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Ergebnis 2.461 bis 2.470 von 3645

Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 26.10.2004, 13:16 Uhr · 3.644 Antworten · 179.241 Aufrufe

  1. #2461
    TurkishRevenger
    Ich bin weder islamistisch noch ein Nazi. Ich habe Israel sogar bis vor kurzem gemocht, aber wenn ich solche Bilder sehe, könnte ich kotzen. Wir haben als der beste Allierte von Israel im Nahen Osten gegolten. Wie kann man dann einfach so ein Schiff stoppen und 15 Zivillisten (oder keine Ahnung wieviele das jetzt genau waren) umbringen. Dachten die sich das das die Beziehung zur Türkei stärkt?

    dein nihal atzis meinte auf deutsch: Zitat:
    der jude ist der heimlich feind der menschheit!
    Dankeschön, ich kann selber Türkisch.
    Sie haben zuerst so getan als wären sie unsere Freunde und schau dir mal an, was die jetzt abziehen. Verräterische Schlangen.

    TurkishRevenger, du verallgemeinerst ungemein; du unterstellst allen Israelis bzw sogar allen Juden, sich über den Tod der Türken zu freuen.
    Ich behaupte nicht das alle Israeliten so sind, aber was für einen Eindruck hättest du denn bekommen, wenn türkische Soldaten Israelitische Zivillisten umbringen würden und daraufhin, hunderte Türken mitten in Istanbul eine Party deswegen veranstalten? Das wirft eben einen Schatten auf das Volk und zeigt, dass das Volk die Gräueltaten der Regierung unterstüzt...

  2. #2462

    Registriert seit
    31.12.2009
    Beiträge
    9.979
    Zitat Zitat von TurkishRevenger Beitrag anzeigen
    Ich bin weder islamistisch noch ein Nazi. Ich habe Israel sogar bis vor kurzem gemocht, aber wenn ich solche Bilder sehe, könnte ich kotzen. Wir haben als der beste Allierte von Israel im Nahen Osten gegolten. Wie kann man dann einfach so ein Schiff stoppen und 15 Zivillisten (oder keine Ahnung wieviele das jetzt genau waren) umbringen. Dachten die sich das das die Beziehung zur Türkei stärkt?



    Dankeschön, ich kann selber Türkisch.
    Sie haben zuerst so getan als wären sie unsere Freunde und schau dir mal an, was die jetzt abziehen. Verräterische Schlangen.



    Ich behaupte nicht das alle Israeliten so sind, aber was für einen Eindruck hättest du denn bekommen, wenn türkische Soldaten Israelitische Zivillisten umbringen würden und daraufhin, hunderte Türken mitten in Istanbul eine Party deswegen veranstalten? Das wirft eben einen Schatten auf das Volk und zeigt, dass das Volk die Gräueltaten der Regierung unterstüzt...
    ich war am montag selber extrem sauer auf israel und die juden, du musst aber bedenken das die meisten israelis dem einsatz kritisch gegenüberstehen und nur eine minderheit diesen schritt begrüßt!

    das gibt dir aber nicht das recht ein zitat von einem nazi zu posten, denn nicht jeder jude ist ein islamhasser!

    edit: wenn die israelis geahnt hätten das das ganze schief geht hätten sie sicher nicht so eine hirnrissige aktion gestartet!

  3. #2463
    TurkishRevenger
    Ok, nächstes mal frage ich dich wen ich zitieren darf und wen nicht...
    Es geht hier gerade nicht um Islamhass..

    du musst aber bedenken das die meisten israelis dem einsatz kritisch gegenüberstehen und nur eine minderheit diesen schritt begrüßt!
    Woher weißt du das? Hast du Beweise? Statistik?

    Man sollte denken bevor man handelt, es könnte verherende Folgen haben...

  4. #2464
    Avatar von Styria

    Registriert seit
    26.06.2009
    Beiträge
    3.231
    Zitat Zitat von TurkishRevenger Beitrag anzeigen
    Ich bin weder islamistisch noch ein Nazi. Ich habe Israel sogar bis vor kurzem gemocht, aber wenn ich solche Bilder sehe, könnte ich kotzen. Wir haben als der beste Allierte von Israel im Nahen Osten gegolten. Wie kann man dann einfach so ein Schiff stoppen und 15 Zivillisten (oder keine Ahnung wieviele das jetzt genau waren) umbringen. Dachten die sich das das die Beziehung zur Türkei stärkt?



