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Ergebnis 1.241 bis 1.250 von 3645

Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 26.10.2004, 13:16 Uhr · 3.644 Antworten · 179.441 Aufrufe

  1. #1241

    Registriert seit
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    3.485

    Re: Nasrallah greift Merkel an

    Zitat Zitat von albaner
    Nasrallah greift Merkel an
    Der Hisbollah-Chef nahm an einer "Sieges-Demonstration" in Beirut teil und droht Israel: "Wir haben noch 20.000 Raketen"

    Beirut - Der Chef der radikal-islamischen Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, am Freitag in der Öffentlichkeit zurückgemeldet. Bei einer Großkundgebung seiner Bewegung in Beirut lehnte er vor hunderttausenden Anhängern eine Entwaffnung seiner Organisation ab. Zugleich wandte er sich gegen die Aussage der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, das deutsche Marinekontingent im Libanoneinsatz diene der Sicherheit Israels. Nasrallah war vor mehr als zwei Monaten im Libanonkrieg untergetaucht.

    "Der Widerstand ist heute stärker als je zuvor", sagte Nasrallah in seiner mehr als einstündigen Rede. Die Hisbollah ("Partei Gottes") habe einen "historischen und strategischen Sieg" über Israel errungen. Seine Bewegung verfüge über mehr als 20.000 Raketen. Hunderttausende Anhänger jubelten dem 46-jährigen Anführer der schiitischen Miliz zu.

    Erster Auftritt seit 12. Juli

    Der Hisbollah-Führer war mit dem Ausbruch des militärischen Konfliktes mit Israel am 12. Juli in den Untergrund gegangen. Israel hatte angekündigt, Nasrallah trotz der seit dem 14. August geltenden Waffenruhe weiter zu jagen. Ein hochrangiger Israeli, der nicht genannt werden wollte, nannte die Äußerungen Nasrallahs "lächerlich". Nasrallahs Vorgänger Abbas al-Moussawi war 1992 gemeinsam mit seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter bei einer Hisbollah-Kundgebung durch einen israelischen Luftangriff getötet worden.

    Der Hisbollah-Chef griff die deutsche Kanzlerin Merkel in seiner Rede scharf an. "Sie (Merkel) sagt, ihr Ziel sei es, Israel zu schützen", donnerte Nasrallah in die Menge, die ihm bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem 12. Juli in Sprechchören zujubelte. "Aber ich sage ihr", fuhr er fort, "selbst wenn sie die See, den Luftraum und das Land überwachen, unsere Bewegung wird dadurch nicht geschwächt."

    Die Deutschen sollen als Teil der UN-Friedenstruppe UNIFIL das Seegebiet vor der libanesischen Küste überwachen und den Waffenschmuggel in den Libanon verhindern.

    Drohungen gegen Israel

    An die Israelis gewandt, deren Militär angegeben hatte, den Großteil der weiterreichenden Raketen der Hisbollah zerstört zu haben, sagte er: "Ich kann ihnen versichern, dass wir unsere militärische Infrastruktur erneuert haben."

    Der Hisbollah-Führer war nach Ausbruch der Kampfhandlungen, die durch die Verschleppung zweier israelischer Soldaten durch Hisbollah-Kämpfer ausgelöst worden waren, in den Untergrund gegangen. Israel hatte ihm gedroht, auch ihn persönlich als militärisches Ziel zu betrachten. Seitdem hatte er sich in Fernseh-Botschaften an die libanesische und internationale Öffentlichkeit gewandt. Israel nahm die Warnung bisher nicht zurück.

    "Sie haben uns gedroht, diese Tribüne zu bombardieren, und ihr habt euch als mutig erwiesen", rief er seinen Anhängern zu. "Vor euch zu stehen, bedeutet eine große Gefahr für euch und für mich. Aber ich habe mich geweigert, diese Rede über den Fernsehschirm zu halten, und möchte trotz der Gefahr direkt zu euch sprechen."

