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Nachrichten aus der Türkei

Erstellt von Amphion, 27.12.2013, 17:31 Uhr · 15.044 Antworten · 587.497 Aufrufe

  1. #11711
    Avatar von Amarok

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    Entlastung für US-Regierung

    Russland soll Erdogan in letzter Sekunde vor Putsch gewarnt haben


    Der russische Geheimdienst soll von den Putsch-Pänen gegen die türkische Regierung Wind bekommen haben - und hat möglicherweise Präsident Erdogan in letzter Sekunde gewarnt. Daher soll der Putsch um einige Stunden vorgezogen worden sein - und scheiterte, weil Erdogan auch die Teile der Armeeführung rechtzeitig alarmiert hat. Arabische und iranische Quellen wollen Hinweise haben, dass der Putsch von den Golf-Staaten ausgegangen ist.

    Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars liefert einige interessante Erkenntnisse über den gescheiterten Putsch in der Türkei. Die Hinweise sind naturgemäß mit Vorsicht zu genießen, weil der Iran der wichtigste Rivale Saudi-Arabiens in der Golf-Region ist. Der Fars-Bericht ist allerdings sehr sachlich formuliert und enthält so viele Details, dass er nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

    Fars zitiert mehrere diplomatische Quellen aus Ankara. Diese geben an, dass der russische Geheimdienst den türkischen Geheimdienst MIT vor dem bevorstehenden Putsch gewarnt haben soll. Die anonymen Diplomaten berichten, dass die russische Armee in der Region alarmierende Funksprüche angefangen habe, wonach die türkische Armee einen Putsch durchführen wolle. Die abgefangenen Informationen beinhalteten auch den Plan über die Ermordung Erdogans im Ferienhotel am Marmarameer, berichtet Fars.

    Bemerkenswert ist, dass die Funksprüche und Informationen von der russischen Luftwaffenbasis im syrischen Hmeimim abgefangen wurden. In Hmeimim haben die Russen die modernsten Abhöranlagen installiert. Der Stützpunkt ist für Moskau von strategisch wichtiger Bedeutung für den ganzen Nahen Osten. Daher haben sich die Russen auch in den Syrien-Krieg eingeschaltet, als die Provinz Latakia von den internationalen und islamischen Söldnern bedroht wurde.

    Die diplomatischen Quellen aus der Türkei berichten, dass der Kurswechsel Erdogans vor einer Woche „eine der Hauptursachen“ für den Putschversuch gewesen sein soll, der von mehreren ausländischen Staaten unterstützt wurde.

    Allerdings sei es zu Anfang nicht klar gewesen, ob die Informationen der Russen in Ankara in die richtigen Hände kommen würden. Eine Reihe von türkischen Generälen, die vom türkischen Nachrichtendienst MIT über den Putschversuch informiert wurden, sollen sich gegen den Versuch gestellt haben. „Die Information über den Putschversuch, die am 15. Juli 2016 um vier Uhr nachmittags an den türkischen Generalstab weitergeleitet wurde, wurde von Generalstabschef Hulusi Akar, dem Armeegeneral Zeki Colak und dem Vize-Generalstabschef Yasar Güler bewertet“, berichtet Post Medya.

    Vier Tage nach dem Putschversuch gab Erdogan bekannt, dass er die Streitigkeiten mit den Nachbarn der Türkei beilegen wolle. Daraufhin kündigte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow an, dass sich Putin und Erdogan Anfang August treffen werden. Ein iranischer Beamter sieht Parallelen zwischen dem erfolgreichen Putsch gegen den iranischen Premier Mohammed Mossadegh im Jahr 1953 und dem Putschversuch in der Türkei, analysiert Al-Monitor. Auch dieser Putsch erfolgte in zwei Wellen: Die erste schlug fehl, mit der zweiten gelang der Sturz des säkularen Regimes. Wie beim Putsch gegen Mossadegh sei daher auch in der Türkei die Gefahr noch nicht gebannt.

    Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sollen in den Putsch involviert gewesen sein. Der saudische Whistleblower Mujahid meldete am Montag per Twitter, dass die Vereinigten Arabischen Emirate eine wichtige Rolle bei dem Putsch gespielt hätten. „Es ist wahr, dass es Probleme zwischen der Türkei und dem Iran in Syrien gibt. Doch es gibt keine direkten Probleme zwischen dem Iran und der Türkei. Ganz im Gegenteil: Die bilateralen Beziehungen werden immer besser. Ein Putsch in der Türkei ist etwas, was der Iran nicht tolerieren kann“, so ein hochrangiger iranischer Offizieller.

