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Nigeria . Christenschlachten gehen weiter

Erstellt von Livnjak1978, 20.04.2011, 17:32 Uhr · 1 Antwort · 478 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
    29.12.2010
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    894

    Nigeria . Christenschlachten gehen weiter

    Dutzende Menschen sterben bei Gewaltexzess


    Kirchen brennen, auf den Straßen liegen verkohlte Leichen, Tausende sind auf der Flucht: Nach der Präsidentenwahl in Nigeria ist die Situation außer Kontrolle geraten. Die Regierung fürchtet, die Gewalt zwischen Christen und Muslimen könne noch Wochen dauern.



    Am Dienstag waren allein sechs Menschen in der Stadt Kaduna ums Leben gekommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP lagen sechs verkohlte Leichen auf der Straße. Wütende Anhänger des früheren muslimischen Militärmachthabers Mohammed Buhari hatten in Kaduna und anderen Städten Häuser angezündet, als klar wurde, dass der Christ Jonathan die Wahl gewinnen würde. Tausende flohen vor den Krawallen, ausgebrannte Minibusse und Autos säumten die Straßen.

    In der nördlichen Stadt Kano wurden nach Angaben eines Priesters drei Kirchen in Brand gesteckt. Nigerianische Behörden bestätigten Todesfälle bei den Unruhen, die bereits seit dem Wahltag am Samstag andauern, Zahlen nannten sie vorerst aber nicht. Präsident Jonathan bat religiöse und politische Führer, die Gewalt zu verurteilen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. "Niemand will in ein Land investieren, in dem Menschen kämpfen, töten und zerstören", sagte er am Dienstag.
    Sein großer Vorsprung von zehn Millionen Stimmen hatte in dem zwischen Christen und Muslimen geteilten Land Spekulationen über Wahlbetrug genährt. Nach Angaben des Vorsitzenden der Wahlkommission, Attahiru Jega, erreichte Jonathan 22,4 Millionen Stimmen, Buhari 12,2 Millionen.
    Norden gegen Süden, Muslime gegen Christen

    Der Christ Jonathan war nach dem Tod seines muslimischen Vorgängers im Amt im vergangenen Jahr Präsident geworden. Seit Einführung der Demokratie in Nigeria vor zwölf Jahren hat Jonathans Partei, die Demokratische Volkspartei (PDP), die politische Landschaft des westafrikanischen Landes dominiert. Nach einem ungeschriebenen Abkommen wechseln sich Muslime und Christen im Land im Amt des Präsidenten ab.

    Der Staat Nigeria mit seinen 150 Millionen Einwohnern ist zwischen dem muslimisch geprägten Norden und dem christlichen Süden geteilt. In mehreren Bundesstaaten des Nordens wird, obwohl sie unter der Gewalt des weltlichen Zentralstaates stehen, religiöses Recht nach der Scharia gesprochen. Im vergangenen Jahrzehnt kamen bei vordergründig religiös motivierten Zusammenstößen mehrere tausend Menschen ums Leben.

    Wahlen in Nigeria waren in der Vergangenheit häufig von Unruhen und Unregelmäßigkeiten gekennzeichnet. Internationale Beobachter bescheinigten der Wahl am Samstag jedoch einen weitgehend korrekten Ablauf und bewerteten die Abstimmung als eine der fairsten in der Geschichte des Landes.
    Es wird erwartet, dass die Unruhen in den kommenden Wochen nicht nachlassen. Nach Parlaments- und Präsidentschaftswahlen sind für den 26. April noch Kommunalwahlen angesetzt, die zu neuen Auseinandersetzungen führen könnten.
    ffr/Reuters/dapd

    Unruhen in Nigeria: Dutzende Menschen sterben bei Gewaltexzess - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

  2. #2
    Avatar von Fitnesstrainer NRW

    Registriert seit
    26.09.2010
    Beiträge
    3.309
    Nigeria bleibt ein potentieller Krisenherd, genau wie die Elfenbeinküste, Sudan, Kongo und Ruanda und Burundi.
    Das schlimme ist ja das die internationale Staatengemeinschaft hierbei entweder zuschaut, oder gar wie im Falle Ruandas sogenannte Stellvertreterkriege führt bzw führen lässt.

    In Nigeria gibt es reiche Erdölvorkommen, von denen aber die Bevölkerung, bis auf eine herrschende Klasse, welche entsprechende Verbindungen zu Grosskonzernen wie Shell und Chevron und deren Regierungen pflegen, nicht profitiert. Rebellengruppen prangern die Resourcenausbeutung schon lange an. Die Religion ist ähnlich wie auf dem Balkan nur der Rahmen in denen sich die Gruppen gegenüberstehen und für Veränderungswillige eine willkommene Basis Massen zu mobilisieren.

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