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Religiöse Beschneidung von Jungen ist strafbar

Erstellt von Max Monte, 27.06.2012, 00:00 Uhr · 1.101 Antworten · 44.960 Aufrufe

  1. #241
    Avatar von Allissa

    Registriert seit
    07.08.2009
    Beiträge
    44.232
    Zitat Zitat von LaReineMarieAntoinette Beitrag anzeigen
    Zu deinem ersten Absatz ---> Hast wohl bei den Amis geschnüffelt.
    Fast jeder 3. Ami verklagt seine Eltern, weil sich dieser von ihnen VERSTÜMMELT fühlt. Diese Männer leiden darunter, weil sie den Glauben ihrer Eltern nicht teilen, weil sie was vermissen, was sie nie hatten, weil ihre religiösen Ansichten sich geändert haben und so weiter und so weiter.

    Was im Kindesalter mit ihnen passiert, wissen heute die Wenigsten. Schön aber, das sich dies nun langsam ändert. Kinder stehen unter einen enormen Druck. Religiös erzogene Kinder landen häufiger beim Psycho. als "normale" Kids, fragt sich nur warum?

    Religiös erzogene Kinder lernen von Anfang an schon was Grausamkeit bedeutet und was für "schreckliche" Wesen es doch "gibt". Hölle, Teufel, Dämonen, Harmagedon und und und. Für die Psyche ist dies alles andere als gesund. Kinder haben Fantasie und zwar reichlich, es reicht schön davon zu erzählen und das Trauma ist vorhanden. Die Vorstellungskraft von Kids ist enorm. Wenn sie es schaffen, sich in einem gewissen Alter los zusagen von dem Humbug, ist es schon meist zu spät: Kaum ausgereifter Charakter, Selbstzweifel, Angstzustände, Paranoia, schwaches bis kein vorhandenes Selbstbewusstsein, Bildung kann auch betroffen sein und auch hier ist Palette wieder breit gefächert. Ist solch ein vorgeschädigtes Individuum nun auch noch körperlich durch dies beschädigt, ist die häufigste Folge auch noch ne schöne Depression, wenn nicht schon vorhanden, dann erst richtig. Da es immer wieder daran erinnert wird, Tag täglich, Lebenslang. 34% der reli Kinder schaffen es sich durchs Leben zuschlagen, beim Rest versucht der PSycho. ihren Scherbenhaufen zu kitten.

    Vielleicht hat Deutschland nun so langsam Angst vor den Prozessen, wer weiß. Es ist aber langsam an der Zeit diese Verstümmelungspartys gesetzlich zu unterbinden. Was stört euch reli-Fanatiker daran 18 Jahre zu warten? Eure Kinder werden wenn sie sich dafür entscheiden doch in den Blumgarten kommen. Sagt jetzt nicht, dann wäre es dafür zu spät, dann lach ich euch echt aus, dann dürften die jenigen, die erst im erwachsenen Alter konvertierten, die Aussicht auf das Zuckerwatteland ja ziemlich verbaut haben. Oder sind dann statt 72 Jungfrauen nur noch 50 vorhanden?

    Das Wohl des Einzelnen steht in Deutschland immer noch höher, als die Märchenbücher und dies ist auch gut so.

    Ich habe dies schon immer missbilligt und ich werde es immer tun den Kindern gilt es zuschützen und nicht sie in ein Trauma zustürzen und das auch noch ungefragt.
    ehrlich gesagt finde ich einige deiner aussagen hier ziemlich dreist, wenn da nicht bald einige nachweise kommen sollte das als hetze verwarnt werden.

    zum thema: ich würde das nie nur aus religiösen gründen mit meinem sohn machen lassen, mir tun auch die anderen kinder leid aber das ist sicher keine verstümmelung also sollte das aus meiner sicht auch nicht verboten werden.

  2. #242
    Ferdydurke
    Zitat Zitat von LaReineMarieAntoinette Beitrag anzeigen
    Es scheint so, das sie dir noch an der falschen Stelle was weggeschnippelt haben, irgendwie funzt dein Hirnarial, was für das Denken zuständig ist nicht. In Mathe scheinst du bei Volumen und Oberflächenberechnung auch gepennt zu haben.


