Nuklearmaterial: Deutsche und türkische Agenten fassen iranische Schmuggler

Der Atomstreit mit dem Iran droht zu eskalieren. Abgestimmte Razzien zwischen der Türkei und Deutschland führten zur Festnahme von sieben mutmaßlichen Nuklear-Schmugglern in beiden Ländern. Bei den Beschuldigten handelt es sich um Iraner. Ein verdächtiges iranisches Ehepaar konnte sich per Flucht vor dem Zugriff der türkischen Polizei retten.

Türkische und deutsche Beamte aus Geheimdienstkreisen haben insgesamt sieben Personen in Deutschland und in der Türkei festgenommen. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen zwei Männer in Istanbul fest. Der Eine ist türkischer Staatsbürger mit iranischer Herkunft und der Andere ist Iraner. In Deutschland wurden fünf Iraner festgenommen. Ihnen wird der Schmuggel von nuklearem Material vorgeworfen, berichtet United Press International.

Sie sollen das Material in Indien und Deutschland angeschafft haben, um es in den Iran zu transportieren. Endziel war der Nuklear-Reaktor in Arak. Der Schmuggler-Ring soll zwischen 2010 und 2012 900 nukleare Transporte von Indien und Deutschland in den Iran getätigt haben.

Zudem hat die türkische Polizei in Istanbul eine Razzia in der Wohnung eines iranischen Ehepaares durchgeführt. Sie stehen unter dem Verdacht dem Ring anzugehören. Das Ehepaar konnte rechtzeitig fliehen. Weitere sieben Razzien wurden in İstanbul, Bakırköy, Fatih, Üsküdar, Ümraniye und Sancaktepe durchgeführt.

Dieser Vorfall könnte einschlägige Folgen für den Iran haben. Denn zum ersten Mal wurden die Iraner auf “frischer Tat ertappt”. Das britische Außenministerium hatte schon 2011 verkündet, die USA würden auf absehbare Zeit entscheiden, einige der wichtigsten iranischen Anlagen mit gezielten Raketenangriffen zu attackieren. Laut Angaben britischer Beamter wolle Großbritannien dann militärisch unterstützend eingreifen, wenn Washington nach vorne presche (mehr hier).

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