    Dankeschön, ich kann selber Türkisch.
    Sie haben zuerst so getan als wären sie unsere Freunde und schau dir mal an, was die jetzt abziehen. Verräterische Schlangen.



    Ich behaupte nicht das alle Israeliten so sind, aber was für einen Eindruck hättest du denn bekommen, wenn türkische Soldaten Israelitische Zivillisten umbringen würden und daraufhin, hunderte Türken mitten in Istanbul eine Party deswegen veranstalten? Das wirft eben einen Schatten auf das Volk und zeigt, dass das Volk die Gräueltaten der Regierung unterstüzt...
    Jeder Staat weiß das sich Israel mit der Hamas in einem bewaffneten Konflikt befindet und Israel daher eine Speerzone vor der Küste Isaels gelegt hat. Nach dem int. Seerecht befindet sich bis zu 200 km vor der Küste die wirtschaftliche Zone welche genutzt werden kann. Außerhalb dieser Zone beginnt die Hohe See (Internat. Gewässer)

    Unabhängig dazu ist aber Israel auch berechtigt, Schiffe in internationalen Gewässern, welche unmittelbar vor der Sperrzone die Absicht haben Aktionen gegen Israel zu führen, aufzubringen.
    International Humanitarian Law - San Remo Manual 1994

    Also mal abwarten wie intern. Experten dies alles bewerten und nicht durch Experten im Balkanforum

    Abgesehen davon würde kein demokratischer Staat eine solche provozierende Hilfsaktion zulassen. (Siehe Zypern; welche den Hafen Larnaka für IHH sperrte)

    Eine große PR Aktion, welche kurzfristig Erdogan gelungen ist. Mittelfristig muss man sich schon fragen, was Erdogan damit bezweckt?

    Wer freiwillig trotz mehrfacher Warnungen eine Sperrzone durchbrechen will, muss auch die Konsequenzen dafür tragen.

    Diese Toten hat Erdogan mit seiner Politik und der Hamasnahe Verein IHH auf dem Gewissen

  5. #2465
    Pejan
    Zitat Zitat von Gentleman Beitrag anzeigen
    Albanians for Israel

    not.

  6. #2466

    Registriert seit
    31.12.2009
    Beiträge
    9.979
    Zitat Zitat von TurkishRevenger Beitrag anzeigen
    Ok, nächstes mal frage ich dich wen ich zitieren darf und wen nicht...
    Es geht hier gerade nicht um Islamhass..



    Woher weißt du das? Hast du Beweise? Statistik?

    Man sollte denken bevor man handelt, es könnte verherende Folgen haben...
    ich habe weder beweise noch statistiken! wie denn auch ich lebe nicht in israel, aber nach den nachrichten zufolge sind viele menschen unglücklich mit dieser aktion, und andere sehen diese aktion als legitim an und begrüßen sie.

    Man sollte denken bevor man handelt, es könnte verherende Folgen haben...
    jaa das sollte man immer tun, oder?

  7. #2467
    TurkishRevenger
    Aha, und deswegen sind sie berechtig 15 Menschen (welche nicht mal Soldaten sind und keine Gewehre, etc. bei sich haben) das Leben zu nehmen? Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Schweinerei. Man kann das Schiff stoppen: Hab ich kein Problem damit. Man kann den Kapitän auffordern umzukehren: Hab ich auch kein Problem damit. Man kann bei Verweigerung die Leute festnehmen: Ist auch in Ordnung. Aber gleich ein regelrechtes Blutbad da zu veranstalten?

    Naja, die Israeliten dürfen sich das ja erlauben. Die haben selber genug durchgemacht. Lasst die Armen doch...

  8. #2468

    Registriert seit
    31.12.2009
    Beiträge
    9.979
    Zitat Zitat von TurkishRevenger Beitrag anzeigen
    Aha, und deswegen sind sie berechtig 15 Menschen (welche nicht mal Soldaten sind und keine Gewehre, etc. bei sich haben) das Leben zu nehmen? Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Schweinerei. Man kann das Schiff stoppen: Hab ich kein Problem damit. Man kann den Kapitän auffordern umzukehren: Hab ich auch kein Problem damit. Man kann bei Verweigerung die Leute festnehmen: Ist auch in Ordnung. Aber gleich ein regelrechtes Blutbad da zu veranstalten?
    stell ich das in frage? das die israelis hier falsch gehandelt und schuld an der sache sind bezweifle ich nicht! aber die andere seite hat auch provoziert und die slodaten angegriffen, was aber diese nicht berechtigt 15 menschen zu töten.