    Regierung will Schiiten-Miliz in Streitkräfte integrieren

    Die libanesische Regierung will indessen die Hisbollah-Miliz in eine Brigade der Streitkräfte integrieren und im Südlibanon einsetzen. Diese Brigade "könnte unter Kontrolle der Armee eine Rolle beim Schutz der Dörfer im Süden haben", sagte Verteidigungsminister Elias Murr der Pariser Zeitung "Le Monde" (Samstag). Er wolle Hisbollah-Führer Nasrallah glauben, dass die Waffen seiner Miliz dem Schutze des Libanons dienten und "keine Karte des Irans" seien.

    Die israelische Armee setzte ihren Rückzug aus dem Süden Libanons fort. Die Soldaten begannen mit der Räumung der Grenzstadt Nakura und der Region Mais al-Jabal an der libanesisch-israelischen Grenze, wie der Chef der UN-Truppen im Libanon, der französische General Alain Pellegrini, mitteilte.

    derstandart.at

    frau merkel entwickelt sich zu ''mrs.bush'' , merkel sagt deutschlands ziel sei es israel zu schützen , anstatt neutral zu bleiben labert die so ein scheis.s . ich wette das es den deutschen soldaten verboten wurde auf israelische soldaten zu schiessen , selbst wenn die von denen beschossen werden oder auf zivilisten losgehen. merkel weiss manchmal selber nicht was die redet.


    ja,merkel-ferkel ist eine edelstrichnutte und lässt sich gern von amis ficken weil sie am besten bezahlen.

    möge sie von einem tollwütigen pitbull bestiegen werden

  2. #1242
    Avatar von lupo-de-mare

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    Re: Nasrallah greift Merkel an

    Zitat Zitat von albaner
    Nasrallah greift Merkel an
    Der Hisbollah-Chef nahm an einer "Sieges-Demonstration" in Beirut teil und droht Israel: "Wir haben noch 20.000 Raketen"
    t.
    Merkel bezieht leider keine Stellung dazu, wie die Palästinenser, durch die Ethnischen Säuberungen der Israelis, aus ihrer Heimat vertrieben sind.

    FAchleute sprechen im übrigen über den Hisbollah_Chef von einem klassischen "Freiheits Kämpfer"

    Er hat absolut Alle Gründe und Hintergründe, als Freiheits Kämpfer unterstützt zu werden. Nur das mit den Zwangs Ehen, der Palästinensern, arachischen Bräuchen, das Kinder als Selbst Mord Attentäter ausgebildet werden, ist absolut zu verurteilen.

  3. #1243
    Avatar von Grizzly

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    @Alblood
    ja,merkel-ferkel ist eine edelstrichnutte und lässt sich gern von amis ficken weil sie am besten bezahlen.

    möge sie von einem tollwütigen pitbull bestiegen werden
    So bitte nicht, das ist indiskutabel.

  4. #1244
    Avatar von Grizzly

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    Ein Gespenst geht um in den Korridoren der Macht in Jerusalem: Ein schrecklicher Feind hat sich verschworen, uns Frieden aufzuerlegen. Er nähert sich uns von zwei Seiten, in einer großen Zangenbewegung. Die eine Seite geht von der palästinensischen Einheitsregierung aus, die gerade im Entstehen begriffen ist. Die andere Seite geht von der Arabischen Liga aus, die entschieden hat, den arabischen Friedensplan wieder zu beleben. Aus der Perspektive der israelischen Regierung ist diese Entwicklung weit bedrohlicher als alle Raketen Hassan Nasrallahs zusammen.
    Ganzer Artikel hier

    Dieser bemerkenswerte Kommentar stammt von dem 1923 in Deutschland geborenen israelischen Publizisten Uri Avneri, der sich seit langem für den israelisch-arabischen Friedensschluss einsetzt.