    Offenbar haben sich die Russen auch entschlossen, die Amerikaner zu informieren. Während des Putschversuchs befand sich US-Außenminister John Kerry in Moskau. Die Reise war kurzfristig angesetzt worden. US-Medien hatten unmittelbar vor dem Putsch keine Erklärung für den Besuch Kerrys in Moskau. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums drückte sich ungewöhnlich unklar aus, als sie gefragt wurde, ob der Besuch Kerrys mit dem Weißen Haus abgestimmt gewesen sei.

    Die iranischen Informationen entlasten die US-Regierung gegenüber Anschuldigungen aus der Türkei, sei habe den Putsch unterstützt.

    Erdogan milderte seine in den vergangenen Tagen geäußerte Kritik an Washington am Mittwoch deutlich ab
    : „Wir müssen feinfühliger sein“, sagte er. Die Beziehung der beiden Länder sei auf Interessen aufgebaut, nicht Gefühlen. „Wir sind strategische Partner.“ Erdogan fordert von den USA die Auslieferung des Predigers Gülen, den er hinter dem Putsch.

    Al Jazeera Arabic berichtet, dass der Putsch eigentlich für drei Uhr morgens geplant gewesen sei.

    Offenbar ist die russische Warnung schließlich doch zu jenen Offizieren durchgesickert, die den Putsch geplant hatten. Sie zogen daraufhin den Putsch vor – was maßgeblich zu seinem Misslingen beitrug. Während der Sicherheitsexperte George Friedman während des Putschs vor laufender Kamera zu Protokoll gab, dass er beeindruckt sei, in welch kurzer Zeit die Putschisten Ankara und Istanbul unter ihre Kontrolle gebracht hätten, zeigten sich die Soldaten gegenüber der Bevölkerung eher desorientiert und hilflos.

    Die scheinbar dilettantische Durchführung hat Spekulationen genährt, der Putsch könne von Erdogan selbst initiiert worden sein, um danach ein autoritäres Regime zu installieren. Diese gewagte These vertrat unter anderem der frühere Militär-Berater von Angela Merkel, Erich Vad, auf n-tv. Er sprach davon, dass es Indizien gäbe und führte den Zeitpunkt des Putsches als einen solchen Hinweis an. Erdogan habe mit dem Fake-Putsch noch mehr Macht an sich reißen wollen.

    Diese These erscheint vor dem Hintergrund, dass Erdogan auch noch Tage nach dem Putsch militärische Operationen lanciert, um die Drahtzieher ausfindig zu machen, unhaltbar.

    Vor allem aber ist das Statement, dass die Putschisten in der Nacht im staatlichen Fernsehen verlesen ließen, das Gegenteil dessen, was ein Diktator seinem Volk zu Gehör bringen würde, wenn er ihnen einen Putsch von Militärs vorgaukelt. Vor allem einen Hinweis auf das Versagen im Kampf gegen den Terror und der Verweis auf die Korruption der amtierenden Regierung hätte Erdogan bei einer Inszenierung wohl nicht unbedingt unters Volk bringen wollen.

    Die Mitteilung der Putschisten in der Putsch-Nacht:
    „Ehrenwerte Bürger der Türkischen Republik,
    die systematischen Verfassungs- und Rechtsbrüche sind eine Gefahr für die Grundprinzipien und die lebenswichtigen Institutionen geworden. Die gesamten Institutionen des Staats, was die türkischen Streitkräfte einschließt, werden nach ideologischen Kriterien bestimmt und sind somit nicht mehr imstande, ihren Aufgaben nachzukommen. Der Präsident und die Regierungsmitglieder, die sich alle in einer Verfassung der Achtlosigkeit, des Irrtums und des Verrats befinden, haben die persönlichen Rechte und Freiheiten, die Gewaltenteilung, die laizistische und demokratische Ordnung praktisch außer Kraft gesetzt.

    Unser Staat hat auf der internationalen Ebene sein hoch verdientes Ansehen verloren und ist zu einem Land verkommen, in dem die Menschenrechte nicht mehr geachtet werden und das autokratisch regiert wird. Aufgrund der falschen Entscheidungen der politischen Autorität, dessen Passivität im Kampf gegen den Terrorismus dazu geführt hat, dass der Terrorismus stetig anstieg, sind zahlreiche unschuldige Bürger und Sicherheitskräfte, die sich im Kampf gegen den Terror befinden, gestorben sind. Die Korruption und Diebstähle innerhalb der Bürokratie haben ein ernstzunehmendes Ausmaß erreicht. Im Staatswesen wurde das Rechtssystem, das für die Bekämpfung der Korruption verantwortlich ist, außer Kraft gesetzt. Unter diesen Umständen, war es unserem Volk unter der Führung von Atatürk gelungen, die Republik zu gründen und bis in unsere Tage zu tragen.

