Wo die UN ist da fliehen Leute!!!!

Unmögliche Mission

Die Entscheidung über den künftigen Präsidenten der seit 2002 von Indonesien unabhängigen Inselhälfte ist auf den 8. Mai verschoben worden. Dann kommt es zur Stichwahl zwischen dem Friedensnobelpreisträger (und bisherigen Ministerpräsidenten) José Ramos-Horta und Francisco Guterres von der stärksten Partei Fretilin. Fünf Mitbewerber hatten sofort nach der vorläufigen Auszählung am vorigen Mittwoch Manipulationsvorwürfe erhoben. Die Nationale Wahlkommission räumte ein, dass die Wahl "etwas chaotisch" verlaufen sei. Grundsätzlich sei ein sauberer Urnengang in Osttimor eine "unmögliche Mission". Ramos-Horta selbst beschuldigte die Polizei, durch massive Behinderung seiner Anhänger den Fretilin-Kandidaten begünstigt zu haben. Fast jeder dritte der 520 000 Stimmberechtigten war gar nicht erst zur Urne gelangt. Ramos-Horta strebt nach dem höchsten, eher repräsentativen Staatsamt; der jetzige Inhaber José Alexandre Gusmão spekuliert auf den einflussreicheren Posten des Premiers. Die Politiker würden die Ämter also tauschen. Osttimor ist eines der ärmsten Länder; voriges Jahr flohen rund 150 000 Menschen vor Plünderern und marodierenden Soldaten.