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Russland startet Krieg gegen den IS

Erstellt von Zurich, 01.09.2015, 14:48 Uhr · 10.299 Antworten · 399.439 Aufrufe

  1. #5101
    Avatar von Barbaros

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    Zitat Zitat von SLO_CH86 Beitrag anzeigen
    Gerade jemand wie du will mir so kommen?

    Im Gegensatz zu dir verurteile ich Terrorismus.

    Also halt einfach deine Fresse.
    Bist du nicht der Lauch der die pkk nicht als Terroristen sieht?

  2. #5102
    Avatar von SLO_CH86

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    Zitat Zitat von Sonne-2012 Beitrag anzeigen
    Der Terror des türkischen Staates muss endlich aufhören.

    Hier sind einige türkische User die den Terror bzw. die Terroristen (sogenannte "moderate Rebellen" und die ISIS) unterstützen.
    Liegt vieleicht daran, dass die Türkei blutgierige Terrorbanden wie Al-Qaida oder Ahrar al-Scham unterstützt.

    Man muss sich das mal vor Augen führen, ein Natopartner und EU-Beitrittskandidat unterstützt Terroristen, kein Wunder gibts da unten nur noch Chaos. Und einige Islamistenlecker unterstützen dies noch, staat sein Heimatland dafür zu kritisieren.

    Ein normaler Mensch köann da doch nicht stolz auf sein Land sein.

    "Die im Nordwesten des Landes aktive und von al-Qaida geführte „Armee der Eroberer“ wird vor allem von Katar und der Türkei unterstützt"

    Schützenhilfe für Al-Qaidas Siegeszug | Kriege


    Zitat Zitat von Barbaros Beitrag anzeigen
    Bist du nicht der Lauch der die pkk nicht als Terroristen sieht?
    Die PKK sehe ich als Terrorgruppe.

    Die YPG sehe ich als Widerstandskämpfer, die sich vor den Menschenschlächtern verteidigen.

    Einige scheinen die PKK mit der YPG zu verwechseln.

  3. #5103
    Avatar von Barbaros

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    Zitat Zitat von SLO_CH86 Beitrag anzeigen
    Die PKK sehe ich als Terrorgruppe.

    Die YPG sehe ich als Widerstandskämpfer, die sich vor den Menschenschlächtern verteidigen.

    Einige scheinen die PKK mit der YPG zu verwechseln.
    Die ypg ist die syriesche Version der pkk und befolgt die gleiche Ideologie und sehen Abdullah Öcalan als ihren Führer. Sie haben die pkk in der Vergangenheit immer unterstützt,ihnen Zuflucht gegeben.Abdullah Öcalan wurde von Ihnen aufgenommen und das mit Hilfe Hafiz Assad bis der türkische Staat Druck auf das Assad Regime machte,da musste der pkk Führer das Land verlassen.
    Fazit: Es ist der selbe Dreckshaufen und das ändert sich nicht nur weil sie gegen die Is kämpfen.

  4. #5104
    Avatar von SLO_CH86

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    Zitat Zitat von Barbaros Beitrag anzeigen
    Fazit: Es ist der selbe Dreckshaufen und das ändert sich nicht nur weil sie gegen die Is kämpfen.
    Die YPG wurde doch erst im 2012 gegründet um die Kurdengebiete vor den blutgierigen zu schützen.

    Die PKK verübt Anschläge.

    Man kann doch nicht eine Gruppierung, die Anschläge verübt mit einer Verteidigungsgruppe vergleichen, welche sich vor dem IS verteidigt.

  5. #5105
    JazzMaTazz
    Zitat Zitat von SLO_CH86 Beitrag anzeigen
    Die YPG wurde doch erst im 2012 gegründet um die Kurdengebiete vor den blutgierigen zu schützen.

    Die PKK verübt Anschläge.

    Man kann doch nicht eine Gruppierung, die Anschläge verübt mit einer Verteidigungsgruppe vergleichen, welche sich vor dem IS verteidigt.

    Die YPG gehört zur PKK Gruppe du Vollhonk

  6. #5106
    Avatar von SLO_CH86

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    Zitat Zitat von JazzMaTazz Beitrag anzeigen
    Die YPG gehört zur PKK Gruppe du Vollhonk
    Wer hat dich den gefragt?

  7. #5107
    Avatar von Methica

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    Eigentlich ist es ziemlich müßig, die ganzen Namen und Gruppierungen zu kennen. Die schießen wie Pilze aus dem Boden und zerfallen genau so schnell wieder. Es reicht zu wissen, dass es immer die gleiche Kacke ist.

