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Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 26.10.2004, 13:16 Uhr · 3.644 Antworten · 179.531 Aufrufe

  1. #211
    jugo-jebe-dugo
    24.01.2005


    Abbas: Abkommen "sehr nah"
    Außenminister Shaat: Waffenruhe von Hamas und Islamischem Djihad könnte eine Sache "von Tagen" sein

    Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas im Hauptquartier in Gaza City.Von Ben Segenreich aus Tel Aviv
    In Gaza deutet sich ein Wandel an, seit sich Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dort persönlich um ein Abkommen mit den radikalen Gruppen bemüht. Eine Waffenruhe von Hamas und Islamischem Djihad könne eine Sache "von Tagen" sein, meint Außenminister Shaath.


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    bezahlte EinschaltungenEine dramatische Verbesserung der Sicherheits- und damit vielleicht auch der politischen Lage scheint die Aufstellung von Hunderten palästinensischen Polizisten im nördlichen Drittel des Gazastreifens bewirkt zu haben. Die Israelis registrierten erstaunt "den ruhigsten Samstag seit Langem", und Verteidigungsminister Shaul Mofas ließ aufhorchen, als er gar schon von einem Stillhalteabkommen zwischen dem neuen Palästinenserchef Mahmud Abbas und den radikalen Gruppen berichtete.

    Sowohl die Hamas als auch die palästinensische Führung versicherten zwar prompt, dass die "Hudna", die angestrebte befristete Waffenruhe, noch nicht perfekt sei. Doch laut Außenminister Nabil Shaath ist man der Einigung sehr nahe: "Die Dinge bewegen sich in die richtige Richtung - ich spreche nicht von Wochen, ich spreche von Tagen."

    Auch der palästinensische Präsident Mahmud Abbas bezeichnete ein Abkommen mit den palästinensischen Extremistengruppen als "sehr nahe". In einem Interview, das am Sonntagabend vom Palästinensischen Satelliten-Fernsehen ausgestrahlt wurde, sagte Abbas, der Dialog mit allen Gruppen, einschließlich Hamas und Islamischer Dschihad, habe große Fortschritte erzielt und werde bald zu einem Abkommen führen.

    Abbas warf gleichzeitig der israelischen Regierung vor, den Einsatz der palästinensischen Sicherheitskräfte im Gazastreifen durch Straßensperren zu behindern. Seit Freitag sind 3000 Sicherheitskräfte im nördlichen Grenzgebiet im Einsatz.

    Der Palästinenserpräsident kündigte an, er wolle sich mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon in den kommenden zwei Wochen treffen. Er sagte ferner, dass US-Präsident George W. Bush ihn ins Weiße Haus eingeladen habe, wann immer er kommen wolle. Ein solcher Besuch werde aber erst stattfinden, wenn es greifbare Ergebnisse in den palästinensisch-israelischen Gesprächen gebe.

    Patrouillen in Gaza

    Bewaffnete Autonomiepolizisten in grünen Uniformen hatten am Freitag begonnen, Patrouillen zu fahren und an Straßensperren Autos nach Waffen zu durchsuchen, wobei es widersprüchliche Informationen darüber gab, ob sie Befehl hatten, auf Raketenwerferkommandos der Terrorgruppen das Feuer zu eröffnen - doch es ergab sich ohnehin keine Notwendigkeit dazu. In den nächsten Tagen sollen palästinensische Sicherheitskräfte auch in die Reibungszonen um Khan Yunis und Rafah im Süden geschickt werden.

    Aus Solidarität mit der Bevölkerung in Sderot, wo bis vor wenigen Tagen immer wieder Raketen- und Mörsersalven eingeschlagen hatten, tagte der israelische Ministerrat am Sonntag in dem grenznahen Städtchen und strahlte eine Mischung aus Zufriedenheit und Skepsis aus. "Ich hoffe, dass die Ruhe vielleicht andauert", sagte Premierminister Ariel Sharon, dessen Farm nur einige Kilometer von Sderot entfernt ist, "und wenn nicht, werden die Sicherheitskräfte alles Erforderliche tun, um die Bürger hier von der Bedrohung zu befreien."

