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  • Auf Seite der Palästinenser!!!

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Ergebnis 2.701 bis 2.710 von 3645

Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

Erstellt von jugo-jebe-dugo, 26.10.2004, 13:16 Uhr · 3.644 Antworten · 179.166 Aufrufe

  1. #2701
    Baader
    Unglaublich, ich bin der einzige der ehrlich ist und sagt was er denkt.

  2. #2702
    Avatar von BlackJack

    Registriert seit
    11.10.2009
    Beiträge
    65.408
    Zitat Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Unglaublich, ich bin der einzige der ehrlich ist und sagt was er denkt.
    aber bist du auch ehrlich genug das zu denken?

  3. #2703
    Pejan
    Ich bin auf der Seite der Palästinenser und begrüsse einen palästinensischen Staat, jedoch verurteile ich die Verbrechen der Palästinenser, aber auch die der Israelis.

  4. #2704

    Registriert seit
    13.05.2007
    Beiträge
    18.328
    Wer sich als Passagier auf ein Aktivisten-Schiff begibt, sollte sich besser vorher informieren, wer die Organisatoren der Reise sind. Dies sei auch den Medien angeraten.



    Lange vor dem Auslaufen der "Mavi Marmara" gab es genügend Material - sowohl über die türkische als auch über die deutsche Internationale Humanitäre Hilfsorganisation (IHH), das zumindest hätte misstrauisch machen sollen. Bereits vor einigen Jahren hatten deutsche Staatsanwälte der IHH vorgeworfen, Spendengelder nicht zu humanitären Zwecken, sondern zum Kauf von Waffen für Glaubensbrüder in Bosnien und Tschetschenien zu verwenden.

    Vor einem Jahr war Bülent Yildirim, Vorstand der IHH, auf einer Veranstaltung in Gaza, wo er bekannte: "Vor drei, vier Jahren noch hat man die Hamas als terroristische Organisation bezeichnet. Heute nennen wir Israel, die USA und Großbritannien die Terroristen." Bei der Einweihung der Solidaritätsflotte, so berichteten israelische Medien vorab, seien Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi, Mitglieder der Hamas, und Hamam Said, ein Führer der Muslimbrüder aus Jordanien zugegen gewesen.

    Die Offenheit, mit der die IHH gestern zugestand, dass sie das Risiko der vollen Eskalation eingehen will: "Wir machen weiter, bis das Embargo aufgehoben ist", und dass sie sich nicht nur mit "zweieinhalb Holzstangen" (Norman Paech, außenpolitischer Sprecher der Linksfraktion), sondern mit Eisenstangen verteidigt hätten, lässt nun einige doch an den rein humanitären und friedlichen Zwecken der Organisation zweifeln.

    Es waren nicht israelische, sondern türkische Medien (Vatan und Milliyet), die am Mittwoch darüber berichteten, dass mindestens 40 der Aktivisten auf der "Mavi Marmara" gewaltbereit gewesen seien und drei der Toten vor ihrer Abreise gegenüber Freunden und Verwandten gesagt hätten, dass sie auf diesem Trip als "Märtyrer" sterben wollen.


    Gaza-Schiff in der Debatte: Märtyrer an Bord - taz.de

    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ +++

    überraschend sowas von der taz zu hören

    mindestens 40 aktivisten der IHH waren an bord, aber nur 10 sind zu märtyrern geworden. für mich ein klares versagen der IDF das sie nicht die ganze brut ausgerottet haben...

  5. #2705
    Avatar von Styria

    Registriert seit
    26.06.2009
    Beiträge
    3.231
    Zitat Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Für das tapfere Volk Palästinas habe ich nichts ausser absoluten Respekt und Unterstützung. Aus einer solchen Lage noch Widerstand zu leisten und auf dem zu beharren was ihnen rechtmässig zusteht, ist einfach nur heldenhaft. Ich selbst bin ein Hamas-Sympathisant, doch wenn ich mal den verstorbenen Yassit Arafat zitieren darf: "Ich bin bereit 30 Palästinenser für den Tod eines Israelis zu zahlen!".