  8. #5108
    Avatar von Lubenica

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    Zitat Zitat von 2hands1blatt Beitrag anzeigen
    Während der Westen hartnäckig schweigt, scheint das Erdogan-Regime bis zum Äußersten gehen zu wollen, um den kurdischen Widerstandswillen zu brechen

    Glaubt man der durch staatliche Repression weitgehend gleichgeschalteten türkischen Presse, scheinen die Siege türkischer Armee-Einheiten und staatlicher Todesschwadrone in den Kurdengebieten der Türkei kein Ende nehmen zu wollen.
    In einer Entwicklung, die an die Frühphase des syrischen Bürgerkrieges erinnert, werden die rasch anschwellenden Leichenberge im Südosten des Landes von den Presseorganen des Regimes als militärische Erfolgsmeldungen verkauft. Hunderte von "Terroristen" der PKK wollen die türkischen Militärs bei ihrer "Säuberungsaktion" ausgeschaltet haben.
    Die erste große Lüge dieses abermals aufflammenden Bürgerkrieges findet sich somit schon in all den Schlagzeilen, die - etwa auf der Internetpräsenz der Tagesschau vom 25. Dezember - über "mehr als 200 tote PKK-Kämpfer" zu berichten vorgeben. Denn tatsächlich operieren die Guerillas der PKK bislang gar nicht in den Städten der Türkei. Die Führung der Kurdischen Arbeiterpartei hat immer wieder betont, dass ihr militärischer Arm, die Volksverteidigungskräfte HPG, bislang in die Kämpfe in den seit Wochen belagerten Städten gar nicht eingegriffen hat.
    Ein verzweifelter Jugendaufstand

    Die Soldateska des Erdogan-Regimes geht tatsächlich gegen die Einwohner der von dieser Strafexpedition betroffenen Kurdengebiete vor, gegen "kurdische Jugendliche, die ohne Chance auf eine Arbeit sind und ohne Perspektive", wie es die Frankfurter Allgemeine Zeitung formulierte. Es ist ein verzweifelter Jugendaufstand, angefacht durch die beständigen Provokationen der Staatsmacht, der mit brutalsten Mitteln von dem türkischen Militär in Blut erstickt werden soll.
    Die Patriotisch revolutionäre Jugendbewegung (YDG-H) gilt als eine weitgehend autonom agierende Vorfeldorganisation der PKK, als ihre inoffizielle Jugendorganisation. In der YDG-H sammeln sich oftmals die Jugendlichen, die in den 1990er Jahren während des Bürgerkrieges als Kinder den Staatsterror des türkischen Militärs durchzustehen hatten und Mord, Vertreibung, Folter und brutalste Unterdrückung erleben mussten.
    Bei den Jugendlichen handele es sich um ein neues Prekariat, das ökonomisch marginalisiert sei und deswegen kaum etwas zu verlieren habe, führte die FAZ aus:
    Oft waren die Eltern dieser Jugendlichen vor zwei Jahrzehnten aus ihren kurdischen Dörfern vertrieben worden, als die Armee sie niederbrannte, oder ihre Väter waren bei Kämpfen getötet worden. Die Dörfer sind seither entleert. Eine Stadt wie Cizre wuchs seither von 40.000 auf 250.000 Einwohner. Auch in anderen Städten landeten die Vertriebenen, wo ihre Kinder unter erbärmlichen Bedingungen aufwuchsen. Sie bilden ein neues Prekariat - schlecht ausgebildet und ohne Chance auf Arbeit. Diese neue Generation ist radikaler als frühere Generationen es waren. Davor hatte der kurdische Politiker Serafettin Elci gewarnt, der 2012 im Alter von 74 Jahren verstarb. Er sagte kurz vor seinem Tod, seine Generation sei die letzte der Kurden, mit denen man habe sprechen können.



    Zehntausende Menschen fielen dem in den 1990ern tobenden Bürgerkrieg im türkischen Teil Kurdistans zum Opfer, wobei es sich größtenteils um kurdische Zivilisten handelte, die in unzähligen, bis heute kaum aufgearbeiteten Massakern türkischer Armee-Einheiten oder Todesschwadrone ermordet wurden.
    Die Killerkommandos der "Esedullah Timleri"

    Damals schwieg der Westen weitgehend zu diesen Massenmorden des geschätzten "NATO-Partners" Türkei, die von extralegalen staatlichen Sondereinheiten wie der berüchtigten Killertruppe JITEM ausgeführt wurden, wie Die Zeit 2009 berichtete:
    Wer verdächtigt wurde, mit der PKK zusammenzuarbeiten, den besuchte das Kommando.