    Indiskretion

    Mofas hatte zuvor in Radiointerviews davon gesprochen, dass die Hamas und der Islamische Djihad einem "Übereinkommen über einen Waffenstillstand für ungefähr einen Monat" zugestimmt hätten, mit dieser Indiskretion aber dem seit Dienstag in Gaza verhandelnden Abbas vielleicht die Arbeit erschwert.

    De facto haben die Islamisten offenbar die Attacken gestoppt, doch aus Prestigegründen können sie nicht offiziell auf Gewalt verzichten, ohne dass Israel irgendwelche Bedingungen erfüllt. "Unsere Position ist, dass der israelischen Seite keine Gratis-Hudna gegeben wird", sagte Djihad-Sprecher Hudri Haviv, und Muschir al-Masri von der Hamas schlug den gleichen Ton an: "Von einer Hudna ohne Preis kann keine Rede sein, und der Preis ist der Abzug der Besatzungstruppen aus unseren Ländern an die Grenzen von 1967."

    Vermittlermission

    Abbas wird damit in eine Art Vermittlermission gedrängt, die nur schwer zu erfüllen ist. Die Hamas will international abgesicherte Vorausgarantien dafür, dass Israel Gefangene freilässt und die Razzien und "gezielten Tötungen" einstellt, während die Israelis bloß lauwarm erklären, dass sie "Ruhe mit Ruhe beantworten" werden: "Solange es ruhig ist, gibt es keinen Grund, dass wir agieren, und sicher nicht, während Abbas die ersten Schritte macht", meinte Mofas. (DER STANDARD, Printausgabe 24. 1. 2005)

  2. #212
    jugo-jebe-dugo
    25.01.2005


    Burns für Wiederbelebung der Roadmap
    USA bereiten neue Nahost-Initiavive vor
    Washington - Nach vierjähriger Zurückhaltung der US-Diplomatie im Nahen Osten reist am Dienstag erstmals wieder ein hochrangiger Regierungsvertreter zu Vermittlungsgesprächen in die Krisenregion. Der Sonderbeauftragte William Burns werde Ägypten, Israel und Palästina besuchen, teilte ein Ministeriumssprecher am Montag (Ortszeit) in Washington mit. "Ziel der Reise ist es, mit allen Parteien daran zu arbeiten, die Gelegenheit zu Fortschritten gemäß der Roadmap zu nutzen, die wir durch die neue palästinensische Regierung haben", sagte der Sprecher.

    Die Umsetzung des internationalen Friedens-Fahrplans ist durch die Gewalt zum Erliegen gekommen. Der Plan war von den USA gemeinsam mit den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und Russland als "Nahost-Quartett" vorgelegt worden. Vor seiner Reise traf Burns am Montag in Brüssel mit Vertretern des Quartetts zusammen. Die Roadmap wurde 2002 ausgearbeitet und sieht einen souveränen palästinensischen Staat bis 2005 vor. Sie setzt unter anderem die "Beendigung aller Siedlungsaktivitäten" Israels in den besetzten Gebieten voraus. Den von Ministerpräsident Ariel Sharon geplanten Abzug der Israelis aus dem Gaza-Streifen betrachtet das "Quartett" als ersten Schritt bei der Anwendung der Roadmap. Nach dem "Trennungsplan" Sharons soll Israel allerdings große Teile des Westjordanlandes annektieren, was im Widerspruch zur Roadmap steht.

    Burns werde sich in seinen Gesprächen auf die Schritte konzentrieren, mit denen den Palästinensern bei der Bewältigung ihrer Sicherheitsprobleme, des politischen Prozesses sowie ihrer Wirtschaftsreformen geholfen werden könne, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums. Der Nahost-Sondergesandte werde erkunden, wie die USA selbst dazu beitragen könnten, den Prozess voranzubringen.

    Die designierte US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte in der vergangenen Woche einen hohen persönlichen Einsatz der neuen Regierung unter US-Präsident George W. Bush für Frieden im Nahen Osten angekündigt. Mit der neuen Regierung unter dem moderaten Präsidenten Mahmud Abbas biete sich nun eine Chance, die wahrgenommen werden müsse, hatte Rice gesagt. (APA/Reuters)

  3. #213
    jugo-jebe-dugo
    25.01.2005


    Palästinensische Regierung lässt illegale Bauten in Gaza abreißen
    Auf Anordnung von Präsident Abbas
    Gaza - Die palästinensische Regierung hat in der Nacht auf Dienstag mit dem Abriss mehrerer illegal errichteter Gebäude in Gaza-Stadt begonnen. Es ist die erste derartige Aktion in der Stadt, in der in den vergangenen Jahren Dutzende kleiner Geschäfte, Cafes und Kioske entlang des Strandes entstanden sind.