    Naja, die Israeliten dürfen sich das ja erlauben. Die haben selber genug durchgemacht. Lasst die Armen doch...
    niemand darf so etwas tun! egal ob israeli oder jemand anderes!

  9. #2469
    TurkishRevenger
    Zitat Zitat von veliki turcin Beitrag anzeigen
    stell ich das in frage? das die israelis hier falsch gehandelt und schuld an der sache sind bezweifle ich nicht! aber die andere seite hat auch provoziert und die slodaten angegriffen, was aber diese nicht berechtigt 15 menschen zu töten.



    niemand darf so etwas tun! egal ob israeli oder jemand anderes!
    Die Frage ging eigentlich an Styria, aber es freut mich das auch du diese Tat nicht in Ordnung findest. Es wird immer auf den Türken rumgehackt, was sie angeblich mit den armen Kurden machen. Aber wenn mal die Amerikaner, Israeliten etwas schlimmes tun, dann wird das gar nicht so hochgepusht. Das ist das was mich aufregt.

  10. #2470
    Avatar von Magarac

    Registriert seit
    15.05.2010
    Beiträge
    678
    Zitat Zitat von Styria Beitrag anzeigen
    Jeder Staat weiß das sich Israel mit der Hamas in einem bewaffneten Konflikt befindet und Israel daher eine Speerzone vor der Küste Isaels gelegt hat. Nach dem int. Seerecht befindet sich bis zu 200 km vor der Küste die wirtschaftliche Zone welche genutzt werden kann. Außerhalb dieser Zone beginnt die Hohe See (Internat. Gewässer)

    Unabhängig dazu ist aber Israel auch berechtigt, Schiffe in internationalen Gewässern, welche unmittelbar vor der Sperrzone die Absicht haben Aktionen gegen Israel zu führen, aufzubringen.
    International Humanitarian Law - San Remo Manual 1994

    Also mal abwarten wie intern. Experten dies alles bewerten und nicht durch Experten im Balkanforum

    Abgesehen davon würde kein demokratischer Staat eine solche provozierende Hilfsaktion zulassen. (Siehe Zypern; welche den Hafen Larnaka für IHH sperrte)

    Eine große PR Aktion, welche kurzfristig Erdogan gelungen ist. Mittelfristig muss man sich schon fragen, was Erdogan damit bezweckt?

    Wer freiwillig trotz mehrfacher Warnungen eine Sperrzone durchbrechen will, muss auch die Konsequenzen dafür tragen.

    Diese Toten hat Erdogan mit seiner Politik und der Hamasnahe Verein IHH auf dem Gewissen

    Hatte Israel das Recht, den Gaza-Hilfskonvoi mit Gewalt zu stoppen? Experten sind skeptisch: Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erläutert der Völkerrechtler Daniel-Erasmus Khan, was man der Marine vorwerfen kann - und sagt, warum Jerusalem dennoch keine Klage an internationalen Gerichten droht.
    SPIEGEL ONLINE: Herr Kahn, Frankreichs Außenminister ist "hochgradig schockiert" über den blutigen Angriff Israels auf die Gaza-Hilfsflotte, nach Ansicht der türkischen Regierung stellt der Militäreinsatz einen klaren Bruch internationalen Rechts dar, der Palästinenserchef Mahmud Abbas spricht gar von einem "Verbrechen", massive Kritik kommt auch vom Weltsicherheitsrat. Stimmen Sie diesen Urteilen zu?


    Khan: Ganz so schnell vielleicht nicht. An dem Verdikt, dass der Einsatz unverhältnismäßig war, wird man wohl nicht herumkommen - trotz mancher Unsicherheiten aufgrund der bisherigen Nachrichtenlage. Aber auch wenn die Art und Weise des israelischen Vorgehens sicherlich zu verurteilen ist, heißt das nicht, dass die Aktion als solche bereits rechtswidrig war.

    SPIEGEL ONLINE:
    Durfte Israel also die Hilfsschiffe mit Gewalt stoppen, nachdem man sie mehrfach vor einer Weiterfahrt nach Gaza gewarnt hatte?