    JITEM erledigte die "Drecksarbeit für die Armee", erklärte ein Aussteiger gegenüber der Wochenzeitung. "Mal waren Bauern die Opfer, mal ein auffälliges Liebespärchen, mal Kinder." Laut Schätzungen wurden so 15000 Menschen von diesem staatlichen Killerkommando ermordet. "Die Operationen von JITEM endeten mit dem Tod, ausnahmslos."
    Bei der aktuellen Repressionswelle kommt eine neue Todesschwadron zum Einsatz, die mit der massenmörderischen "Dreckarbeit" betraut wird, die einstmals JITEM erledigte. Um die Killerkommandos der "Esedullah Timleri", die "verurteilte Kriminelle" und "Personen, die mit dem "Islamischen Staat" in Verbindung" stünden, rekrutieren würden, rankten sich ebenfalls viele "Gerüchte", berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung:
    So setzen die Sicherheitskräfte, wenn sie in die Städte vordringen, als Vorhut die als besonders brutal geltenden "Esedullah Timleri" ein, über denen ein Schatten des Geheimnisvollen liegt. Sie dringen in die Häuser ein, zerstören, töten.



    Die Ausrufung der Selbstverwaltung, der Aufbau von Barrikaden und das Ausheben von Gräben durch die Jugendlichen der YDG-H in ihren Stadtteilen, die in Reaktion auf die Kriegserklärung Erdogans an die kurdische Freiheitsbewegung erfolgten, verfolgen somit auch ein ganz praktisches Ziel: Sie sollen die Städte vor den Übergriffen der staatlichen Killerkommandos schützen, wie die FAZ ausführte.
    Die YDG-H tauchte in den Untergrund ab "und nahm den bewaffneten Kampf gegen die staatlichen Sicherheitskräfte auf, insbesondere gegen die "Esedullah Timleri". Sie errichten Straßenkontrollen, bauen Barrikaden und ziehen Gräben, um Stadtviertel zu schützen und Razzien zu verhindern".

    Um es ganz klar auszusprechen, der türkische Staat hat im Südosten des Landes einen regelrechten Krieg entfacht, bei dem ganze Städte durch Panzer- und Artilleriebeschuss zu Trümmerlandschaften zerschossen werden und die Einwohner als Freiwild der türkischen Soldateska gelten, wie unter Lebensgefahr aufgenommene Videos nahelegen.
    Selbst Human Rights Watch berichtet inzwischen von "Dutzenden von getöteten Zivilisten", während eine türkische NGO den Tod von 44 Kindern bei dieser jüngsten Repressionswelle beklagt. Von den staatlichen Killertruppen erschossene Zivilisten müssen oftmals tagelang auf den Straßen liegen bleiben, da diese alles abknallen, was sich auf den Straßen bewegt - von Säuglingen bis zu alten Greisen.
    Die Städte der Türkei haben sich in "Kriegszonen" verwandelt, berichtete auch das Wall Street Journal. Während der türkische Staat einen offenen Terrorfeldzug gegen die eigene Bevölkerung führt, gilt die PKK - deren Kämpfer maßgeblich an der Rettung der Jesiden vor den Klerikalfaschisten des Islamischen Staats beteiligt waren - weiterhin im Westen als "Terrororganisation".
    Und abermals schweigen die Verbündeten in der "westlichen Wertegemeinschaft" des geschätzten "NATO-Partners" Türkei zu diesem sich entfaltenden staatlichen Massenmord, dem in kürzester Zeit Hunderte von Menschen zum Opfer fielen. Während deutsche Regierungspolitiker noch vor gut zwei Jahren jeden von ukrainischen Sicherheitskräften zusammengeschlagenen Neonazi hysterisch skandalisierten, als die prowestliche "Opposition" in Kiew einen veritablen Regierungssturz organisierte ("Ukraine über Alles!"), herrscht nun in Berlin absolute Funkstille.
    Die professionellen Menschenrechtskämpfer im Umfeld der deutschen Außenpolitik scheinen alle in die Weihnachtsferien abgetaucht zu sein, während der frisch gebackene EU-Beitrittskandidat eine mörderische Repressionswelle im Südosten des Landes entfacht.
    Das Kalkül Erdogans