  5. #1245

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    Zitat Zitat von LaLa

    Nein, wir haben unsere Bruderrolle Akzeptiert. Juden Christen bindet ein unzertrennbares Band.
    In der Bibel steht: Indem Israel den Messias kreuzigte, hat es seine Erwählung und Bestimmung verworfen



    -----------------------------------------------------------------


    In den Kuran steht: Und streitet nicht mit dem Volker der Schrift. Es sei denn auf die beste Art und Weise. Ausgenommen davon sind jene, die ungerecht sind. Und sprecht: Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde; und unser Gott und euer Gott ist Einer; und Ihm sind wir ergeben.

  6. #1246
    Avatar von lupo-de-mare

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    Zitat Zitat von Grizzly
    [ Die andere Seite geht von der Arabischen Liga aus, die entschieden hat, den arabischen Friedensplan wieder zu beleben. Aus der Perspektive der israelischen Regierung ist diese Entwicklung weit bedrohlicher als alle Raketen Hassan Nasrallahs zusammen.
    Ganzer Artikel hier

    Dieser bemerkenswerte Kommentar stammt von dem 1923 in Deutschland geborenen israelischen Publizisten Uri Avneri, der sich seit langem für den israelisch-arabischen Friedensschluss einsetzt.
    Ein sehr guter Artikel!

    Und da will ich jetzt mal das Interview mit

    Syriens Präsident Baschar al-Assad nachschieben, was morgen im Spiegel 39/06 erscheint. Man sollte das Interview in Ruhe durchlesen!




    SPIEGEL-GESPRÄCH Seite 134

    "Amerika muss zuhören"

    Syriens Präsident Baschar al-Assad, 40, über das schwierige Verhältnis zu den USA, die Folgen der Kriege im Libanon und im Irak und den ersten deutschen Militäreinsatz im Nahen Osten

    SPIEGEL: Herr Präsident, der vereitelte Anschlag auf die US-Botschaft in Damaskus hat sechs Menschenleben gekostet und erneut das komplizierte Verhältnis Syriens zu den USA ins Zentrum der Weltöffentlichkeit gerückt. Was wissen Sie über den Hintergrund des Attentats?

    Assad: Es war ein terroristischer Anschlag - was allein noch wenig besagt. Terrorismus ist heute eine Geistesverfassung, die zum einen mit Unwissenheit zu tun hat, zum anderen aber auf Verzweiflung über die politische Lage zurückgeht, die irgendwann die Form der Rache annimmt. Das scheint der Hintergrund dieses Anschlags gewesen zu sein: eine Reaktion auf Amerikas Politik im Irak, in Palästina, in Afghanistan.

    SPIEGEL: Einer der Attentäter hat kurz nach dem Anschlag noch gelebt. Konnten Ihre Sicherheitsdienste ihn verhören?

    Assad: Nein, er war im Koma, bevor er starb. Unsere Kenntnisse stützen sich auf Daten aus den Computern der Attentäter, auf Informationen aus ihrem privaten Umfeld. Sie waren im Grunde vom gleichen intellektuellen Zuschnitt: Männer, die Osama Bin Laden den "Löwen des Islam" nennen. Qaida-Leute, aber nicht im hierarchischen Sinne, sondern von ihrem Weltbild her. Isolierte junge Männer aus der Vorstadt von Damaskus - was die Sache so gefährlich macht: Eine terroristische Gruppe ließe sich bekämpfen; diese isolierten Zellen aber sind ein Anzeichen dafür, dass ihr Gedankengut weit verbreitet ist.

    SPIEGEL: Außenministerin Condoleezza Rice hat sich fürs Vereiteln des Anschlags bedankt - Sie aber kritisierten im Gegenzug scharf die amerikanische Nahostpolitik. Warum haben Sie diese seltene Geste des Wohlwollens nicht genutzt?

    Assad: Frau Rice hat sich ja nicht für unsere Politik be-

    dankt, sondern nur für unsere Reaktion auf den Anschlag. Dieser Anschlag ist aber gerade wegen der amerikanischen Politik in unserer Region passiert.

