavisten (darunter viele bereits hinter Gittern) nahmen an der Korruption teil. Diese Wechsel-Kurs-Spielchen sind zugleich auch Maduros grösster Misserfolg im Bereich der Wirtschaft - Chavez hätte das wahrscheinlich geändert (Ratschläge in diese Richtung kamen von allen Seiten). Maduro hat dies nicht getan, möglicherweise wegen der möglichen Unpopularität der Massnahme innerhalb der Bevölkerung und reduzierter Stimmrechtsmehrheit in Bezug auf Chavez.
    Dieser Meinung bin ich auch. Hier ist der Bottleneck und zwar im Geldsystem. Das ist das Erste was Chavez hätte machen müssen, nämlich raus aus der OPEC und dann das Venezuelanische Öl von Dollar abkoppeln. Auf eine Währung zu sitzen wie dem Dollar, welcher in FED gedruckt wird, also auf eine Währung deines Feindes, der dich nicht leiden kann ist doch total suizidgefährdet. Sehr wahrscheinlich hatte Venezuela bereits in den letzten Jahrzehnten zu viele Dollar-Reserven im Land gehortet, dass sie so einfach erpressbar war.

    Das ist nämlich das was jetzt Russland und China machen. Sie versuchen sich vom Dollar-Griff zu befreien. China ist der grösste Öl-Abnehmer des Saudischen Öls. China hat Saudi Arabien angeboten das Öl in ihre Währung abzunehmen. Im Gegenzug ist es dann den Saudis erlaubt mit diesem Geld direkt Gold in China einzukaufen und somit das Öl wieder über Umwegen an Gold zu binden. Sowie ich die Saudis kenne, besitzen sie aber keine Backbones, um diesen souveränen Schritt zu wagen, dabei stecken sie zu tief in den Dreck.

    Die Umwegen sind nötig, weil die IWF das Gold als direkte Währung und Zahlungsmittel verbietet, um die monopolare Stellung des Dollars zu sichern!

  2. #212
    Avatar von Achillis TH

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    Der einzige der leidet ist Volk von Venezuela.

  3. #213
    Avatar von Cypriot

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    Zitat Zitat von Achillis TH Beitrag anzeigen
    Der einzige der leidet ist Volk von Venezuela.
    Krieche lern mal einen richtigen deutschen Satz zu schreiben.

  4. #214
    Avatar von Lilith

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    Zitat Zitat von Cypriot Beitrag anzeigen
    Krieche lern mal einen richtigen deutschen Satz zu schreiben.
    Kein Mongole etc. Und umgekehrt auch kein Krieche usw.. Deai? Danke

  5. #215
    Avatar von Achillis TH

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    Zitat Zitat von Cypriot Beitrag anzeigen
    Krieche lern mal einen richtigen deutschen Satz zu schreiben.
    Naja was stört dich an meiner Grammatik du honk ist es etwa weil ich bei diesem Thema nicht Parteiisch bin .

  6. #216
    Avatar von lotus

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    Die Menschen leiden weil sie keine Liebe kennen oder weil sie die Liebe mit Geld, Karriere, und Augedienerei tauschen.

  7. #217
    Avatar von frank3

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    Zitat Zitat von lotus Beitrag anzeigen
    Die Menschen leiden weil sie keine Liebe kennen oder weil sie die Liebe mit Geld, Karriere, und Augedienerei tauschen.
    Geld is aber nicht schlecht.

  8. #218
    Avatar von Make-donia

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    Die Menschen leiden weil ein dreckiger krimineller regiert

  9. #219
    Avatar von Lorne Malvo

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    Zitat Zitat von Dinarski-Vuk Beitrag anzeigen
    Maduro ist in der ganzen Geschichte nur ein Bruchteil des Problems. Viele Milliarden gingen in der Kapitalflucht (capital flight) verloren, wo Vermögenswerte ziemlich schnell aus Venezuela geflossen sind, bzw. viel Vermögen die die Oligarchie aus früheren Zeiten aus dem Erdöl-Rentenfond ausgesaugt hatten, wo nach den Unruhen im Jahr 2003 massiv abgeschüttelt und Kontrollmassnahmen eingeführt worden sind - vor allem der feste Wechselkurs gegenüber dem Dollar. Zu Beginn reduzierte es zwar die Kapitalflucht, aber glaubwürdige wirtschaftliche Analytiker waren der Meinung dass man diese Praxis längst hätte aufgegeben müssen, da sie heute eine der Ursachen für die gewaltige Hyperinflation darstellt.

    Der Wechsel Kurs wurde schnell unrealistisch, und dementsprechend belieferte die Zentralbank alle Importeure mit Dollar an, was ebenfalls eine wichtige Korruptionsquelle darstellte - mehr als 260 Milliarden US-Dollar wurden zu einem privilegierten Preis an private Eigentümer verkauft (ein grosser Teil davon wurde an ausländische Unternehmen wie GM, Chrysler etc) es wurde regelmässig mit Arbeitsplätzen erpresst, und ein grosser Teil dieser Gewinne wurde nicht vernünftig angelegt, sondern spezifisch für kriminelle Zwecke verwendet. Das wir uns richtig verstehen, viele Chavisten (darunter viele bereits hinter Gittern) nahmen an der Korruption teil. Diese Wechsel-Kurs-Spielchen sind zugleich auch Maduros grösster Misserfolg im Bereich der Wirtschaft - Chavez hätte das wahrscheinlich geändert (Ratschläge in diese Richtung kamen von allen Seiten). Maduro hat dies nicht getan, möglicherweise wegen der möglichen Unpopularität der Massnahme innerhalb der Bevölkerung und reduzierter Stimmrechtsmehrheit in Bezug auf Chavez.