    @ Nebi

    Zu deinem ersten Absatz ---> Hast wohl bei den Amis geschnüffelt.
    Fast jeder 3. Ami verklagt seine Eltern, weil sich dieser von ihnen VERSTÜMMELT fühlt. Diese Männer leiden darunter, weil sie den Glauben ihrer Eltern nicht teilen, weil sie was vermissen, was sie nie hatten, weil ihre religiösen Ansichten sich geändert haben und so weiter und so weiter.

    Was im Kindesalter mit ihnen passiert, wissen heute die Wenigsten. Schön aber, das sich dies nun langsam ändert. Kinder stehen unter einen enormen Druck. Religiös erzogene Kinder landen häufiger beim Psycho. als "normale" Kids, fragt sich nur warum?

    Religiös erzogene Kinder lernen von Anfang an schon was Grausamkeit bedeutet und was für "schreckliche" Wesen es doch "gibt". Hölle, Teufel, Dämonen, Harmagedon und und und. Für die Psyche ist dies alles andere als gesund. Kinder haben Fantasie und zwar reichlich, es reicht schön davon zu erzählen und das Trauma ist vorhanden. Die Vorstellungskraft von Kids ist enorm. Wenn sie es schaffen, sich in einem gewissen Alter los zusagen von dem Humbug, ist es schon meist zu spät: Kaum ausgereifter Charakter, Selbstzweifel, Angstzustände, Paranoia, schwaches bis kein vorhandenes Selbstbewusstsein, Bildung kann auch betroffen sein und auch hier ist Palette wieder breit gefächert. Ist solch ein vorgeschädigtes Individuum nun auch noch körperlich durch dies beschädigt, ist die häufigste Folge auch noch ne schöne Depression, wenn nicht schon vorhanden, dann erst richtig. Da es immer wieder daran erinnert wird, Tag täglich, Lebenslang. 34% der reli Kinder schaffen es sich durchs Leben zuschlagen, beim Rest versucht der PSycho. ihren Scherbenhaufen zu kitten.

    Vielleicht hat Deutschland nun so langsam Angst vor den Prozessen, wer weiß. Es ist aber langsam an der Zeit diese Verstümmelungspartys gesetzlich zu unterbinden. Was stört euch reli-Fanatiker daran 18 Jahre zu warten? Eure Kinder werden wenn sie sich dafür entscheiden doch in den Blumgarten kommen. Sagt jetzt nicht, dann wäre es dafür zu spät, dann lach ich euch echt aus, dann dürften die jenigen, die erst im erwachsenen Alter konvertierten, die Aussicht auf das Zuckerwatteland ja ziemlich verbaut haben. Oder sind dann statt 72 Jungfrauen nur noch 50 vorhanden?

    Das Wohl des Einzelnen steht in Deutschland immer noch höher, als die Märchenbücher und dies ist auch gut so.

    Ich habe dies schon immer missbilligt und ich werde es immer tun den Kindern gilt es zuschützen und nicht sie in ein Trauma zustürzen und das auch noch ungefragt.
    Bei dem ganzen Drama ist es doch erstaunlich, dass das größte Geschrei von den Nichtbeschnittenen kommt.

  3. #243
    Ferdydurke
    Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Kriminalisierung von Eltern- man schreit laut rum, dass es nur und wirklich nr ums Kindeswohl geht, und wenn die Eltern ihren religiösen Ritualen folgen, sind sie Verbrecher, die ihre Kinder quälen, verstümmeln und traumatisieren. Dann lehnt man sich zurück, und fühlt sich gut, weil man
    a) im Recht ist
    b) für die Menschenrechte gefochten hat
    c) für die Kinderrechte gefochten hat
    d) einfach ein ganz großartiger aufgeklärter Macker ist.

    Die Kinder werden weiter beschnitten, nur unter wesentlich schlechteren Bedingungen (weil man ja den Weg durch die urologische Praxis, wo dieser kleine (!!!) Eingriff ja relativ risikofrei verläuft, verbaut hat) was dann tatsächlich ihr Wohl gefährden könnte. Eine Kommunikation mit Eltern und Verbänden wird dann relativ unmöglich sein, weil niemand sich gerne von keifenden Rechthabern als Krimineller beschimpfen läßt, d.h. unterm Strich wird alles etwas schlimmer für alle Beteiligten. Also, außer für die Rechthaber.