    Deshalb haben wir mit dem Motto der türkischen Streitkräfte „Frieden im Inland, Frieden im Ausland“ die Führung des Staats übernommen, um:
    – Die unteilbare Einheit der Heimat und das Überleben der Nation und des Volks sichern.
    – Die Gefahren für die Gewinne unserer Republik beseitigen.
    – Die praktischen Hürden für den Rechtsstaat beseitigen.
    – Die Korruption, die eine Gefahr für unsere nationale Einheit geworden ist, beseitigen.
    – Den Weg für einen effizienten Kampf gegen den Terrorismus jeglicher Art ebnen.
    – Die Umsetzung der Menschenrechte für all unsere Bürger – unabhängig von der Konfession und Ethnie.
    Die Wiederherstellung der Verfassung, die auf den Prinzipien des Laizismus, der Demokratie und des sozialen Rechtsstaats fußt.
    – Die Wiederherstellung des internationalen Ansehens unseres Landes und Volkes.
    – Den internationalen Frieden und die Stabilität und noch stärkere internationale Kooperationen und Beziehungen zu sichern.

    Die Staatsverwaltung wird vom ,Friedensrat‘ übernommen. Der ,Friedensrat‘ wird allen Verpflichtungen mit der UN und Nato und mit anderen internationalen Organisationen nachkommen und dazu alle erforderlichen Maßnahmen treffen.

    Die politische Macht der Regierung, die ihre Legitimität verloren hat, wird ihr aus den Händen genommen. Es wird dafür gesorgt werden, dass alle

    Personen und Organisationen, die Vaterlandverrat begangen haben, vor Gericht gestellt werden.

    Im gesamten Land wird der Ausnahmezustand ausgerufen.
    Es wird eine Ausgangssperre verhängt. Wir empfehlen unseren Bürger, diesem Verbot in ihrem eigenen Interesse Folge zu leisten.
    Es wurden zusätzliche Maßnahmen an den Flughäfen, den Grenzübergängen und Häfen getroffen, was die Ausreise angeht.
    Die staatliche Ordnung wird in kürzester Zeit wieder hergestellt. Es wird nicht zugelassen, dass unsere Bürger oder die institutionelle Ordnung einen Schaden erleiden.

    Die freie Meinungsäußerung, die universellen Rechte und die Eigentumsrechte werden vom ,Friedensrat‘ garantiert.
    Der ,Friedensrat‘ wird eine Verfassung ausarbeiten, die die einheitliche Staatsstruktur des Landes – unabhängig von der Religion, der Sprache und der Ethnie – garantieren wird. Bis zur Verabschiedung einer modernen, demokratischen, sozialen und laizistischen Verfassung werden alle Maßnahmen getroffen werden.

    Grüße an all unsere Bürger“
    http://www.deutsch-tuerkische-nachri...gewarnt-haben/

  2. #11712

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    Zitat Zitat von Amarok Beitrag anzeigen
    Entlastung für US-Regierung

    Russland soll Erdogan in letzter Sekunde vor Putsch gewarnt haben


    Der russische Geheimdienst soll von den Putsch-Pänen gegen die türkische Regierung Wind bekommen haben - und hat möglicherweise Präsident Erdogan in letzter Sekunde gewarnt. Daher soll der Putsch um einige Stunden vorgezogen worden sein - und scheiterte, weil Erdogan auch die Teile der Armeeführung rechtzeitig alarmiert hat. Arabische und iranische Quellen wollen Hinweise haben, dass der Putsch von den Golf-Staaten ausgegangen ist.

    Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars liefert einige interessante Erkenntnisse über den gescheiterten Putsch in der Türkei. Die Hinweise sind naturgemäß mit Vorsicht zu genießen, weil der Iran der wichtigste Rivale Saudi-Arabiens in der Golf-Region ist. Der Fars-Bericht ist allerdings sehr sachlich formuliert und enthält so viele Details, dass er nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

    Fars zitiert mehrere diplomatische Quellen aus Ankara. Diese geben an, dass der russische Geheimdienst den türkischen Geheimdienst MIT vor dem bevorstehenden Putsch gewarnt haben soll. Die anonymen Diplomaten berichten, dass die russische Armee in der Region alarmierende Funksprüche angefangen habe, wonach die türkische Armee einen Putsch durchführen wolle. Die abgefangenen Informationen beinhalteten auch den Plan über die Ermordung Erdogans im Ferienhotel am Marmarameer, berichtet Fars.