    Ein weiterer und entscheidender Faktor, der meiner Meinung nach zu wenig Beachtung kriegt, ist der ständige "Import" kolumbianischer rechtsextremer paramilitärischer Gruppen in Venezuela, die mit Drogenhandel, Schmuggel, Entführung, Hinrichtungen mit Betäubungsmitteln und dergleichen handeln. Im Prinzip ein grundlegendes Geschäfts-Portfolio. Diese Gruppen sind sowohl in Grenzgebieten zu Kolumbien und den grösseren Städten Venezuelas bereits infiltriert. Man kann sich nur denken, wieviel Geld die Amis für den "Krieg gegen die Drogen" in Kolumbien ausgeben, die Antwort liegt auf der Hand.

    Ein weiterer wirtschaftlich wichtiger Faktor ist der Schmuggel von venezolanischen Ölderivaten nach Kolumbien, der mit 45.000 Barrel pro Tag einen Höchststand erreichte. Uribe (damals der Vorgänger des jetzigen Präsidenten in Kolumbien) legalisierte diese Plünderung im Jahr 2006 offiziell. In einigen Jahresberichten der kolumbianischen Zentralbank exportierte Kolumbien mehr Mineralölprodukte als seine Produktionskapazität.

    Wir dürfen auch nicht den Verlust von 20 Milliarden US-Dollar im Zeitraum 2002-2003 hinsichtlich der Sabotage der Ölindustrie vergessen, wo die Vereinigten Staaten ihre Finger tief drin hatten. Darüber hinaus wurden 2004 die ersten Sanktionen gegen Venezuela verhängt - militärische: Die USA verletzten die Verträge Venezuelas für die Wartung der militärischen Ausrüstung und zwangen Venezuela, auf russische Militärtechnologie umzusteigen, die Milliarden Dollar kostete. Die USA konnten die Verluste natürlich nicht ausgleichen, obwohl dies vertraglich vorgeschrieben war. Die jüngste US-EU Plünderung der venezolanischen Währung und Gold Reserven der Venezolanischen Nationalbank sowie die Zerstörung der Exporte haben bereits über 10 Milliarden US-Dollar (real und zweimal) überschritten und zeigen eine deutliche Richtung an.
    Das Problem von Venezuela ist, dass sie zwar sehr viel Öl besitzen, dieses Öl aber zum größten Teil schweres Rohöl ist, welches einen geringeren Preis erzielt, zudem sind die venezuelanischen Reserven schwer erschließbar, weswegen die Produktion teuer ist. Dadurch sind die Profitmargen eher gering, weswegen das Land überhaupt nur in Zeiten hoher Ölpreise große Staatseinnahmen erzielen kann. Unter Chavez hat sich das Land nun aber hochverschuldet, um gigantische Infrastrukturprojekte zu finanzieren (u.a. Erschließung eines riesigen Ölfeldes, welches nicht als profitabel zu fördern gilt), und zwar vor allem bei China. Da nun die Ölpreise gefallen sind, ist das Land (wie so oft in seiner Geschichte) quasi bankrott, aber dazu noch bei China, sowie Russland, einigen westlichen Unternehmen, und anderen Akteuren hochverschuldet. In den Medien wird es zwar so dargestellt, als sei Maduro der Mann der BRICS-Staaten, und Guaido der Mann des Westens, aber die Situation ist deutlich komplizierter. China möchte sein Geld zurückhaben, zudem ist Venezuela eine der Hauptquellen für Chinas Rohöl. Maduro kann das Geld aber immer weniger bezahlen, auch, weil er mehr und mehr an die Armee abdrücken muss, sodass sie ihm die Treue hält. Nun am 28. April wird der zweitgrößte Abnehmer für venezuelanisches Öl, die USA, eine Sanktion wirksam machen, wonach amerikansiche Unternehmen kein Cash mehr an die Maduro-Regierung überweisen dürfen, sondern stattdessen in einen Fond einbezahlen, der für eine "zukünftige Regierung" zugänglich werden wird. Spätestens dann wird die Luft sehr dünn für Maduro, da er dann die Deckung der Armee, sowie Chinas verlieren dürfte. Damit wäre die Krise aber noch lange nicht vorbei. Wer dann an die Macht kommt ist offen, China sitzt sehr sattelfest in Venezuela und das Land hat eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für China. China unterhält auch sehr gute Beziehungen zu Guaidos Lager, und Guaido hat bereits zugesagt, die Kredite weiterhin abzubezahlen.

    Die Frage, wieso die USA sich überhaupt in Venezuela einmischen (und sie mit ihrer Sanktion defintiv eskalieren lassen) ist auch leicht erklärt, wenn man sich die derzeitigen chinesisch-amerikanischen Beziehung ansieht. Trump möchte Druck auf China aufbauen. Generell führt Trump die von Obama begonnene außenpolitische Neugewichtung, weg vom Nahen Osten, und dafür immer stärker auf China konzentrieren, quasi nahtlos fort.

  10. #220
    Avatar von frank3

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    Wird langsam knifflig. An der Grenze in Kolumbien stehen viele LKWs mit dringend benötigten Hilfslieferungen bereit und das Schwein Maduro lässt sie aus Machterhaltungstrieb nicht ins Land rein.
    "Sollen doch die Leute verhungern-Hauptsache ich bin der Chef"- scheint seine Devise zu sein.

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