    Achja, religiöse Menschen die in eine Gemeinde eingebunden sind, haben eine höhere Resilienz. Nichts mit zitterndem Nervenbündel und Vatermordfantasien.

  4. #244
    Avatar von Cobra

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    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Kriminalisierung von Eltern- man schreit laut rum, dass es nur und wirklich nr ums Kindeswohl geht, und wenn die Eltern ihren religiösen Ritualen folgen, sind sie Verbrecher, die ihre Kinder quälen, verstümmeln und traumatisieren. Dann lehnt man sich zurück, und fühlt sich gut, weil man
    a) im Recht ist
    b) für die Menschenrechte gefochten hat
    c) für die Kinderrechte gefochten hat
    d) einfach ein ganz großartiger aufgeklärter Macker ist.

    Die Kinder werden weiter beschnitten, nur unter wesentlich schlechteren Bedingungen (weil man ja den Weg durch die urologische Praxis, wo dieser kleine (!!!) Eingriff ja relativ risikofrei verläuft, verbaut hat) was dann tatsächlich ihr Wohl gefährden könnte. Eine Kommunikation mit Eltern und Verbänden wird dann relativ unmöglich sein, weil niemand sich gerne von keifenden Rechthabern als Krimineller beschimpfen läßt, d.h. unterm Strich wird alles etwas schlimmer für alle Beteiligten. Also, außer für die Rechthaber.

    Achja, religiöse Menschen die in eine Gemeinde eingebunden sind, haben eine höhere Resilienz. Nichts mit zitterndem Nervenbündel und Vatermordfantasien.
    Religiöse Beschneidung von Jungen ist strafbar

  5. #245
    Avatar von LaReineMarieAntoinette

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    Zitat Zitat von Allissa Beitrag anzeigen
    ehrlich gesagt finde ich einige deiner aussagen hier ziemlich dreist, wenn da nicht bald einige nachweise kommen sollte das als hetze verwarnt werden.

    zum thema: ich würde das nie nur aus religiösen gründen mit meinem sohn machen lassen, mir tun auch die anderen kinder leid aber das ist sicher keine verstümmelung also sollte das aus meiner sicht auch nicht verboten werden.
    Googel einfach nach, bei N24 findest ne menge, wenn nicht, dann lasss es halt. Meine Aussagen stützen sich auf eine Lesung und Seminar an dem ich damals teilgenommen habe. So mit sind sie keines wegs an den Haaren herbei gezogen noch Hetze. Aber wenn es dir so besser gefällt bitte.

  6. #246
    Avatar von LaReineMarieAntoinette

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    Zitat Zitat von Ferdydurke Beitrag anzeigen
    Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Kriminalisierung von Eltern- man schreit laut rum, dass es nur und wirklich nr ums Kindeswohl geht, und wenn die Eltern ihren religiösen Ritualen folgen, sind sie Verbrecher, die ihre Kinder quälen, verstümmeln und traumatisieren. Dann lehnt man sich zurück, und fühlt sich gut, weil man
    a) im Recht ist
    b) für die Menschenrechte gefochten hat
    c) für die Kinderrechte gefochten hat
    d) einfach ein ganz großartiger aufgeklärter Macker ist.

    Die Kinder werden weiter beschnitten, nur unter wesentlich schlechteren Bedingungen (weil man ja den Weg durch die urologische Praxis, wo dieser kleine (!!!) Eingriff ja relativ risikofrei verläuft, verbaut hat) was dann tatsächlich ihr Wohl gefährden könnte. Eine Kommunikation mit Eltern und Verbänden wird dann relativ unmöglich sein, weil niemand sich gerne von keifenden Rechthabern als Krimineller beschimpfen läßt, d.h. unterm Strich wird alles etwas schlimmer für alle Beteiligten. Also, außer für die Rechthaber.