    Khan:
    Prinzipiell ja - wenn auch sicher nicht so. Israel hat bei dem Einsatz ganz offensichtlich eine rote Linie überschritten - ob sie eher dünn oder eher dick war, kann man im Moment noch nicht mit letzter Sicherheit sagen.

    SPIEGEL ONLINE:
    Was kann man Israel nach jetzigem Stand vorwerfen?

    Khan:
    Im Moment wird ja von Seiten der überfallenen Helfer gemeldet, dass Israel klar in internationalen Gewässern zugeschlagen habe. Damit wäre der Zugriff schon an sich rechtswidrig gewesen, egal ob mit militärischen Mitteln oder nicht, denn in internationalen Gewässern gilt die Freiheit der Seefahrt - damit hat alleine der Staat die Hoheit, unter dessen Flagge ein Schiff fährt. Das war offenbar im Fall mehrerer Schiffe die Türkei, vielleicht waren es auch andere Staaten - aber eben nicht Israel. Wenn der Konvoi allerdings doch innerhalb von 24 Meilen vor der israelisch-palästinensischen Küste gewesen wäre, also zumindest in der sogenannten Anschlusszone vor dem Küstenmeer, dann hätte Israel als betroffener Küstenstaat durchaus das Recht gehabt, den Konvoi zu stoppen und auf Verstöße gegen Zoll- und sonstige Bestimmungen zu kontrollieren.

    [h4]FOTOSTRECKE[/h4]



    11 Bilder
    "Solidaritätsflotte" für Gaza: Attacke im Morgengrauen

    SPIEGEL ONLINE: Käme es dabei nicht auch darauf an, ob sich das Ganze vor der Küste des Staates Israels abspielt oder vor dem Gaza-Streifen, also dem palästinensischen Autonomiegebiet?

    Khan:
    Nein, eigentlich nicht. Denn Israel behandelt ja den Gaza-Streifen als besetztes Gebiet - damit hat die Besatzungsmacht die verwaltungsmäßigen Rechte, und damit übt Israel hier das Hoheitsrecht auch zum Meer hinaus aus.

    SPIEGEL ONLINE:
    Hätte Israel damit die Hilfslieferungen sogar ganz verhindern dürfen?

    Khan:
    Nein. Denn die Kehrseite der Besatzungssituation ist, dass Israel auch die Verantwortung für das Gebiet hat und deshalb Hilfslieferungen für die unterversorgte Bevölkerung gestatten muss. Allerdings ist es das legitime Recht der Besatzungsmacht, diese Lieferungen zu kontrollieren, also zu prüfen, ob sie wirklich nur Hilfsgüter enthalten, oder nicht vielleicht doch Waffen oder andere, nicht so sehr für die notleidende Bevölkerung bestimmte Dinge.

    SPIEGEL ONLINE:
    Hätte der Konvoi also auch der israelischen Aufforderung Folge leisten müssen, den israelischen Hafen Aschdod anzulaufen?

    Khan:
    Prinzipiell ja. Wer das Hoheitsrecht ausübt, kann natürlich auch den Weg bestimmen, den eine solche Lieferung zu nehmen hat - sofern er damit nicht den Hilfszweck vereitelt, indem etwa dringend benötigte Lebens- oder Arzneimittel viel zu spät ankommen.

    SPIEGEL ONLINE:
    Ein israelisches Militärboot warnte den Konvoi, er verletze die israelische Seeblockade gegen den Gaza-Streifen. Gab nicht das schon der israelischen Marine das Recht zum Einschreiten?

    Khan:
    Theoretisch wäre das denkbar. Denn in der Tat kann im Krieg eine Seeblockade verhängt werden, die militärische Maßnahmen auch in internationalen Gewässern rechtfertigt. Nur: Israel beruft sich sonst auch nicht darauf, dass der bewaffnete Konflikt mit den Palästinensern noch andauert. Entweder der Konflikt ist beendet, dann ist Israel im Gaza-Streifen Besatzungsmacht und übt dort die Hoheitsrechte aus, hat aber kein Recht zur Seeblockade. Oder der Konflikt dauert noch an, dann ist die Hamas Kriegspartei, und Israel hat das Recht zur Seeblockade - kann sich dann aber auch nicht als Besatzungsmacht gerieren. Israel verhält sich hier unentschieden, man könnte auch sagen, widersprüchlich, und beruft sich mal auf diesen, mal auf jenen Status, je nachdem, was gerade günstiger erscheint. Das geht so aber nicht.

