Die drei großen asiatischen Regionalmächte Russland, China und Indien haben eine engere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus vereinbart. Man wolle auch intensiver gegen Drogenschmuggel vorgehen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Indien und China in Wladiwostok.




Gegengewicht zu den USA?
Der chinesische Außenminister Li Zhaoxing setzt nach der jüngsten Annäherung an den Nachbarn Indien große Hoffnungen auf die neue Dreier-Allianz: "Drei Länder errichten eine strategische Partnerschaft, die aber gegen kein anderes Land gerichtet ist", betonte Li. Die Regierung in Moskau hatte bereits 1998 erste Versuche einer engeren Zusammenarbeit mit Peking und Neu-Delhi unternommen. Ziel war damals, ein Gegengewicht gegen die Vormachtstellung der USA in der Welt zu schaffen.




Russland und China unterstützen Indien
Indiens Außenminister Natwar Singh bekräftigte bei dem Treffen in Wladiwostok den Wunsch seines Landes nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Indien werde in seinen Bemühungen von China und Russland unterstützt, sagte Singh nach dem Treffen. Peking und Moskau sind ständige Mitglieder des UN-Gremiums.


Ex-Sowjetrepubliken im Visier
Alle drei Länder äußerten ihre Besorgnis über die Lage in den ehemaligen sowjetischen Republiken in Zentralasien. Moskau forderte eine Aufklärung der Gewaltausbrüche in Usbekistans Mitte Mai. Nach russischen Erkenntnissen seien an den Ausschreitungen auch tschetschenische Terroristen beteiligt gewesen, sagte Lawrow. Menschenrechtler werfen dem usbekischen Militär vor, in der Stadt Andischan bis zu 800 Demonstranten erschossen zu haben.