    Achja, religiöse Menschen die in eine Gemeinde eingebunden sind, haben eine höhere Resilienz. Nichts mit zitterndem Nervenbündel und Vatermordfantasien.

    So klein ist der Eingriff nicht, verharmlose bitte nicht die Risiken, ohne sie überhaupt zu kennen.

  7. #247

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    Zitat Zitat von Allissa Beitrag anzeigen
    ehrlich gesagt finde ich einige deiner aussagen hier ziemlich dreist, wenn da nicht bald einige nachweise kommen sollte das als hetze verwarnt werden.

    zum thema: ich würde das nie nur aus religiösen gründen mit meinem sohn machen lassen, mir tun auch die anderen kinder leid aber das ist sicher keine verstümmelung also sollte das aus meiner sicht auch nicht verboten werden.
    Ich widerspreche Dir selten aber in dem Fall schon, Du sagst selbst Du hälst nichts von religiösen Bräuchen die Beschneidung ist aber ein religiöser Brauch und zudem wird sie in einigen Ländern nicht einmal von ausgebildeten Ärzten durchgeführt und es gibt auch hier Unfälle und Komplikationen, also ist es daher nicht mit Fingernägel oder Haare schneiden vergleichbar und es gibt auch keine Vorteile nach Ansichten von Urologen.

    Daher verstehe ich nicht warum diese Praxis so vehement verteidigst nur weil Du es aus deinem Kulturkreis eben kennst.

  8. #248
    Avatar von Nebi

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    Zitat Zitat von Sazan Beitrag anzeigen
    ja, hat es. als ich beschnitten wurde, schwoll mein bestes stück so krass an, dass man es auch für ne zucchini halten konnte... scheinbar wurden die schwellkörper dadurch gedehnt, was zu einem zusätzlichen wachstumsschub geführt hat. jedenfalls sieht das teil heut aus wie ein ausgewachsener zitteraal.
    Ja, genau
    Ein weiterer Aspekt zu meiner These: als unbeschnittener Junge hat man in der Kindheit eine noch viel längere Vorhaut (Zipfelchen ), wenn man ausgewachsen ist, bedeckt die Vorhaut aber meist nicht mehr die ganze Eichel. Wahrscheinlich wachsen die Schwellkörper schneller als die Vorhaut (oder zumindest nicht immer gleichzeitig), wenn man aber keine Vorhaut mehr hat, könnte doch das Wachstum des Schwellkörpers ausgebremst werden (oder er wächst mehr nach innen).

    Zitat Zitat von Sazan Beitrag anzeigen
    p.s.: ich leide auch darunter. ich wäre gern ein richtiger mann mit vorhaut.
    Sagt ja keiner, dass sich jeder ohne Vorhaut nicht wie ein richtiger Mann fühlen kann. Den meisten wird es wohl egal sein

    Zitat Zitat von LaReineMarieAntoinette Beitrag anzeigen
    @ Nebi

    Zu deinem ersten Absatz ---> Hast wohl bei den Amis geschnüffelt.
    Ne, bei den Deutschen

  9. #249

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    5.631
    Zitat Zitat von hippokrates Beitrag anzeigen
    Die Beschneidung – ein unnützes Opfer für Allah

    Die Beschneidung muslimischer Jungen ist eine ebenso abscheuliche archaische Sitte wie die Genitalverstümmelung bei kleinen Mädchen. Sie ist ein Unterdrückungsinstrument und gehört geächtet. Von Necla Kelek


    Ein Junge während seiner Beschneidung: Die Psychiaterin Janet Menage hat den durch die Beschneidung verursachten seelischen Schaden als "gesellschaftlich sanktionierten Missbrauch" bezeichnet, der eine nachhaltige Traumatisierung hervorrufe

    "Jeder hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit." Steht im Grundgesetz Artikel 2. Niemand wird bestreiten, dass die Genitalverstümmelung von Frauen eine abscheuliche Sitte ist. Sie steht bei uns deshalb unter Strafe.

    Das Oberlandesgericht Köln hat nun in einem Urteil die Entfernung der Vorhaut bei Jungen aus religiösen Gründen ebenfalls als Körperverletzung definiert. Jüdische Verbände, Muslimvereine protestieren dagegen, dass die Verfassung Vorrang vor religiösen Riten haben soll.