    Bemerkenswert ist, dass die Funksprüche und Informationen von der russischen Luftwaffenbasis im syrischen Hmeimim abgefangen wurden. In Hmeimim haben die Russen die modernsten Abhöranlagen installiert. Der Stützpunkt ist für Moskau von strategisch wichtiger Bedeutung für den ganzen Nahen Osten. Daher haben sich die Russen auch in den Syrien-Krieg eingeschaltet, als die Provinz Latakia von den internationalen und islamischen Söldnern bedroht wurde.

    Die diplomatischen Quellen aus der Türkei berichten, dass der Kurswechsel Erdogans vor einer Woche „eine der Hauptursachen“ für den Putschversuch gewesen sein soll, der von mehreren ausländischen Staaten unterstützt wurde.

    Allerdings sei es zu Anfang nicht klar gewesen, ob die Informationen der Russen in Ankara in die richtigen Hände kommen würden. Eine Reihe von türkischen Generälen, die vom türkischen Nachrichtendienst MIT über den Putschversuch informiert wurden, sollen sich gegen den Versuch gestellt haben. „Die Information über den Putschversuch, die am 15. Juli 2016 um vier Uhr nachmittags an den türkischen Generalstab weitergeleitet wurde, wurde von Generalstabschef Hulusi Akar, dem Armeegeneral Zeki Colak und dem Vize-Generalstabschef Yasar Güler bewertet“, berichtet Post Medya.

    Vier Tage nach dem Putschversuch gab Erdogan bekannt, dass er die Streitigkeiten mit den Nachbarn der Türkei beilegen wolle. Daraufhin kündigte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow an, dass sich Putin und Erdogan Anfang August treffen werden. Ein iranischer Beamter sieht Parallelen zwischen dem erfolgreichen Putsch gegen den iranischen Premier Mohammed Mossadegh im Jahr 1953 und dem Putschversuch in der Türkei, analysiert Al-Monitor. Auch dieser Putsch erfolgte in zwei Wellen: Die erste schlug fehl, mit der zweiten gelang der Sturz des säkularen Regimes. Wie beim Putsch gegen Mossadegh sei daher auch in der Türkei die Gefahr noch nicht gebannt.

    Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sollen in den Putsch involviert gewesen sein. Der saudische Whistleblower Mujahid meldete am Montag per Twitter, dass die Vereinigten Arabischen Emirate eine wichtige Rolle bei dem Putsch gespielt hätten. „Es ist wahr, dass es Probleme zwischen der Türkei und dem Iran in Syrien gibt. Doch es gibt keine direkten Probleme zwischen dem Iran und der Türkei. Ganz im Gegenteil: Die bilateralen Beziehungen werden immer besser. Ein Putsch in der Türkei ist etwas, was der Iran nicht tolerieren kann“, so ein hochrangiger iranischer Offizieller.

    Offenbar haben sich die Russen auch entschlossen, die Amerikaner zu informieren. Während des Putschversuchs befand sich US-Außenminister John Kerry in Moskau. Die Reise war kurzfristig angesetzt worden. US-Medien hatten unmittelbar vor dem Putsch keine Erklärung für den Besuch Kerrys in Moskau. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums drückte sich ungewöhnlich unklar aus, als sie gefragt wurde, ob der Besuch Kerrys mit dem Weißen Haus abgestimmt gewesen sei.

    Die iranischen Informationen entlasten die US-Regierung gegenüber Anschuldigungen aus der Türkei, sei habe den Putsch unterstützt.

    Erdogan milderte seine in den vergangenen Tagen geäußerte Kritik an Washington am Mittwoch deutlich ab
    : „Wir müssen feinfühliger sein“, sagte er. Die Beziehung der beiden Länder sei auf Interessen aufgebaut, nicht Gefühlen. „Wir sind strategische Partner.“ Erdogan fordert von den USA die Auslieferung des Predigers Gülen, den er hinter dem Putsch.

    Al Jazeera Arabic berichtet, dass der Putsch eigentlich für drei Uhr morgens geplant gewesen sei.