    SPIEGEL: Warum sollen die Amerikaner schuld daran sein?

    Assad: Weil sie zur Hoffnungslosigkeit bei uns beitragen, zum Verstummen des Dialogs zwischen den Kulturen. Hinzu kommt die herabsetzende Sprache - allein der Ausdruck "Islamofaschismus" zum Beispiel, den Präsident Bush verwendet. Auch die jüngsten Bemerkungen des Papstes gehören dazu. Solche Äußerungen erschweren die Situation, sie schaffen dieses Bedürfnis nach Rache.

    SPIEGEL: Bedürfnis nach Rache leuchtet vielleicht im Irak oder in Palästina ein - aber in Syrien?

    Assad: Die Völker sind eng miteinander verbunden, ob im Irak, in Syrien oder Palästina. Wir haben die gleichen Empfindungen, die gleichen Gewohnheiten, den gleichen Stolz. Schauen Sie sich Damaskus an: Hier leben 500 000 Flüchtlinge aus dem besetzten Golan, etwa 500 000 aus Palästina, etwa 100 000 aus dem Irak. Wir kümmern uns um diese Menschen, doch was wir aus dem Westen erfahren, ist Ablehnung.

    SPIEGEL: Was muss passieren, damit Syrien und die USA sich wieder annähern?

    Assad: Amerika muss zuhören, es muss sich anhören, was andere für Interessen haben. Die US-Regierung aber interessiert sich nicht für Gemeinsamkeiten, selbst wenn sie unübersehbar zutage liegen. Nehmen Sie den Kampf gegen den Terror: Was Washington da macht, kommt mir vor, als schlüge ein Arzt unablässig auf einen Tumor ein, anstatt ihn chirurgisch zu entfernen. Der Terror wächst, anstatt zurückzugehen. Beide leiden wir darunter, doch die USA wollen nicht mit uns kooperieren.

    SPIEGEL: Nach dem 11. September 2001 war das vorübergehend anders.

    Assad: Ja, nach den Anschlägen schrieb ich Präsident Bush einen Brief und bot eine Vertiefung der Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen an. Das ging eine ganze Weile lang, und wir haben - wie der damalige CIA-Chef George Tenet vor dem US-Kongress bestätigte - gemeinsam viele amerikanische Menschenleben gerettet. Dann zeichnete sich der Irak-Krieg ab, Amerika begann, viele Fehler zu machen - und unsere Zusammenarbeit endete.

    SPIEGEL: Auch nach dem jüngsten Anschlag hat es Kontakte zwischen US-Diplomaten und syrischen Beamten gegeben.

    Assad: Ja, aber ob aus diesen Treffen etwas wird, hängt vom Willen der Amerikaner ab. Worum soll es dabei gehen? Wollen wir nur Kaffee trinken und uns übers Wetter unterhalten?

    ... Fortsetzung von Seite 134



    Oder wollen wir im Irak etwas erreichen, im Libanon, im Nahost-Friedensprozess? Wer diese US-Regierung nach ihren Visionen fragt, erhält keine Antworten mehr.

    SPIEGEL: Es gab eine Vision: Demokratie im Irak - ein Vorbild für die Region.

    Assad: Und wo ist diese Demokratie heute? Für eine Vision reicht es nicht aus, einfach nur Ziele zu benennen. Wenn ich sage, ich baue jetzt einen großen Palast, habe aber kein Geld dafür, dann ist das keine Vision - es ist eine Illusion.

    SPIEGEL: Sie sind sehr pessimistisch, was den Irak angeht. Was können die Staaten des Nahen Ostens für den Irak tun?

    Assad: Ich war schon vor dem Krieg sehr pessimistisch. Ich habe den Amerikanern gesagt: Kein Zweifel, ihr werdet diesen Krieg gewinnen - doch danach versinkt ihr im Sumpf. Es ist schlimmer gekommen, als ich erwartet hatte.