    Die Bauarbeiter, die mit schwerem Räumgerät anrückten, wurden von Dutzenden Polizisten beschützt. Nach Regierungsangaben stammte der Befehl für den Abriss vom neuen Präsidenten Mahmud Abbas, der den Gaza-Streifen mehrere Tage lang besucht hatte und am Montag ins Westjordanland zurückkehrte. (APA/AP)

  4. #214
    jugo-jebe-dugo
    25.01.2005


    Keine offizielle Bestätigung für Einigung auf Gewaltverzicht der Terrorgruppen
    Abbas reist nach Verhandlungen über Waffenruhe aus Gazastreifen ab
    Nachlesen
    "Hamas: Israel muss Preis für Waffenruhe zahlen"

    "De-facto-Waffenstillstand" bahnt sich an"
    Gaza - Nach fast einwöchigen Verhandlungen mit den radikalen Palästinenserorganisationen über eine Waffenruhe ist Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Montagabend aus dem Gazastreifen abgereist. Das teilten palästinensische Regierungsmitarbeiter mit. Sie äußerten sich nicht dazu, ob Abbas und die verschiedenen Gruppen sich offiziell auf eine Waffenruhe geeinigt hätten. Die radikalislamische Terrororgansisation Hamas hatte zuvor erklärt, sie und Abbas seien sich "im Grundsatz" einig geworden. Israel müsse allerdings eine Gegenleistung für eine Waffenruhe erbringen.

    Abbas hatte vor einer Woche angekündigt, er werde den Gazastreifen erst bei einer Zusage radikaler Gruppen wie der Hamas und des Islamischen Dschihad zum Gewaltverzicht verlassen. Am Sonntag sprach er von bedeutenden Fortschritten und kündigte eine rasche Übereinkunft an. Der Palästinenserpräsident will nach seiner Rückkehr ins Westjordanland laut Mitarbeitern in der nächsten Woche nach Ägypten und Jordanien reisen. (APA/red)

  5. #215
    jugo-jebe-dugo
    25.01.2005


    Hunderte protestieren gegen Bau der Sperranlage im Westjordanland
    Arbeiten an besonders umstrittener Stelle wieder aufgenommen - "Maariv": Geplante Korridorbahn
    Iskaka/Tel Aviv - Hunderte Palästinenser und ausländische Demonstranten haben am Dienstag gegen den Weiterbau der umstrittenen israelischen Sperranlage im Westjordanland protestiert, deren Verlauf der Internationale Gerichtshof (IGH) für völkerrechtswidrig erklärt hat. Die Demonstranten versammelten sich am Rande der Ortschaft Iskaka, wo israelische Bulldozer am Montag nach sieben Monaten Pause die Arbeit wieder aufgenommen hatten. Die Demonstranten lieferten sich Wortgefechte mit israelischen Soldaten, die nach Angaben von Zeugen weder Tränengas noch Gummigeschoße einsetzten. Eine Militärsprecherin bestätigte, dass es keine Verletzten gegeben habe.


    Mehr zum ThemaArbeit
    Reduzieren Sie Ihren Arbeitsaufwand mit Microsoft Office System
    bezahlte EinschaltungDie Bulldozer nahmen die Arbeit an einem der umstrittensten Abschnitte der Sperranlage auf, die bei den Orten Salfit und Iskaka tief in besetztes Gebiet hineinreicht. Das Oberste Gericht Israels hatte den Bau, der die jüdische Siedlung Ariel vor Anschlägen schützen soll, im Juni 2004 gestoppt. Nach Angaben des Bürgermeisters von Salfit sollten für die Sperranlage 17.000 Hektar Land beschlagnahmt werden. Der Haager IGH, der von der UNO-Vollversammlung angerufen worden war, hatte die Sperranlage auf palästinensischem Boden im Juli vorigen Jahres als illegal eingestuft und sich für ihren Abriss eingesetzt. In dem Gutachten plädierte die oberste Rechtsinstanz der Vereinten Nationen außerdem für eine Entschädigung der betroffenen Palästinenser. Der IGH rief die internationale Gemeinschaft auf, die durch den Bau der Anlage entstandene Situation nicht anzuerkennen und darauf zu achten, dass Israel seinen Verpflichtungen aus der Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten nachkomme. Israel hat den Bau mit der Abwehr palästinensischer Terroranschläge gerechtfertigt.