    Das Kalkül Erdogans bei seiner mörderischen Eskalationsstrategie, bei der mehrere Waffenstillstandsangebote der PKK ausgeschlagen wurden, ist eindeutig. In der Gewalt gegen die Kurden der Türkei entlädt sich der Frust Ankaras über die spektakulär gescheiterte imperiale Strategie der inzwischen weitgehend islamisierten Türkei, die in die Fußstapfen des ottomanischen Imperiums treten wollte.
    Die von der Türkei unterstützten Bürgerkriegsparteien in Syrien - sowohl der Islamische Staat wie die Islamisten im Westen des Landes - befinden sich in der Defensive, während der als Kompensation gedachte militärische Vorstoß in den Irak nach kurzer Zeit kläglich scheiterte.
    Mehr noch: der sich nun abzeichnende Sieg der syrischen Kurden und verbündeter Gruppen gegen den Islamischen Staat scheint ein Albtraumszenario Erdogans wahr werden zu lassen: Anstatt seines geopolitischen Traums von einer islamistischen Großtürkei könnte sich im Gefolge des Syrienkrieges eine selbstverwaltete und basisdemokratische Region an der türkischen Südgrenze etablieren, die auch auf sein zusehends autoritär geführtes Reich ausstrahlen würde.
    Sobald die mit den Kurden verbündeten Demokratischen Kräfte Syriens den Korridor an der türkischen Grenze blockieren (Erfolg der Kurden gegen den IS stört türkische Interessen), den Ankara bislang dem Islamischen Staat offen hielt, sind die Tage des Kalifen von Raqqa und seiner klerikalfaschistischen Terrorbanden gezählt.
    Zudem will Erdogan die Kurden der Türkei in die Knie zwingen, bevor diese nennenswerte militärische Unterstützung erhalten könnten - etwa in Form russischer avancierter panzerbrechender Waffen. Der russisch-türkische Konflikt eröffnet Moskau die Option, Ankara vermittels massiver militärischer Unterstützung der Kurden unter Druck zu setzen.
    Der Kreml hat bereits eine rasche Annäherung an die Kurden eingeleitet, die Erdogan "verschrecken" müsse, so .
    Und schließlich geht es Erdogan auch um eine konkrete militärische Entlastung seiner islamistischen und dschihadistischen Verbündeten in Syrien, indem die PKK in einen langwierigen Konflikt mit dem türkischen Staat verwickelt werden soll, der die Guerilla zwingen würde, ihre auf die Bekämpfung des Islamischen Staates konzentrierten Kräfte zu spalten.
    Mit dem Terrorfeldzug will Ankara somit die PKK auch zu Verzweiflungstaten provozieren, zu Terrorakten auf türkischem Territorium, um die Mär von den kurdischen "Terroristen" weiter aufrechterhalten zu können.
    Bislang sind aber nur kurdische Splittergruppen, die keine organisatorische Verbindung mit der PKK haben, dem türkischen Staat auf den Leim gegangen. Die "Freiheitsfalken Kurdistans" sollen einen terroristischen Mörserangriff auf den Flughafen von Istanbul durchgeführt haben, bei dem eine Putzfrau getötet wurde.
    Rache nach der Wahlniederlage

    Nach Innen geht es Erdogan darum, die Kurden für die Wahlniederlage zu bestrafen, die er Mitte 2015 erlitt. Frieden lohnt sich für die AKP nicht. Der Aufstieg der Kurdenpartei HDP, die vom Friedensprozess an den Wahlurnen mehr profitierte als Erdogans AKP, verleitete die türkischen Islamisten erst zu ihrer Eskalationsstrategie, die in Wechselwirkung mit den massenmörderischen Bombenanschlägen gegen die Opposition in Ankara das gewünschte Wahlergebnis bei der Neuwahl zeitigte.
    Die Neuauflage des Krieges und der Bombenterror, der sich ausschließlich gegen die linke Opposition richtete, haben der als Partei der Ordnung auftretenden AKP die verunsicherten Wähler zurückgetrieben.
    Es war nicht nur die linke Kurdenpartei HDP, deren Wahlerfolg der AKP im Juni 2015 die absolute Mehrheit nahm. Auch die ordinär faschistische MHP konnte im ersten Wahlgang erheblich Stimmenzugewinne verzeichnen - sie wurde mit 16,6 Prozent drittstärkste Kraft.
    In dieser Partei sammelten sich all jene rechtsextremen Kräfte, die es Erdogan nicht verzeihen konnten, dass er überhaupt einen Friedensprozess mit den Kurden einleitete. Mittels der Neuauflage des Bürgerkrieges konnte die MHP bei der Parlamentswahl im November auf 11,9 Prozent gedrückt werden.
    Somit hofft Erdogan, mit dem Feldzug gegen die Kurden die inneren Widersprüche innerhalb der türkischen Machtstrukturen zu überbrücken, indem Islamismus und türkischer Nationalismus in einer kriegsbedingten Fusion aufgehen: Es ist nicht übertreiben, hierbei von der Ausformung einer klerikalfaschistischen oder islamofaschistischen Staatsideologie und Praxis zu sprechen. Der Krieg soll die Reihen innerhalb durch interne Machtkämpfe zerrütteten türkischen Machtapparats schließen.
    Nicht minder ekelhaft ist das Kalkül Europas, das insbesondere die europäische "Führungsmacht" Deutschland zu ihrem eisigen Schweigen über den Terrorfeldzug Erdogans verleitet. Die Türkei soll die Flüchtlingsströme Richtung BRD eindämmen, die Erdogan bewusst als Druckmittel einsetzte, um Berlin und Brüssel Zugeständnisse abzupressen.
    Mit Erfolg: Angela Merkel engagierte sich schon während des Wahlkampfes de facto als Wahlkampfhelferin Erdogans, als sie kurz vor dem Urnengang dem türkischen Staatschef ihre Aufwartung machte, um ihm Milliardensummen für die Flüchtlingsabwehr und eine erneute EU-Beitrittsperspektive zu versprechen.
    Offensichtlich wurde dabei auch vereinbart, dass Berlin und Brüssel die Augen fest verschließen, wenn die türkischen "Sicherheitskräfte" ihre Strafexpedition in die Kurdengebiete starten.