    Und an all die verschissenen Schwuchteln die sagen "Oh wie kann man nur überhaupt für jemanden sein? Ich bin neutral. Die Palästinenser feiern Hitler als Held..." sind keine richtigen Balkaner. Die gehören einfach nur geklatscht. Als der Krieg in Bosnien ausbrach und die Kroaten und Bosniaken gemeinsam ihre Heimat verteidigten wurden auch öffentlich Nazi-Flaggen gehisst und es wurden Lobhymnen auf Pavelic und Hitler gesungen. Das ist immer so, jeder der mir nun sagen will dass er das in dieser Situation nicht machen würde ist ein verschissener Lügner.

    Wusste ich doch das ich ein kleines rotlackiertes Faschistenschwein vor mir habe.
    Du verherrlichst den Nationalsozialismus mit der Rechtfertigung auf den Krieg am Balkan?
    Lebst du noch????
    Ab zu deinen braunen Freunden auf die Müllhalde der Geschichte.

    Sympathisant für die Hamas, welche in ihrer Verfassung die Vernichtung Israels, geschrieben haben und International als Terrorvereinigung gilt, paßt genau zu dir.
    War der Großmufti von Jerusalem nicht auch ein Sympathisant von Hitler, oder umgekehrt?


    Für diese beiden Äußerungen gehörst du schon verwarnt und geächtet.

  6. #2706
    Baader
    Zitat Zitat von Styria Beitrag anzeigen
    Wusste ich doch das ich ein kleines rotlackiertes Faschistenschwein vor mir habe.
    Du verherrlichst den Nationalsozialismus mit der Rechtfertigung auf den Krieg am Balkan?
    Lebst du noch????
    Ab zu deinen braunen Freunden auf die Müllhalde der Geschichte.

    Sympathisant für die Hamas, welche in ihrer Verfassung die Vernichtung Israels, geschrieben haben und International als Terrorvereinigung gilt, paßt genau zu dir.
    War der Großmufti von Jerusalem nicht auch ein Sympathisant von Hitler, oder umgekehrt?


    Für diese beiden Äußerungen gehörst du schon verwarnt und geächtet.
    Heul doch.

  7. #2707
    Avatar von Ilan

    Registriert seit
    25.06.2009
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    10.225
    Ich bin ein Zionist.

  8. #2708
    Avatar von Styria

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    Zitat Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
    Ich finde deinen ehrlichen, besonnenen Post gut. Wenn ich auch nicht in jedem Punkt übereinstimme.
    Es ging damals mit Arafat durchaus sehr viel voran. Einer der Punkte, die wohl seine Herzensangelegenheit waren, war Jerusalem. Dort hätte er wahrscheinlich niemals rational gehandelt und da war leider kein Kompromiss möglich. Du schreibst, man kann mit Hamas nicht verhandeln. Das ist für mich ein vorgeschobenes Argument. Zum einen wird man um Gespräche mit ihnen nicht herum kommen, will man wirklich etwas erreichen. Und ich denke, das wissen die Israelis besser als ich. Jahre, jahrzehntelang hatte man auch Arafat und seine PLO als Terroristen eingestuft. Es wurden ja auch erbitterte Kriege gegeneinander geführt. Und irgendwann waren doch Friedensgespräche etc. möglich. Aus der einstigen PLO ging die Fatah hervor. Heute ein anerkannter Verhandlungspartner, weil sie in Bezug auf Israel, Krieg und Gewalt mittlerweile eine andere, akeptable Linie vertreten.
    Die großen Verhandlungen für eine 2 Staatenlösung sind anscheinend kurz vor Abschluß. Doch mit wem diesen Vertrag unterschreiben?

    Mit der Fatah welche nur im Westjordanland ihre Macht hat oder mit der Hamas?
    Mit der Hamas sind leider zur Zeit keine Gespräche möglich. Zudem muß sie vor Gesprächen mit Israel die Vernichtung Israels aus ihrer Verfassung streichen.
    Weiters muß sie vorher den seit 4 Jahren entführten israelischen Soldaten, welcher nicht einmal Besuch vom Roten Kreuz bekommen darf, entlassen.

    Aber wie es scheint hat die Hamas keine Ambitionen auf wirkliche Friedensverhandlungen mit Israel, den das würde mittelfristig ihren Machtverlust bedeuten.

  9. #2709
    Avatar von DZEKO

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    Sarajevo: Protesti - Svi smo mi Palestina

    U četvrtak je još jedan brod krenuo prema pojasu Gaze u pokušaju da probije tri godine staru izraelsku blokadu toga palestinskog teritorija. Na brodu „Rachel Corrie“ nalazi se jedanaest putnika koji tvrde da bi mogli stići do Gaze ovog vikenda, dok Izrael, koji kontroliše teritorijalne vode pojasa Gaze, kaže kako neće dozvoliti brodu prolaz.