    Israel erwägt nach einem Zeitungsbericht den Bau einer Zugsverbindung zwischen der palästinensischen Küstenstadt Gaza und der palästinensischen Stadt Tulkarem im Westjordanland. Die israelische Tageszeitung "Maariv" schrieb am Dienstag, die Zugstrecke solle dem Plan zufolge über den israelischen Seehafen Ashdod führen. Dies würde den Transport palästinensischer Waren von Gaza nach Ashdod ermöglichen sowie eine Verbindung zwischen Gaza-Streifen und Westjordanland schaffen. Bei einer verbesserten Sicherheitslage sei in Zukunft auch ein Personentransport denkbar. Laut dem Bericht verhandelt der israelische Vizeoremier Shimon Peres gegenwärtig mit der Weltbank über eine gemeinsame Finanzierung des Projekts. Israel strebe eine Aufteilung der Kosten zu gleichen Teilen an. Der "Friedenszug" sei Reaktion auf internationale Warnungen, denen zufolge die Palästinenser im Gaza-Streifen nach einem israelischen Abzug wirtschaftlich nicht überleben könnten, unter anderem, weil ihnen die Benutzung von Flug- und Seehäfen untersagt ist. (APA/dpa)

  6. #216
    jugo-jebe-dugo
    25.01.2005


    Hamas will sich der PLO anschließen
    Politbüro-Chef Khaled Mechaal: Aber keine Regierungsbeteiligung - Abbas sagt Korruption den Kampf an - Israel würdigt Anstregnungen von Abbas

    Der neue Palästinenser-Präsident Mahmud AbbasLink
    Al-Hayat

    Nachlesen

    "Hamas: Israel muss Preis für Waffenruhe zahlen"

    "De-facto-Waffenstillstand" bahnt sich an"

    Kairo/Gaza - Die radikale islamische Hamas-Bewegung ist nach Angaben ihres Politbüro-Chefs Khaled Mechaal (Mashaal) bereit, sich der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) anzuschließen, ohne sich aber an der Regierung zu beteiligen. "Das war eines der wichtigsten Themen bei unseren Diskussionen" mit Präsident Mahmud Abbas in Gaza, sagte Mechaal in einem Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Hayat" (Dienstag-Ausgabe). Die PLO sei allerdings reformbedürftig. Die Hamas habe sich immer schon für eine übergeordnete Autorität eingesetzt, "und es macht uns nichts aus, wenn dies die PLO sein sollte", fügte er hinzu.

    Waffenstillstand, wenn Israel Bedingungen erfüllt


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    bezahlte EinschaltungZu Berichten über einen zeitlich begrenzten Stopp der palästinensischen Angriffe auf israelische Ziele, sagte Mechaal, wenn Israel die von den Palästinensern gestellten Bedingungen erfülle, "sind wir von Hamas und die anderen Widerstandsgruppen absolut bereit, uns konstruktiv mit der Frage eines zeitlich begrenzten Waffenstillstands zu befassen". Der Hamas-Führer hatte bisher die antiisraelischen Selbstmordattentate als Mittel der "Selbstverteidigung gegen ein Regime, das uns mit Waffengewalt unterdrückt", gerechtfertigt.

    Der Versuch der Israelis, Mechaal in Jordanien durch einen Giftanschlag zu beseitigen, endete 1997 mit einem Fiasko: Zwei mit gefälschten kanadischen Pässen ausgestattete Agenten des Geheimdienstes Mossad wurden nach dem Fehlschlag des Vorhabens in Amman von den jordanischen Behörden festgenommen. Kanada protestierte, Israel musste ein Gegengift liefern und der damalige jordanische König Hussein machte die Freilassung der Mossad-Männer von jener des inhaftierten Hamas-Gründers Scheich Ahmed Yassin (der im Vorjahr in Gaza einer "gezielten Tötung" zum Opfer fiel) durch Israel abhängig.