    Offenbar ist die russische Warnung schließlich doch zu jenen Offizieren durchgesickert, die den Putsch geplant hatten. Sie zogen daraufhin den Putsch vor – was maßgeblich zu seinem Misslingen beitrug. Während der Sicherheitsexperte George Friedman während des Putschs vor laufender Kamera zu Protokoll gab, dass er beeindruckt sei, in welch kurzer Zeit die Putschisten Ankara und Istanbul unter ihre Kontrolle gebracht hätten, zeigten sich die Soldaten gegenüber der Bevölkerung eher desorientiert und hilflos.

    Die scheinbar dilettantische Durchführung hat Spekulationen genährt, der Putsch könne von Erdogan selbst initiiert worden sein, um danach ein autoritäres Regime zu installieren. Diese gewagte These vertrat unter anderem der frühere Militär-Berater von Angela Merkel, Erich Vad, auf n-tv. Er sprach davon, dass es Indizien gäbe und führte den Zeitpunkt des Putsches als einen solchen Hinweis an. Erdogan habe mit dem Fake-Putsch noch mehr Macht an sich reißen wollen.

    Diese These erscheint vor dem Hintergrund, dass Erdogan auch noch Tage nach dem Putsch militärische Operationen lanciert, um die Drahtzieher ausfindig zu machen, unhaltbar.

    Vor allem aber ist das Statement, dass die Putschisten in der Nacht im staatlichen Fernsehen verlesen ließen, das Gegenteil dessen, was ein Diktator seinem Volk zu Gehör bringen würde, wenn er ihnen einen Putsch von Militärs vorgaukelt. Vor allem einen Hinweis auf das Versagen im Kampf gegen den Terror und der Verweis auf die Korruption der amtierenden Regierung hätte Erdogan bei einer Inszenierung wohl nicht unbedingt unters Volk bringen wollen.

    Die Mitteilung der Putschisten in der Putsch-Nacht:


    http://www.deutsch-tuerkische-nachri...gewarnt-haben/

    Das ist der helle Wahnsinn.



  3. #11713

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    Jedes Land indem Kurden leben, hat ein massives Problem mit extremer Gewalt.
    Ersetz "Kurden" mit "Türken" .. so würde auch ein Schuh draus, oder?

    Erdogans Terror ist vielleicht immernoch softer - aber er hat ja eben auch die Macht - hat eine Armee, Polizei, wenn's stimmt auch private Sicherheitsdienste (erinnert an die SA, die auch rumgelaufen ist, und Kritiker bedroht & gemobbt hat .. ) und all seine gewaltbereiten Anhänger, die auch im Ausland massiven Druck ausüben.

    Es gibt massig Kurden, die über die PKK genauso abkotzen, wie es Türken gibt, die Erdogan hassen und fürchten (..oder Türken, die auf Seiner Seite sind und Gewalt ablehnen, oder jedenfalls NICHT zu denen gehören, die rumlaufen und petzen, mobben, Kritik unterdrücken, bedrohen - ich mach mich hier ja der Vereinfachung auch schuldig, sorry!!)
    Selbst, wenn sie gern ein Kurdistan hätten oder die Türkei nach vorn bringen wollen.

    Diese Pauschalausage "Jedes Land in dem Kurden leben.." ist deiner Intelligenz und deinem sonstigen Argumentationsstil nicht würdig.
    Quasi das selbe wird behauptet von Shia Muslimen, Juden, Muslimen im Allgemeinen, Gypsies (Roma/Sinti/Andere) usw.

    Ich zweifle, ob das der Dynamik von Konflikten gerecht wird.

  4. #11714
    Avatar von naturalflavor

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    In Österreich wird man jetzt massiv gegen gewaltbereite Erdoganfans vorgehen, geplant sind aberkennung der Staatsbürgerschaft bis hin zu Ausweisung.

  5. #11715
    Avatar von Zeus

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  6. #11716
    Avatar von liberitas

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    Turkish Deputy PM says TR to suspend European Convention on Human Rights for a while like France did

    Quelle: CNN Türk ENG

  7. #11717
    Avatar von Amarok

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    Diese Pauschalausage "Jedes Land in dem Kurden leben.." ist deiner Intelligenz und deinem sonstigen Argumentationsstil nicht würdig.
    Quasi das selbe wird behauptet von Shia Muslimen, Juden, Muslimen im Allgemeinen, Gypsies (Roma/Sinti/Andere) usw.

