Peking schickt Emissär nach Pjöngjang
Seoul - Mit einem Feuerwerk, Lobeshymnen und zusätzlichen Nahrungsrationen für die Bevölkerung hat Nordkoreas Führung am Mittwoch den 63. Geburtstag von Diktator Kim Jong Il gefeiert. Die staatlichen Medien priesen den Feiertag als den glücklichsten des koreanischen Volkes. In Liedern lobten Soldaten der Volksarmee die großartigen militärischen Fähigkeiten Kims, dessen Regierung erst in der vergangenen Woche erklärt hatte, dass sie im Besitz von Atomwaffen sei und sich aus den Sechser-Gesprächen (mit den USA, Südkorea, Japan, China und Russland) über eine Lösung des Konflikts zurückziehe.

Kim Jong Il war knapp drei Jahre nach dem Tod seines Vaters Kim Il Sung (1912-94) offiziell Generalsekretär der kommunistischen Arbeiterpartei und Oberkommandierender der Streitkräfte geworden. Der Titel des "ewigen" Staatspräsidenten blieb bisher seinem Vater vorbehalten.

Südkorea hat Nordkorea am Mittwoch zur Wiederaufnahme von Verhandlungen über sein Atomprogramm aufgefordert. "Wenn Nordkorea (den USA) etwas vorzuwerfen hat, dann soll es diese Vorwürfe am Verhandlungstisch vorbringen", sagte der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun während eines Treffens mit Ministern.

Die Volksrepublik China will in der Krise um die nordkoreanische Atompolitik vermitteln und entsendet nach Angaben aus Diplomatenkreisen einen Sonderbeauftragten nach Pjöngjang. Der Gesandte werde am Wochenende nach Nordkorea reisen, anschließend seien Gespräche Chinas mit den USA, Japan und Südkorea in Seoul geplant, sagte ein chinesischer Diplomat am Mittwoch in Tokio. Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem chinesischen Gesandten um den Abteilungsleiter für Internationale Angelegenheiten beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas, Wang Jiarui. (APA/Reuters/dpa/AP)

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