    Israel würdigt Anstregnungen von Abbas

    Abbas hatte in den vergangenen Tagen mit den außerhalb der PLO stehenden radikalen Gruppen über ein Ende des bewaffneten Kampfes gegen Israel verhandelt und am Sonntag einen baldigen Waffenstillstand in Aussicht gestellt. Der israelische Vizepremier und Vorsitzende der Arbeiterpartei, Shimon Peres, würdigte am Montag im Militärrundfunk die "enormen Anstrengungen (von Abbas) gegen den Terrorismus". Israel müsse Abbas helfen, sich seinen Zielen zu nähern und unter "äußerst schwierigen Bedingungen" Fortschritte zu machen.

    Der PLO-Unterhändler, Fatah-Abgeordnete und Ex-Kulturminister Siad Abu Amr sagte am Montag in Gaza, die radikalen Organisationen wollten einige Tage abwarten, ob Israel auf ihre Forderungen nach Verkündung eines offiziellen Waffenstillstands eingehe. Sie forderten als Bedingung für eine dauerhafte Waffenruhe den israelischen Abzug aus den palästinensischen Städten, einen Stopp von Militäreinsätzen und "Liquidierungen" ("gezielte Tötungen") sowie von Festnahmen und Hauszerstörungen. Zudem müsse Israel die palästinensischen Häftlinge freilassen.

    Abbas sagt Korruption den Kampf an

    In einem am Dienstag veröffentlichten Interview der arabischen Zeitung "Asharq al-Awsat" versprach Abbas, konsequent gegen Korruption vorzugehen. Gleichzeitig räumte er Reformbedarf im Justizsektor ein. "Das Gesetz wird für alle gleich sein. Niemand wird über dem Gesetz stehen", fügte er hinzu. In seinem Bemühen um die Durchsetzung von Recht und Ordnung hat der Präsident am Dienstag Schwarzbauten in Gaza-Stadt abreißen lassen.

    Zum ersten Mal seit der Stationierung palästinensischer Grenzschutzeinheiten am Freitag voriger Woche ist es im Gaza-Streifen zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Eine israelische Armeesprecherin bestätigte am Dienstag, die Leiche eines Palästinensers sei im Grenzbereich südlich des Karni-Übergangs gefunden worden. Der Mann war am Montagabend südlich der Passage von israelischen Soldaten erschossen worden, weil er sich dem Grenzzaun genähert hatte. In diesem Abschnitt haben noch keine palästinensischen Polizisten Position bezogen. Die palästinensische Regierung fordert von Israel den Abbau mehrerer Blockaden im Gaza-Streifen, bevor ihre Sicherheitskräfte auch dorthin vorrücken. Die Polizei soll Angriffe palästinensischer Extremisten auf israelische Ziele unterbinden, um eine Waffenruhe in der Region zu ermöglichen. (APA/dpa/Reuters)

  7. #217
    jugo-jebe-dugo
    25.01.2005

    Israelisch-palästinensisches Gipfeltreffen am Freitag in Davos
    Israel erwartet keinen Durchbruch
    Genf - Am kommenden Freitag wird es in Davos am Rande des Weltwirtschaftsforum (WEF) zu einer hochrangigen Nahost-Gesprächsrunde kommen: Wie der israelische UNO-Botschafter Itzhak Levanon am Dienstag in Genf ankündigte, werden Außenminister Sylvan Shalom, Vize-Ministerpräsident Shimon Peres sowie Vize-Regierungschef Ehud Olmert mit einer palästinensischen Delegation zusammentreffen. Sie besteht der palästinensischen Botschaft in Bern zufolge aus Wirtschaftsminister Maher Masri, Finanzminister Salam Fayad sowie Yasser Abed Rabbo, einem der Initiatoren der Genfer Initiative.