    Ich zweifle, ob das der Dynamik von Konflikten gerecht wird..
    Zu pauschalisieren ist jetzt nicht etwas was ich gerne tue. Aber Kurdische Verbände in Deutschland laufen in massen Sturm nicht gegen die Türkische Regierung. Sondern gegen Türken. Das müssen nicht mal AKP-Leute sein, geh einfach auf eine von Kurden geführten Seite und gib dich als Türke aus. Du wirst sehen, der erste wird dich als Mongolen bezeichenen. Der zweite als Arschficker. Ohne jeglichen Grund.

    Guckt man sich den Nahen Osten hat so haben die Kurden im Irak die Möglichkeit zur Unabhängigkeit oder sogar zur Staatsgründung. Ein zweites Botan.

    In Syrien läuft die YPG durch Französische und Amerikanische Hilfe sturm gegen den IS. Im Iran operiert PJAK, ein Iranischer Ableger der PKK. Weswegen es hier in Deutschland auch viele Kurdische Iraner gibt, die vom Iran aus nach Deutschland geflüchtet sind. Derweil gibt der Iran selbst an, diese würden mit dem BND kooperieren oder in Kontakt stehen.

    In allen Staaten mit Kurdischer Bevölkerung kommt es vermehrt zu heftigen Gefechten. Das lässt sich einfach nicht von der Hand weisen, die Kurden werden von Staaten in der Hoffnung eines eigenen Staates in Kriege getrieben und merken es nicht mal. Bei der PKK war es Großbritannien und auch hier soll der BND, laut Türkischem Geheimdienst mit der PKK in Kontakt stehen. In Deutschland ist die PKK selbst verboten, wird aber toleriert selbst im Bundestag schwenkt man die PKK-Flagge.

    Viele Kurden ohne jetzt unnötig immer wieder Provinze und sonstiges aufzuzählen, sind selbst gegen die PKK. Viele Kurden haben sich mit den Türken auch soweit vermischt, dass es ohne hin kaum Unterschiede mehr gibt. Der Terror bezieht sich jedoch aber immer wieder auf besagte Stellen in Hakkari, Cizre, Sirnak, Diyarbakir, Tunceli (Dersim) und Van.

    Nachden Operationen und den Gefechten im Südosten hat die PKK auch sehr viel Prestige und Ansehen innerhalb der Kurdischen Bevölkerung in der Türkei verloren, weil sie Kinder entführt haben oder Häuse besetzt und auch Schutzgeld erpressen.

    Die Kurden selbst innerhalb der Türkei sind streng gläubig. Weshalb die Mehrheit der Kurden in Erdogan auch als (Führer) ansieht. In seiner Partei sind rund 1/3 seiner Abgeordnete Kurden. Was auch für den einen oder anderen Minister zutrifft.

    Wenn mir jemand sagt, Erdogan würde die Kurden unterdrücken muss ich immer laut lachen denn die gingen in Hamburg für ihn auf die Straße und waren in Kars, teilen Diyarbakirs und anderen ost-bis südöstlichen Städten alle auf seiner Seite.

  8. #11718
    Avatar von GOJIM

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    Zitat Zitat von naturalflavor Beitrag anzeigen
    In Österreich wird man jetzt massiv gegen gewaltbereite Erdoganfans vorgehen, geplant sind aberkennung der Staatsbürgerschaft bis hin zu Ausweisung.

    Nur zu......dafür dürfen sie die pkk Sympathisanten aus der Türkei aufnehmen und einbürgern, denn die werden dort "ausgebürgert"........endlich mal was schlaues aus Österreich.

  9. #11719
    Avatar von babyblue

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    Zitat Zitat von Afroasiatis Beitrag anzeigen
    Die Wahrheit aber ist, dass die antidemokratische Handlungen z.B. der franzöischen Regierung in den letzten Jahren (Ausnahmezustand, Versammlungsverbote, Entscheidung durch Präsidialdekret) eher schwach kritisiert wurden.

    Ist aber jetzt nicht das Thema. Weil man in Europa sich gegen die Demokratie bewegt, heißt nicht, dass die Türkei das Gleiche tun muss.

    - - - Aktualisiert - - -



    Nein, das stimmt nach meinem Wissen nicht. PKK hat in mehreren Fällen in der Vergangenheit Kompomissbereitschaft gezeigt, und es gab große Periode vom relativen Frieden. Und dass viele Leute in kurdischen Gebieten für den Tod von türkischen Soldaten sich freuen, ist z.T. weil sie viel von der türkische Armee gelitten haben.