    http://www.heise.de/tp/artikel/46/46978/1.html
    Der Text ist absolut zutreffend. Wer immer noch den Terror des türkischen Staates verteidigt oder dazu schweigt, unterstützt diesen Klerikal-Faschismus und die Verbrechen, die sich gegen bestimmte Teile der Bevölkerung innerhalb und ausserhalb der Türkei richten.

  9. #5109
    Avatar von kewell

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    7.921
    Zitat Zitat von 2hands1blatt Beitrag anzeigen
    Während der Westen hartnäckig schweigt, scheint das Erdogan-Regime bis zum Äußersten gehen zu wollen, um den kurdischen Widerstandswillen zu brechen

    Glaubt man der durch staatliche Repression weitgehend gleichgeschalteten türkischen Presse, scheinen die Siege türkischer Armee-Einheiten und staatlicher Todesschwadrone in den Kurdengebieten der Türkei kein Ende nehmen zu wollen.
    In einer Entwicklung, die an die Frühphase des syrischen Bürgerkrieges erinnert, werden die rasch anschwellenden Leichenberge im Südosten des Landes von den Presseorganen des Regimes als militärische Erfolgsmeldungen verkauft. Hunderte von "Terroristen" der PKK wollen die türkischen Militärs bei ihrer "Säuberungsaktion" ausgeschaltet haben.
    Die erste große Lüge dieses abermals aufflammenden Bürgerkrieges findet sich somit schon in all den Schlagzeilen, die - etwa auf der Internetpräsenz der Tagesschau vom 25. Dezember - über "mehr als 200 tote PKK-Kämpfer" zu berichten vorgeben. Denn tatsächlich operieren die Guerillas der PKK bislang gar nicht in den Städten der Türkei. Die Führung der Kurdischen Arbeiterpartei hat immer wieder betont, dass ihr militärischer Arm, die Volksverteidigungskräfte HPG, bislang in die Kämpfe in den seit Wochen belagerten Städten gar nicht eingegriffen hat.
    Ein verzweifelter Jugendaufstand

    Die Soldateska des Erdogan-Regimes geht tatsächlich gegen die Einwohner der von dieser Strafexpedition betroffenen Kurdengebiete vor, gegen "kurdische Jugendliche, die ohne Chance auf eine Arbeit sind und ohne Perspektive", wie es die Frankfurter Allgemeine Zeitung formulierte. Es ist ein verzweifelter Jugendaufstand, angefacht durch die beständigen Provokationen der Staatsmacht, der mit brutalsten Mitteln von dem türkischen Militär in Blut erstickt werden soll.
    Die Patriotisch revolutionäre Jugendbewegung (YDG-H) gilt als eine weitgehend autonom agierende Vorfeldorganisation der PKK, als ihre inoffizielle Jugendorganisation. In der YDG-H sammeln sich oftmals die Jugendlichen, die in den 1990er Jahren während des Bürgerkrieges als Kinder den Staatsterror des türkischen Militärs durchzustehen hatten und Mord, Vertreibung, Folter und brutalste Unterdrückung erleben mussten.
    Bei den Jugendlichen handele es sich um ein neues Prekariat, das ökonomisch marginalisiert sei und deswegen kaum etwas zu verlieren habe, führte die FAZ aus:
    Oft waren die Eltern dieser Jugendlichen vor zwei Jahrzehnten aus ihren kurdischen Dörfern vertrieben worden, als die Armee sie niederbrannte, oder ihre Väter waren bei Kämpfen getötet worden. Die Dörfer sind seither entleert. Eine Stadt wie Cizre wuchs seither von 40.000 auf 250.000 Einwohner. Auch in anderen Städten landeten die Vertriebenen, wo ihre Kinder unter erbärmlichen Bedingungen aufwuchsen. Sie bilden ein neues Prekariat - schlecht ausgebildet und ohne Chance auf Arbeit. Diese neue Generation ist radikaler als frühere Generationen es waren. Davor hatte der kurdische Politiker Serafettin Elci gewarnt, der 2012 im Alter von 74 Jahren verstarb. Er sagte kurz vor seinem Tod, seine Generation sei die letzte der Kurden, mit denen man habe sprechen können.