    Die zwei großen Probleme sind, erstens, die Verfassung, das Thema Föderalismus, um das sich die große Auseinandersetzung zwischen Sunniten und Schiiten dreht, und, zweitens, Kirkuk und der Bürgerkrieg, der sich zwischen Kurden und Arabern abzeichnet. Diese Probleme müssen angepackt werden, und da hilft es wenig, auf die Wahlen hinzuweisen, die man zustande gebracht hat, auf den gestiegenen Lebensstandard. Das ist Kosmetik.

    SPIEGEL: Welche Folgen hätte eine Teilung in einen kurdischen Norden, einen schiitischen Süden und einen sunnitischen Teil im Zentralirak?

    Assad: Das wäre ein Schaden nicht nur für den Irak, sondern für die gesamte Region von Syrien über den Golf bis nach Zentralasien. Stellen Sie sich eine Kette vor, die zerreißt - und alle Perlen fallen herunter. Fast alle Länder haben Sollbruchstellen, und wenn die ethnisch-religiöse Teilung in einem Land erfolgt, dann wird sie auch anderswo nicht ausbleiben. Es würde sein wie beim Ende der Sowjetunion - nur noch viel schlimmer. Große Kriege, kleine Kriege, niemand wird in der Lage sein, die Folgen in den Griff zu kriegen.

    SPIEGEL: Sie wären also für einen starken Mann, der den Irak zusammenhält?

    Assad: Nicht unbedingt für einen einzelnen Mann, aber für eine starke zentrale Autorität. Wie das im Einzelnen aussieht, muss man den Irakern überlassen. Sicher kann eine säkulare Autorität dieses ethnische und konfessionelle Mosaik am besten stabil halten - doch sie sollte auch von stark nationalem Charakter sein. Wer auf Amerikas Panzern gekommen ist, der ist im Irak nicht glaubwürdig.

    SPIEGEL: Nach dem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz haben Sie eine vielbeachtete Rede über die Lage im Nahen Osten gehalten. Darin sprachen Sie von einem "kritischen Augenblick" für die Region. Worin liegt jetzt im Moment die Chance?

    Assad: Zunächst ist allen klar, dass der Status quo von Krieg und Konflikt und Instabilität nicht länger hinnehmbar ist. Nun kommt Amerika ins Bild, denn nur Amerika kann aufgrund seines Gewichts der Hauptmakler für einen Frieden im Nahen Osten sein. Die Regierung Bush aber steht unter Druck; man wirft ihr vor, dass sie in sechs Jahren keinen Frieden zustande gebracht hat. Dieser Druck ist gut.

    Zudem wächst die außenpolitische Rolle Europas. Wir wollen ausdrücklich keine Sonderrolle für die Europäer, wir erwarten von ihnen, dass sie mit Amerika zusammen für den Frieden wirken, und zwar auf der Grundlage einer Vision, die Amerika zu entwickeln hat.

    SPIEGEL: Welche Rolle spielt Syrien?

    Assad: Ohne Syrien gibt es den Frieden im Nahen Osten nicht. Der Libanon- und der Palästina-Konflikt sind untrennbar mit Syrien verbunden - ich habe ja schon die 500 000 palästinensischen Flüchtlinge erwähnt. Wenn wir allein unseren Landdisput über die Golan-Höhen mit Israel lösen würden, hätten wir noch keine Stabilität. Wir würden den Palästinensern nur die Hoffnung nehmen und sie von Flüchtlingen zu Widerstandskämpfern machen.



    Deshalb ist Syrien so entschieden für eine umfassende Friedenslösung.

    SPIEGEL: Was soll eigentlich aus den palästinensischen Flüchtlingen werden, wohin sollen sie zurückkehren?

    Assad: Sie haben das Recht auf Rückkehr, zumindest auf Rückkehr nach Palästina ...

    SPIEGEL: ... nach Palästina oder Israel?