    Dass es heute zu dieser Wiederbelebung des Konflikts gekommen ist, ist zu einem großen Teil die Schuld Erdogans, der meiner Meinung nach sich bewusst dafür entschieden hat, damit er seine Machtposition festigt. Konkrete Angebote an die kurdische Autonomie-Bewegung wurden noch nicht gemacht.
    Ich habe mich auch immer wieder gewundert über so manchen und dachte schon, dass ich vllt für solche Dinge wie Ausnahmezustand, Aushöhlung von Menschenrechten etc. einen sensibleren Sender habe. Dabei wird bereits seit 9/11 dagegen angeschrieben und manchmal kommt mir vor, wie wenn viele vor sich hindämmern würden. Vllt wähnen sich auch zu viele in Europa in einer Wolke aus Watte, weil sie glauben, es würde sie sowieso nicht betreffen. Aber das ist ein Irrglaube.

    Habe einfach bloß Denunziation gegoogelt und dann kam schon wenig erfreuliches. Diese diversen Maßnahmen nach USA-Vorbild (Patriot Act) wird sich wie eine Pest in ganz Europa ausbreiten. Der Titel unter dem es läuft ist sowieso immer der selbe: Sicherheit.

    Hier ein Beispiel: "Sicherheitsbürger die das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung anheben sollen", obwohl alle Statistiken genau das Gegenteil behaupten, nämlich dass die Kriminalitätsrate sinkt: "Community-Polizei": Wiener Polizei sucht Sicherheitsbürger - Wien - derStandard.at ? Panorama

    Und dann auch das hier, ebenso eine Hotlinie. Gab es eh schon längst....
    Skandal in den Niederlanden: Hotline für Erdogan-Beleidigungen - NZZ International: Europa


    «Sie sind besorgt, weil sie in der Vergangenheit etwas Kritisches auf Facebook oder Twitter geschrieben hatten», sagte ein Sprecher der Zeitung «Zaman Vandaag».
    Nachdem niederländische Medien über den Vorfall berichtet hatten, redete das türkische Konsulat die Angelegenheit klein: Der Aufruf stamme von einem Mitarbeiter, der mit einer «unglücklichen Wortwahl» Anlass für Missverständnisse gegeben habe. Die niederländische Regierung verlangt nun aber von der Türkei weitere Erklärungen. Ihm sei «nicht klar, welches Ziel die türkische Regierung mit diesem Vorgehen verfolgt», sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Donnerstag. Der niederländische Botschafter in Ankara werde weitere Informationen erbitten.

    Immerhin hat aber die Niederländische Regierung zumindest reagiert. Auf eine Reaktion jetzt warte ich immer noch vergeblich. Das überlässt man wieder einmal gerne den rechtsradikalen in Europa, die genau das ausschlachten werden.

    Dass die Entwicklung in Europa zunehmend besorgniserregend ist, da bin ich ganz bei dir. Aber wenn man hier eine Verbindung herstellt, wie das so einige hier gerne machen (und ich meine nicht dich), so kann doch nicht das Ergebnis sein, dass man gutheißt, was gerade in der Türkei passiert. Es läuft beides in eine völlig falsche Richtung, nur ist das eine noch krasser als das andere.

    Ich verstehe auch nicht, warum man ausgerechnet Orban oder die rechte Regierung Polens als Argument vorbringt, so als ob schon ihre Existenz alleine Erdogans "Putsch im Putsch" rein waschen könnte. Die Polarisierung in unseren Gesellschaften wird mit jedem weiteren Anschlag zunehmen, genauso wie in der Türkei zunehmen. Die Unfähigkeit damit adäquat umzugehen (Stichwort: Verhältnismäßigkeit) zeigt sich oft hüben wie drüben. Mir ist schon klar, dass der Vergleich auch Grenzen hat, denn in Europa werden nicht gerade alle Institutionen mit Tabula-Rasa-Aktionen so geschwächt, dass sie gar nicht mehr funktionieren können.



    Und hinsichtlich des Kurdenkonflikts in bestimmten Regionen in der Türkei kann ich nur sagen, weil ich mich damals sehr intensiv mit Syrien auseinandergesetzt habe, dass dieser Konflikt innerhalb der Türkei die Folge von Erdogans katastrophaler Außenpolitik ist. Jeder hier kann sich sicher noch an Kobani erinnern. Die Türkei hat damals die Grenzen dicht gemacht, nämlich auch für die Kurden aus dem Nordirak, damit sie die syrischen Kurden nicht unterstützen können. Sie mussten zusehen, wie vor ihren Augen die Kurden von der IS niedergemetzelt wurden, während gleichzeitig die Grenze für IS-Kämpfer aus der ganzen Welt weiterhin undicht blieb. (Die USA haben damals viel Druck ausgeübt, da die Kurden in Syrien tatsächlich der einzige verlässliche Partner im Kampf gegen die IS war und auch weiterhin ist.)