    Zehntausende Menschen fielen dem in den 1990ern tobenden Bürgerkrieg im türkischen Teil Kurdistans zum Opfer, wobei es sich größtenteils um kurdische Zivilisten handelte, die in unzähligen, bis heute kaum aufgearbeiteten Massakern türkischer Armee-Einheiten oder Todesschwadrone ermordet wurden.
    Die Killerkommandos der "Esedullah Timleri"

    Damals schwieg der Westen weitgehend zu diesen Massenmorden des geschätzten "NATO-Partners" Türkei, die von extralegalen staatlichen Sondereinheiten wie der berüchtigten Killertruppe JITEM ausgeführt wurden, wie Die Zeit 2009 berichtete:
    Wer verdächtigt wurde, mit der PKK zusammenzuarbeiten, den besuchte das Kommando.



    JITEM erledigte die "Drecksarbeit für die Armee", erklärte ein Aussteiger gegenüber der Wochenzeitung. "Mal waren Bauern die Opfer, mal ein auffälliges Liebespärchen, mal Kinder." Laut Schätzungen wurden so 15000 Menschen von diesem staatlichen Killerkommando ermordet. "Die Operationen von JITEM endeten mit dem Tod, ausnahmslos."
    Bei der aktuellen Repressionswelle kommt eine neue Todesschwadron zum Einsatz, die mit der massenmörderischen "Dreckarbeit" betraut wird, die einstmals JITEM erledigte. Um die Killerkommandos der "Esedullah Timleri", die "verurteilte Kriminelle" und "Personen, die mit dem "Islamischen Staat" in Verbindung" stünden, rekrutieren würden, rankten sich ebenfalls viele "Gerüchte", berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung:
    So setzen die Sicherheitskräfte, wenn sie in die Städte vordringen, als Vorhut die als besonders brutal geltenden "Esedullah Timleri" ein, über denen ein Schatten des Geheimnisvollen liegt. Sie dringen in die Häuser ein, zerstören, töten.



    Die Ausrufung der Selbstverwaltung, der Aufbau von Barrikaden und das Ausheben von Gräben durch die Jugendlichen der YDG-H in ihren Stadtteilen, die in Reaktion auf die Kriegserklärung Erdogans an die kurdische Freiheitsbewegung erfolgten, verfolgen somit auch ein ganz praktisches Ziel: Sie sollen die Städte vor den Übergriffen der staatlichen Killerkommandos schützen, wie die FAZ ausführte.
    Die YDG-H tauchte in den Untergrund ab "und nahm den bewaffneten Kampf gegen die staatlichen Sicherheitskräfte auf, insbesondere gegen die "Esedullah Timleri". Sie errichten Straßenkontrollen, bauen Barrikaden und ziehen Gräben, um Stadtviertel zu schützen und Razzien zu verhindern".