    Assad: Darüber müssen Sie mit den Palästinensern reden. Wir sprechen jetzt über die Rückkehr in den Palästinenserstaat - von dem ja auch George W. Bush spricht, bei dem man aber einmal fragen muss: Was ist das überhaupt für ein Staat? Ein Staat mit Souveränität oder nur ein Flecken von ein paar Quadratkilometern? Ich glaube übrigens nicht, dass der größte Teil der Flüchtlinge nach Israel zurückkehren will. Der größte Teil will zurück in ein Palästina in den Grenzen von 1967. Das Problem ist, dass Israel im Augenblick selbst diese Rückkehr ablehnt. Das ist für uns inakzeptabel.

    SPIEGEL: In Ihrer Rede haben Sie auch in ganz anderem Ton gesprochen. Da nannten Sie Israel einen "Feind" und priesen "die glorreichen Schlachten" der Hisbollah. Den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat das veranlasst, seine geplante Reise nach Damaskus abzusagen.

    Assad: Immer, wenn ihr Deutschen nach Syrien kommt, sprecht ihr über Meinungsfreiheit. Warum lasst ihr mir nicht meine Meinung? Aber ernsthaft: Als Politiker sollte man genau hinhören. Ich habe in meiner Rede 57-mal das Wort "Frieden" verwendet. Und wenn diese Rede "kriegerisch" war - wie soll man dann bewerten, dass Deutschland den Israelis jedes zweite Jahr ein U-Boot liefert?

    SPIEGEL: Waren Sie enttäuscht von der Absage?

    Assad: Natürlich, aber der deutsche Außenminister steht weiter in Kontakt mit unserem Außenminister, und er hat angekündigt, dass er die Reise nachholen will. Es kommt noch etwas hinzu: Wie ich gesprochen habe, so denkt die Mehrheit meines Volkes. Wir müssen alle Rücksicht auf die öffentliche Meinung in unseren Ländern nehmen, die Europäer auf ihre, ich auf die in Syrien.

    SPIEGEL: Die öffentliche Meinung in Deutschland hätte es dem Außenminister verübelt, wenn er zum Beispiel auf die Brandmarkung Israels als "Feind" nicht reagiert hätte.

    Assad: Aber Israel hält ein Stück meines Landes besetzt, natürlich ist Israel ein Feind. Wenn Sie in unserer Region eine Rolle spielen wollen, müssen Sie sich schon auf unsere Sicht der Dinge einlassen. Das gilt auch für die Einstufung der Hisbollah als "Terrorgruppe". Das lässt sich nicht durchhalten. Deutschland hat 2004 eine großartige Rolle gespielt beim Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah. Genau darum geht es: sich auf die Wirklichkeit in diesem Teil der Welt einzulassen.

    SPIEGEL: Dazu zählt auch die deutsche Geschichte. Akzeptieren Sie, dass Deutschland eine besondere Verantwortung für Israel trägt?

    Assad: Meinen Sie damit, dass Israel Palästinenser und andere Araber töten darf, weil in Deutschland seinerzeit die Juden getötet wurden?

    SPIEGEL: Nein, natürlich nicht. Es geht um das Existenzrecht Israels.

    Assad: Aber warum schützen Sie nicht auch unser Existenzrecht? Worum es uns geht, ist die Balance, und da ist Europa uns im Grunde viel näher als Amerika. Europa kennt sich aus in unserer Welt.

    SPIEGEL: In wenigen Tagen trifft die deutsche Marine vor der libanesischen Küste ein. Was halten Sie vom ersten deutschen Militäreinsatz im Nahen Osten?

    Assad: Das hängt von der Mission ab. Deutschland soll verhindern, dass Waffen zur Hisbollah gelangen. Die Geschichte lehrt uns, dass niemand die Bewaffnung einer Widerstandsbewegung verhindern kann, wenn diese die Unterstützung des Volkes besitzt.