    Spätestens zu diesem Zeitpunkt haben sich so manche Kurden in der Türkei verraten gefühlt. Und genau diesen Frust und Unmut hat die PKK ausgenützt. Erdogans (vermeintlicher) Friedensprozess erwies sich in diesem Augenblick als Schimäre, die nur einen Zweck hatte: ihre Wählerstimmen zu gewinnen. Sie waren ein "nettes" Vehikel, damit er seine Macht in der Türkei ausbauen konnte, denn ohne ihre Wählerstimmen wäre er nie soweit gekommen, gleichzeitig hat er aber seine Versprechen nie eingelöst. Aber (wie immer!), wird die Schuld für diesen Konflikt ausschließlich bei der Minderheit gesucht, denn was die vielen getöteten Polizisten, Kinder etc. aufzeigen, ist bloß das Symptom und nicht die Ursache. Und die Symptom-Behandlung alleine wird niemals ein wünschenswertes bzw. für alle lebenswertes Ergebnis bringen.

    Die Türkei ist nicht der Iran, deswegen finde ich auch diese "Entwicklung" so schockierend. Erdogan hat uns bloß vor Augen geführt, wie fragil eine Demokratie nunmal ist. Aber in einer globalisierten Welt könne wir uns das gar nicht mehr leisten, ein "Wir-Ihr-Szenario" aufzubauen. Es betrifft uns auch 2.000 km von der Türkei entfernt. Es geht um unser alltägliches Zusammenleben, egal ob mit unseren türkischen/kurdischen Mitbürgern oder auch ihr eigenes Leben untereinander.

    Es ist extrem verstörend, wenn (Nicht-)AKP-Anhänger und Wölfchen zB in Wien eine Antiputsch-Demo machen und dabei eine junge Frau ein Schild hochhält, auf welchem auf Türkisch stand: "Wer den Kopf erhebt, dem wird der Kopf abgeschnitten". Da frage ich mich, wie völlig verblödet muss man eigentlich sein, um nicht zu erkennen, dass man schon längst in einer Gesellschaft lebt, die nur darauf wartet, dass solche Dinge kommen, damit sie gegen einen selbst verwendet werden können. Wie kann man auch noch mit einem solchen Eifer daran arbeiten, sich die Lebensgrundlage unter den eigenen Füßen abzusägen und zu den Kurden Europas zu werden?

    Ich kann nur sagen: Vielen, vielen Dank, dass ihr den grindigen Blauen zu Wahlsiegen verhelft und die Ausländerfeindlichkeit noch mehr steigt! Hofer ist im Herbst bereits jetzt fix. Prof. VdB war eh viel zu schön, um wahr zu sein. So symbolträchtig wie diese Wahl war keine andere: Rechtspopulisten vs. Menschenrechte. In der 1. Runde haben letztere gewonnen, ob das aber auch noch in der 2. gelingen wird, ist mehr als fraglich.

    Und geradezu Kotzattacken bekomme ich, wenn ich so im vorübergehen Diskussionen von "unserer" Diaspora höre, die sich jetzt offensichtlich als etwas "Besseres" als die sich für etwas "Besseres" haltenden Türken fühlen. Sie erbringen sehr gerne den Beweis dafür, indem sie die grindigen Blauen wählen. Bei so vielen "Sich-besser-als-Fühlenden" auf dieser Welt möchte ich nur noch mehr ein Underdog sein. Für immer!!!!

    Düstere Zeiten kommen auf uns zu. Vielen Dank an alle!

  10. #11720
    Avatar von liberitas

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    Zitat Zitat von naturalflavor Beitrag anzeigen
    In Österreich wird man jetzt massiv gegen gewaltbereite Erdoganfans vorgehen, geplant sind aberkennung der Staatsbürgerschaft bis hin zu Ausweisung.
    Du schreibst einen Schwachsinn sondergleichen.

    Sebastian Kurz legt Erdogan-Anhängern Verlassen Österreichs nahe - KURIER.at

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  4. Nachrichten aus dem Grab
    Von ShiRaZ im Forum PC, Internet, Games
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    Letzter Beitrag: 23.03.2010, 18:16