    Oko 2.000 studenata porijeklom iz Palestine i Turske, njihovih kolega koji studiraju na međunarodnim fakultetima u BiH, te bh. građana, okupilo se u četvrtak u Sarajevu na mirnom protestu, osuđujući nedavni napad izraelske mornarice na konvoj brodova koji su prevozili humanitarnu pomoć za pojas Gaze u kojem je poginulo devet aktivista.


    Protestno okupljanje počelo je oko 17.30 sati u Velikom parku, gdje se formirala kolona demonstranata, koja se potom uputila glavnim gradskim ulicama prema Baščaršiji, uzvikujući „Allahu ekber“ (Bog je najveći) i poruke podrške Palestini i palestinskom narodu.



    Predstavnici 11 udruženja - organizatora protesta sastavili su proglas u kojem zahtijevaju hitan prekid opsade nad Palestincima unutar pojasa Gaze, kao i sveobuhvatnu međunarodnu istragu za izraelski zločin koji je izvršen nad aktivistima humanitarnog konvoja „Flota slobode“.


    Predsjednik Udruženja „Palestinska dijaspora BiH“ Naser Nabil prezentovao je proglas:


    „Mi smo svi Palestina. Ne može se Izrael tako ponašati. Izrael nije država koja je iznad zakona i ne može biti izvan domašaja međunarodne pravde. Nećemo šutjeti! Gdje je savjest međunarodne zajednice? Gdje si generalni sekretare Ujedinjenih nacija, gdje si Amr Moussa ispred Arapske lige? Zar nije sramota da se ovo dešava u 21 vijeku. Apelujemo na savjest i odgovornost svih ljudi da dignu glas protiv ubijanja humanitaraca.“



    Peticija


    Proglas također poziva i članove Predsjedništva BiH da konsenzusom donesu osudu napada na humanitarni konvoj.



    Mirni protest popraćen je potpisivanjem peticije za prekid opsade Gaze. Do sada je u Sarajevu prikupljeno oko 30.000 potpisa, a zvanična cifra će biti poznata 5. juna kada se budu sakupili i ostali potpisi iz Mostara, Travnika, Tuzle i Bihaća.


    „Došao sam da odam dužno poštovanje ljudima koji su 60 godina u opsadi. Ne samo da osuđujemo genocid Izraela već i ovo što su napravili u međunarodnim vodama“, kaže Emin Švrakić, predsjednik Udruženja Zelene beretke.


    U četvrtak je još jedan brod krenuo prema pojasu Gaze u pokušaju da probije tri godine staru izraelsku blokadu toga palestinskog teritorija. Na brodu „Rachel Corrie“ nalazi se jedanaest putnika koji tvrde da bi mogli stići do Gaze ovog vikenda, dok Izrael, koji kontroliše teritorijalne vode pojasa Gaze, kaže kako neće dozvoliti brodu prolaz.


    Na pitanje postoji li bojazan da će Izrael i ovog puta odgovoriti napadom, predsjednik Udruženja bosanskohercegovačko-palestinsko prijateljstvo Avdo Hebib odgovara:


    „Ne isključujem ništa s obzirom da je međunarodna zajednica jako inertna. Savjet bezbjednosti je donio 70 rezolucija ali nijedna nije sprovedena. Dakle, sve je moguće. U BiH smo prikupili preko 200 tona hrane, odjeće, obuće i lijekove ali ne možemo ništa da pošaljemo. Dobili smo obavijest da je u El Arishu (Egipat) sve zatrpano i da ne može ništa da uđe u Gazu. Gledat ćemo da učinimo nešto što može doprinijeti rješavanju problema Palestine ali i izraelskog naroda. Moramo gledati jednako i na jedne i druge ljude, na djecu - jer ona nisu kriva šta politika radi.“


    Izrael je 31. maja u Sredozemnom moru napao jedan od šest brodova koji su prevozili humanitarnu pomoć za stanovnike Gaze. U napadu je poginulo devet aktivista.