    Israel erwartet keine schnellen Resultate

    Israel erwarte allerdings keinen Durchbruch für den Friedensprozess im Nahen Osten, dämpfte Levanon die Erwartungen. Es gebe viele Erwartungen seit dem Tod des früheren palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat, alle wollten schnell Resultate sehen. Darin liege aber eine Gefahr. In der Politik kämen die Dinge langsam voran. Derzeit bestehe die Chance, die Realität im Nahen Osten zu ändern, führte Levanon aus. Israel könne das aber nicht alleine tun. Abu Mazen, der palästinensische Präsident Mahmud Abbas, müsse die Sicherheit auf 100 Prozent erhöhen. Dann sei es möglich, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Wenn Abbas einen Waffenstillstand von Hamas und Dschihad erreiche, werde Israel entsprechend reagieren. Für einen Waffenstillstand sei es wichtig gewesen, dass die Palästinenser demokratische Wahlen abgehalten hätten. (APA/sda)

  8. #218
    jugo-jebe-dugo
    26.01.2005

    Israel stoppt "gezielte Tötungen"
    Zentrale Forderung der Palästinenser erfüllt - Einsatz palästinensischer Polizisten genehmigt - Extremisten feuern weitere Kassam-Raketen ab
    Nachlese
    "Israel genehmigt Einsatz palästinensischer Polizisten zum Grenzschutz"

    Gaza/Jerusalem - Israel stoppt die "gezielten Tötungen" von Terroristen. Das verlautete in der Nacht zum Mittwoch aus israelischen Sicherheitskreisen. Damit erfüllt Israel eine zentrale palästinensische Forderung für einen Waffenstillstand.


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    bezahlte EinschaltungEin Regierungsvertreter sagte in Jerusalem, die palästinensische Regierung sei über den Schritt Israels unterrichtet worden.

    Einsatz palästinensischer Polizisten zum Grenzschutz genehmigt

    Israelis und Palästinenser haben bei ihren Sicherheitsgesprächen weitere Fortschritte erzielt. Am Dienstagabend einigten sie sich bei dem zweiten Treffen in weniger als einer Woche darauf, auch im zentralen und südlichen Teil des Gazastreifens palästinensische Polizisten zu stationieren.

    Bereits in den nächsten Tagen sollen tausende Polizisten bei Khan Yunis und Rafah in Stellung gehen, erklärten palästinensische Sicherheitsbeamte nach israelischen Medienangaben. In dieser Gegend ist es immer wieder zu heftigen Gefechten zwischen militanten Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen.

    Extremisten feuern weiter Kassam-Raketen auf Israel ab

    Unterdessen feuerten trotz der Präsenz tausender Polizisten im nördlichen Gazastreifen palästinensische Extremisten in der Nacht zum Mittwoch erstmals seit der vergangenen Woche wieder Kassam-Raketen auf Israel ab. Durch die beiden Geschosse wurde nach weiteren Angaben der israelischen Zeitung "Haaretz" niemand verletzt. Es sei auch kein Schaden angerichtet worden.

    Der neue palästinensische Präsident Mahmud Abbas hatte zur Verhinderung von Raketenangriffen im nördlichen Gazastreifen tausende Polizisten stationieren lassen. Bisher hätten die Sicherheitskräfte drei Raketen sichergestellt. Zudem hätten Polizisten den Beschuss israelischer Ziele mit Mörsergranaten verhindert, hieß es im israelischen Militärrundfunk.

    Der palästinensische Verhandlungsminister Saeb Erakat betonte, dass die Gespräche über einen Gewaltverzicht militanter Gruppen gute Fortschritte machten. Erekat forderte im arabischen Nachrichtensender Al Jazeera Israel auf, seinerseits keine Gewalt mehr gegen Palästinenser auszuüben. Die Chancen für eine Waffenruhe hingen jetzt von der israelischen Umsetzung des internationalen Friedensplans, der so genannten "road map", ab.

    Erekat verlangte von der Regierung von Ministerpräsident Ariel Sharon, Maßnahmen wie einen Baustopp für die Grenzanlagen, ein Ende der Siedlungspolitik und die Freilassung palästinensischer Häftlinge. (APA/dpa)

  9. #219
    jugo-jebe-dugo
    26.01.2005


    Israelische Soldaten töten gesuchten Palästinenser
    Verdächtiger soll sich gegen Festnahme gewehrt haben
    Ramallah - Bei einem israelischen Militäreinsatz in Kalkilya im Westjordanland ist am Mittwoch ein von der Armee gesuchter Palästinenser getötet worden. Zwei weitere Palästinenser, die mit dem Mann in einem Fahrzeug saßen, wurden nach Angaben einer Militärsprecherin verletzt und von der Armee festgenommen.