    Pflicht oder bloße Empfehlung?

    In keiner Sure des Korans lässt sich ein Hinweis auf das Beschneidungsgebot finden, die Beschneidung gehört zur Sunna, einer nachzuahmenden Gewohnheit, auf jeden Fall ist sie "Pflicht und Voraussetzung für die Gültigkeit des Umkreisens der Kaaba bei der Pilgerfahrt und der Wallfahrt".

    Es gibt einige Hadithe, überlieferte Worte und Taten der Propheten, die zur Begründung dieser "nachzuahmenden Pflicht" herhalten müssen. Eingefordert wird diese unter Berufung auf Abraham: "Abraham vollzog für sich die Beschneidung, als er im Alter von 80 Jahren war, und bediente sich dazu der Axt."

    Ob die Beschneidung wirklich Pflicht oder bloße Empfehlung ist, darüber gingen die Meinungen unter den Islamgelehrten immer schon auseinander. Die Beschneidung ist ein Brauch wie das Barttragen, mit dem sich Fundamentalisten heute von den Ungläubigen, die Sauberen von den Unreinen, den Nichtmuslimen, abgrenzen.

    Mit welcher demonstrativen Pracht das Beschneidungsfest auch früher schon zelebriert wurde, macht der 1829 veröffentlichte Bericht des österreichischen Gesandten Graf Julius von Lezsky deutlich, der die Beschneidung des Sohnes von Murad III. im Jahr 1583 schildert.

    Schweigend ertragen

    Zu diesem mehrere Tage währenden Volksfest marschierten Legionen von in- und ausländischen Gästen und Würdenträgern am Hof des Sultans auf, die Flotte und die Armee paradierten vorbei, alle Zünfte des Landes präsentierten ihre Künste. Nur der, um den es bei diesem Fest ging – Mohammed, der Sohn Murats des III. –, kam in der Geschichte kaum vor.

    Auch meine Schwester hat ihre Söhne beschneiden lassen, weil es Brauch und Tradition ist. Unbeschnittene Jungen werden in der türkischen Gesellschaft nicht akzeptiert, die Beschneidung gehört zum Muslimsein und unauflöslich zur männlichen Identität. Und diese gewinnt nur, wer Schmerzen ertragen kann.

    Wer die nicht aushält, wer nicht bereit zu sein scheint, einen Teil von sich Allah zu opfern, gehört nicht dazu. Der südafrikanische Freiheitsheld Nelson Mandela erzählt in seiner Autobiografie "Der lange Weg zur Freiheit" von seiner eigenen Beschneidung, die unter Beobachtung von Eltern und Verwandten sowie einiger Häuptlinge und ihrer Berater stattfand:
    "Die Beschneidung ist eine Probe in Tapferkeit und Stoizismus; es wird keinerlei Betäubungsmittel verwendet; ein Mann muss sie schweigend ertragen." Im "kritischen Augenblick", so Mandela, war der Schmerz "so intensiv, dass ich mein Kinn gegen meine Brust presste. Viele Sekunden schienen zu vergehen, bevor ich mich an den Ausruf erinnerte; dann war ich wieder bei mir und rief ,Ndiyindola!' (Ich bin ein Mann!)."

    Hinreichend widerlegt

    "Aufgeklärte" Türken führen lieber medizinische Gründe an, die angeblich für eine Beschneidung sprechen. Ein Beschnittener leide nicht an Vorhautverengung, statistisch gebe es weniger Peniskarzinome, die Hygiene falle leichter, und das Risiko der Übertragung des Papillomavirus auf Frauen werde verringert.

    Alle diese Argumente sind inzwischen von Urologen hinreichend widerlegt worden, selbst die Mär, dass die Beschneidung keine nachteiligen medizinischen Folgen habe, wird von Ärzten bestritten.
    "Kurieren durch Amputieren", so der Kinderarzt und Chirurg Christoph Flechter, "sei so dumm wie der Versuch, einer Nasenentzündung durch Entfernung des Riechorgans beizukommen."

    Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland zahlen für diesen Eingriff nicht. Die in Deutschland lebenden Türken lassen sich dadurch nicht von der Beschneidung abbringen, nicht einmal die säkular lebenden Türken.

    Ohne jede Erklärung

    Etwa 10.000 muslimische Jungen in Deutschland kommen in jedem Jahr in das Alter, beschnitten zu werden. Das machen türkische Ärzte, aber auch aus der Türkei eingeflogene angelernte Beschneider. Oft aber wird die Beschneidung im Sommerurlaub in der Türkei vorgenommen, da sie ein Familienfest ist.

    Auch mich beschäftigen das kulturelle Muster, die Macht der Umma des übergeordneten sozialen Systems, die in diesem Ritus deutlich wird, und die Vorstellung von Männlichkeit, die damit immer wieder fortgeschrieben wird.

    Mein kleiner neunjähriger Neffe, der tagelang breitbeinig mit einem weit vom Körper gehaltenen Nachthemd zwischen den Frauen herumlief, entsprach so gar nicht dem männlich-heroischen Bild, das mit der Beschneidung verbunden wird.

    Das war kein "Held", der da auf unsicheren Beinen durch die Gegend wankte, sondern ein gepeinigtes Menschenkind. Zu einer Zeit, wenn der Heranwachsende vielleicht gerade anfängt, seinen Körper zu entdecken, einen eigenen Willen und eigene Vorstellungen vom Leben zu entwickeln, wird seine Persönlichkeitsentwicklung durch eine Lektion gebrochen, die er ohne jede Erklärung erteilt bekommt – dass er sich zu fügen hat, wenn die Erwachsenen ihm Schmerz zufügen, dass Gott ihm Prüfungen auferlegt, die es zu bestehen gilt, oder er ist ein Nichts, weder Muslim noch Mann, noch Teil der Gemeinschaft.

    Schändliche Tradition

    Was die schändliche Tradition der Beschneidung bei Mädchen anrichtet, darüber wissen wir einiges. Die Genitalverstümmelung von Mädchen ist durch den Paragrafen 242 Strafbesetzbuch verboten. Warum gilt die Beschneidung nur bei Mädchen als Körperverletzung?

    Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht, das nicht durch ein wie auch immer begründetes Gewohnheitsrecht, durch eine orientalische Sitte, außer Kraft gesetzt werden darf.

    Die Psychiaterin Janet Menage hat den durch die Beschneidung verursachten seelischen Schaden als "gesellschaftlich sanktionierten Missbrauch" bezeichnet, der eine nachhaltige Traumatisierung hervorrufe.

    Die Geborgenheit, die Sicherheit, das Vertrauen, das Kinder in diesem Alter ihren Eltern überwiegend entgegenbringen, wird durch ein anderes "Lebensmuster" ersetzt – sie empfinden Ohnmacht und Verrat.

    Traumata aber sind nicht bewältigbar, sie werden eingefroren und verdrängt. Was nicht der Arbeit der Erinnerung und damit auch der Veränderung zugeführt werden kann, lebt in einem fort und zwingt zur Wiederholung. Das erklärt vielleicht auch, warum diese Tradition immer weiter fortleben kann.

    Religiöser Brauch: Die Beschneidung



    Hippokrates

    ich wurde von deutschen aertzten beschnitten die aertzte meinten zu mir sogar dass es eine gute entscheidung war

  10. #250
    Avatar von Sazan

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    Beiträge
    13.046
    Zitat Zitat von LaReineMarieAntoinette Beitrag anzeigen
    So klein ist der Eingriff nicht, verharmlose bitte nicht die Risiken, ohne sie überhaupt zu kennen.
    eine beschneidung bringt mehr nutzen als schaden mit sich. und bevor ihr hier weiter auf "gutmenschen" macht und alles verteufelt, was ihr mit dem islam in verbindung bringt, sogar das schächten von tieren als schreckliches tötungsritual bezeichnet, solltet ihr euch mal an die eigene nase packen. ihr kastriert eure haustiere am laufenden band.. auch die kastration von männlichen ferkeln ist in deutschland üblich (ohne betäubung!), da das schweinefleisch sonst beim verzehr, wegen dem androstenon, einen unangenehmen geschmack hat.

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