    [h1]Vijesti[/h1]
    04.06.10 08:23 Starost: 2 hrs

  10. #2710
    Avatar von Styria

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    3.231
    Bei der Abfahrt des Schiffes wurde gesungen: ‹Tod den Juden›»
    Interview: Rico Bandle Aktualisiert am 03.06.2010

    Worum ging es beim Schiffskonvoi nach Gaza? Sicher nicht um die Palästinenser, meint der Autor Leon de Winter. Er setzt die Aktion in einen grösseren Zusammenhang und sieht neue Gefahren aufkommen.
    Im Dienste türkischer Macht-Interessen? Das Schiff mit dem Namen «Mavi Marmara» am 22. Mai im Hafen von Zypern.
    Die ganze Welt ist sich einig: Israel ist böse. Als Verfechter Israels müssen Sie sich ziemlich einsam fühlen.
    Nein. Hier in den USA sind die Medien pluralistischer als in Europa, da hört man mehr verschiedene Stimmen.
    In Europa ist das Verständnis für das israelische Vorgehen gering. Weshalb?
    Es war wieder einmal sehr faszinierend: Als letzten Freitag bei Anschlägen von Islamisten in zwei Moscheen in Lahore (Pakistan) 93 Menschen getötet wurden, schwieg die ganze Welt. Als dann bei einer von türkischen Extremisten provozierten Aktion vor Israel 10 Personen ums Leben kamen, schrien die Weltmedien auf. Die 93 frommen Menschen in den Moscheen sind scheinbar völlig unwichtig. Aber es geht da nicht um die Opfer, die sind alle gleichwertig. Es geht um die Täter.
    Woher diese Ungleichheit bei der Verurteilung solcher Taten?
    Das hat verschiedene Ursprünge. In Europa hat es aber sicherlich damit zu tun, dass man einen Schlussstrich unter den Zweiten Weltkrieg ziehen möchte. Viele Leute haben das Gefühl, dass sie sich von der Vergangenheit lösen können, wenn sie die Juden als Täter verurteilen.
    Die Schweiz hat keine Nazi-Vergangenheit, trotzdem sind dieselben Phänomene auch hier festzustellen.
    Ja, da sind natürlich noch all die nützlichen Idioten des linken Politspektrums, die glauben, dass die Palästinenser die grössten Opfer der Welt sind, dass es nichts Schlimmeres gebe, als deren Schicksal. Das ist natürlich Blödsinn. Niemand verhungert in Gaza, es verhungern Leute in Darfur, im Kongo und andernorts auf der Welt. Doch darum geht es diesen Leuten nicht. Fakten spielen keine Rolle.
    Ich kenne Journalisten, die schon in Gaza waren und ein schreckliches Bild der Lebensbedingungen zeichnen.
    In gewissen Vierteln von Kairo und anderen arabischen Städten sind die Lebensbedingungen ebenso schrecklich. Leider ist dies die normale arabische Armut, so schlimm dies klingen mag. Aber Gaza ist frei. Das ist doch ein schöner Traum für diese Menschen! Und wenn man mal aufhört, Raketen zu schiessen, sind auch die Grenzen wieder offen. Aber schon jetzt überqueren täglich Hunderte von Lastwagen die Grenzen mit Gütern. Es gibt keinen Mangel an Produkten in Gaza.
    2006 war der Libanonkrieg, 2008/09 der Gazakonflikt, jetzt diese Schiffs-Affäre. Jedes Mal war es für das Ansehen Israels eine Katastrophe. Kümmert sich Israel nicht mehr um sein Image, da es ohnehin schon ramponiert ist?
    Seit dem Massaker von Sabra und Schatila (während des libanesischen Bürgerkriegs 1982, Anm. d. Red), die eine rein innerarabische Angelegenheit war, für die Israel in den Medien aber verantwortlich gemacht wurde, ist Israel in der öffentlichen Wahrnehmung auf der Verliererseite. Israel ist immer schuld. Obwohl der Nahostkonflikt vergleichsweise eine winzige Angelegenheit ist. Die Anzahl der Opfer ist verglichen mit anderen Konflikten minim, die Bedeutung für die Welt eigentlich gering.
    Zurück zu der Flotte mit den Hilfsgütern. Was sind die wahren Hintergründe dieser Aktion?
