Der Außenminister des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein soll bezahlter Informant des US-Geheimdienstes CIA gewesen sein. Das berichtet zumindest der Sender NBC. Demnach habe Nadschi Sabri 100.000 Dollar (82.142 Euro) dafür erhalten, dass er Informationen über das irakische Waffenprogramm weitergereicht hat. Der Sender berief sich in seinem Beitrag auf nicht näher genannte Geheimdienstkreise.

Die Kooperation Sabris mit der CIA soll im September 2002 durch französische Vermittlung zu Stande gekommen sein. Der Außenminister habe daher möglicherweise geglaubt, mit Frankreich zusammenzuarbeiten, hieß es in dem NBC-Bericht.

Falsche Informationen über Chemiewaffenlager

Inhaltlich soll der irakische Politiker dem US-Geheimdienst angedeutet haben, dass sein Land über kein Waffenprogramm von Bedeutung verfüge. Allerdings habe auch Sabri - wie die amerikanischen Agenten - von Chemiewaffenlagern berichtet. Deren Existenz konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Die USA hatten ihren Krieg gegen den Irak mit der Existenz von Massenvernichtungswaffen begründet, die jedoch nie gefunden wurden. Der Name von Ex-Außenminister Sabri stand nach dem Krieg nicht auf der US-Liste der 55 meistgesuchten Iraker. Angeblich lehrt er jetzt an einer nicht näher genannten Universität im Nahen Osten. (N24.de)