    Um es ganz klar auszusprechen, der türkische Staat hat im Südosten des Landes einen regelrechten Krieg entfacht, bei dem ganze Städte durch Panzer- und Artilleriebeschuss zu Trümmerlandschaften zerschossen werden und die Einwohner als Freiwild der türkischen Soldateska gelten, wie unter Lebensgefahr aufgenommene Videos nahelegen.
    Selbst Human Rights Watch berichtet inzwischen von "Dutzenden von getöteten Zivilisten", während eine türkische NGO den Tod von 44 Kindern bei dieser jüngsten Repressionswelle beklagt. Von den staatlichen Killertruppen erschossene Zivilisten müssen oftmals tagelang auf den Straßen liegen bleiben, da diese alles abknallen, was sich auf den Straßen bewegt - von Säuglingen bis zu alten Greisen.
    Die Städte der Türkei haben sich in "Kriegszonen" verwandelt, berichtete auch das Wall Street Journal. Während der türkische Staat einen offenen Terrorfeldzug gegen die eigene Bevölkerung führt, gilt die PKK - deren Kämpfer maßgeblich an der Rettung der Jesiden vor den Klerikalfaschisten des Islamischen Staats beteiligt waren - weiterhin im Westen als "Terrororganisation".
    Und abermals schweigen die Verbündeten in der "westlichen Wertegemeinschaft" des geschätzten "NATO-Partners" Türkei zu diesem sich entfaltenden staatlichen Massenmord, dem in kürzester Zeit Hunderte von Menschen zum Opfer fielen. Während deutsche Regierungspolitiker noch vor gut zwei Jahren jeden von ukrainischen Sicherheitskräften zusammengeschlagenen Neonazi hysterisch skandalisierten, als die prowestliche "Opposition" in Kiew einen veritablen Regierungssturz organisierte ("Ukraine über Alles!"), herrscht nun in Berlin absolute Funkstille.
    Die professionellen Menschenrechtskämpfer im Umfeld der deutschen Außenpolitik scheinen alle in die Weihnachtsferien abgetaucht zu sein, während der frisch gebackene EU-Beitrittskandidat eine mörderische Repressionswelle im Südosten des Landes entfacht.
    Das Kalkül Erdogans

    Das Kalkül Erdogans bei seiner mörderischen Eskalationsstrategie, bei der mehrere Waffenstillstandsangebote der PKK ausgeschlagen wurden, ist eindeutig. In der Gewalt gegen die Kurden der Türkei entlädt sich der Frust Ankaras über die spektakulär gescheiterte imperiale Strategie der inzwischen weitgehend islamisierten Türkei, die in die Fußstapfen des ottomanischen Imperiums treten wollte.
    Die von der Türkei unterstützten Bürgerkriegsparteien in Syrien - sowohl der Islamische Staat wie die Islamisten im Westen des Landes - befinden sich in der Defensive, während der als Kompensation gedachte militärische Vorstoß in den Irak nach kurzer Zeit kläglich scheiterte.
    Mehr noch: der sich nun abzeichnende Sieg der syrischen Kurden und verbündeter Gruppen gegen den Islamischen Staat scheint ein Albtraumszenario Erdogans wahr werden zu lassen: Anstatt seines geopolitischen Traums von einer islamistischen Großtürkei könnte sich im Gefolge des Syrienkrieges eine selbstverwaltete und basisdemokratische Region an der türkischen Südgrenze etablieren, die auch auf sein zusehends autoritär geführtes Reich ausstrahlen würde.
    Sobald die mit den Kurden verbündeten Demokratischen Kräfte Syriens den Korridor an der türkischen Grenze blockieren (Erfolg der Kurden gegen den IS stört türkische Interessen), den Ankara bislang dem Islamischen Staat offen hielt, sind die Tage des Kalifen von Raqqa und seiner klerikalfaschistischen Terrorbanden gezählt.
    Zudem will Erdogan die Kurden der Türkei in die Knie zwingen, bevor diese nennenswerte militärische Unterstützung erhalten könnten - etwa in Form russischer avancierter panzerbrechender Waffen. Der russisch-türkische Konflikt eröffnet Moskau die Option, Ankara vermittels massiver militärischer Unterstützung der Kurden unter Druck zu setzen.
    Der Kreml hat bereits eine rasche Annäherung an die Kurden eingeleitet, die Erdogan "verschrecken" müsse, so .
    Und schließlich geht es Erdogan auch um eine konkrete militärische Entlastung seiner islamistischen und dschihadistischen Verbündeten in Syrien, indem die PKK in einen langwierigen Konflikt mit dem türkischen Staat verwickelt werden soll, der die Guerilla zwingen würde, ihre auf die Bekämpfung des Islamischen Staates konzentrierten Kräfte zu spalten.
    Mit dem Terrorfeldzug will Ankara somit die PKK auch zu Verzweiflungstaten provozieren, zu Terrorakten auf türkischem Territorium, um die Mär von den kurdischen "Terroristen" weiter aufrechterhalten zu können.
    Bislang sind aber nur kurdische Splittergruppen, die keine organisatorische Verbindung mit der PKK haben, dem türkischen Staat auf den Leim gegangen. Die "Freiheitsfalken Kurdistans" sollen einen terroristischen Mörserangriff auf den Flughafen von Istanbul durchgeführt haben, bei dem eine Putzfrau getötet wurde.
    Rache nach der Wahlniederlage