    SPIEGEL ONLINE:
    Was hätte Israel dann tun müssen, um völkerrechtlich korrekt zu handeln?

    Khan:
    Zunächst abwarten, bis die Schiffe in der Anschlusszone sind. Dann hätte man sie zum Halten auffordern und abfangen dürfen, allerdings mit Sicherheit nicht auf so brutale Weise überfallen, dass es am Ende zahlreiche Menschenleben kostet. Man hätte ja die Frachter, nachdem sie die ersten Warnungen ignoriert haben, mit Kriegsschiffen abdrängen oder blockieren, sie notfalls sogar fahrtuntüchtig machen können, indem man ihre Ruderanlage beschießt. So, wie es aussieht, hat Israel hier ein paar Eskalationsstufen übersprungen, und zu Mitteln gegriffen, die auf keinen Fall verhältnismäßig waren.

    SPIEGEL ONLINE:
    Der israelische Industrieminister sagte, die Soldaten seien mit Messern und Äxten empfangen worden, und als die Passagiere und Besatzungsmitglieder der Hilfsschiffe versucht hätten, ihnen die Gewehre zu entreißen, hätten sie die Kontrolle über die Lage verloren.

    Khan:
    Eine so hochgerüstete Militärmacht wie Israel muss in der Lage sein, in einer solchen Situation die Kontrolle zu behalten. Wenn das so gewesen wäre, hätten sich die Israelis schon sehr ungeschickt angestellt; und nachdem die israelische Marine vermutlich die Hilfsschiffe voreilig gestürmt hat, war deren Besatzung vermutlich sogar im Recht. Umso weniger hätten dann die israelischen Soldaten das Feuer eröffnen dürfen. Im Detail gibt es hier eine Fülle von Fragen: Waren Passagiere und Besatzungsmitglieder Kämpfer oder Zivilisten, die zu schützen sind? Und haben sie sich als Zivilisten vielleicht bewusst in den Konflikt hineinbegeben, so dass sie doch nicht so geschützt sind wie normalerweise? Wie ist es mit ausländischen Staatsangehörigen? Auch wenn da noch einiges unklar ist, unter dem Strich hätte es wohl zu einem solchen Blutbad, mit offenbar 19 Toten und zahlreichen Verletzten, niemals kommen dürfen.

    SPIEGEL ONLINE:
    Aber wurde Israel nicht auch provoziert?

    Khan:
    Natürlich steckte da ein gehöriges Maß an Provokation dahinter, aber Israel war so ungeschickt, sich provozieren zu lassen. So hat man es sich jetzt womöglich mit einem der letzten Verbündeten in der Region verscherzt, der Türkei. Und Israel steht nun noch stärker unter Druck, die Situation im Gaza-Streifen zu klären. Wenn das ein Nebenzweck der propalästinensischen Hilfsorganisationen war, haben sie den erreicht.

    SPIEGEL ONLINE:
    Können die Türkei oder die Palästinenser Israel jetzt verklagen?

    Khan:
    Da sich Israel der internationalen Gerichtsbarkeit nicht unterworfen hat, scheidet das aus. Die betroffenen Organisationen könnten aber theoretisch vor israelischen Gerichten klagen - von vornherein aussichtslos erscheint das nicht. Und die Türkei kann natürlich diplomatischen Druck ausüben, den israelischen Botschafter einbestellen, wie schon geschehen, aber auch etwa Diplomaten ausweisen, Wirtschaftsverträge kündigen, oder israelischen Flugzeugen, ob militärisch oder zivil, den Überflug über türkisches Territorium verbieten. Das würde Israel mit Sicherheit empfindlich treffen.

    SPIEGEL ONLINE:
    Was würden Sie Israel jetzt raten?


    Khan: Entweder eine internationale Untersuchungskommission zuzulassen oder sich freiwillig einem internationalen Schiedsgericht zur Beurteilung dieses Vorfalls zu unterwerfen. Und sofort auf freiwilliger Basis Schadenersatz zu leisten.

    SPIEGEL ONLINE:
    Was muss jetzt mit den Hilfsschiffen und den darauf befindlichen Gütern geschehen?

    Khan:
    Soweit es sich dabei wirklich um die behaupteten Hilfsgüter handelt, muss Israel diese unverzüglich durchlassen. Alles andere würde Israel nun noch mehr ins Unrecht setzen.
    Das Interview führte Dietmar Hipp.

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