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Paramilitärische Organisation in Indien

Erstellt von Romani, 25.09.2011, 16:45 Uhr · 1 Antwort · 595 Aufrufe

  1. #1

    Registriert seit
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    Paramilitärische Organisation in Indien


  2. #2

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    Quelle Rashtriya Swayamsevak Sangh

    Der Rashtriya Swayamsevak Sangh RSS (Hindi, m., राष्ट्रीय स्वयंसेवक संघ, rāṣṭrīya svayamsevak sangh, „Nationale Freiwilligenorganisation“) ist eine radikal-hinduistische, hierarchisch strukturierte Kaderorganisation. Er basiert auf den Prinzipien der Hindutva. Der RSS wurde 1925 durch Keshava Baliram Hedgewar gegründet und ist laut BBC das größte Freiwilligenkorps der Welt. Die RSS gewann seither Bedeutung und politischen Einfluss, der im Aufstieg der Bharatiya Janata Party (BJP) seinen Höhepunkt fand, die als politischer Flügel der Sangh-Bewegung gilt und großen Einfluss in der indischen Regierung hat.

    Keimzelle des RSS ist das Shakha, wo sich Mitglieder mehrmals am Tage oder pro Woche zu sportlichen Übungen und ideologischen Schulungen treffen. Gegenwärtig existieren über 25.000 Shakhas im gesamten Indien. Der RSS ist hierarchisch strukturiert und wird von einer einzelnen Person, dem Sarsanghachalak gelenkt. Die Besetzung wird einvernehmlich entschieden, wenn ein Sarsanghachalak seinen Nachfolger ernennt. Der gegenwärtige Sarsanghachalak der RSS ist K. S. Sudarshan. Die meiste organisatorische Arbeit des Sangh wird durch die Koordination von Shakhas erledigt. Diese Shakhas gelten als Bausteine der RSS-Struktur. Die Aktivitäten eines Shakha bestehen aus Yoga, Wettkämpfen (einschließlich Stockkampf), eingehender Diskussion sozialer Themen, Gebeten zu Bharat Mata (Mutter Indien) und einer pädagogischen Unterweisung (bouddhik) durch eine angesehene vom Shakha-Koordinator ausgewählte Persönlichkeit. Normalerweise bezieht sich die Unterweisung auf die Geschichte Indiens, indische Philosophie indische Kultur oder Ethik.

    1948 wurde der RSS verboten. Dies geschah im Zusammenhang mit dem Attentat auf Mahatma Gandhi durch Nathuram Godse, einem radikalen Hindu, der Gandhis Appeasement-Politik gegenüber den Muslimen verhindern wollte. Godse war ehemals Mitglied der RSS sowie des Kongresses. Die Verdächtigungen wurden nach einer Untersuchung geklärt und das Verbot des Sangh im Folgejahr aufgehoben.
    Der Sangh gilt bei Kritikern häufig als zu radikal und die Hindutva-Philosophie als nationalistisch. RSS-Unterstützer bringen vor, ihre Hauptforderung sei gewesen, die Verständigungspolitik der indischen Regierung gegenüber den Muslimen zu stoppen, wie es die Behandlung des umstrittenen Fall Shah Bano und die Regierungsbeihilfe für die Hadsch zeigten. Kritiker sagen, damit würden antimuslimische Ressentiments geschürt, die die prohinduistische Politik wie Steuererleichterungen für hinduistische Familien, die Finanzierung hinduistischer Pilgerfahrten etc. ignoriert werde.



    Erklärtes Ziel des RSS und der Hindutva Bewegung ist, vornehmlich den jahrelang im eigenen Heimatland (Indien) unterdrückten Hindus die Grundrechte wieder herzustellen und historisches Unrecht zu korrigieren. Dies wird als Versuch kritisiert, die säkularen Grundlagen des indischen Staates zu verändern. Der schwerste Konflikt in diesem Zusammenhang ereignete sich beim Umbau des Ayodhya-Tempels, wo behauptet wurde, die Babri-Moschee sei durch den Muslimführer Babur im 16. Jahrhundert errichtet worden, nachdem er den vorher bestehenden Ram-Janmabhumi-Tempel zerstört habe, nach hinduistischem Glauben den Geburtsort des legendären mythologischen Rama. Kritiker sagen, dass die Sangh nur Unruhe stiften wollte, da es in Ayodya mindestens 50 Tempel gebe, die vorgeben, Geburtsort von Rama zu sein. Eine umstrittene Studie des Archaeological Survey of India stellte 2003 fest, dass ein tempelähnliches Gebäude am Ort vor Bau der Moschee gestanden haben soll.
    Der RSS fasst den Begriff des Hindu kulturell, rassisch und auch völkisch. Das ehemalige Mitglied des RSS, Des Raj Goyal, der eine Polemik gegen die RSS schrieb, definiert das Weltbild des RSS wie folgt: "Hindus leben in Indien seit undenklichen Zeiten. Die Hindus sind eine Nation, weil Kultur, Zivilisation und Leben nur durch sie beigesteuert wurden. Nicht-Hindus sind Eroberer oder Gäste und können solange nicht als gleiche behandelt werden, bis sie nicht Hindu-Traditionen, -Kultur etc. angenommen haben. Die Nicht-Hindus, besonders die Moslems und Christen, sind Feinde von allem, was Hindu ist, und müssen daher als Bedrohung behandelt werden. Die Freiheit und der Fortschritt dieses Landes sind der Freiheit und der Fortschritt der Hindus. Die Geschichte Indiens ist die Geschichte des Kampfes der Hindus um Schutz und Erhaltung ihrer Religion und Kultur gegen die Angriffe dieser Fremden. Die Bedrohung hält an, da die Macht in den Händen derjenigen ist, die nicht daran glauben, daß diese Nation eine Hindu-Nation ist. Diejenigen, die von nationaler Einheit als Einheit all derjenigen, die in diesem Land leben, reden, sind durch ihr egoistisches Verlangen, die Stimmen der Minderheiten zu kaufen, motiviert. Deshalb sind sie Verräter. Die Einheit und die Konsolidierung der Hindus ist das dringlichste Gebot der Stunde, da das Hindu-Volk von allen Seiten von Feinden umgeben ist. Die Hindus müssen die Fähigkeit für eine massive Vergeltung entwickeln, und Angriff ist die beste Verteidigung. Der Mangel an Einheit ist die Wurzel für all die Schwierigkeiten, die die Hindus haben, und die Sangh wurde mit der göttlichen Mission geschaffen, diese Einheit herzustellen" (Goyal, Des Raj: Rashtriya Swayamsevak Sangh, New Delhi: Radha Krishna (1979). S. 179.)


    Der RSS hat sich seit seiner Gründung 1925 mittlerweile in jedem Bereich der Gesellschaft etabliert. So war Premierminister Jawaharlal Nehru 1962 während der kurzen kriegerischen Auseinandersetzung mit China so beeindruckt, dass er ein Sangh-Kontingent zur Teilnahme an der Parade zum Tag der Republik am 26. Januar 1963 einlud. Zwei Tage paradierten 3.000 Swayamsevaks in voller Sangh-Uniform.
    In den letzten Jahren hat der RSS seine Leute in höchste politische Ämter der indischen Politik positioniert. Dazu zählen Atal Bihari Vajpayee (Ex-Premierminister), Lal Krishna Advani (Ex-Innenminister) und Narendra Modi (Chief Minister des Bundesstaates Gujarat). Aufgrund des Regierungswechsels 2004 ist der Einfluss auf die gegenwärtige Bundespolitik weniger groß.

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