    Nach Innen geht es Erdogan darum, die Kurden für die Wahlniederlage zu bestrafen, die er Mitte 2015 erlitt. Frieden lohnt sich für die AKP nicht. Der Aufstieg der Kurdenpartei HDP, die vom Friedensprozess an den Wahlurnen mehr profitierte als Erdogans AKP, verleitete die türkischen Islamisten erst zu ihrer Eskalationsstrategie, die in Wechselwirkung mit den massenmörderischen Bombenanschlägen gegen die Opposition in Ankara das gewünschte Wahlergebnis bei der Neuwahl zeitigte.
    Die Neuauflage des Krieges und der Bombenterror, der sich ausschließlich gegen die linke Opposition richtete, haben der als Partei der Ordnung auftretenden AKP die verunsicherten Wähler zurückgetrieben.
    Es war nicht nur die linke Kurdenpartei HDP, deren Wahlerfolg der AKP im Juni 2015 die absolute Mehrheit nahm. Auch die ordinär faschistische MHP konnte im ersten Wahlgang erheblich Stimmenzugewinne verzeichnen - sie wurde mit 16,6 Prozent drittstärkste Kraft.
    In dieser Partei sammelten sich all jene rechtsextremen Kräfte, die es Erdogan nicht verzeihen konnten, dass er überhaupt einen Friedensprozess mit den Kurden einleitete. Mittels der Neuauflage des Bürgerkrieges konnte die MHP bei der Parlamentswahl im November auf 11,9 Prozent gedrückt werden.
    Somit hofft Erdogan, mit dem Feldzug gegen die Kurden die inneren Widersprüche innerhalb der türkischen Machtstrukturen zu überbrücken, indem Islamismus und türkischer Nationalismus in einer kriegsbedingten Fusion aufgehen: Es ist nicht übertreiben, hierbei von der Ausformung einer klerikalfaschistischen oder islamofaschistischen Staatsideologie und Praxis zu sprechen. Der Krieg soll die Reihen innerhalb durch interne Machtkämpfe zerrütteten türkischen Machtapparats schließen.
    Nicht minder ekelhaft ist das Kalkül Europas, das insbesondere die europäische "Führungsmacht" Deutschland zu ihrem eisigen Schweigen über den Terrorfeldzug Erdogans verleitet. Die Türkei soll die Flüchtlingsströme Richtung BRD eindämmen, die Erdogan bewusst als Druckmittel einsetzte, um Berlin und Brüssel Zugeständnisse abzupressen.
    Mit Erfolg: Angela Merkel engagierte sich schon während des Wahlkampfes de facto als Wahlkampfhelferin Erdogans, als sie kurz vor dem Urnengang dem türkischen Staatschef ihre Aufwartung machte, um ihm Milliardensummen für die Flüchtlingsabwehr und eine erneute EU-Beitrittsperspektive zu versprechen.
    Offensichtlich wurde dabei auch vereinbart, dass Berlin und Brüssel die Augen fest verschließen, wenn die türkischen "Sicherheitskräfte" ihre Strafexpedition in die Kurdengebiete starten.

    http://www.heise.de/tp/artikel/46/46978/1.html
    Die müssen jetzt erst mal zurück stehen, die Flüchtlinge sind wichtiger!Aber Türkei kommt in den Speicher, wenn Syrien geklärt ist, und man in ein paar Jahren ein neuen Feind benötigt, dann wird man sich erinnern was Türkei doch für ein böser Junge warZweckbündnis ist das richtige Wort, solange wie man es auch braucht.Danach wieder Schurke, der ganz dringend bekämpft werden muss.Ich nenne das weiterhin Heuchelei.

  10. #5110
    Avatar von babyblue

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    Zitat Zitat von kewell Beitrag anzeigen
    Die müssen jetzt erst mal zurück stehen, die Flüchtlinge sind wichtiger!Aber Türkei kommt in den Speicher, wenn Syrien geklärt ist, und man in ein paar Jahren ein neuen Feind benötigt, dann wird man sich erinnern was Türkei doch für ein böser Junge warZweckbündnis ist das richtige Wort, solange wie man es auch braucht.Danach wieder Schurke, der ganz dringend bekämpft werden muss.Ich nenne das weiterhin Heuchelei.


    Spätestens dann, wenn auch noch eine Kurdenflüchtlingswelle aus den türkischen Krisengebieten dazu kommt. Und das wird nicht mehr so lange dauern. ..

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