    Die grosse Frage ist: Was wollte die Türkei mit dieser Flotte bezwecken? Ohne die Türkei wäre das Unterfangen nicht möglich gewesen. Vor zwei Wochen war die Konferenz, bei der sich der türkische Ministerpräsident Erdogan hervorragend mit dem iranischen Präsidenten Ahmedinejad verstand. Da konnte man erkennen: Hier bildet sich eine neue Achse zwischen Ankara und Teheran.
    Und was hat das mit der Schiffsflotte zu tun?
    Die Türkei kommt der Hamas zu Hilfe, um Macht zu demonstrieren. Die Hilfsflotte hat einen hohen symbolischen Charakter: Die Türkei ist das neue Zentrum der sunnitischen Welt geworden. Das ist eine schreckliche Erniedrigung für die anderen sunnitischen Länder, vor allem für Ägypten. Die herrschenden Klassen in Kairo haben seit Montag nicht mehr geschlafen, schliesslich ist die Hamas der grosse Feind Ägyptens. Die erstarkte Türkei in Kooperation mit dem Iran bedeutet eine gewaltige geopolitische Verschiebung, die auch für Saudi Arabien eine Bedrohung ist. Es ist eine gefährliche Situation entstanden. Um die armen Palästinenser geht es in Wirklichkeit nicht, im Gegenteil. Am Ende werden sie wieder die Opfer sein.
    Sie können doch nicht sagen, Henning Mankell und all die Europäer an Bord handelten im Dienste der Türkei?
    Das sind alles nützliche Idioten wie es sie zu Tausenden gibt! Die merken nicht, dass sie Teil eines grossen strategischen Spiels der Türkei und des Irans sind. Die Türkei hatte früher nie auch nur das geringste Interesse am Schicksal der Palästinenser gezeigt!
    Früher hat die Türkei noch mit Israel kooperiert…
    Das ist mit der neuen religiösen Regierung längst vorbei. Die Regierung Erdogan will die Türkei in einen islamistischen Staat umwandeln. Der Schulterschluss mit der Hamas soll nun helfen, die säkulare türkische Armee herumzukriegen. Die neue Stärke der Türkei ist ein Albtraum für die arabischen Länder, auch wenn sie das nicht offen sagen. Die Türken streben wieder nach einem grossen Reich. Zusammen mit dem Iran werden sie ihre Interessen im gesamten arabischen Raum geltend machen können – erst recht, wenn Iran einmal Atomwaffen besitzt. Seit letztem Montag hat sich die geopolitische Lage völlig verändert. Dass da noch zehn Leute auf dem Schiff gestorben sind, wird in Zukunft nur noch eine Fussnote sein.
    Was bedeutet das nun für Israel? In ihrem Roman «Das Recht auf Rückkehr» sind Sie sehr pessimistisch, dort ist Israel auf die Grösse eines Fussballfeldes geschrumpft.
    Seitdem ich zu begreifen begann, was es mit dieser Hilfsflotte tatsächlich auf sich hat, bin ich so pessimistisch wie im Buch. Der Roman war erst eine Übung, die Aufzeichnung eines Albtraums. Die neue Situation bedeutet, dass der Druck auf Israel schrecklich zunehmen wird, die Kurden einmal mehr einen sehr hohen Preis bezahlen werden, aber auch, dass die Kooperation zwischen den sunnitischen Arabern und Israel eine Verteidigungslinie gegen die Achse Ankara-Teheran entwickeln werden.
    Ist das realistisch?
    Schon jetzt gibt es einen intensiven Kontakt zwischen Israel, Kairo und Riad wegen der Bedrohung aus Teheran. Jetzt muss man noch die türkische Bedrohung mit einbeziehen.
    Der frühere Zürcher Stadtpräsident rief vor zwei Wochen dazu auf, israelische Produkte zu boykottieren, zwei Nationalräte zweifelten kürzlich das Existenzrecht Israels an. Ist die Hemmschwelle Israel gegenüber gesunken?
    Da sind wir wieder bei den nützlichen Idioten. Soll doch dieser Stadtpräsident konsequent sein und auch den Boykott von iranischem und saudischem Öl fordern, von chinesischen Produkten und so weiter. All diese Leute, die sich nun über die 10 Toten auf dem Schiff so unglaublich empören! Bei der Abfahrt des «humanitären» Schiffes wurde an Bord gesungen: «Tod den Juden.» Dass da nun zehn Personen gestorben sind, die so was singen, bedauere ich nicht. Entschuldigen Sie, aber für solche Leute habe ich kein Mitleid!

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