    Von palästinensischer Seite war die Rede von einer gezielten Tötung des Extremisten. Die Armeesprecherin sagte hingegen, der Palästinenser sei getötet worden, als er und die beiden weiteren Gesuchten sich der Festnahme widersetzten. (APA/dpa)

  10. #220
    jugo-jebe-dugo
    26.01.2005




    "Ruhe mit Ruhe beantworten"
    Wechselseitiges Lob von Israelis und Palästinensern - Gipfel Sharon-Abbas in Planung
    Ben Segenreich aus Tel Aviv
    Vor nicht ganz zwei Wochen waren alle Kontakte nach einem Selbstmordanschlag auf ein Grenzterminal plötzlich eingefroren, doch jetzt bescheinigen Israelis und Palästinenser einander täglich die "gute Atmosphäre" und die "positiven Entwicklungen". Und nachdem sich die Sicherheitskoordination im Gazastreifen bewährt hat, kommt auch auf die politische Schiene wieder Bewegung.


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    Ehe
    Partnersuche auf derStandard.at/ ZuZweit
    bezahlte EinschaltungIn Jerusalem trafen am Mittwoch hochrangige Berater von Ariel Sharon und Mahmud Abbas zusammen, um ein Gipfeltreffen zwischen dem israelischen Premier und dem neuen Palästinenserpräsidenten vorzubereiten. Gerüchten zufolge ist Israel nun bereit, auch in Städten im Westjordanland die Sicherheitskontrolle wieder den Palästinensern zu überlassen.

    Ein brenzliger Zwischenfall, der sich gleichzeitig an einer Passage zwischen der palästinensischen Stadt Khan Yunis und der nahen jüdischen Siedlung Neve Dekalim im südlichen Gazastreifen ereignete, schien keine bedeutenden Folgen zu haben. Rund hundert Siedler bedrohten dort palästinensische Offiziere, die zu Sicherheitsgesprächen mit israelischen Kollegen vorgefahren waren, warfen Steine und zerstachen Reifen von Militärfahrzeugen, ehe die israelische Polizei die Ordnung wieder herstellte.

    Trotzdem sollen auch in dieser Zone bis zum Wochenende an die 2000 Autonomiepolizisten ausschwärmen, um die bewaffneten Zellen der radikalen Gruppen zu neutralisieren. Am Freitag hatten Abbas' Truppen im Norden begonnen, Patrouillen zu fahren und an Straßensperren Autos nach Waffen zu durchsuchen. Seither blieb es dort ruhig.

    Einen formalen Waffenstillstand hat Abbas, der nach sechs Tagen in Gaza nach Ramallah zurückkehrte, zwar noch nicht in der Hand, aber er scheint sich Respekt verschafft zu haben. "Ich bin froh über das, was er macht", sagt der Landwirt Mustafa Abdel Rahman, "es war hier nicht mehr zu ertragen, jetzt kann ich wieder ruhig schlafen." Seine Zitronenhaine in Bet Lahya wurden im Oktober von den Israelis niedergewalzt, weil von hier Kassam-Raketen abgefeuert worden waren.

    Die Islamisten haben die Raketenattacken jetzt de facto eingestellt. "Wenn die Israelis uns nicht angreifen", sagt Hamas-Sprecher Sami Abu-Suhri, "dann gibt es auch Ruhe von der palästinensischen Seite, damit wir die Gespräche mit Abbas fortsetzen können."

    Dass man "Ruhe mit Ruhe beantworten" will, hört man auch von den Israelis: "Wenn es keine Gründe für gezielte Tötungen geben wird, dann wird es auch keine gezielten Tötungen geben", sagte Vizepremier Shimon Peres. Angesichts der "bisher sehr ermutigenden Ergebnisse" plädiert Peres dafür, den als "einseitig" geplanten Rückzug aus dem Gazastreifen zum Gegenstand von politischen Gesprächen mit Abbas zu machen. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.1.2005)

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