    SPIEGEL: Also Mission Impossible für die deutsche Marine?

    Assad: Solange die öffentliche Unterstützung für die Hisbollah so hoch ist wie heute: ja. So lange ist es eine Mission Impossible. Die Mehrheit hier betrachtet den Widerstand gegen Israel als legitim. Ich rate den Europäern: Verschwendet eure Zeit nicht, geht an die Wurzel des Problems.

    SPIEGEL: Wie unterstützt Syrien die Hisbollah - mit Waffen?

    Assad: Als Widerstandsbewegung hat die Hisbollah das Recht auf Bewaffnung - und sie hat mehr Waffen als genug. Wir in Syrien werden uns nicht durch entsprechende Lieferungen zum Ziel eines israelischen Angriffs machen. Wir unterstützen die Hisbollah, indem wir beim Wiederaufbau im Libanon helfen oder ihren Studenten unsere Universitäten öffnen.

    SPIEGEL: Ein sehr gutes Verhältnis hat Syrien derzeit zu Iran. Teilen Sie das Diktum Ihres Amtskollegen Mahmud Ahmadinedschad,

    Israel müsse "von der Landkarte getilgt" werden?

    Assad: Dieser Ausspruch ist so berühmt, weil keiner mehr an Israels Friedenswillen glaubt. Eine ganze Generation wächst heute in der Gewissheit auf, dass nur Stärke und Krieg zum Frieden führen.

    SPIEGEL: Glauben Sie das auch?

    Assad: Ich glaube nicht an Krieg, ich glaube an das Prinzip der Abschreckung.

    SPIEGEL: Das ist es aber nicht, was Ahmadinedschad meint.

    Assad: Ich sage nicht, dass Israel von der Landkarte getilgt werden soll. Wir wollen Frieden machen - Frieden mit Israel.

    SPIEGEL: Sie sind also anderer Ansicht als Ahmadinedschad?

    Assad: Offen gesagt habe ich diesen Punkt nie persönlich mit ihm besprochen. Aber selbst meine persönliche Meinung, meine Hoffnung auf Frieden, kann sich eines Tages ändern. Und wenn die Hoffnung schwindet, dann ist vielleicht wirklich der Krieg die einzige Lösung.

    SPIEGEL: Israel ist stark - aber geschwächt durch den Libanon-Krieg. Amerika ist stark - aber geschwächt durch den Irak. Syrien und die Hisbollah sind gestärkt aus diesen Konflikten hervorgegangen. Ist das nach Ihrer Logik nicht der Augenblick für den Frieden?

    Assad: Viele Leute haben mir während des Krieges gesagt: Warum sprichst du immer vom Frieden? Warum führen wir keinen Krieg? Lass uns den Weg des Widerstands gehen, die Hisbollah ist doch erfolgreich damit. Das ist die Stimmung hier, das sollte man im Westen wissen.

    SPIEGEL: Unter Ihrem Vater sind Syrien und Israel einem Friedensabkommen sehr nahegekommen. Werden Sie eines Tages mit Israels Premier Ehud Olmert an einem Tisch sitzen?

    Assad: Da müssten die Diplomaten wohl lange zusammensitzen - wie vor zehn Jahren, als wir unter der Vermittlung von Präsident Bill Clinton mit Israel verhandelten. Aber wenn der Frieden kommt, dann wird sich alles ändern, der Frieden hat viel Kraft. Ob ich mich mit Olmert hinsetze, ob ich je seine Hand schüttle, entscheide ich, wenn es so weit ist.

    SPIEGEL: Bei unserem letzten SPIEGEL-Gespräch vor einem Jahr haben Sie bestritten, dass Syrer am Mordanschlag auf den ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri beteiligt waren.

    Assad: Und davon bin ich heute noch mehr überzeugt als damals. Es war leider ein Deutscher, Detlev Mehlis, der uns als Uno-Ermittler beschuldigte, hinter dem Anschlag zu stecken, doch er hat nie konkrete Beweise vorgebracht.

    SPIEGEL: Bald legt Mehlis' Nachfolger Serge Brammertz seinen Zwischenbericht vor.

    Assad: Wir sind nicht beunruhigt. Was kann man gegen uns vorbringen? Das Einzige, was wir wissen, ist: Es war ein Selbstmordanschlag, ähnlich wie der Anschlag auf die US-Botschaft in Damaskus. Wir wissen nicht, ob es einen großen Drahtzieher hinter diesem Verbrechen gab.

    SPIEGEL: Vor sechs Jahren sind Sie angetreten als Reformer. Enttäuscht es Sie, dass Sie nicht recht vorankommen?

    Assad: Mein Hauptziel lautet, Wohlstand zu schaffen. Heute aber ist - vor allem wegen der Folgen des Irak-Kriegs - Sicherheit unsere höchste Priorität, und wir sind weit hinter unseren Zeitplan zurückgefallen, was die Modernisierung angeht. Dieses Jahr haben wir fünf Prozent Wachstum, das ist zu wenig. Wir werden demnächst den ersten privaten Fernsehkanal aufmachen und ein privates Nachrichtenmagazin, aber wir müssen vorsichtig bleiben. So wie unsere Nachbarschaft heute aussieht, wandeln wir immer am Rande des Chaos. Und dieses Chaos wollen wir nicht.

    SPIEGEL: Herr Präsident, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

  7. #1247
    Avatar von albaner

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    Neunjähriger von Streubombe getötet

    Libanon: Neunjähriger von Streubombe getötet
    Vier Menschen verletzt - Bis zu einer Million nicht explodierter israelischer Bomben

    Beirut - Bei Explosionen von Streubomben im Südlibanon sind am Mittwoch ein neunjähriger Bub getötet und vier weitere Menschen verletzt worden. Der Bub war nach sofort tot, als die Bombe in der Nähe seines Wohnhauses im Dorf Sawwaneh 17 Kilometer nördlich der Grenze zu Israel detonierte, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Drei Männer erlitten Verletzungen. In Kaakayiet al-Jisr, zehn Kilometer nördlich von Sawwaneh, wurde eine 36 Jahre alte Frau bei der Explosion einer weiteren Streubombe verletzt.

    UN-Experten schätzten die Zahl der von Israel abgefeuerten, nicht explodierten Streubomben im Südlibanon am Dienstag auf bis zu eine Million. Auf wiederholte Anfragen der UNO zu genaueren Informationen über die Lage von Streubomben hat Israel bislang nicht reagiert. Seit Ende der Kämpfe am 14. August kamen in der Region 14 Menschen durch explodierende Streubomben ums Leben, etwa 90 wurden verletzt.

    derstandart.at

  8. #1248

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    das problem gibt es nicht nur dort sondern auch in afrika...

    streubomben können so schlimme verletzungen anrichten, dass sich einige der opfer sogar wünschen sie währen daran gestorben

  9. #1249
    Avatar von albaner

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    Zitat Zitat von sunce3007
    das problem gibt es nicht nur dort sondern auch in afrika...

    streubomben können so schlimme verletzungen anrichten, dass sich einige der opfer sogar wünschen sie währen daran gestorben
    diese bomben sind illegal , man darf die nicht benutzen. israel macht was es will , beantwortet nicht mal fragen. aber es wird die zeit kommen wo die alles wieder zurückkriegen werden denn die stellen schlimmere sachen an wie hitler.

  10. #1250

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    Zitat Zitat von albaner
    diese bomben sind illegal , man darf die nicht benutzen. israel macht was es will , beantwortet nicht mal fragen. aber es wird die zeit kommen wo die alles wieder zurückkriegen werden denn die stellen schlimmere sachen an wie hitler.
    ich weiß, dass sie illegal sind. aber wie du schon gesagt hast, israel macht sowie so was es will

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